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Western District - Peak

Als Hongkong noch britisch war



Mo, 28.10.1996

Der Western District ist einer der ältesten Viertel von Hongkong. Hier begegnen wir den seltsam anmutenden Erzeugnissen der chinesischen Heilkunst und besuchen einen der bedeutendsten Tempel der Insel.Western Market

In einer ApothekeWir fahren mit der MTR ( eine U-Bahn : Mass Transit Railway) zur Station Sheung Wan, dort erreichen wir den 1906 für den Verkauf von Fisch und Geflügel errichteten Western Market. Der mit vier Ecktürmen versehene, unter Denkmalschutz stehende Backsteinbau bietet Händlern von Kunsthandwerk und Textilien sowie im obersten Stockwerk einem Dim-Sum-Restaurant Platz.

VorIn einer Garküche dem Markt biegen wir von der Morrison Street rechts in den Bondham Strand ein. An der Kreuzung steht der moderne Sheung Wan Complex, eine der großen, von der Regierung gebauten Markt- und Garküchenhallen. Aus hygienischen Gründen bemühen sich die Behörden, Verkauf und Verzehr von Lebensmitteln auf der Straße einzuschränken. Wir ziehen dieses Mal nicht ein bequem ausgestattetes Restaurant mit englischsprachiger Speisekarte und entsprechenden Preisen vor, sondern essen gut und billig bei den freundlichen Einheimischen.

In der Connaught Road West sehen wir eine für Europäer Ungewohnte Lebensmittelüberwältigende Vielfalt ungewohnter Lebensmittel. Zum Angebot gehören Fische - lebend, getrocknet oder gepökelt, teure Gaumenfreuden wie Haifischflossen und Vogelnester, randvolle Säcke mit getrockneten Froschhäuten und Seepferdchen, Tintenfische, glasierte Eier, Schoten, Samen, Blätter und Baumrindenstücke.

In deGeschäft mit Devotionalienr Queens Road West führen Geschäfte vor allem Rattanwaren, gestickte rote Brautkleidung und Devotionalien: Räucherstäbchen, Schreine, Götterfiguren und das Papiergeld, das auf Begräbnisfeiern verbrannt wird. Eingang zum Park

Der Hollywood Road Park ist Treffpunkt für jung und alt. Zur gewohnten Gestaltung eines chinesischen Parks gehören ein Mondtor, Pavillons, eine Zickzackbrücke über dem Karpfenteich und seltsam geformte, aufgerichtete Steine. Erst 1991 wurde der kleine Park in einer "Baulücke" eröffnet. Er ist wirklich gelungen und wartet mit vielen kleinen Überraschungen auf: Begehbare Vogelvolieren, Biotope, Wasserfälle, reizvolle Brücken, Hochwege durch die Bäume und sogar ein kleiner APak Tsing Tempelussichtsturm bieten ein immer wieder faszinierendes Bild.

An der Kreuzung mit der Tai Ping Shan Street steht auf einer Erhebung der 1851 gegründete Pak Tsing-Tempel. Hier lagerten die Ahnentafeln von Personen, die fern ihres Heimatortes starben, und die Särge, die zur Beerdigung auf das Festland transportiert werden sollten. Der Name "Pak Shing" bedeutet "hundert Namen", ein Hinweis darauf, dass die Ahnentafeln von nicht nur einem Clan dort aufbewahrt werden.

An der Ecke Ladder Street und Hollywood Road steht der Man-Mo-Tempel. Dieser taoistische Tempel, der hier bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts steht, gehört zu den ältesten in Hongkong. Er ist den beiden Göttern Man und Mo geweiht. Man Cheong - mit der Schreibfeder in der Hand - ist der Gott der Literatur und wird besonders von Beamten und Staatsmännern verehrt. Mo Kwan Kung, der Kriegsgott mit dem Schwert, gilt wegen seiner Tapferkeit als der Beschützer von Soldaten, Polizei, Pfandleihern, Antiquitätenhändlern und sogar als Schutzpatron der Verbrecher. Im Innenraum des Tempels hängen unzählige glimmende Weihrauchspiralen an der Decke, die die Gebete der Gläubigen mit ihrem Rauch zu den Göttern tragen sollen. Im gleichen Gebäudekomplex befindet sich auch der Tempel Lit Shing Kung, der vielen unterschiedlichen Gottheiten geweiht ist. Hier lässt man sich die Zukunft aus dem Bambusorakel (chim) bestimmen.

Die damals neuste Errungenschaft: Die längste Rolltreppe der Welt. Das ist der "Escalator", ein System von Roll- und Fahrtreppen, das vom Central Market hinauf zur Conduit Road im Wohngebiet der Mid-Levels führt. Für Fußgänger und damit auch für fußmüde Touristen ist dies die einfachte Möglichkeit, die steilen Straßenzüge in Central und Mid-Level zu bewältigen. Der Escalator fährt bis Mitternacht nach oben, im morgendlichen Berufsverkehr hingegen nach unten. Insgesamt haben alle Rolltreppen eine Länge von über 800 Metern und überwinden einen Höhenunterschied von 140 Metern. Dies macht den Escalator zur „längsten Rolltreppe der Welt“, wie es in einigen Reiseführern genannt wird. Durch die langsame Fahrgeschwindigkeit des Escalators und den zahlreichen Unterbrechungen, die einem das „Zusteigen“ und Verlassen des Ecalators ermöglichen, bekommt man einen sehr guten Überblick über Restaurants, Shops und den einzelnen Straßenzügen.

"The Peak" - Hongkongs weltberühmte Aussicht vom Peak ist wohl ein Muß für jeden Besucher. Allein schon die Fahrt mit der Peak-Tram ist ein Erlebnis. Die Besiedelung des mit 554 m höchsten Berges der Insel Hongkong erfolgte etwa um 1870. Die Europäer wollten dem Gedränge im West District ausweichen. Jeglicher Transport den steilen Hügel hinauf erwies sich als mühsam, zumal sich die schwergewichtigen Europäer von Kulis den Berg hinauftragen ließen. Erst mit dem Bau der Peakbahn läutete man 1888 die Zeit der Kolonialvillen in luftigen Höhen ein. Bis zur Fertigstellung der Peak Road 1924 blieb die Schienenbahn das einzige öffentliche Transportmittel hinauf. In etwa einer Stunde Fußweg kann man den Peak umrunden. Die Pfeil nach oben Skyline Hongkongs, die man von oben genießt, braucht man nicht zu kommentieren. Der chinesische Name Tai Ping Shan bedeutet übrigens "Berg des großen Friedens".