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Aberdeen - Repulse Bay - Stanley Market

Als Hongkong noch britisch war



So, 27.10.1996

Der 45 m hohe Clock Tower an der Spitze der Halbinsel Kowloon ist alles, was vom einstigen Hongkonger Bahnhof übriggeblieben ist. Auf dem Gelände entstand Ende der 80-er Jahre Hongkongs Cultural Centre, das im November 89 eingeweiht wurde. In ihm gibt es zwei Konzertsäle, ein Clock TowerStudiotheater sowie einen Buchladen und ein Cafe. Der Entwurf des an eine Skisprungschanze erinnernden Baus stammt von einem beamteten Hongkonger Architekten. Kritik rief die Tatsache hervor, dass dieser Architekt des fast fensterlosen Baus es nicht verstanden habe, die einzigartige Lage an der Spitze der Halbinsel für eine herrliche Aussicht auf Hongkong Island zu nutzen.

Wir fahren mit der Star Ferry wieder zum Central District auf Hongkong Island. Hier fahren die Busse 7 und 71 durch den Western District nach Pokfulam und weiter nach Aberdeen. Der Bus endet im alten Zentrum auf der Aberdeen Main Road. Wenn man nun die Straße hinuntergeht, kommt man zum Hafen. Heute leben Fischer in den umliegenden Hochhäusern.

Von hier aus fahren wir mit einem kostenlosen Pendelboot zu den Jumbo Floating Restaurants, den im Hafen auf Betonsäulen ruhenden Restaurants. Die seit einer Brandkatastrophe nicht mehr schwimmenden Restaurants bieten denBootsanlegestelle ganzen Vormittag "dim sum" an. Es handelt sich um kleine Häppchen, die meist gedämpft oder frittiert sind und zu klassischem chinesischen Tee in kleinen Bambuskörbchen gereicht werden. Die Bambuskörbe haben einen Durchmesser von knapp 20 cm und können zum Dämpfen aufeinander gestapelt werden, der oberste wird danach abgedeckt. Übersetzt heißt "dim sum" soviel wie "kleine Herzwärmer", also Leckerbissen. Aus dem Fenster des Restaurants werfen wir einen Blick auf den Yachthafen des Aberdeen Marina Clubs, in dem die Boote für die eine oder andere Million, gleich in welcher Währung, versammelt sind.

Mit einem Repulse BayBus fahren wir von Aberdeen zur Repulse Bay. Hier kommt jene Wohnwand ins Blickfeld, über die alle reden. In ihrer leicht geschwungenen Front ist ein großes quadratisches Loch, in das bestimmt noch einmal 10 Wohnungen gepasst hätten. Die Erklärung ist einfach: Nach der chinesischen Mythologie lebt in jedem Berg ein Drache, der natürlich die Aussicht auf das Meer braucht, da er sonst anfangen würde, zu fauchen. Um das zu verhindren, ließen dei Bauherrn ihm das Guckloch.

Der Bus fährt weiter nach Stanley, einem nach einem Stanley Marktfrüheren Kolonialminister benannten Ort. Am Ende der Stanley Village Road "stürzen" wir uns in das Getümmel auf dem Stanley Market.

AmTin Tau Tempel Ende der Stanley Main Road liegt ein kleiner Tin Hau Tempel. Er wurde im Jahre 1767 gegründet und ist einer der ältesten der Insel. Das jetzige Gebäude hat für einen Tempel eine aussergewöhnliche Form, weil es sehr breit ist statt schmal und tief. Die Figuren sind auch nicht auf oder um einen Hauptaltar angeordnet, sondern stehen auf einem um die Wände laufenden, etwa einen Meter tiefen Absatz.

Die nicht-chinesische Bevölkerung von Hongkong zählte zu Beginn der 90-er Jahre über 150.000, darunter 45.000 Filipinos, die als Dienstleute der Reichen arbeiteten. Von ihremPfeil nach oben bescheidenen Gehalt unterstützten viele ihre Verwandten in der Heimat. An ihrem freien Tag, dem Sonntag, versammeln sie sich zu Tausenden in der Gegend um den Statue Square im Central District, wo sie auf der Erde hockend meist stundenlang plaudern.