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Hawaii - Insel Oahu


Oahu, "The Gathering Place"

Am 9. August 1998 flogen wir fast um die halbe Welt von München nach Honolulu. Die RouteOahumap führte uns über Chicago - San Francisco nach Honolulu auf der Insel Oahu. Die gesamte Entfernung betrug 14100 km. Dafür brauchten wir 22 Stunden an Flugzeit. Die meisten Flüge gehen nach Honolulu auf die Hauptinsel Oahu. Auf dieser Insel wohnen fast 80% der Gesamtbevölkerung von Hawaii. Es ist die am dichtesten besiedelte und wirtschaftlich am weitesten entwickelte Insel. Honolulu ist Amtssitz und Verwaltung. Die wichtigsten wirtschaftlichen, kulturellen und öffentlichen Institutionen haben hier ihren Sitz.

Hawaii liegt etwa in der Mitte des Nordpazifiks. Touristisch erschlossen sind Diamond Head Craterdie Inseln Oahu, Kauai, Maui, Molokai, Lanai und Hawaii. Letztere, die größte der Inseln, wird zur Unterscheidung vom Staatsnamen auch Big Island genannt. Für die meisten Besucher ist Honolulu das erste - und für viele das einzige Ziel, das sie auf Hawaii ansteuern. Dorthin wird das Flugticket ausgestellt und nach "HNL" werden die Koffer eingecheckt. Honolulu ist eine moderne Metropole mit ca. 380 000 Einwohnern und ist somit die größte Stadt im ganzen Pazifik. Das Wahrzeichen der Stadt ist die Silhouette des Diamond Head Craters.

Unser Gepäck war zwar auch ordnungsgemäß nach "HNL" eingecheckt, aber es kam nicht an. So begannen wir unser Besuchsprogramm in Honolulu mit einer Fahrt zum größten Textilhersteller auf Hawaii.- Ein werkseigener Shuttlebus brachte uns in dieses Paradies für hawaiianische Kleidung und Kunstgewerbe. Hier deckten wir uns erst einmal mit dem nötigsten ein, in der Hoffnung, dass unsere Koffer rechtzeitig vor unserer Weiterreise nach Kaui eintreffen würden! ( Was dann auch so geschah.)

 

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Für die meisten Touristen verkörpern die Hawaii-Inseln den Traum vom idyllischen Südseeparadies Heliconiamit weißen Sandstränden, Palmen, sportlichen Surfer-Typen und anmutigen, dunkelhäutigen Naomi-Campbell-Schönheiten, die mit Blumenkränzen im Haar zum Klang der Ukulele Hula tanzen. Waikiki, das berühmte Strandviertel Honolulus ist jedoch unserer Meinung nach verblüffend klein und überschaubar. Der über zwei Meilen lange beigefarbene Sandstrand ist neben Acapulco und Copa Cabana der wohl bekannteste Strand der Welt und entsprechend mit Touristen überfüllt. Um allerdings die oben erwähnten Schönheiten mit ihren Traummaßen zu finden, hätte man sicher eine ganze Weile suchen müsen. Deshalb widmen wir uns hier den anderen Naturschönheiten, die Hawaii zweifellos in einer unendlichen Vielfalt zu bieten hat und die den Ausspruch "Welcome to paradise" rechtfertigen.

Bei der Ankunft auf hawaiianischem Boden bekommt man meist Dieter mit Leivon hübschen Mädchen zur Begrüssung einen duftenden Blütenkranz umgelegt. Heute ist diese Geste in der Regel arrangiert durch den Reiseveranstalter. Schon die ersten polynesischen Siedler auf Hawaii kannten die Flower Leis (Blumenketten). Einem Freund einen Lei schenken bedeutet dasselbe wie ein herzliches Willkommen. Aber auch bei Fischer- oder Erntedankfesten, Hochzeiten oder bei religiösen Ritualen wurden und werden verschiedenste Leis von den Bewohnern getragen. Es gibt unzählige Arten von Leis. Neben kommerziell gefertigten Leis lebt immer noch die Kunst, die wertvollen Gebinde in Handarbeit herzustellen. Jährlich am 1. Mai ist "Lei-Day" in Hawaii. Dann finden Wettbewerbe statt und die Wahl der Lei-Blütenkönigin. Diese muss hawaiianische Abstammung nachweisen und den traditionellen Hula meisterhaft beherrschen. Selbstverständlich muss sie auch schön sein, was immer man darunter versteht.

Duke KahanmokuHauptstraße und beliebeste Flaniermeile Waikikis ist die Kalakaua Avenue. In der Mitte dieser Avenue befindet sich der "International Marketplace". Unter einem riesigen Banyanbaum finden wir hier einen quirligen Freiluftmarkt mit kleinen Ständen, an denen Kunstgewerbe, Perlmuscheln, Schmuck und natürlich T-Shirts und Hawaii-Hemden in allen Variationen zu haben sind. Duke Kahanamoku regierte als Beach- und Sunnyboy jahrzehntelang den Strand von Waikiki. Er war ein hervorragender Schwimmer und Wellenreiter. Er erfand den Kraulstil beim Schwinmmen und holte 1912 in Stockholm sogar olympisches Gold.

Im Gegensatz zu den anderen drei Inseln, die wir im Anschluß besuchten, hatten wir auf Oahu für den 3-tägigen Aufenthalt kein Auto gemietet. So beschlossen wir am zweiten Tag, an einer ganztägigen Rundfahrt per Kleinbus durch Ost- und Zentraloahu teilzunehmen. Grundsätzlich sind wir zwar nicht allzu begeistert von solchen Touristentouren, die meist nach dem Motto "rein in den Bus" - "raus aus dem Bus" - "fotografieren" und wieder "rein-in-den-Bus" ablaufen. Dennoch hatten wir mit "Dieter's Tours" und dem Fahrer "Johann" einen Glückstreffer gelandet, denn dieser bemühte sich sichtlich um Individualität, war bereit und imstande, ausführlich auf Fragen zu antworten und hat uns am Ende sogar noch auf eine Aussichtsplattform gefahren. Das stand nicht im Besuchsprogamm. Johann hatte vor vielen Jahren bei einem Hawaii-Urlaub seine spätere hawaiianische Frau kennen und lieben gelernt und lebt seitdem in Honolulu. Wie das Leben halt so spielt!

Zunächst besuchten wir den Krater des erloschenen Vulkans Diamond Head, des markantenMaunalua Bay Wahrzeichens von Honolulu. Seit 1825, als hier glänzende Kristalle gefunden und fälschlicherweise für Diamanten gehalten wurden, heißt der Krater "Diamond Head" (siehe Bild oben). 1909 baute die US-Army Bunker und Befestigungen in den Kraterrand auf der Meeresseite, um von hier aus den Schiffsverkehr kontrollieren zu können. Heute sind in der Kratersenke eine Kaserne der Nationalgarde und andere Zivilschutzeinrichtungen untergebracht. Die besseren Wohngegenden Honolulus mit Luxusbungalows und Golfplätzen erstrecken sich östlich vom Diamond Head entlang der Maunalua-Bay.

Hanauma BayIn der Nähe der Hanauma Bay passieren wir einen besonders wilden Teil der Küste. Das "Halona Blowhole" spuckt bei kräftigem Wellengang hohe Wasserfontänen. Mittagspause war am Kailua Beach. Der perfekte zwei Meilen lange weiße Sandstrand gehört zu den angenehmsten und sichersten Stränden Hawaiis und ist bei Schwimmern und Windsurfern gleichermaßen beliebt. Abgeschirmt durch ein vorgelagertes Riff ist die Brandung selbst im Winter gemäßigt, das hellgrüne Wasser fällt in Ufernähe tief genug ab zum Schwimmen. Mit Recht nennt man diesen Strand den schönsten von Oahu. Strandleben

Die Nordküste Oahus ist im Winter das Surfparadies schlechthin. Am Sunset Beach sind die Wellen dann bis zu 12 m hoch. Im Sommer findet kein Surfspektakel statt. Das macht die Strände ruhig und man kann sich so richtig erholen.

AnanansanbauDie Dole Ananasplantage in Zentraloahu ist einen kurzen Besuch wert. Neben garantiert erntefrischen Ananas bekommt man hier frisch gepreßten Ananassaft und den berühmten Dole-Whip, ein kalorienarmes Softeis mit Ananasgeschmack. Die trockene rotbraune Vulkanerde auf den meisten Hawaii-Inseln ist wie geschaffen für den Ananasanbau. Die Ananasfrucht reift in der Mitte einer Pflanze mit vielen langen, scharfen Blättern, die bis zu einem Meter hoch werden kUSS Arizona önnen. Der Reifungsprozeß beträgt 18-22 Monate!

Auf Oahu liegt der Ort Pearl Harbor. Bekannt wurde er vor allem durch den japanischen Angriff auf den US-Flottenstützpunkt am 7. Dezember 1941. Für die USA war das der Anlass, in den Zweiten Weltkrieg einzutreten. Der Angriff erfolgte vor der Kriegserklärung und sollte den Großteil der im Pazifik stationierten amerikanischen Marine mit einem Schlag zerstören. Heute erinnert das USS Arizona Memorial an diesen japanischen Luftangriff. Das Visitor Center beinhaltet ein kleines Museum mit vielen Dokumentarfotos und Karten des Luftangriffs. Das 60 m lange tunnelartige Gebäude wurde 1962 quer über das nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche liegende Wrack des Schlachtschiffes USS Arizona gebaut. Darunter erkennt man schemenhaft die Umrisse des Schiffes. Mit dem Schiff gingen 1177 Seeleute unter, deren sterbliche Überreste nie geborgen wurden, sondern noch immer im Schiffsinnern ruhen! Stattdessen erklärte man das Wrack zum nationalen Kriegerdenkmal.

Zeit zum gemütlichen Bummeln durch Honolulu blieb am nächsten Tag genug, bevor es dannPfeil nach oben mit Aloha Airlines zur nächsten Insel weiterging.