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Von den Apostle Islands zu den Mackinac Islands

Mo, 16. 08. 2004

Heute haben wir eine längere Etappe vor uns. Das bedeutet, dass wir um 06.30 Uhr aufstehen um früh wegzukommen. Es regnet in Strömen, was die Stimmung nicht gerade hebt, zumal wir unterwegs in Duluth am Lake Superior (Oberer See) einiges besichtigen und nach Bayfield/Washburn den Scenic Way am See vorbei benutzen wollen. Anita gibt noch eine Postkarte auf die Post und gegen 09.15 Uhr haben wir ausgecheckt und sind unterwegs nach Norden.

Noch im Großraum Minneapolis hört es auf zu regnen, aber der Himmel bleibt wolkenverhangen. In Duluth, dem größten Binnenhafen der USA erreichen wir den Lake Superior. Immer noch ist der Himmel wolkenverhangen. Das nicht so gute Wetter und die fortgeschrittene Zeit veranlassen uns, das Besichtigungsprogramm zu kürzen.

Wir fahren nur zum Glensheen Mansion am nordöstlichen Stadtrand von Duluth. Das Anwesen liegt phantastisch am See, aber bei schönem Wetter hätten wir mehr davon. Wir machen zwar ein paar Film- und Fotoaufnahmen, aber viel Staat können wir damit nicht machen. Weiter geht es über eine Scenic Route nach Bayfield. Eine lange Umleitung führt uns allerdings so weit vom See weg, dass wir von ihm überhaupt nichts sehen. Erst im letzten Abschnitt erreichen wir den See wieder, aber hier versperren Bäume und Sträucher den Blick.

In Bayfield machen wir einen kurzen Aufenthalt. Bayfield ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge auf die Apostle Islands und nach Madeline Island. Im kleinen Ortszentrum gefallen etliche stattliche, aus rotbraunem Sandstein errichtete Villen aus dem 19. Jahrhundert. Eines dieser alten Gebäude ist das Gerichtsgebäude in der Washington Street, das heute das Besucherzentrum des Apostle Islands National Lakeshore beheimatet.

Unser Hotel liegt 12 Meilen südlich von Bayfield in Washburn. Ca. 16.30 Uhr kommen wir dort an. Gegen 18.00 Uhr gehen wir in dem kleinen Ort, in dem nichts los ist, in einem Family Restaurant zum Essen. Danach schauen wir uns Washburn genauer an. Viele Häuser sind verlassen, womit soll man hier auch sein Geld verdienen? Zurück im Hotel bereiten wir den morgigen Tag vor. Wir wollen die Apostle Islands besuchen. Dafür brauchen wir aber schöneres Wetter.

 

Di, 17. 08. 2004

Wir stehen früh auf. Das Wetter ist vielversprechend mit starker Tendenz zu schön. Also machenGrand Tour Apostle Islands wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Bayfield. Um 10.00 Uhr geht von dort ein Schiff auf die große Apostle Island Tour. Wir sind kurz nach 09.00 Uhr im Ticket Office, also unserer Meinung nach früh genug. Das war leider falsch gedacht. Das Schiff um 10.00 Uhr ist ausgebucht. Wir erfahren, dass man diese Tour monatelang im Voraus reservieren muss. Das haben wir nicht gewusst. In der Hoffnung, dass nicht alle, die reserviert Apostle Islandshaben, kommen, lassen wir uns auf die Warteliste setzen und gehen um 09.45 Uhr wieder zum Ticket Office zurück. Wir sind nicht die einzigen auf der Warteliste. Wir stehen alle gespannt im Office und warten. Einige haben Glück und bekommen noch Karten. Wir leider nicht. Man verkündet, dass das Schiff voll ist. Schade! Pech gehabt! Wir verlassen das Büro und überlegen, ob wir nachmittags eine kleinere Bootstour unternehmen sollen. Die „Lighthouse Tour“ um 15.30 bietet sich an. Also gehen wir wieder zurück ins Ticket Office, um wenigstens diese Tour, für die noch Plätze frei sind, zu reservieren. Dort angekommen diskutiert das Personal immer noch, ob nun das 10-Uhr Schiff voll ist oder nicht. Man einigt sich, dass noch zwei Personen mitfahren könnten. Wir melden uns sofort und gehen als letzte an Bord. Doch noch Glück gehabt!

Die Bootstour dauert drei Stunden und wir fahren bis zur nördlichsten der 22 Inseln. WirDevil Islands kommen an zwei Leuchttürmen vorbei. Der auf Raspberry Island stammt aus dem Jahre 1864, der andere auf Devils Island ist neueren Datums und liegt auf der nördlichsten Insel. Von hier erkennt man auch die enorme Größe des Lake Superior. Bis zum Horizont sieht man nur Wasser, Wasser, Wasser. Der See ist ein Binnenmeer.

Wanderung Bayview TrailZurück in Bayfield gehen wir essen und setzen danach mit der Autofähre über nach Madeline Island, der einzigen bewohnten Insel der Apostle Islands. Madeline Island ist die größte Insel und auch die einzige, auf der man mit dem Auto fahren kann. Wir fahren in den Big Bay State Park und wandern ca. 45 Minuten zur Big Bay an der Ostseite der Insel. Die einzige „Stadt“ der Insel, La Pointe, ist miPfeil nach oben t ihren wenigen Häusern, Geschäften und Restaurants so überschaubar, dass man in 20 Minuten alles durch hat. Wir fahren mit der Fähre wieder nach Bayfield zurück und essen dort zu Abend. Gegen 19.30 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel in Washburn.

 

Mi, 18.08. 2004

Die heutige Etappe ist wieder etwas weiter und wir machen uns um 09.15 Uhr auf den Weg. Das Wetter wird leider zusehends schlechter. Trotzdem wählen wir wieder eine Scenic Route, denn schließlich wollen wir ja die Schönheiten der großen Seen mitbekommen. Aber wie so oft wird die Aussicht durch Bäume und Sträucher behindert. Außerdem kommen wir immer wieder in heftige und ergiebige Regenschauer. Die Scheibenwischer haben Mühe, der Wassermassen Herr zu werden.

Auf unserer Fahrt verlieren wir bei Eintritt in den Staat Michigan eine Stunde. Hier herrscht Eastern Time, und die Zeitdifferenz zu Deutschland ist nur noch 6 Stunden. Die verlorene Stunde lässt uns relativ spät in Marquette ankommen. Jetzt heißt es, das Hotel zu suchen. Wir haben für das Hotel in Marquette keinen Lageplan dabei und irren in der Stadt und deren näherer Umgebung umher. Durch Nachfragen erfahren wir, dass das Hotel ca. 5 Meilen außerhalb der Stadt in Richtung Munising liegt.

Munising liegt erst auf unserer morgigen Etappe, aber das macht nichts. Heute können wir sowieso nichts mehr besichtigen. Wir finden schließlich das Hotel, aber es macht leider nicht den besten Eindruck. Zum Glück verbringen wir hier nur eine Nacht. Alles ist ein wenig heruntergekommen und die Eismaschine läuft auch nicht.

Anita versucht verzweifelt, ihre ehemalige Mitschülerin Ute, die vor 28 Jahren mit Mann und Kindern nach Kanada ausgewandert ist, telefonisch auf deren Handy zu erreichen, um ein Treffen an der Georgian Bay in Kanada abzusprechen. Sie bekommt aber keinen Anschluss. Wir müssen es wohl morgen oder übermorgen noch mal versuchen.

Marquette bietet nichts an Attraktionen oder Sehenswertem. Wir essen in einem Family Restaurant zu Abend und gehen dann aufs Hotel. Es regnet zwar nicht mehr, aber es weht ein stürmischer Wind und es isPfeil nach oben t kalt. Der kälteste Sommer seit 40 Jahren, sagen die Einheimischen. Anita hatte sich ja schon in Chicago eine Erkältung, die sie mit Antibiotika bekämpfte, zugezogen. Bei Dieter ist eine im Kommen, mal sehen, wie sie sich entwickelt. Notfalls muss auch er Antibiotika einnehmen, um nicht für den Rest der Reise herum zu laborieren.

 

Do, 19. 08. 2004

Die Erkältung ist jetzt voll da und quält uns. Das Kratzen im Hals ist einem Schnupfen gewichen. Die Temperaturen draußen bleiben im Keller und steigen nicht über 13°C bis 14°C. Dazu weht ein kräftiger Wind, so dass die gefühlte Temperatur noch kälter ist. Die Sonne scheint zwar, aber sie bringt keine Wärme.

Um 09.15 Uhr machen wir uns auf den Weg. In Munising, ca. 48 Meilen von Marquette entfernt,Miners Castle wollen wir den Pictured Rocks National Lakeshore besuchen, eine bekannte Steilküste mit bis zu 60m hohen Steilklippen. Am besten sind diese vom Boot aus zu besichtigen. Das nächste geht um 11.00 Uhr, aber der Superior Lake ist an diesem Morgen zu rauh und auf dem Wasser weht ein eiskalter Wind. Da wir beide noch erkältet sind, verzichten wir auf die Bootsfahrt und fahren mit dem Auto nach Miner's Castle, einer der schönsten Stellen der Steilküste.

In Munising verlassen wir den Lake Superior und erreichen ca. 30 Meilen vor St. Ignace den Lake Michigan. Das Ufer wird bis St. Ignace von einer Dünenlandschaft geprägt, der Wind ist mörderisch,Fahrt St Ignace der See ist rau und am Ufer bilden sich starke Wellen. St. Ignace liegt nicht nur am Lake Michigan, sondern zum überwiegenden Teil am Lake Huron. Am und im Lake Huron liegen auch die Sehenswürdigkeiten. Aber zu denen kommen wir später.

Unser Hotel erreichen wir am frühen Nachmittag. Nach einer kurzen Pause wollen wir den Ort erkunden und uns für unseren morgigen Ausflug nach Mackinac Island kundig machen. Es gelingt endlich, die Schulfreundin von Anita telefonisch zu erreichen und unseren Besuch auf deren Boot in der Georgian Bay (Lake Huron) am Sonntag abzusprechen. Wir werden dafür eine Übernachtung inMackinac Bridge Detroit, die schon vorgebucht ist, sausen lassen und werden von der Georgian Bay direkt nach Toronto fahren.

In St. Ignace spazieren wir am Lake Huron entlang, schauen uns von hier die Mackinac Bridge, eine der längsten Hängebrücken der Welt, an, kaufen noch etwas ein und genehmigen uns am Abend ein gutes Fischessen. Zurück im Hotel planen wir unseren morgigen Ausflug auf Mackinac Island. Wir hoffen auf schönes Wetter, so wie heute, aber mit ein wenig höheren Temperaturen.

 

Fr, 20. 08. 2004

Um 07.30 Uhr können wir noch nicht genau feststellen, wie sich das Wetter heute entwickeln wird. Bis nach dem Frühstück ist es überwiegend bedeckt, allerdings mit ein paar Lücken in der Wolkendecke.

Welcome to Mackinac IslandsUm 10.30 Uhr fahren wir mit der Speed-Jet-Fähre von St. Ignace nach Mackinac Island. Das Wetter hat sich inzwischen zum Guten hin entwickelt. Es wird ein schöner Tag werden. Mackinac Island ist vollkommen autofrei, es fahren dort auch keine Elektroautos, sondern nur Pferdekutschen und Pferdetransportfahrzeuge. Die Häuser auf der Insel sind alle im hübschen viktorianischen Stil erbaut und sind teilweise über 100 Jahre alt. Alles ist sehr gepflegt, und in den Parks, Vorgärten und auch an denMackinac Main Street Laternen finden wir eine bisher nicht gesehene Blumenpracht. Zuerst gehen wir ein Stück die Main Street entlang. Hier befindet sich ein Geschäft nach dem anderen, dazwischen immer wieder Hotels. Mackinac Island ist eine Hochburg der Fudge – Herstellung. Fast jeder dritte Laden produziert und verkauft dieses süße Zeug. Der ganze Ort duftet nach der süßlichen Fudge HerstellungMasse, die es in allen möglichen Geschmacksrichtungen zu kaufen gibt. Wir probieren natürlich auch davon, aber uns ist das Ganze zu süß. Da dieses Fudge sicher nicht jedermanns Geschmack ist, werden wir es nicht als Souvenir mitnehmen.

Nach dem Trip über die Main Street steigen wir zum Fort Mackinac empor. Nach 9 US$ Eintrittsgeld gestattet man uns einen Einblick in die Geschichte des Forts und des Ortes. Der Blick von hier oben auf den Ort, einen Teil der Insel und den See ist imposant. Nach der Besichtigung des Forts genießen wir ihn von einer Restaurant – Terrasse aus beim Lunch. Danach machen wir uns zum Grand Hotel auf, kommen aber zuvor noch am Sommersitz des Gouverneurs von Michigan vorbei.

Arch Rock MackinacDas Grand Hotel wurde 1887 errichtet und ist mit seiner über 200 m langen Grand Hotel MackinacSäulenfassade äußerst imposant, aber mit Zimmerpreisen von 500 US$ aufwärts würde es für uns natürlich nicht in Betracht kommen. 10 US$ werden sogar für das Betreten des Geländes und des Hotels verlangt, Ausnahmen gibt es nur für Hotelgäste. Dieses Geld sparen wir uns und filmen und fotografieren von weitem.

Vom Grand Hotel aus wandern wir auf schönen Waldwegen zum Arch Rock, einem durch Erosion entstanden Felsbogen, der an die Formationen des Arches NP erinnert. Von hier gehen wir amPfeil nach oben Seeufer entlang wieder zurück zum Ort. Gegen 17.30 Uhr fahren wir mit der Fähre zurück nach St. Ignace, wo wir nochmals in demselben Restaurant wie gestern Abend ein ausgezeichnetes Fischessen genießen.