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Wir starten unsere Rundreise in Chicago

Vorwort

Im Sommer 2004 entschlossen wir uns zu einer ausgedehnten Reise um die Großen Seen. Diesen Teil Amerikas hatten wir noch nicht ausgiebig bereist. Außerdem wollten wir natürlich auch gerne die Niagarafälle sehen, was die gewählte Reiseroute ja anbot. In diversen Reisekatalogen und Internetforen haben wir uns ausgiebig schlau gemacht und dann die Reise alleine zusammengestellt. Flüge, Mietwagen und alle Hotelunterkünfte wurden via Internet reserviert bzw. gebucht.

Die Großen Seen sind eine Gruppe von fünf zusammenhängenden Süßwasserseen in Nordamerika. Sie bilden die größte Binnensüßwasserfläche der Erde.

Die Seen heißen: Michigan See - Oberer See (Lake Superior) - Huron See - Ontario See - Erie See. Der Michigansee liegt als einziger der Großen Seen vollständig in den USA , die anderen vier liegen entlang der kanadisch -US-amerikanischen Grenze.

Durch den Sankt-Lorenz-Strom werden sie in den Atlantik entwässert.

 

Mo, 09.08. 2004

Wir werden pünktlich um 08.00 Uhr vom Taxi abgeholt und sind knapp eine Stunde später am Flughafen München, Terminal 2. Um 11.15 Uhr soll der Abflug sein, und man hat verlangt, dass man wegen verschärfter Sicherheitskontrollen mindestens zwei Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollte. Das haben wir geschafft. Wir begeben uns sofort an den Lufthansa Check-in Schalter, damit wir unsere Koffer loswerden. Aber hier ereilt uns der erste Schreck. Unsere E-Tickets sind zwar in Ordnung, aber das Flugzeug ist überbucht und es liegen so viele Platzreservierungen vor, dass man uns keine Plätze zuweisen kann. Wir sollen uns später noch einmal melden. Da unsere Koffer eingecheckt werden, gehen wir davon aus, dass wir zumindest mit der Maschine fliegen können. Vielleicht sitzen wir dann nicht nebeneinander, oder bestenfalls ohne Aufpreis in der Business – Klasse, wie uns das auch schon mal passiert ist.

Hotel in ChicagoWir bekommen doch noch angenehme Plätze nebeneinander, Anita am Fenster, ich am Gang. DieMietwagen Maschine startet pünktlich und ist auch überpünktlich um 13.15 Uhr Ortszeit ( 20.15 MESZ ) in Chicago. Der Flug hat also genau 9 Stunden gedauert. Mit der Passkontrolle und der Gepäckausgabe geht es einigermaßen zügig voran, und auch unseren Mietwagen von Alamo haben wir schnell. Kaum haben wir das Gelände der Autovermietung verlassen, tauchen aber schon ernsthafte Probleme auf. Die Bremsen ruckeln plötzlich unangenehm, ABS und andere wichtige Systeme fallen vollkommen aus. Mit diesem Auto können wir nicht auf unsere Rundreise gehen. Also kehren wir wieder zurück und tauschen den Wagen um. Das geht auch problemlos.

Ein nagelneuer Buick Century bringt uns in die Innenstadt von Chicago. Für die 25 Meilen zum Hotel brauchen wir aber 80 Minuten. Wir stecken mitten in der Rush-Hour. Unser Zimmer ist reserviert und liegt im 11. Stock mit teilweisem Blick auf den Michigan See. Das Auto lassen wir für die nächste Zeit in der Hotelgarage stehen. Das kostet allerdings 21 US$ pro Tag. Trotzdem sind wir mit dem Hotel zufrieden.

Wir packen unsere Koffer aus und erfrischen uns erst einmal. Gegen 18.00 Uhr gehen wir auf einen kurzen Erkundungsgang in Downtown, das praktisch vor der Hoteltür beginnt. Leider ist um diese Zeit das Banken- und Geschäftsviertel schon wie ausgestorben. Wir finden kaum offene Lokalitäten zum Essen und Trinken. Gegen 19.00 Uhr – wir waren jetzt schon fast 19 Stunden auf den Beinen – überkommt Anita eine bleierne Müdigkeit. Sie geht, nachdem wir noch etwas zum Trinken gekauft haben, schnurstracks ins Hotel zurück. Da Dieter noch etwas Hunger hat, gönnt er sich in einem irischen Pub, der dem Hilton Hotel ganz in der Nähe unseren Hotels angeschlossen ist, ein Rindfleisch – Sandwich. Aber viel Hunger hat er jetzt auch nicht mehr. Bei seiner Rückkehr ins Hotel liegt Anita schon im Bett, und auch jetzt, während Dieter am Tagebuch schreibt, schläft sie tief und fest. Hoffentlich ist das Wetter morgen so angenehm wie heute. Wir können es gebrauchen. Es gibt viel zu sehen. Packen wir's an.

 

Di, 10.08. 2004

Die Nacht vom 9. auf den 10. war, zumindest für Dieter, etwas unruhig. Mal war es zu warm, dann mal wieder zu kühl. Dieter musste immer wieder die Klimaanlage im Zimmer an und ausschalten. Sie ließ sich nicht vernünftig regeln. Ca. 07.30 Uhr stehen wir auf. Ein Blick aus dem Fenster zeigt einen strahlend blauen Himmel. Gute Voraussetzungen für das bevorstehende Programm.

Als wir nach dem Frühstück auf unsere Erkundungstour losziehen, ist der Himmel allerdings wieder Buckingham Fountainvollkommen bedeckt, aber es regnet nicht. Die Temperatur liegt aber nur bei ca. 18°C. Unser Hotel liegt direkt am Grant Park, der an den Michigan See angrenzt. Hier beginnen wir unser Sightseeing. Der Park ist für Chicago das, was der Central Park für New York ist. Er ist sehr gepflegt. Im Park befindet sich der Clarence Buckingham Fountain. Seine Fontäne ist mit 120m Höhe die höchste der Welt. Von hier, wie überhaupt von vielen Stellen des Grant Parks, hat man eine schöne Aussicht auf die Skyline von Chicago mit den höchsten Gebäuden von Amerika, und fast den höchsten der ganzen Welt.

Skyline ChicagoWir verlassen den Grant Park entlang des Ufers des Michigan Sees und erreichen den Navy Pier. Wir machen natürlich den obligatorischen Pier–Walk. Am Navy Pier wird Kindern und Erwachsenen viel an Attraktionen geboten. Von hier starten die Lunch- und Dinner Cruises ebenso wie die Skyline Cruise. Obwohl der Himmel immer noch wolkenverhangen ist, lassen wir uns die Skyline Cruise nicht entgehen. 12.15 Uhr beginnt sie und dauert ca. eine halbe Stunde. Auf dieser Fahrt genießen wir grandiose Blicke auf die Chicagoer Skyline. Nach der Bootsfahrt essen wir am Pier noch eine Kleinigkeit und schlendern danach zur Magnificent Mile, einem lebhaften Einkaufsviertel von Chicago.

Höhepunkte sind hier, konzentriert auf die Länge einer Meile, Watertower, John Hancock CenterBlick vom Hancock Tower (Big John genannt) und das Drake Hotel, in dem gekrönte Häupter und Präsidenten nächtigen. Bei Harfenmusik und einem Kännchen Kaffee im Palm Court genießen wir die gediegene Eleganz des Hotels. Das John Hancock Chicago Tribune TowerCenter ist zwar drei Etagen niedriger als der Sears Tower, bietet aber die schönere Aussicht auf Chicago. Das lassen wir uns nicht entgehen!

Entlang der Magnificent Mile schlendern wir zurück in Richtung Hotel. Auf dem Weg kommen wir am Chicago Tribune Tower und dem Wrigley Building vorbei. Wieder im Hotel angekommen, machen Pfeil nach oben wir uns frisch und gönnen uns eine kleine Ruhepause. Wir beschließen, in der Nähe chinesisch essen zu gehen. Leider wird es ein Reinfall, denn die bestellte Ente ist kalt und besteht fast nur aus Knochen.

 

Mi, 11.08. 2004

Die Nacht war kürzer als geplant. Dieter bemerkte so gegen 04.30 Uhr, dass am Telefon die rote Lampe für eine Nachricht blinkte. Der Schreck war natürlich groß. Was mochte passiert sein? Eine Rückfrage bei der Rezeption ergab, dass unsere Kreditkarte zurückgewiesen wurde. Wir waren ratlos, denn schließlich brauchten wir sie für die nächsten drei Wochen. Wie sollten wir bezahlen? Bargeld war dann damit auch nicht zu bekommen, und Bargeld inklusive Travellerschecks hatten wir nicht genügend für die ganze Reise dabei. Der Schlaf war hinüber. Dieter rief mit dem Handy das Kreditkarteninstitut in Deutschland an, aber die konnten nur bestätigen, dass manchmal in Amerika die Kreditkarten zurückgewiesen werden, wenn sie noch weniger als drei Monate gültig sind. Unsere Karten liefen Ende September aus, neue Karten werden erst kurz vor Ablauf zugeschickt. Man bot an, Geld auf unsere Hausbank zu überweisen. Wir könnten dann mit der EC – Karte der Hausbank Geld am Automaten bekommen. Wir waren aber nicht sicher, ob das überall auf unserer Reise möglich sein würde. Guter Rat war teuer. So kamen wir nicht weiter. Gedankenverloren versuchten wir noch ein wenig bis 07.00 Uhr auf dem Bett zu dösen. Das gelang nur halb. Nach einem erneuten Anruf bei der Rezeption stellte sich dann heraus, dass alles nur ein Irrtum war und man entschuldigte sich. Na ja, lieber so als anders! Im weiteren Verlauf der Reise gab es solche Schwierigkeiten nicht mehr.

Blick vom Sears TowerNach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg. Der Himmel ist wieder bedeckt, und die Temperatur beträgt auch nur so um die 15° C. Der kälteste Augusttag seit 40 Jahren steht uns bevor. Zuerst gehen wir zum Sears Tower und natürlich dort auf das Aussichtsdeck. Seit drei Jahren ist der Sears Tower nur noch das höchste Gebäude Amerikas und nicht mehr das höchste der Welt. Das spielt aber keine Rolle, die Aussicht ist trotzdem grandios.

Nach einem Pizzaessen setzen wir unsere Erkundung fort. Zunächst geht es zu „The Rookery“. The RookeryDas elfgeschossige Gebäude aus den 1880er Jahren ist eine „Landmark“ von Chicago. Im Innern befindet sich eine beeindruckende Lobby, die 1905 von Frank Lloyd Wright aus weißem Marmor und schmiedeeisernen Ballustraden gestaltet wurde.

Lobby Palmer HouseEntlang der State Street erreichen wir das Palmer House, das zur Hilton–Kette gehört. Wir besichtigen die sehenswerte zentrale Lobby, die an die Empfangshalle eines Schlosses zur Zeit Napoleons erinnert. Die Nobelherberge des Kaufhausgründers Potter Palmer stammt aus dem Jahr 1875.

Vorbei geht es an Carson Pirie Scott & Co., einem 1904 fertigChicago River gestellten Kaufhaus. Marshall Fields, ebenfalls ein Kaufhaus, schmückt sich mit einer über sieben Tonnen schweren, Patina grünen Uhr, unter der sich jeder Einwohner Chicagos schon einmal mit Verwandten, Bekannten oder Drake Hotel TeestundeGeschäftspartnern getroffen hat. Von hier gelangen wir wieder an den Chicago River mit dem Stadtviertel um das Wrigley Building, das wir gestern schon besucht hatten. Nach einer Tasse Kaffee kehren wir zurück ins Hotel. Unterwegs fing es ein wenig an zu regnen. Der kräftige Wind vertrieb den Regen aber sehr schnell. Bisher hat die Stadt ihrem Namen „The windy City“, die windige Stadt, alle Ehre gemacht.

Nach einer Verschnaufpause im Hotel fahren wir mit der U-Bahn nach Chinatown. Hier war nicht allzu viel los, aber wir fanden ein wirklich sehr gut besuchtes Restaurant, in dem wir zu Abend aßenPfeil nach oben . Gegen 20.30 Uhr waren wir dann wieder zurück im Hotel. Morgen werden wir Chicago verlassen und unsere Rundtour um die großen Seen beginnen. Das Wetter verspricht die nächsten zwei Tage kaum Besserung; auch die Temperaturen werden nicht steigen.