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Grand Teton NP - Estes Park

Mo.23. 08. 1999

Wir verlassen Idaho Falls, fahren zunächst auf dem HW 20 bis Swan Valley, ab dort auf dem HW 31 bis Jackson, unserem heutigen Ziel. Dort sind wir bereits um 12.00 Uhr, unsere Lodge (Wagon Wheel Village) steht uns aber noch nicht zur Verfügung. Deshalb entschließen wir uns - vor allem auch wegen des sonnigen Wetters - sofort in den Grand Teton NP zu fahren. Ziel ist der Signal Mountain. Am Eingang zum NP müssen wir 20 US$ bezahlen. Da wir auf dieser Reise schon mehrere Parks besucht haben, hätte sich sicher der Golden Eagle Pass gelohnt!

Im Grand TetonDer Grand Teton N.P. liegt im Nordwesten von Wyoming und grenzt südlich direkt an den Yellowstone Nationalpark. Die Bergkette der Grand Tetons erhielt bereits am 26. Februar 1929 den Status eines Nationalparks. Vierzehn Jahre später, am 15. März 1943 wurde das davon östlich gelegene Tal Jackson Hole zum National Monument erklärt. Die Bergkette sowie das Tal wurden am 14. September 1950 zum Grand Teton National Park zusammengefaßt. Der Park wird seit der Gründung vom National Park Service verwaltet.

Auf der Jagd nach Pelztieren durchstreiften französische Fallensteller diesen Landstrich und gabenGrand Teton einer Gipfelgruppe den Namen "Trois Tétons" - drei Brüste. Das menschenleere Land sowie die Einsamkeit beflügelten wohl die Phantasie der Männer beim Anblick dieser Berge. Die "Trois Tétons" sind drei Berggipfel der Teton Range (Bergkette) und Teil der Rocky Mountains. Ihre heutigen Namen sind South Teton, Middle Teton und Grand Teton. Letzterer ist mit 4.198 m der höchste Gipfel.

Auf dem Weg zum Signal Mountain schlängelt sich die Straße (für Anhänger und Wohnwagen gesperrt) einen Hügel hinauf, von dem man, weil er frei im Gelände steht, das ganze Tal überschauen kann. Nirgendwo sonst tritt die geologische Beschaffenheit der Tetons so klar vor Augen: der abrupte Übergang vom Tal zum Berg, der "Schlangenlauf" des Snake River und die Bergzüge im Osten. Ein toller Ausblick über das Tal!

Am Jenny Lake wird sofort klar, warum sich hier im Sommer die Fahrzeuge drängen - so großartig ist die Landschaft. Doch wer die Einsamkeit in all dieser Pracht sucht, kann sie auch hier finden.

Chapel of TransfigurationAls nächstes haben wir uns die "Chapel of the Transfiguration" angesehen. Es handelt sich um eine kleine niedliche Kapelle, umgeben vom Bergpanorama der Tetons. Der Altar ist so ausgerichtet, dass man durch das Fenster auf die Tetons schaut. Wir waren zuletzt im August 1975 hier. Auch damals hatten wir phantastisches Wetter und konnten durch das Glasfenster die Berge bewundern. Es hat sich nichts an diesem Ort in all der Zeit geändert.

 

Di, 24. 08. 1999

Der heutige Tag ist Wandertag im Grand Teton NP. Wir stehen früh auf, frühstücken im Wagon Wheel Restaurant, kaufen im Supermarkt noch etwas Proviant und fahren dann in den Park. Wir gehen vom South Jenny Lake Visitor Center Grand Tetonzunächst am See entlang, dann langsam steigend zu den Hidden Falls, dem Inspiration Point und noch ein Stück in Richtung Cascade Canyon. Die Wanderung geht über Stock und Stein. Man sollte hier festes Schuhwerk anhaben. Die Hidden Falls sehen gewaltig aus! Vom Inspiration Point kann man auf den See hinunterschauen. Auf dem Rückweg geht es auf der Teton Park Road zur Jackson Lake Lodge und zum Colter Bay Visitor Center. Es begegnet uns ein Elch!

Die beiden Abende verbringen wir im Ort Jackson, "Last of Old West"! Der Ort Jackson, Wyoming, liegt am südlichen Ende von Jackson Hole weniger als acht Kilometer vor dem Zugang zum Park. Es war früher ein isolierter Cowboy Ort bekannt für seinen Marktplatz mit vier riesigen, grossartigen Toren , die nur aus Elchengeweihen gebaut waren. In JacksonDie “Million Dollar Cowboy Bar” mit Sitzen, die Pferdesättel sind, ist heute noch eine beliebte Attraktion. Hillbilly Musik und Tanz sorgen bis spät in die Nacht für Betrieb. Heutzutage ist das Dorf immer noch teilweise ein Cowboy Ort, aber es ist auch gleichzeitig ein moderner Touristenort. Es gibt dort moderne Restaurants, erstklassige Hotels, Designer Boutiken, Kunstgalerien und natürlich jede Menge Andenkenläden. Aber trotz aller Kommerzialisierung: den Hauch des Wilden Westens spürt man auf Schritt und Tritt: Cowboyhüte, Cowboystiefel und rustikale Jeans gehören zum Straßenbild.

 

Mi, 25. 08. 1999

Heute steht nichts Sehenswertes auf dem Programm. Wir lassen uns Zeit, schlafen etwas länger und starten gegen 10.30 Uhr nach Rock Springs, unserem heutigen Tagesziel. Unterwegs ist es recht eintönig, keine Berge, nur Flachland und Prärie. Am Nachmittag kommen wir in Rock Springs an. Wir empfinden dieses Städtchen als häßlich. Hier hat die Union Pacific Railway ihre Kohlen bekommen. Wir fahren downtown, machen einen Bummel auf der Mountain Mall, der Hauptgeschäftsstraße. Aber uns gefällt es hier nicht. Wir sind froh, wenn es morgen weitergeht.

 

Do, 26. 08. 1999

Heute ist der vorletzte Tag unserer Reise durch den alten "wilden Westen". Es stehen 209 Meilen auf dem Interstate 80 (East) bis Laramie auf dem Programm.

Laramie gehört noch zu Wyoming und ist eine alte Westernstadt, wovon man aber imEhemaliges Gefängnis Stadtzentrum nicht allzu viel merkt. Am Nachmittag besuchen wir den Wyoming Territorial Park. Er präsentiert die Geschichte des Wilden Westens im 19. Jahrhundert in Wyoming. Das Wyoming Territorial Prison zeigt in übergrossen Fotos seine ehemaligen Schurken und Halunken.

Die Stadt Laramie ist nach einem ehemaligen französischen Trapper benannt, der in dieser Gegend um 1821 ermordet wurde. Laramie war lange Zeit als die Stadt der Gesetzlosen und "Wildeste Stadt im Wilden Westen" verrufen. Prostituierte und sonstige zwielichtige Gestalten gaben sich hier ein Stelldichein. Fast täglich fiel jemand einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Andererseits war Laramie der Ort, an dem erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten Frauen in öffentliche Ämter gewählt werden konnten!Butch Cassidy Bekanntester Insasse des Wyoiming Territorial Prison war Butch Cassidy.

PlanwagenSein eigentlicher Name war Robert Leroy Parker . Er war das älteste von 13 Kindern mormonischer Siedler aus England. Seine Kindheit verbrachte er auf dem Gehöft seiner Eltern in Circleville, Utah. Er war Viehzüchter von Beruf, später Bank- und Eisenbahnräuber und Chef der Bande "Butch Cassidy's wilder Haufen". Zum ersten Mal geriet er mit dem Gesetz in Konflikt, als er in ein Geschäft in Hay Springs, Utah, einbrach, wo er auf einer Farm arbeitete. Er stahl eine Hose und hinterließ einen Zettel, dass er sie später bezahlen würde. Es ist nicht überliefert, ob er das jemals tat. Cassidy stahl üblicherweise Vieh von größeren Farmen, die versuchten, kleinere aus dem Geschäft zu drängen. Viele Historiker glauben, dass seine Taten anfangs gut gemeint waren. Er wird oft als " Robin HoodPfeil nach oben des Wilden Westens" bezeichnet. Nachdem er die Jahre 1894 bis 1896 wegen Pferdediebstahls im Gefängnis verbracht hatte, organisierte er dann die schon oben erwähnte Gruppe von Verbrechern, die als "Wilder Haufen" bekannt waren.

Natürlich gibt es auch einen Friedhof, auf dem "berühmte" Persönlichkeiten der damaligen Zeit bestattet sind. Interessant sind dabei die Grabinschriften: "Here lies Richard Burns, an Englishman by birth, now food for worms!" oder : "Here lies as silent clay Arabella Young, who on the 21st of May began to hold her tongue!"

 

Fr, 27. 008. 1999

Der letzte Tag der Reise ist angebrochen. Heute morgen besuchen wir den Rocky MountainEstes Park NP Estes Park. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr auf dem Weg nach Denver.

Rocky Mountain National Park ist ein enorm großes Gebiet, wo die natürliche Wildnis der Rocky Estes ParkMountains erhalten bleibt. Er erstreckt sich auf 107 000 Hektar mit nur einigen Straßen, keinen Hotels, Motels, Geschäften oder kommerziellen Infrastrukturen. Es gibt dort Hunderte von Kilometern von Wander- und Reitwegen und viele Zeltplätze in der Wildnis. Dieser Park ist ideal für Leute, welche die natürliche Schönheit der Berge ohne kommerzielle Touristenattraktionen zu schätzen wissen. Der Park ist ganzjährig geöffnet. Rocky Mountain National Park liegt etwa 120 km (75 Meilen) nordöstlich von Denver. Der Ort Estes Park befindet sich außerhalb der Grenzen des Parks, an einem See in einem mit Schnee bedeckten Bergen umgebenen Tal. Es ist in gewissen Maßen ein Zufluchtsort für Touristen wegen seiner Lage in der Nähe des Parks.

Wir verlassen am frühen Nachmittag den Park und fahren zurück nach Denver. Hier muß amPfeil nach oben Flughafen der Mietwagen zurückgegeben werden, danach ist das übliche Check-in-Procedere. Es geht zurück über Chicago nach München. Dort kommen wir am Samstag, dem 28.08.1999 in den Morgenstunden an.