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Glacier NP - Idaho - Ketchum

Sa, 14. 08. 1999

Wir stehen um 6.45 Uhr auf, nehmen im Holiday Inn ein "farmer's breakfast" ein und begeben uns anschließend auf den Weg zum Glacier NP. Wir haben gutes Wetter, keine Wolke ist am Himmel zu sehen. Zunächst durchfahren wir die weite Prärielandschaft Montanas und durchqueren die Reservation der Blackfeet Indiander. Gegen Mittag erreichen wir East Glacier.

Einen offiziellen Eingang zum Park gibt es hier nicht. An einer Imbißbude erhalten wir eine "Free Map". Wie empfohlen nehmen wir die Route 49 ("Looking Glass") durch den Park bis Babb. Dort biegen wir links ab nach "Many Glaciers". Hier endet auch die Straße und wir finden unser gleichnamiges Hotel.

Das Zimmer dürfen wir bereits um 13.00 Uhr beziehen, was uns gelegen kommt, da somit Zeit für einen ersten Rundgang bleibt. Es gibt einen "Loop" (2,6 Meilen) um den Glacier See. Direkt am Anfang werden wir vor Bären gewarnt. Unsere aus Kanada stammenden "bear bells" haben wir zu Hause gelassen. Aber wir haben Glück und begegnen keinen Bären! Das Abendessen nehmen wir im Hotel ein. Eine andere Möglichkeit gäbe es sowieso nicht. Bei einem Glas Wein am Kaminfeuer ( das brennt ! ) in der großen Eingangshalle lassen wir den Tag ausklingen.

Glacier LakeDer Glacier NP gehört ohne Frage zu einem der schönsten Nationalparks Amerikas, wenn nicht sogar der Welt. Gemeinsam mit dem kanadischen Waterton - Park bildet er den Glacier-Waterton-Friedenspark . Es ist eine Gebirgslandschaft mit dunklen, immergrünen Wäldern und großen, unberührten Seen. Mit dem Auto ist der schönste Teil des Parks über die "Going to the Sun Road", die zum Logan Paß führt, zu erreichen. Die Serpentinenstraße mit dem vielversprechenden Namen verbindet über den Kamm der Berge hinweg die beiden schönsten Täler des Parks miteinander. Sie ist in beiden Richtungen befahrbar, aber nur von Mitte Juni bis Oktober durchgängig geöffnet. Sinnvoll ist es, am frühen Morgen in St. Mary loszufahren, mit der Sonne im Rücken.

 

So, 15. 08. 1999Im Glacier NP

Heute ist Dieter's Geburtstag. Normalerweise hat er immer viel Glück mit dem Wetter. Ein Blick aus dem Hotelfenster belehrt uns eines Besseren: Der Himmel ist dunkel und es sieht nach Regen aus. Wir haben uns die "Going-to-the-Sun"-Straße vorgenommen. Doch Freude kommt nicht auf, denn es fängt an zu regnen und die Aussicht ist gleich Null. Auf dem Logan-Pass sind wir zusätzlich in dichtem Nebel, was das Fahren stark erschwert. Es hat keinen Sinn, wir kehren um, schauen kurz im Visitor Center vorbei und "retten" uns ins Hotel zurück, wo wir am Kaminfeuer eine Tasse Kaffee trinken. In unmittelbarer Nähe unseres Hotels liegt das "Swiftcurrent Motor Inn", wo wir uns am Abend eine Pizza genehmigen. Hoffentlich bessert sich das Wetter morgen!

 

 

Mo, 16. 08. 1999

Das Wetter sieht auch heute morgen nicht wesentlich besser aus. Wir haben wohl offensichtlich zwei Regentage erwischt. Wir entschließen uns, zunächst in den kanadischen Teil des Parks zu fahren. Dieser Teil heißt Waterton Park und liegt in der kanadischen Provinz Alberta. Die GrenzeWelcome to Waterton Welcome to albertaist ca. 26 km von dem Ort Many Glaciers entfernt. Unser Ziel ist Waterton mit dem Prince of Wales Hotel. Es ist das teuerste Hotel im Park und erinnert wegen seiner Lage etwas an den Lake Louise. Das Hotel ist nicht sehr groß. Im hoteleigenen Gift-Shop gibt es Tassen, Teller, Gläser und anderes Porzellan mit dem Konterfei der verstorbenen Lady Di. Ziemlich geschmacklos!

Am Nachmittag kehren wir in die USA zurück und probieren ein zweites Mal, die "Going-to-the-sun"-Straße zu befahren. Doch es ist zwecklos. Nebel, Regen, Aussicht gleich null. Schade! WirPfeil nach oben verlassen den Park und fahren weiter nach Whitefish zum Best Western, unserer nächsten Unterkunft. Nach dem Abendessen bummeln wir durch die kleine, sympathische Westernstadt.

 

Di, 17. 08. 1999

Unsere Hoffnung, den Glacier Park doch noch im Sonnenschein zu sehen, haben wir noch nicht aufgegeben. In Whitefish scheint an diesem Morgen die Sonne, der Himmel ist wolkenlos. Kurzentschlossen fahren wir zurück in den Glacier Park. Je näher wir kommen, desto blauer wird der Goose IslandHimmel. Endlich können wir die "Going-to-the-sun"-Straße bei herrlichem Sonnenschein befahren und schöne Film- und Fotoaufnahmen machen. Wir bleiben bis zum frühen Nachmittag im Park. Dann geht unsere Rundreise weiter Richtung Coeur d'Alene. Wir erleben wieder weite, unendliche Prärielandschaften, schöne Seen, umgeben von hohen Bergen.

Um 18.00 Uhr kommen wir in Coeur d'Alene im Bundesstaat Washington an. Hier ist jetzt Pacific Time! In Wyoming und Montana war Mountain Time.

 

Mi, 18. 08. 1999

Unsere Fahrt geht heute über Moscow - Lewiston - Grangeville nach Riggins. Wir durchfahren riesige Getreideanbaugebiete. Die Weite des Landes fasziniert uns. Die Orte, die wir auf dem HW 95 South durchfahren, sind landwirtschaftlich geprägt. In Moscow gibt es sogar die Idaho-State-University. Gegen 18.00 Uhr kommen wir in Riggins an, einem kleinen, schmutzigen Dorf, das stark unter dem Straßenbau leidet. Das Motel Riggins, unser Quartier, ist akzeptabel.

 

Do, 19. 08. 1999

Heute steht die Etappe Riggins - Ontario im Bundesstaat Oregon auf dem Plan, keine allzu großeHells Canyon Strecke. Kurz hinter dem Ort Council biegen wir ab und folgen dem Schild nach Hell's Canyon. Wir haben Zeit genug und entschließen uns zur Fahrt in den Canyon. Wir sollten es nicht bereuen! Eine wunderschöne, einsame Canyon- und Prärielandschaft erwartet uns. Zweimal wird der Snake-River gestaut. Wir fahren bis zum zweiten Staudamm. Die Aussicht ist überwältigend. Dieser Abstecher ist lohnenswert! Wir lassen uns sehr viel Zeit. Gegen 18.00 Uhr erreichen wir Ontario.

 

Fr, 20. 08. 1999

Heute geht es von Ontario auf dem Interstate HW 84 über Caldwell nach Boise. Dort biegen wir auf den HW 21 ( East Scenic) Richtung Idaho City. Wir fahren durch Wälder, die zum Teil bis 2000 m hoch liegen. In Idaho City ist unser erster Stopp.

Main Street IdahoIdaho City : "Where the Past comes alive!" Um 1860 wurde hier Gold gefunden, die Stadt hatte 6500 Einwohner, davon 5700 Männer. Idaho City war die größte Stadt im Nordwesten. Es gab sogar eine Zeitung, die erste im Bundesstaat Idaho! Das Idaho Hotel war weit und breit die beste Adresse. Die Goldsuche wurde 1942 eingestellt. Seitdem verkommt die Stadt. Heute leben hier nur noch eine Handvoll Aussteiger. Wir bummeln durch die Mainstreet und erfahren im Visitor Center, wo der "Pioneer Cemetry" liegt, den wir anschließend besuchen.

Unsere Fahrt führt uns heute noch über Lowman nach Stanley. Hier beziehen wir gegen 17.00 Uhr eine Blockhütte in der Red Fish Lodge. Sie liegt direkt an einem See. Stanley liegt in der Sawtooth National Recreation Area. Die Sawtooth National Recreation Area ist ein vom ausländischen Tourismus noch weitgehend unentdecktes Outdoor- und Freizeitparadies. Steile, schneebedeckte Berggipfel, kristallklare Gebirgsseen, romantische Flusstäler, unberührte Wälder und Wiesen voller Wildblumen bilden hier eine großartige Naturkulisse für Wanderungen, Erholung und Naturcamping.Pfeil nach oben Beliebteste Freizeitaktivitäten sind Reiten, Kanufahren und Wildwassertouren auf dem Salmon River. Unser Vorhaben für morgen ist eine ganztägige Wanderung zum Marshall Lake in den "Sawtooth Mountains of Central Idaho".

 

Sa, 21. 08. 1999

Wir stehen sehr früh auf, denn ein Blick aus dem Fenster verheißt gutes Wanderwetter. Nach dem Frühstück in der Redfish Lake Lodge besorgen wir uns noch eine Wanderkarte im Visitor CenterMarshall Lake, decken uns im General Store mit Reiseproviant ein und los geht es! Der Weg zum Marshall Lake steigt langsam an, wir wandern über blühende Wiesen und durch Wälder. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Wir genießen Natur pur! Der See liegt auf einer Höhe von 7715 feet, das entspricht 2352 m. Wir sind wandergeübt und sind gegen Mittag am See, wo wir unser mitgebrachtes Picknick verspeisen. Danach geht es wieder zurück. Gegen 17.00 Uhr erreichen wir unsere Blockhütte. Zeit genug zum Duschen und Erfrischen vor dem Abendessen. Es war ein wundervoller Tag!

 

So, 22. 08. 1999

Wir frühstücken wieder in der Red Fish Lake Lodge. Das Wetter ist hervorragend: Sonne, Sonne, blauer Himmel! Wir fahren auf dem HW 75 Richtung Idaho Falls. Der erste Besichtigungspunkt heute ist Ketchum. Hier erkundigen wir uns nach dem Friedhof, auf dem Ernest Hemingway zusammen mit seiner 4. Frau begraben liegt.

HemingwayErnest Hemingway wurde am 21. Juli 1899 in Oak Park / Illinois geboren. ImHemingway Grab 1. Weltkrieg meldete er sich freiwillig als Sanitätsfahrer beim Roten Kreuz in Italien. Später wechselte er zur Infanterie und wurde schwer verwundet, eine Erfahrung, die sich -ebenso wie der Selbstmord seines Vaters - in seinen Arbeiten nachhaltig niederschlug (A Farewell to Arms). Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Journalist beim Toronto Star, später ließ er sich in Paris nieder. Im 2. Weltkrieg nahm er an zahlreichen Schlachten teil. Eine eindrucksvolle Parabel auf menschliche Unterdrückung im Faschismus gelang ihm mit seinem umfangreichsten Roman "To whom the bell rings" - "Wem die Stunde schlägt". 1954 wurde Hemingway der Nobelpreis für Literatur zuerkannt. Am Ende seines Lebens wurde er vom Verfall seiner körperlichen Kräfte aufgezehrt. Am 2. Juli 1961 erschoss er sich in Ketchum.

Unser nächstes Ziel auf dem Weg nach Idaho Falls ist das "Craters of the Moon National Craters of the moonMonument". Entstanden ist diese bizarre, schwarze Lavalandschaft rund um den Ort Arco im Südosten des Landes durch mehrere Vulkanausbrüche vor Tausenden vor Jahren. Erst 1920 wurde das abweisende und scheinbar “unbrauchbare“ Gebiet, an dessen Besiedelung weder Indianer noch Weiße Interesse hatten, von Robert Limbert und W. L. Cole erforscht. Die Ergebnisse ihrer Forschungen führten dazu, dass die Fläche 1924 unter Schutz gestellt wurde. Eine beim Visitor Center beginnende Rundstrecke (Loop Road, 7 Meilen ) führt voll hinein in die erstarrten Lavaströme. Man kann das Gebiet auf eigene Faust erkunden. Eine Taschenlampe für die zahlreichen Lavahöhlen ist dabei durchaus sinnvoll.

MormonentempelAm späten Nachmittag erreichen wir Idaho Falls, wo wir im Best Western Driftwood eine Reservierung haben. Das Motel liegt direkt am Snake River mit Blick auf die Mormonen Kathedrale.

Idaho Falls im Bundesstaat Idaho ist Zentrum einer Region, in der die Landwirtschaft den Hauptwirtschaftszweig darstellt. So werden durch Bewässerung Kartoffeln, Futterpflanzen und Getreide angebaut. Die wichtigsten Industriezweige der Stadt sind die Lebensmittelverarbeitung undPfeil nach oben die Herstellung von Baustoffen. Sehenswert ist der Mormonentempel. Er wurde 1945 eröffnet. Die ursprüngliche Siedlung geht auf die sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Ihren heutigen Namen bekam die Stadt 1891. Heute zählt die Stadt etwa 45 000 Einwohner.