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Shell Creek Ranch-Yellowstone NP

Fr, 06. 08. 1999

Heute verlassen wir den Custer State Park und das Gebiet der Black Hills. Zunächst geht es auf der US 16 bis Moorcroft, dann wechseln wir auf den Interstate HW 90, den wir erst wieder in Ranchester verlassen. Auf der Fahrt zur Shell Creek Ranch machen wir kurz hinter Moorcroft einen Abstecher zum Devils Tower Monument. Der Devils Tower ist ein ehemaliger Vulkanschlot, dessen Magma zu hartem Basalt erstarrte. Während der relativ weiche Boden um den Devils Tower im Laufe der Jahrtausende von der Erosion abgetragen wurde, blieb der Kern des ehemaligen Vulkans in Form der Basaltsäulen zurück. Heute ragt der Devils Tower 450m aus seiner Umgebung empor. Bei einigen Indianerstämmen hat der Devils Tower religiöse Bedeutung.

Bei Ranchester biegen wir vom Interstate HW 90 ab und fahren über einen CowboybettPass in die Canyonlandschaft der Big Horn Mountains. Es ist eine sehr eindrucksvolle Landschaft. In Shell Creek Valley am Fuße der Big Horn Mountains suchen wir nach der Shell Creek Guest Ranch. Wir sind nicht auf Anhieb erfolgreich, doch eine Nachfrage bei "Dirty Ann's" in Shell Creek Valley läßt uns den richtigen Weg finden. Die Besitzerin, eine Asiatin namens Keiko, die mit dem Amerikaner Bruce verheiratet ist, nimmt uns in Empfang und teilt uns gleich mit, dass wir für eine Nacht ausquartiert werden müssen, da ein Ehepaar nicht rechtzeitig ausziehen konnte - der Mann hatte sich am Fluß den Fuß gebrochen und mußte in Cody operiert werden. Enttäuscht sind wir schon etwas, aber im vorliegenden Fall ist das einsehbar. Wohnzimmer RanchKeiko begleitet uns zur Nachbarranch "Red Bluff Ranch". Wir sind mehr als überrascht. Wir werden hier sehr freundlich und warmherzig empfangen. Dann zeigt uns die neue Gastgeberin ihr Haus und unser Zimmer. Einen solchen Luxus hätten wir nicht erwartet, auch wenn man über Geschmack streiten kann. Das uns zugedachte Bett ist ein riesengroßes Cowboybett mit Baldachin, das Luxusbad läßt keine Wünsche offen. Eigentlich könnten wir hier alle drei Nächte zubringen!

Das gemeinsame Abendessen ("All meals are included!") nehmen wir auf der Shell Creek Ranch ein und treffen dort die weiteren Gäste. Nach etwas "small talk" in angenehmer Atmosphäre kehren wir zur Red Bluff Ranch zurück und schlafen alsbald tief und fest in dem riesengroßen Cowboybett.

 

Sa, 07. 08. 1999

Heute steht nach dem Frühstück "Reiten" auf dem Programm. Bruce rät uns, zuerst 2-3 StundenDieter hoch zu Ross zu reiten versuchen, ehe wir dann morgen eine größere Tour unternehmen. Die Pferde sind geduldig und offensichtlich an unerfahrene Möchte-Gern-Cowboys gewöhnt. Nach einer halben Stunde Training auf dem Gelände der Ranch geht es in Begleitung eines erfahrenen Ranchers auf eine kleine Reittour. Wir verlassen die Ranch und kommen alsbald in eine einzigartige Prärie- und Canyonlandschaft! Einsam und überwältigend zugleich. Einfach traumhaft schön. Zum Mittagessen sind wir Shell Creek Fallsdann wieder zurück. Wenn nun der Leser meint, ein gewisses Körperteil würde jetzt besonders weh tun, so sei gesagt, dass das weniger der Fall ist. Was weh tut, sind die Knie!!

Für unser Nachmittagsprogramm stehen die Shell Creek Falls auf dem Programm. Sie sind der dröhnende Puls der majestätischen Big Horn Mountains. Vor 60 Millionen Jahren schob sich die Erdmasse, die heute das Big Horn Gebirge darstellt, nach oben, während sich die auf beiden Seiten gelegenen Talbecken senkten. Der höchste Gipfel des Gebirges ist der Cloud Peak (Wolkengipfel), der eine beträchtliche Höhe von 4060 m aufweist! Der Shell Canyon wurde über Millionen Jahre hinweg durch die Erosion, die der Shell Creek (Muschelfluss) verursachte, geformt. Der Fluss schnitt eine tiefe Spalte in den 3 Millionen Jahre alten Granit. Das Wasser der Shell Creek Falls, das sich mit ca. 14 000 Litern pro Sekunde ergießt, folgt der Bruchlinie.

 

So, 08. 08. 1999

Heute sind wir für eine ganztägige "horse-riding" -Tour angemeldet. Wir sind also ganz mutig!Hoch zu Ross Man verspricht uns eine "leichte" Tour in die Berge in den Shell Creek Canyon. Zuerst schauen wir zu, wie die Pferde ( 9 Pferde für 7 Besucher und zwei Cowboys) gesattelt und anschließend in einen Anhänger "verfrachtet" werden. Die Tiere sind das gewohnt und verhalten sich ruhig. PferderastNach halbstündiger Fahrt - wir, die Besucher, fahren in einem separaten Wagen mit - wird alles entladen und los geht der Tripp, zunächst bergauf durch Prärie und Wälder und über kleine Bäche. Nach 2,5 stündigem Tripp - gegen 12.30 Uhr - erreichen wir unseren Rastplatz. Es steht "a long break" an. Die beiden Cowboys verteilen Lunchpakete und Trinkwasser. Die Pferde erholen sich an einem kleinen Bach. Nach 2 Stunden geht es denselben Weg zurück. Dieses Mal etwas schneller, denn wir sind jaPfeil nach oben schon an das Reiten gewöhnt. Die Pferde kommen öfters ins Traben, lassen sich aber problemlos führen. Gegen 5 Uhr sind wir auf der Ranch zurück. Ein tolles Erlebnis! Mit einem grandiosen gemeinsamen Abendessen geht der schöne Tag zu Ende.

 

Mo, 09. 08. 1999

Wir beenden heute unseren Aufenthalt auf der Shell Creek Ranch und fahren auf dem HW 14Buffalo Bill weiter Richtung Yellowstone NP. Vorher kommen wir durch Cody. Dieses Städtchen ist benannt nach William Frederick Cody ( 1846 - 1917 ), besser bekannt unter dem Namen Buffalo Bill. Er war amerikanischer Kundschafter, Offizier und Schausteller. 1860, im Alter von 14 Jahren wurde Buffalo Bill Reiter für den neu gegründeten Pony-Express. Bei Ausbruch des Amerikanischen Bürgerkriegs 1861 diente Cody in der Armee der Nordstaaten als Kundschafter und Führer. Nach Kriegsende 1865 arbeitete er drei Jahre lang für die Kansas Pacific Railroad als Fleischlieferant. Seine Behauptung, er habe für die Fleischversorgung der Streckenarbeiter in weniger als 18 Monaten über 4000 Büffel getötet, brachte ihm den Spitznamen "Buffalo Bill" ein. Von 1868 - 1872 war Buffalo Bill in den Indianerkriegen erneut Kundschafter der US-Armee und im Sioux-Krieg Kavallerieoffizier.

BisonAuszug aus einer Gedenktafel vor dem Buffalo Bill Historical Center: " The west is a land of symbols: the cowboy, the warrior of the plains, the horse and the six-shooter. But perhaps no more reprensentative symbol of the west exists than the American bison, commonly known as the buffalo." Gegen 16.00 Uhr kommen wir am "East Entrance" des Yellowstone NP an. Wir haben eine Reservierung im Grand Village. Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im General Store und beziehen gegen 17.00 Uhr unser Zimmer in Lodge C. Den Abend lassen wir mit einem Essen im Grand Village Dining Room ausklingen.

 

Di, 10. 08. 1999

Zwei volle Tage sind für den Besuch des Nationalparks vorgesehen. Wir waren zuletzt 1975 hier.Yellowstone NP Der Yellowstone NP ist der größte und älteste amerikanische Nationalpark im Nordwesten des Bundesstaates Wyoming. Er erstreckt Olfd Faithful Innsich bis in den Südwesten von Montana und den Osten von Idaho. Im Jahre 1872 wurde er eingerichtet und umfasst eine Fläche von knapp 9000 km². Er liegt mitten in den Rocky Mountains. Sein Zentrum bildet ein breites Plateau, das eine gewaltige Caldera darstellt. Es liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 2440 m und ist von hochaufragenden, zerklüfteten Bergketten umrahmt. Der Yellowstone River durchschneidet den Park von Süden nach Norden, mündet in den Yellowstone Lake und druchfließt dann den berühmten Grand Canyon des Yellowstone River. Er bildet zwei spektakuläre Wasserfälle, die aus 35 und 95 m Höhe in den Canyon stürzen. Die gelben Wände des Canyon erheben sich bis 335 m Höhe über dem Fluss.

Der erste Besichtigungspunkt ist der Old Faithful, der wohl bekannteste und auch berühmtesteOld Faithful Geysir des Parks. Berühmt ist er nicht wegen seiner gewaltigen Fontänen, denn diesbezüglich haben andere mehr zu bieten. Nein, seine Beliebtheit - und seinen Namen "Der alte Getreue" - verdankt der Old Faithful den recht kurzen Intervallen zwischen seinen Ausbrüchen: Ziemlich genau alle 60 Minuten schießt er eine beträchtliche Menge heißen Wassers gen Himmel. Auf der „Geysir-Tour“ zwischen Old Faithful und der Madison Junction nördlich davon kann man einen kompletten Tag verbringen und viele Kilometer zu Fuß zurück legen. Das empfiehlt sich in jedem Fall besonders im "Upper Geysir Basin" um den Old Faithul herum. Hier befindet sich das ausgedehnteste Feld thermaler Pools und regelmäßig ausbrechender Heißwassergeysire.

Der Fountain Paint Pot ist wohl das berühmteste Schlammloch des Parks. Hier passiert uns leider ein Mißgeschick. Bei unserer Spiegelreflexkamera läßt sich die Linse nicht mehr öffnen. Das bedeutet: Man kann nicht mehr fotografieren. Da ist guter Rat teuer. Wir entschließen uns, zurück nach Old Faithful zu fahren und im dortigen Fotogeschäft die Kamera untersuchen zu lassen. Leider konntPfeil nach oben e der Schaden nicht behoben werden. Wir mussten eine einfachere, neue Kamera kaufen. Auf der Rückfahrt versäumen wir nicht, den Firehole Lake Drive zu fahren, um den White Dome Geysir zu bestaunen.

 

Mi, 11. 08. 1999

Ein weiteres Highlight im Yellowstone Nationalpark sind natürlich die Mammoth Hot Springs amMammot Hot Springs nördlichen Ausgang des Parkes. Heißes Quellwasser wird hier auf dem Weg zur Oberfläche mit Kalziumkarbonat angereichert, das sich bei seinem Austritt an die Oberfläche ablagert und auf diese Weise pittoreske Terrassen bildet. Eine Loop Road umrundet die Upper Terrace Area .

The Grand Canyon of the YellowstoneNamensgeber des Parks ist wie schon oben erwähnt der vom Yellowstone River ausgewaschene Grand Canyon of the Yellowstone . Besten Blick auf den Canyon hat man vom Inspiration Point . Über zwei Fallstufen, die Upper und Lower Falls stürzt das Wasser einige hundert Meter in die Tiefe. Der Canyon ist zwischen 250 m und 400 m tief, seine Breite misst zwischen 500 m und 1.300 m. Er erstreckt sich auf ungefähr 32 km Länge zwischen der Ortschaft Tower-Roosevelt und einem Punkt südlich von Canyon Village. Typisch sind die gelben, orangen bis roten Färbungen des Gesteines zu beiden Seiten des Flusses. Sie rühren von geothermisch verfärbtem Eisenvorkommen im Gestein her.

 

Do, 12. 08. und Fr, 13. 08. 1999

Heute verlassen wir den Yellowstone Park. Vorher sehen wir uns noch das Norris Geysir Basin an mit dem größten Geysir der Welt: dem Steamboat Geysir. Das Norris Geyser Basin ist das heißeste und das sich am meisten verändernde Gebiet des Yellowstone National Parks. Hier wurde die höchste Temperatur für ein geothermales Gebiet von 273°C in einer Tiefe von nur 326 Metern gemessen. Die letzte große Eruption des Steamboat Geysir war am 2. Oktober 1991.

World Museum of MiningUnsere nächste Station heißt Butte, Montana. Reichtum und Armut, Tod und Macht - das waren die Kennzeichen dieser Stadt. 1850 wurde die Flußsenke mit einem grossen Reichtum an Gold entdeckt. Goldsucher strömten in das Tal und 1851 hatte "Butte City" bereits mehrere 1000 Einwohner. Der Goldrausch dauerte nicht lang, dann wurde Butte eine "Ghost Town". Aber 1872 wurde Silber entdeckt und ButteEhemalige Lore boomte wieder. Durch das Kupfer wurde Butte Hill zum "reichsten Hügel der Welt". Es wird geschätzt, dass täglich ca. 140.000 Tonnen Erz und Gestein bewegt wurden. Pro Stunde wurden fast 2.000 Tonnen Erz über Förderbänder an die Erzschmelze transportiert. 1963 entschlossen sich die Einwohner von Butte, ein Museum zu bauen, "to preserve the city historic mining tradition". Das "Copper King Mansion" ist eine 34-Zimmer-Villa des einstigen Kupferkönigs Clark. Die Villa wurde 1884-1888 gebaut und kostete damals bereits die stolze Summe von 260 000 US $. Allerdings verdiente Clark, der Erbauer und "Butte's first, last and wealthiest Copper King,Pfeil nach oben from a common man to one of the hundred men who owned America" damals auch ca. 17 Millionen US $ pro Monat!!

Für die heutige Übernachtung ist das Holiday Inn in Great Falls am Interstate HW 15 vorgesehen. Von hier aus wollen wir morgen früh zum Glacier NP fahren.