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In die prächtige Kaiserstadt Nara


Di, 06. April 2010

"Genier Dich nicht, Dir Deine Fehler abzugewöhnen!"

(Spruch des Tages)

"Sayonara!" - "Auf Wiedersehen!" (nur für lange Abschiede)

"Ja mata!" - "Tschüss!"

(Vokabeln des Tages)

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Beim Morgengebet der Mönche
Beim Morgengebet der Mönche in Koya-san
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In den Klosterpensionen wird allgemein erwartet, dass die Gäste früh am Morgen vor Sonnenaufgang am buddhistischen Ritual teilnehmen. Das ist eine eindrucksvolle und unvergessliche Erfahrung. Wir werden also um 5.30 Uhr geweckt und gehen mit den Mönchen zum Morgengebet und anschließend zur Feuerzeremonie. Bei diesen Zeremonien werden buddhistische Schriften gelesen und Kobo-daishis Hilfe erbeten. Bei der Feuerzeremonie sollen wir den Atem Buddhas einatmen: "Take the breath of Buddha!". Fotografieren (ohne Blitzlicht) ist erlaubt! Um 7.30 Uhr ist ein vegetarisches Frühstück vorbereitet, welches von den Mönchen serviert wird. Danach endet unser Aufenthalt im Kloster in Koya-san. Bevor wir nach Nara weiterfahren, machen wir noch einen kurzen Fotostopp am "Zentrum des Lernens" der Shingonschule in Koya-san.

Horyu-Tempel
Horyu-Tempelanlage
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Wir fahren mit dem Bus wieder den Mönchsberg hinunter nach Nara. Auf dem Programm steht als erstes die Besichtigung der ältesten weitgehend erhaltenen Tempelanlage Japans, des Horyu-Tempels, des Tempels des erhabenen Gesetzes, ein UNESCO-Kulturdenkmal. Der Tempel steht in Ikaruga im Landkreis Ikoma in der japanischen Präfektur Nara. Die Tempelanlage besteht aus dem Westlichen Bezirk, in dessen Mitte sich die Fünfstöckige Pagode und die Haupthalle befinden, und dem Östlichen Bezirk mit der Halle der Visionen. Auf einer Fläche von über 180.000 m² gibt es viele unersetzliche Kunstschätze, die Jahrhunderte überspannen und das Wesen der japanischen Geschichte seit dem 7. Jahrhundert in sich tragen. Die Entstehungsgeschichte des Tempels kann aus historischen Schriften aus dem Jahre 747 erkundet werden. Demzufolge legte der damalige Kaiser Yomei das Gelübde ab, als Dank für seine Genesung einen Tempel und ein Buddhastandbild zu errichten - ein Gelübde, das er nicht mehr einhalten konnte, denn er starb kurz darauf. Kaiserin Suiko und Kronprinz Shotoku konnten den letzten Wunsch des Kaisers erfüllen und 607 n. Chr. einen Tempel und eine Buddhastatue, der der Tempel geweiht wurde, errichten. Die Buddhastatue war ein Yakushi Nyorai, was übersetzt "Ankunft als Heiler" bedeutet. Der Tempel wurde "Tempel des erhabenen Gesetzes des Buddhismus" genannt.

Wir betreten die Anlage durch das Südliche Haupttor, Nandaimon. Der einstöckige Bau wurde im Jahre 1438 erneuert. Der Weg führt geradeaus auf das Mittlere Tor - Chumon - des Westlichen Bezirks zu und es kommen so nach und nach die ältesten Teile des Tempels in Sicht: Teile der Umfassungsmauer sowie die fünfstöckige Pagode und die Goldene Halle, die das Allerheiligste enthält.

Pagode Horyu-Tempel
Pagode am Horyu-Tempel
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Viele größere Tempel besitzen eine Pagode. Zur Zeit der Gründung des Horyu-Tempels galten Pagoden als die wichtigsten Tempelbauten und waren Aufbewahrungsort des "honzon", des Hauptheiligtums. Pagoden leiten sich von den indischen Stupa ab. Stupas sind Grabmäler des Buddha und beherbergen seine Reliquien. Auch viele japanische Tempel geben an, in ihren Pagoden Reliquien des Buddha aufzubewahren. Die fünfstöckige Pagode dieser Tempelanlage hat wieder - ähnlich wie in Nikko - in der Mitte einen Zypressenstamm, an dem die 5 Dächer aufgehängt sind. Die Stockwerke symbolisieren auch hier die 5 Elemente Erde, Wasser,nach oben Feuer, Wind und Himmel. Außen an der Pagode sind in allen 4 Himmelsrichtungen Reliefs eingelassen, die Szenen aus dem Leben Buddhas zeigen.

Das Hauptheiligtum des Horyu-ji ist eine sogenannte Shaka-Trinität aus der Asuka-Zeit: der historische Buddha als Zentrum - die rechte Hand ist zur begrüßenden Geste erhoben, die linke mit den beiden nach unten weisenden Fingern zeigt die Mudra der Wunscherfüllung - daneben sind Begleitfiguren, die Bodhisattvas darstellen, also Wesen, die andere Wesen unterweisen und erlösen; einer davon ist der Medizin-Buddha. Diese Dreiergruppe wird von zwei weiteren Statuen flankiert: von einer Bronzestatue aus der Kamakura-Zeit, die einen sitzenden Buddha des Reinen Landes darstellt, und von einem sitzenden Buddha der Heilung. Diese Statuen werden von einer Gruppe von vier himmlischen Wächtern geschützt, die die älteste Gruppe dieser Art in Japan darstellt. Die Wächter sind aus Holz geschnitzt und stehen auf besiegten bösen Geistern. In der Halle darf nicht fotografiert werden!

Halle der Visionen
Halle der Visionen, Horyu-Tempelanlage
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Das Herz des Östlichen Bezirks ist die Halle der Visionen oder auch Traumhalle genannt. Es ist ein achteckiger Pavillon, der zur Erinnerung an Prinz Shōtoku erbaut wurde. Hier wird eine lebensgroße Statue von Prinz Shotoku aufbewahrt, die sogenannte Kuse-Kannon aus der Asuka-Zeit. Sie befindet sich in einem Schrein und ist deshalb bis zum heutigen Tag in einem perfekten Zustand. Sogar die ursprüngliche Vergoldung ist erhalten geblieben. Natürlich darf das Innere wieder nicht fotografiert werden!

Nach der Besichtigung der Tempelanlage haben wir eine 1 1/2 stündige Mittagspause. Um 15.00 Uhr sind wir dann an der Todai-Tempelanlage in Nara.

Nara war von 710 bis 784 die Hauptstadt Japans. Aus dieser Zeit stammen die meisten der großen Tempelanlagen. Zwar verlor die Stadt nach der Verlegung der Hauptstadt nach Kyoto an Bedeutung, die buddhistischen Tempel und Shinto-Schreine jedoch bauten ihre Macht schrittweise aus und überstanden bis heute.

Eingang zur Todai-Tempelanlage Nara
Eingang zur Todai-Tempelanlage in Nara
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Beim Betreten der Todai-Tempelanlage im Nara-Park begrüßen uns jede Menge Hirsche. Sie werden als Götterboten angesehen und gelten als heilig. Wenn man sie füttert, können sie sehr lästig werden.

Das 25 m hohe südliche Eingangstor - Nandaimon - aus dem 13. Jahrhundert ist das älteste noch erhaltene Tor der Anlage. An den Seiten stehen zwei 8 m hohe Wächterfiguren.

Der Todai-Tempel ist eine Rekonstruktion eines Tempels aus dem 8. Jahrhundert und wurde im 17. Jahrhundert fertiggestellt. Er ist mit 57m Länge, 51m Breite und 49mnach oben Höhe das größte Holzgebäude der Welt. Am Eingang steht eine Binzuru-Figur, eine von 16 Schülern Buddhas. Sie soll Krankheiten heilen, wenn man sie mit der einen Hand berührt und gleichzeitig mit der anderen Hand den erkrankten Körperteil berührt.

Grosser Buddha im Todai-Tempel
Grosser Buddha im Todai-Tempel in Nara
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Hauptattraktion des Tempels ist die Halle des Großen Buddhas, des Ur-Buddhas, des Daibutsu. Die Buddhastatue aus dem 8. Jahrhundert ist mit 17m Höhe die größte Bronzestatue Japans. Für den Guss der ganzen Figur wurden 437t Bronze, 130kg Gold, 75kg Quecksilber und 7t Wachs verwendet. Das Bronzepodest hat die Form einer Lotosblume mit 56 Blättern. Die vergoldete hölzerne Aura mit den 16 Buddha Inkarnationen wurde im 17. Jahrhundert angefügt. Die rechte Hand des Buddha verheißt Frieden, die linke die Erfüllung der Wünsche. Neben dem Buddha stehen die Gottheit der Weisheit und die des Glücks. Es gibt noch viele weitere Figuren in der Halle, die Gottheiten und Wächter darstellen, so die Standbilder von zwei der vier Himmelswächter: links Komokuten, der Herrscher über den Westen. Er zertritt einen Dämon, der symbolisch für alles steht, was den buddhistischen Glauben behindert, rechts steht Tamonten - der Wächter des Ostens -in ähnlicher Pose. Einmal im Jahr wird bei einem großen Fest im Oktober das Fenster der Halle geöffnet, so dass man von außen den großen Buddha durch das Fenster sehen kann.

An der Rückseite des Buddha gibt es eine Holzsäule mit kleinem Durchlass. Wer sich durch die Öffnung zwängen kann, findet angeblich Erleuchtung.

Laternen am Kasugaschrein in Nara
Laternen am Kasuga-Schrein in Nara
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Der weitere Weg führt uns durch den Nara-Park bis zum Kasuga-Schrein. Dieser Schrein, der ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört, wurde von der Familie Fujiwara um 710 n. Chr. gegründet. Es ist wieder ein Schrein, der wie der Ise-Schrein alle 20 Jahre neu aufgebaut wurde. Seit 1863 beschränkt sich die Erneuerung auf die Dächer. Im Schrein werden vier Götter verehrt, und zwar die Schutzgötter der Adelsfamilie Fujiwara. Das Besondere am Schrein sind die Laternen. Insgesamt sind 3000 Laternen im Gelände, das sind Spenden der Anhänger der Adelsfamilie. Auf der Rückseite der Laternen stehen die Namen der Spender. Zu Festen im März und August werden die Laternen angezündet.

Damit endet auch unser Besuch in der alten Kaiserstadt Nara. Es steht noch eine Busfahrt an zum 150km entfernten Kyoto, wo wir gegen 19.00 Uhr eintreffen. Unser heutiges Hotel ist das luxuriöse 5-Sterne Hotel Granvia im Kyoter Hauptbahnhof. Unsere Koffer stehen bereits im Zimmer. Bei einem kleinen Rundgang durch den hochmodernen Bahnhof werden uns zahlreiche Restaurants gezeigt, in denen man sein Abendessen einnehmen kann. Danach ist sich jeder selber überlassen. Wir sind ob der vielen Eindrücke doch ziemlich erschöpft und begnügen uns mit einer Pizza in einernach oben Einkaufspassage in der Nähe des Hotels. Danach sind wir froh, wieder im Hotel zu sein, um unsere Sachen zu sortieren, die Erlebnisse noch ein wenig schriftlich festzuhalten und alle Fotos schon einmal zu sichern. Wir werden vier Nächte in diesem Hotel bleiben.