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In den Ise-Shima-Nationalpark zum Ise-Schrein

So, 04. April 2010

"Ein junger Baum kann leicht gebogen werden." -"Tameru nara wakagi no uchi."

(Spruch des Tages)


Heute ist Ostersonntag! In Japan merkt man wenig davon. Wir stehen um 5.20 Uhr auf, um 6.30 Uhr ist Frühstück und um 7.40 Uhr treffen wir uns in der Hotellobby. Unser großes Gepäck wird hier abgeholt und per Spedition nach Kyoto gebracht. Erst dort werden wir es wieder im Zimmer vorfinden. Heute steht nämlich eine Zugfahrt auf dem Programm und da darf kein großes Gepäck mitgenommen werden, ebenso nicht im Kloster Koya-san! Das Handgepäck muss also für 2 Tage reichen. - Wie immer, sind alle Teilnehmer pünktlich. Wir gehen zu Fuß zum Bahnhof, er ist nur wenige Minuten vom Hotel entfernt. Von Takayama geht es um 8.00 Uhr mit dem Zug nach Nagoya. Dort haben wir ca. 30 Minuten Aufenthalt und können im Bahnhof eine Kleinigkeit zum Mittagessen kaufen. Dann geht es weiter per Zug nach Uji Yamada. Hier steigen wir in Taxis um - immer in Vierergruppen, Michiko gibt jeder Gruppe Geld zum Bezahlen des Taxis - und fahren zum Ise-Schrein im Ise-Shima-Nationalpark.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Torii Iseschrein
Torii am Eingang zum Ise-Schrein
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Der Ise-Schrein ist das höchste Heiligtum für Shintoisten. Jeder Japaner sollte wenigstens einmal im Leben hierher kommen. Ise besteht aus einer weitläufigen Gebäudeanlage mit zwei Hauptschreinen, dem Inneren Schrein und dem etwa sechs Kilometer davon entfernten Äußeren Schrein sowie 125 Nebenschreinen. Wir besuchen den Inneren Schrein. Er soll vor etwa 2.000 Jahren zum ersten Mal errichtet worden sein. Seine Haupt-Gottheit ist Amaterasu, die Sonnengöttin. Sie ist die höchste weibliche Gottheit und zentrale Figur des Shinto-Glaubens. Sie wird im allgemeinen mit der Sonne identifiziert und gilt gleichzeitig als Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses. Die Göttin wird durch einen Spiegel symbolisiert, der im Inneren Schrein aufbewahrt wird. Die genaue Form dieses Spiegels ist unbekannt, nur der Tenno bekommt ihn zu Gesicht. Auch darf niemand das Hauptgebäude betreten, was im Übrigen auch für die meisten anderen Schreine gilt. Der zweite Hauptschrein ist der Äußere Schrein, der der Göttin für Nahrung, Kleidung und Wohnung geweiht ist. Ihre Funktion besteht darin, Amaterasu mit Nahrung zu versorgen.

Für Interessierte ist hier hier (klick) die Legende von der Sonnengöttin Amaterasu. Natürlich gibt es noch andere Versionen!

Der Ise-Schrein liegt in einem hügeligen Gebiet von etwa 5.500 Hektar Fläche, die fast ausnahmslos mit Bäumen bewachsen ist. 3.500 Hektar davon sind 1926 mit Scheinzypressen bepflanzt worden, die den Holzbestand bilden, mit dem alle 20 Jahre der rituelle komplette Neubau aller Bauwerke im Ise-Schrein bestritten wird. Der jetzige Bau stammt von 1993, der nächste Neubau , der 62. in der Geschichte, steht somit im Jahr 2013 an. Vom Neubau sehen wir außer einem wirklich kleinen Blick auf die Dachkonstruktion nichts. Der Neubau betrifft sämtliche religiösen Gebäude beider Schreinanlagen inkl. Haupthallen und diverser Zweigschreine, ist also ein sehr aufwendiges Unternehmen. Was dabei exakt erhalten bleibt, sind Baustil und Bauart der Gebäude. Auch von der traditionellen Zimmermannskunst darf auf keinen Fall abgewichen werden.

Fluß Isuzu
Der Fluß Isuzu im Ise-Shima-Nationalpark
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Die Schreinanlage betritt man über die Uji-Brücke, die über den Fluss Isuzu führt. Auch diese Brücke wird alle 20 Jahre aus dem Holz der japanischen Zypresse neu aufgebaut. Der Fluss gilt als heilig und die Pilger, die über ihn das Heiligtum betreten, werden in Herz und Geist gereinigt.

Jährlich besuchen sechs Millionen Menschen den Ise-Schrein. Mitglieder des japanischen Kaiserhauses statten dem Schrein regelmäßige Besuche zu wichtigen Ereignissen im Leben der Kaiserlichen Familie ab.

Wir bleiben bis 16.00 Uhr im Ise-Shima-Nationalpark. Dann geht es wieder per Taxi zum Bahnhof nach oben und von dort mit dem Zug nach Kashikojima. Ein hoteleigener Bus bringt uns vom Bahnhof zum Hotel. Hier erwartet uns als Überraschung abends ein stilvolles französisches Essen im hoteleigenen Restaurant "La Mer". Das Essen wurde von Studiosus spendiert.