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Fuji und Sushi

Fr, 02. April 2010

"Wenn man lange genug wartet, wird schönes Wetter!"

(Spruch des Tages)

"dozo" - "Bitte" (im Sinne von "please")

"do itashimashite" - "you are welcome!"

"biru kudasai" - Bitte ein Bier!

(Vokabeln des Tages)

Um uns auf den Spruch des Tages zu beziehen, so hätten wir einen weiteren Tag in Hakone verbringen müssen, um den Fuji, den heiligen Berg in seiner vollen Schönheit sehen zu können! Es war uns leider nicht vergönnt, denn bis zum Mittag war keine wesentliche Wetterbesserung in Sicht. Auch die Fahrt auf dem Ashisee, die nach dem Frühstück beginnen soll, muss wegen des schlechten Wetters ausfallen. Das ist sehr schade!

Auf der Busfahrt zum Fuji Visitor Center erfahren wir noch Wissenswertes über Hakone, von dem wir wegen des schlechten Wetters fast nichts gesehen haben. Hakone ist einer der beliebtesten Ferienorte von ganz Japan. Es liegt in einem alten Krater an der südlichen Spitze des Ashisees. In der Edo-Zeit war es die wichtigste Kontrollstation auf der Tokaido-Straße, die von Kyoto nach Edo führte.(Als Edo-Zeit wird der Abschnitt der japanischen Geschichte von 1603 bis 1868 bezeichnet, in dem die Tokugawa-Shogune herrschten, benannt nach dem damaligen Namen der Hauptstadt, Edo, dem heutigen Tokyo.)

Unmittelbar in der Nähe unseres gestrigen Hotels wurde 1965 ein Wachhaus rekonstruiert, das 1619 hier erbaut wurde. Es soll an die Zeit erinnern, als hier noch streng darauf geachtet wurde, dass keine Waffen nach Edo eingeführt wurden oder niemand unerlaubt das Land verließ.

Der Ashisee ist ein Kratersee, er ist 40 m tief und friert im Winter nie zu. Auf der Fahrt zum Fuji Visitor Center in Gotemba kommen wir an auffallend vielen kleinen Häusern vorbei. Das sind Häuser, die von diversen Firmen aus Tokyo oder Kyoto gemietet sind oder gekauft wurden. Die Firmen bietennach oben ihren Angestellten und deren Familien jeweils ein paar Tage Urlaub pro Jahr in diesen Häusern an. Das Besondere: Jedes dieser Häuser hat heiße Quellen! Die Urlauber genießen also das heiße Wasser! Urlaub auf japanische Art!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Fujisan
Fujisan - wie wir ihn bei schlechtem Wetter sahen
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Und nun zum Fuji! Die Japaner nennen ihn "Fuji" oder ehrfurchtsvoll "Fujisan" - "san" wird im japanischen als ehrfurchtsvolle Anrede gebraucht! In der Sprache der Ainu, der Ureinwohner Japans, ist "Fuji" die Bezeichnung für Feuer. Somit ist der "Fuji" der Feuerberg! Die oft gehörte Bezeichnung "Fudschiyama" beruht auf einer falschen Lesung des Zeichens für "Berg" durch portugiesische Missionare im 16. Jahrhundert.

Der Fuji ist ein Vulkan und mit 3776 m der höchste Berg Japans. Er befindet sich genau in der Berührungszone der Eurasischen, der Pazifischen und der Philippinenplatte und ist ein Stratovulkan, ein Schichtvulkan. Er wird als aktiv mit geringem Ausbruchsrisiko eingestuft, zuletzt brach er 1707 aus.

Kirschblueten
Kirschblüten vor dem Fuji-Visitor-Center
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Im Visitor Center sehen wir einen Film über die Entstehung des Fuji und seine Geschichte, darüber hinaus riesige Poster mit dem Bild zu Fuji zu allen Jahreszeiten. Uns ist es nicht vergönnt, die schneebedeckte Spitze des Fuji zu sehen, obwohl wir bis 14.00 Uhr warten. Es klart zwar immer etwas mehr auf, aber die Zeit reicht dann doch nicht mehr zum längeren Verweilen! So ist das rechts gezeigte Bild von einem Poster im Visitor Center abfotografiert! Vor dem Visitor Center standen zumindest die Kirschbäume in voller Blüte!

Unsere Fahrt geht um 14.00 Uhr weiter zum wunderschön gelegenen Suwasee, wo wir wie die Japaner wohnen und essen.

Ryokan
Zimmer im Ryokan
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Unser Hotel ist ein Ryokan, ein traditionell eingerichtetes japanisches Gästehaus, heute die teuerste Übernachtungsmöglichkeit, da das exklusive Essen immer mit inbegriffen ist. Bevor man das Zimmer betritt, zieht man in einem kleinen Vorraum seine Schuhe aus. Das Zimmer betritt man auf Socken. Das Zimmer ist typisch japanisch gestaltet: Der Boden ist mit Tatami-Matten ausgelegt, die Schiebetüren mit Washi - handgemachtes japanisches Papier - bespannt. Im Zimmer ist ein kleiner, leicht erhöhter Bereich, der Tokonoma genannt wird und in dem ein Blumengesteck steht und eine Kalligraphie hängt, bei uns zusätzlich ein kleiner Fernseher und ein Safe. Außerdem besitzt unser Zimmer eine kleine Veranda, die mit Schiebetüren vom Zimmer abgetrennt und nach außen verglast ist. Ein Bad und eine separate Toilette sind auch vorhanden, die Toilette darf nur mit extra Schlappen betreten werden. Mitten im Zimmer steht ein etwa 30 cm hoher Tisch, auf dem zum Empfang grüner Tee und für die Region typisches Gebäck und eine entsprechende Süßigkeit bereitstehen. Im Schrank liegen Yukatas, die wir zum Besuch des Onsen und des Abendessens tragen werden. Ein Yukata ist ein traditionelles japanisches Kleidungsstück aus Baumwolle, das nach dem Baden oder zum Essen im Hotel getragen wird.

Yukata
Dieter im Yukata
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Nachdem uns die Reiseleitung mit allem Know-How zur Thermalbad-Etikette vertraut gemacht hat, treffen sich die Teilnehmer, die ein Bad nehmen wollen, um 18.00 Uhr im Foyer des Hotels zum gemeinsamen Besuch des Onsen, natürlich streng nach Männlein und Weiblein getrennt. Im Onsen (der natürlichen heißen Quelle) zieht man sich im Eingangsbereich aus und legt seine Sachen in die bereitgestellten Körbe. Nur mit einem kleinen Onsentuch bewaffnet, das man zum Abseifen benutzt, betritt man den eigentlichen Badbereich. Nach gründlicher Reinigung auf dem obligatorischen Höckerchen geht es in das sehr heiße Wasser (42°!!) zum Relaxen. "Unser" Onsen verfügt über 3 Becken. Natürlich ist der Aufenthalt im sehr heißen Wasser für ungeübte Europäer zeitlich begrenzt, allein auch schon deshalb, um eventuelle Kreislaufprobleme zu vermeiden. Soweit zum Erlebnis "Onsen".

Bekleidet mit dem Yukata geht es nach einem Gruppenfoto zum Abendessen in einen für unsere Gruppe reservierten Raum. Das Essen besteht aus einem mehrgängigen Menu, dessen Höhepunkt die Zubereitung von rohem Fisch direkt vor den Gästen ist. Getrunken wird dazu grüner Tee, Sake oder japanisches Bier, je nach Wunsch. Und es darf eifrig fotografiert werden! Das Essen dauert ca. 2 Stunden und ist absolute Spitze!!

Schlappen
Sorgfältig aufgestellte Schlappen im Ryokan
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Natürlich musste man vor dem Betreten des Speiseraumes wieder seine Schlappen ausziehen. Die stehen nach dem Essen fein geordnet vor der Tür. Wer nun welche Schlappen getragen hat, lässt sich bei dieser Ordnung nicht mehr feststellen. Man zieht eben das nächst bereit stehende Paar an.

Futons
Schlafen auf Futons
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Derweil hat sich auf unserem Zimmer einiges getan, es ist in eine Schlafstätte umgewandelt worden. Der Tisch wurde in die Ecke geschoben, in der Mitte des Zimmers liegen auf den Tatami-Matten so genannte Futons, das sind Schlafunterlagen und Bettdecken. Die Schlafunterlagen sind viel dünner als eine (westliche) Matratze. Da Tatami-Fußböden von Natur aus weicher sind als zum Beispiel Parkettböden, ist es möglich, Futons direkt auf den Fußboden aufzulegen, ohne beim Schlafen unangenehme Härte zu empfinden. nach oben Obwohl ungewohnt, haben wir eine angenehme Nacht! Und auch keine befürchteten Rückenschmerzen am anderen Morgen!