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Yokohama, Kamakura und Hakone


Do, 01. April 2010

"Ein gesprochenes Wort holen vier Pferde im Galopp nicht ein!"

(Spruch des Tages)

"Sumimasen - Entschuldigung!"

(Vokabel des Tages)

Heute morgen verlassen wir Tokyo. Um 8.00 Uhr treffen wir uns in der Hotelhalle zur Abfahrt nach Hakone, unserem heutigen Tagesziel.

Zunächst erreichen wir den Hafen Yokohama, wo ein kurzer Stopp eingeplant ist. Yokohama ist die zweitgrößte Stadt Japans und hat den bedeutendsten Hafen des Landes. Die Stadt ist noch relativ jung, 1854 erzwang der amerikanische Kommodore Perry die Öffnung Japans zum westlichen Ausland, als er mit seiner Flotte in die Bucht eingedrungen war.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Skyline von Yokohama
Blick auf Yokohama vom Osanbashi Terminal
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Wir besuchen kurz das Osanbashi Yokohama International Passenger Terminal, das Kreuzfahrtschiff-Terminal, von wo aus man einen schönen Blick auf die Bucht hat. Pro Jahr legen hier im Schnitt 10 - 13 Kreuzfahrtschiffe an. Das Terminal wurde 2002 fertiggestellt, den Architektenwettbewerb gewann eine Iranerin, Farshid Moussavi. Das Besondere am Terminal ist neben seiner Größe das verwendete Holz. Es nennt sich "ipe" und stammt aus Brasilien. Dieses Holz soll besonders resistent gegen Insekten und Salzwasser sein.

Vom Terminal aus sehen wir die Skyline von Yokohama, wobei der Landmark Tower als markantes Wahrzeichen herausragt. Er hat sogar eine eigene U-Bahn-Station. 190.000 Leute arbeiten im Tower, ca. 10.000 Leute wohnen im Tower. Leider ist das Wetter zum Fotografieren etwas trübe!

Kamakura, unsere nächste Station, liegt am Pazifik südlich von Tokyo. Kamakura war von 1185 bis 1333 die politische und kulturelle Hauptstadt Japans. Davon zeugen heute noch 19 Shinto-Schreine und 65 buddhistische Tempel. Die Kamakura-Region war Herrschaftsgebiet der Familie Minamoto. Minamoto Yoritomo ernannte sich zum ersten Shogun und schlug seinen Regierungssitz in Kamakura auf.

Grosser Buddha
Großer Buddha (Daibutsu) von Kamakura
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Unsere erste Besichtigung gilt dem Großen Buddha (Daibutsu), einem Amida-Buddha. Er gehört zum Koutokuin-Tempel der Jodo-Sekte. Die Buddhastatue ist japanischer Nationalschatz. Die aus Bronze gefertigte Sitzfigur ist 11,40 m hoch, wiegt 93 Tonnen und gilt als schönste und vollkommenste aller Buddha-Statuen. Gegossen wurde sie 1252, allerdings nicht aus einem Guss!

Buddha Kamakura
Handhaltung des Großen Buddha in Kamakura
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Amida ist die japanische Bezeichnung für den Buddha des grenzenlosen Mitgefühls. Kennzeichnend für den Amida-Buddha ist seine Handhaltung, sein "Mudra". Dieses "Mudra" hier ist das der höchsten Einheit. Buddha hat die Zeigefinger an den Daumen, der eine Kreis symbolisiert die Welt des Buddha, der andere die Welt der Menschen,nach oben also unsere Welt. Die beiden Daumen sind oben zusammengeführt: die beiden Welten verschmelzen zu einer Einheit. Das wiederum ist die höchste Stufe der Inkarnation, der vollkommenen Einheit zwischen Mensch und Buddha.

Weitere ikonographische Erkennungszeichen des Buddhas sind die "Urna", das "dritte Auge" auf seiner Stirn, das "Ushnisha", eine Erhebung am Scheitel des Hauptes des Buddha. Es symbolisiert seine Weisheit und seine Offenheit als ein erleuchtetes Wesen. Ein weiteres Erkennungszeichen sind die langen Ohren, die die Lebenskraft symbolisieren sollen. Die Haarlocken sind eigentlich Schnecken. Nach der buddhistischen Mythologie sollen sie das Haupt vor Hitze geschützt haben, während Buddha um Erleuchtung rang. Der Buddha sitzt auf einer Lotusblüte, sie ist Symbol der Reinheit.

Ursprünglich war der grosse Buddha durch eine Hallenkonstruktion geschützt. Sie wurde jedoch mehrmals durch Feuer oder Fluten zerstört. Seit 1495 sitzt er ohne Schutz im Freien. Er hat aber seither alle Stürme und Erdbeben gut überstanden.

Hasedera Tempel
Hase-dera-Tempel in Kamakura
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Unweit des Großen Buddha erreichen wir mit dem Bus den Hase-dera Tempel der Jodo-Sekte.

Unmittelbar hinter dem Eingangstor liegt ein kleiner Garten, der sehr liebevoll gestaltet ist. Es gibt kleine Steinbrückchen über Wasserläufe, einen kleinen Teich und viele unterschiedliche Pflanzen.

Jizos
Jizos, kleine Steinfiguren im Hase-dera-Tempel in Kamakura
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Der eigentliche Tempel liegt am Hang, hoch über dem Garten gelegen. Auf halbem Weg die Treppen zum Tempel hoch kommt man an dem kleinen Jizo-do Schrein vorbei. Hier fallen einem als erstes die vielen kleinen Steinfiguren, die "Jizos" auf. "Jizo" ist auch ein Bodhisattva, den es nur in Japan gibt. Er ist der Bodhisattva der Pilger, der Reisenden und der verstorbenen Kinder auf der Reise ins Paradies. Nach buddhistischem Glauben liegt das Paradies erst hinter einem Fluss. Um über diesen Fluss zu kommen, braucht man die Hilfe des Bodhisattva. Die Jizo-Figuren werden nicht nur hingestellt für verstorbene Kinder, sondern auch für die bei Abtreibungen ums Leben gekommenen Kinder. Die Figuren sind oft geschmückt mit kindlichen Utensilien wie z.B. Lätzchen. Abtreibungen sind in Japan gang und gäbe. Frauen, die abgetrieben haben, suchen hier Trost und stellen eine Jizo-Figur auf.

Buddhafigur vor Hase-dera Tempel
Buddhafigur vor Hase-dera Tempel in Kamakura
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Die Haupthalle des Tempels liegt ganz oben am Berghang. In ihr befindet sich eine 9 m hohe vergoldete Holzstatue der Göttin der Barmherzigkeit, eine elfgesichtige Kannon. Kannon ist die im gesamten Buddhismus bekannteste Bodhisattva - Figur. Bodhisattvas sind "Erleuchtungswesen", Mittlerfiguren, die ganz besonders daran interessiert sind, den Menschen und allen anderen fühlenden Wesen zur Erleuchtung zu verhelfen. Sie werden viel bewegter abgebildet als Buddhas. So verfügen sie über diverse übermenschliche Attribute, nämlich bis zu tausend Arme, mehrere Köpfe, diverse Gegenstände und Waffen und allerlei Schmuck — alles Zeichen ihrer übernatürlichen Fähigkeiten, in den Lauf des Schicksals einzugreifen und die Gläubigen vor schlechten Taten zu retten. In der Haupthalle darf nicht fotografiert werden!

Neben der Haupthalle steht die Amida-do Halle, in ihr eine 2,8 m hohe Statue eines Amida-Buddha.

Kirschblütenallee
Kirschblütenallee in Kamakura
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Nach der Besichtigung des Hase-dera Tempels fährt uns unser Bus zurück in das Zentrum von Kamakura und setzt uns an der Kirschblüten-Allee ab. Ab hier haben wir Freizeit. Wir kaufen in einem Supermarkt ein paar Kleinigkeiten zum Essen ein, schlendern dann in größter Ruhe durch die Kirschblütenallee bis zum großen Torii und essen im angrenzenden Park das Eingekaufte. Der im Park befindliche See gibt zahlreiche Fotomotive her. Um 14.00 Uhr trifft sich unsere Gruppe am Torii, dem Beginn der Kirschblüten-Allee zur Fahrt nach Hakone.

Kirschblüten
Kirschblüten
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Während der ca. 2-stündigen Fahrt nach Hakone erfahren wir seitens der Reiseleitung einiges über die Bedeutung der Kirschblüte in Japan. Seit 1955 sagen die Staatsmeteorologen jedes Frühjahr voraus, wann die Kirschblüte beginnt. Früher veröffentlichen die Zeitungen sogar Karten, aus denen man ersehen konnte, wie das Frühjahr allmählich aus dem südwestlichen Kyushu nach Nordosten vorankommt, bis es im Mai die Insel Hokkaido erreicht. Heutzutage legen Familien und Firmen das Datum ihrer Hanami-Party fest. Hanami heißt "Blüten schauen". Eine Hanami-Party ist ein Picknick unter einem Kirschbaum - allerdings sehr aufwendig! Eine Vorhut reserviert die besten Plätze mit blauen Planen, auf denen das Picknick ausgebreitet wird: Reisbällchen mit Füllung und Sushi dürfen dabei nicht fehlen, ebenso Bier und Sake, was oft dazu führt, dass die Teilnehmer nach einiger Zeit keine Kirschblüten mehr sehen.

Kirschblüten
Kirschblüten
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Die Kirschblüten öffnen ihre Blüten, bevor die Blätter sprießen. Die weiße Pracht, sacura genannt, kommt meist über Nacht an den ersten warmen Tagen. Die meisten Bäume tragen weiße Blüten, einige aber auch hell- und dunkelrosa. Die Bäume werden auf prächtige Blüten gezüchtet! Kirschblütenparties gibt es bereits seit 1100 Jahren. Bis ins 18. Jahrhundert durften allerdings nur Adlige Hanami-Parties feiern. Die Kirschblüte ist eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur. Sie steht für Schönheit, Aufbruch und Vergänglichkeit.

Alle Reiseteilnehmer hoffen auf einen klaren Blick auf den Fuji, die Hauptattraktion der Region. Doch leider verdüstert sich der Himmel immer mehr und es fängt an zu regnen. Wir kommen gegen 16.00 Uhr bei strömendem Regen in Hakone im Hotel an. Vom Fuji ist nichts zu sehen. Schade, denn bei diesem Wetter können wir auch die schöne Lage des Hotels direkt am Ashisee nicht genießen.nach oben Michiko, unsere japanische Reisebegleitung, hat für den Abend ein Abendessen im Hotel bestellt, was nicht im Reisepreis enthalten ist. Das Essen ist nicht überwältigend, der Preis schon eher. Na ja. Wir ziehen uns alsbald auf unser Zimmer zurück, vervollständigen unsere Berichte und hoffen auf einen Wetterwechsel am morgigen Tag.