knopf knopf

Wunderschönes Nikko

 

Mi, 31. März 2010

"Die Lebensspanne ist dieselbe, ob man sie lachend oder weinend verbringt!"

(Spruch des Tages)

"Arigato - Danke!"

(Vokabel des Tages)

Heute Morgen müssen wir etwas früher aufstehen, denn die Abfahrt per Bus nach Nikko ist für 8.00 Uhr angesagt. Da wir wieder das vorzügliche Frühstücksbuffet im 15. Stock genießen wollen, heißt es, spätestens 20 Minuten vor 7.00 Uhr anstehen. Um Punkt 7.00 Uhr wird der Frühstückssaal geöffnet und jeder, der seine Frühstückscoupons vorweisen kann, wird einen Platz bekommen, allerdings streng nach der Regel: "Please wait to be seated!" Gestern hatten wir Glück, sofort einen Platz zu bekommen, doch beim Herausgehen sahen wir die endlos lange wartende Schlange. Daher war das frühzeitige Erscheinen heute Morgen sinnvoll.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Chuzenji-See
Am Chuzenji-See
>>Schliessen<<

Die Stadt Nikko liegt ca. 150 km nördlich von Tokyo. Westlich der Stadt dehnt sich der 1400 km² große Nikko-Nationalpark aus. Mit seinen mächtigen Bergen, seinen uralten Wäldern, Seen und Wasserfällen zählt er zu den meistbesuchten Regionen des Landes. Wir fahren die Serpentinenstraße hoch und machen Halt am Chuzenji-See, an dessen östlichem Ufer der Kegon-Wasserfall 100 m in die Tiefe stürzt. Der von dem Berg Nantai überragte See ist ein beliebtes Ferienziel. Er liegt 1.269 m über dem Meer und ist damit einer der höchsten Seen Japans. Der Ferienort Chuzenji weist zahlreiche Restaurants auf und so verbringen wir hier auch bereits die Mittagspause Es bleibt Zeit für einen Bummel durch den Ort, bevor es gegen 13.00 Uhr nach Nikko geht.

Nie, so sagt ein japanisches Sprichwort, soll man von irgendetwas behaupten, es sei schön und großartig, solange man Nikko nicht gesehen habe. Die prunkvollen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählen zum Weltkulturerbe. Die mächtige Anlage von Nikko ist ein Symbol des Machtanspruchs und der Autorität des Tokugawa-Shogunats.

Rinnoji-Tempel
Rinnoji-Tempel in Nikko
>>Schliessen<<

Auf der Pilgerstraße, die zum Toshogu-Schrein führt, kommen wir zunächst am Rinnoji-Tempel der Tendai-Sekte vorbei. Es ist der älteste Tempel auf dem ganzen Gelände. In der Haupthalle "der Halle der drei Buddhas" sind die vergoldeten Statuen eines Amida-Buddhas, einer Bato-Kannon (eine Schutzgöttin für die Tiere) und einer Tausendhändigen Kannon (Göttin der Barmherzigkeit) zu sehen. Der Tempel ist bei unserem Besuch geschlossen. Wichtig ist die Geschichte dieses Tempels. Der Oberabt des Tempels stammte nämlich bis ins 19. Jahrhundert hineinnach oben immer aus der Kaiserfamilie. Um 1603 hatte dieser Abt sehr großen Einfluss auf Tokugawa Ieyasu. Von daher ist es dem Shogun wahrscheinlich leichter gemacht worden, seinen Willen, auf diesem Gelände beerdigt zu werden, kundzutun. Die 13m hohe Bronzesäule auf dem Tempelgelände birgt 10000 buddhistische Texte und wird als Symbol des Weltfriedens betrachtet.

Malvenblätter
Malvenblätter- Familienwappen des Tokugawa-Shogunats
>>Schliessen<<

Eine Zedernallee führt zum Toshogu-Schrein (Schrein der östlichen Erleuchtung) mit dem Mausoleum des Tokugawa Ieyasu (1543 - 1616). Das ist der eigentliche Mittelpunkt der Kultstätten Nikkos. Tokugawa Iemitsu, ein Enkel des Dynastie-Gründers Ieyasu, ließ diese Anlage 1634, rund 20 Jahre nach dem Tod seines Großvaters für diesen bauen. Mehr als 100.000 Handwerker sollen ca. 9 Jahre lang an der Anlage gearbeitet haben, dabei wurden 2,5 Millionen Blatt Gold verarbeitet. Wer hat das bezahlt? Natürlich zuerst die einfachen Leute, aber auch die Feudalfürsten mussten alle ihren Beitrag dazu geben! Was konnte man geben? Natürlich Geld, aber viele hatten kein Geld. So spendete einer der Fürsten 10.000 Bäume, und zwar japanische Zedern!! Sie wurden um 1640 gepflanzt und durch diese Zedernallee führt genau unser Weg!

Das oft anzutreffende Zeichen mit den 3 Malvenblättern ist das Familienwappen der Familie Tokugawa. Der Shogun wollte hier in Nikko - wie schon oben erwähnt - als Gott bestattet sein, was normalerweise nur dem Kaiser zustand.

Ichino-Torii
>>Schliessen<<

Das Gelände beherbergt überaus reich verzierte Schreingebäude, die mit detailreichen Skulpturen und Blattgold verziert sind. Den Hauptzugang zum wichtigsten Schrein bildet am Ende einer steinernen Treppe das Ichino-Torii, ein 8,4 m hohes Granittor. In früheren Zeiten war nur Hochgestellten des Landes der Zutritt zum Schreingelände gestattet.

Pagode in Nikko
Gojunoto-Pagode in Nikko
>>Schliessen<<

Gleich zur Linken sehen wir die 35 m hohe, fünfstöckige Gojunoto-Pagode, die rot und gold lackiert ist und eine von vielen buddhistischen Elementen im Schrein ist. Sie ist aus dem Jahre 1818, also noch zur Zeit des Shogunats entstanden. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Pagoden, hat jedes Stockwerk dieser Pagode ein gleich breites Dach. Üblicherweise nimmt die Breite der Dächer nämlich nach oben hin ab. Die Pagode symbolisiert von unten nach oben die 5 Elemente: Erde, Wasser, Feuer, Wind und Himmel. Das Besondere an der Pagode: In der Mitte ist ein einziger Pfeiler, an dem die 5 Dächer hängen; deshalb soll bei Erdbeben die Pagode sehr sicher sein! Im Stützgebälk des Daches im Erdgeschoss sieht man eine schöne Schnitzerei der zwölf chinesischen Tierkreiszeichen.

Nach weiteren Treppen erreichen wir das Nio-mon-Tor, auch Ote-mon-Tor genannt. Zwei furchterregende Tempelwächter sollen alles Üble in gebührendem Abstand fernhalten.

Die 3 Affen
Die 3 Affen in Nikko
>>Schliessen<<

Der anschließende Hof beherbergt drei Speicher und den heiligen Pferdestall. Dieser ist als einziges Gebäude unlackiert, stattdessen jedoch mit Schnitzereien verziert, darunter die drei weltberühmten Affen, die nichts Böses hören, sagen oder sehen. Affen waren ein häufig verwendetes Motiv, da sie angeblich auf die Gesundheit der Pferde aufpassen. Nicht so berühmt, aber dennoch ebenso sehenswert, sind die geschnitzten Elefanten sowie ein Löwe an einem Speicherhaus. Der Künstler Kano Tanyu, der im 17. Jahrhundert lebte, soll diese damals in Japan unbekannten Wesen nach Beschreibungen gestaltet haben.

Yomeimon-Tor
Yomeimon-Tor in Nikko
>>Schliessen<<

Unser Weg führt vorbei an einem heiligen Brunnen, an dem sich die Gläubigen vor dem Schreinbesuch Mund und Hände reinigen, an einer Sutra-Bibliothek mit einer Sammlung von rund 7000 buddhistischen Schriften bis zum Yomeimon-Tor, dem Tor des Sonnenlichtes. Es gilt von allen Gebäuden des Hauptschreins des Toshogu als das prächtigste. Es handelt sich um ein zweistöckiges Turmtor, das 11 m hoch und mit 508 Skulpturen verziert ist. Jede einzelne Skulptur ist ein kleines Meisterwerk! Die Pracht des Tors übertrifft deutlich alle anderen Bauten. Es wurden nur die besten Handwerker überall in Japan für den Bau des Yomeimon-Tors gesucht und Iemitsu stellte ihnen ein unbegrenztes Budget zu Verfügung. Das Tor wurde nach etwa eineinhalb jähriger Bauzeit, im Jahr 1636 fertig gestellt. Fast die gesamte Oberfläche des Tores ist mit Tier- und Blumenmotiven verziert. Die Schnitzereien der Galerien auf den beiden Seiten stellen drei verschiedene Elemente dar. Von unten nach oben: Wasser (Wasservögel), Erde (Blumen, Vögel und Tiere) und Luft (Wolken). Rings um das Tor finden sich Szenen aus dem Leben der chinesischen Weisen und Heiligen. Auf dem Balken sieht man chinesische Löwen und Drachen. Die ersten deuten auf die königliche Macht hin, und letztere bedeuten Glück.

Tempelwächter
Tempelwächter am Yomeimon-Tor in Nikko
>>Schliessen<<

Zwei links und rechts sitzende Figuren in Zeremonialkleidung der Heian-Zeit bewachen als Schutzgottheiten den Schrein.

Vor dem Tor sind noch zu sehen ein Glockenturm und ein Trommelturm, sowie die rekonstruierte Halle Yakushido, deren Decke ein Drachenbild ziert.

Glockenturm
Glockenturm in Nikko
>>Schliessen<<

Ein Kuriosum im mittleren Hof ist eine Bronzelaterne, die von der niederländischen Regierung gestiftet wurde. Sie hat einen kleinen Schönheitsfehler: Das Wappen der Tokugawa-Familie, die Malvenblätter, steht versehentlich auf dem Kopf!

Den Zugang zur Gebetshalle bildet das Karamon, das chinesische Tor. Gebetshalle und Haupthalle sind durch einen Übergangsraum miteinander verbunden. Im Innern der Haupthalle ist die Wohnstätte der Seele des Tokugawa Iegasu, der als Gottheit verehrt wird. Durch einen rot lackierten Korridor gelangen wir zu einer Tür, über der das Relief einer schlafenden Katze eingelassen ist. Die graue kleine Katze liegt auf einer Decke, die mit Päonien (Pfingstrosen) und Chrysanthemen verziert ist. Sie ist ein Symbol für Ruhe und Frieden. Sie ist so lebensecht dargestellt, dass sich - so sagt man - auf dem Tempelgelände nie mehr eine Maus hat blicken lassen.

Malvenblätter
Mausoleum des Tokugawa Iegyasu in Nikko
>>Schliessen<<

207 Stufen führen zum Mausoleum des Tokugawa Ieyasu inmitten eines Zedernhains. Das Mausoleum hat die Form einer kleinen Bronze-Pagode auf achteckigem Podest. Es ist absichtlich so schlicht gestaltet, weil sich nach japanischem Glauben die Seele Ieyasus gar nicht darin aufhält. Vor dem Grab stehen die drei Objekte, die nach buddhistischer Auffassung an einem Grab nicht fehlen dürfen: dies sind ein Kerzenständer - hier in Form eines Kranichs auf einer Schildkröte - ein Weihrauchfass und eine Blumenvase.

Rund 200 m westlich liegt das Mausoleum von Iemitsu, das aber schlichter gehalten ist.

Nach der Besichtigung der Tempelanlage fahren wir um 16.15 Uhr mit dem Bus bis zum Bahnhof von Nikko. Dort haben wir noch Zeit, uns im Supermarkt für den Abend "einzudecken". Um 17.20 Uhr fahren wir mit dem Zug zurück nach Tokyo, wo wir um 19.16 Uhr ankommen. Vom Bahnhof geht esnach oben per Taxi zurück zum Hotel. Hier ist Entspannen angesagt, um die vielen Eindrücke zu verarbeiten und die Tagesnotizen zu ergänzen.