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Tokyo - Lebendige Hauptstadt



Di, 30. März 2010

"Eine kleine Ungeduld verdirbt die größten Unternehmungen!"

(Spruch des Tages)

"Ohayo gozaimasu - Guten Morgen!"

(Vokabel des Tages)

Heute Morgen geht es uns richtig gut: Wir haben die Vorzüge unseres geräumigen Zimmers im 5-Sterne-Hotel genossen, sind ausgeschlafen und freuen uns auf unser heutiges Programm. Der Tag beginnt mit einem erstklassigen Frühstücksbuffet im 15. Stock des Prince Park Tower Hotels mit Blick über die Millionenstadt! Und wir haben strahlend blauen Himmel!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Tokyo Tower
Tokyo Tower in Hotelnähe
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Die Reisegruppe trifft sich um 8.30 Uhr im Foyer. Da alle Teilnehmer wie erwartet pünktlich sind, geht es per Reisebus zum Edo-Tokyo-Museum, wo wir zurückversetzt werden in die Zeit, als Tokyo noch Edo hieß.

"Edo" bedeutet übersetzt "Flussmündung", die Stadt an der Mündung des Sumida-Flusses. Es ist der alte Name für Tokyo. Die Edo-Zeit begann 1603, als der Tenno den japanischen Feldherrn Tokugawa Iegasu zum Shogun ernannte. Die Würde war erblich und die Shogun-Dynastie, die die militärische und zivile Macht anstelle des machtlosen Tenno ausübte, dauerte bis 1868. Bereits Tokugawa Iegasu, der erste Shogun, verlegte seine Residenz nach Edo, dem heutigen Tokyo.

Die Edo-Zeit war durch eine straffe Zentralregierung und ein stabiles Staatswesen mit allgegenwärtiger Kontrolle geprägt. Daimyos, den Shogunen unterstellte Regionalfürsten, übten in ihrer Region die Gerichtshoheit aus. Als das Shogunat 1868 aufgelöst wurde, wurde Edo in Tokyo („östliche Hauptstadt“) umbenannt. Der Tenno verlegte seine Residenz hierher und machte sie zur Hauptstadt. Diese Verlegung ist weder durch ein Gesetz, noch durch eine kaiserliche Verordnung formell besiegelt.

Das Edo-Tokyo Museum befasst sich mit der Stadtgeschichte Tokyos. Dort wurde das alte Tokyo in Miniatur nachgebaut, einzelne historische Häuser werden auch in Originalgröße gezeigt. Hauptattraktion des Museums ist ein Nachbau der Nihonbashi-Brücke, einer Holzbrücke aus dem Jahr 1603, von der aus die 5 großen Straßen der Edo-Zeit in alle Winkel Japans führten. Die Brücke ist damit der alte Mittelpunkt Japans und ein Symbol für die Edo-Zeit.

Asakusa-Tempel
Pagode am Asakusa-Tempel
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Nach dem Besuch des Museums fahren wir zum Asakusa-Kannon-Tempel, Zentrum der buddhistischen Sho-Kannon-Sekte. Asakusa-Kannon liegt inmitten des alten Distrikts Asakusa und ist der älteste Tempel im Stadtgebiet von Tokyo. Und dabei sind wir dann beim Thema Tempel.

Tempel tragen oft hinter ihrem Namen die Endung -dera, -ji oder -in. Ein buddhistischer Tempel kann aus mehreren Gebäuden bestehen. Eines dieser Gebäude, das nicht unbedingt das größte sein muss, ist die Haupthalle "hondo" oder auch oft "Goldene Halle" genannt. Sie ist der Mittelpunkt, das Zentrum des Tempels, denn hier wird das wichtigste Heiligtum des Tempels, "honzon", aufbewahrt. Das ist in der Regel eine Statue des Buddha, dem der Tempel geweiht ist. Der Amida-Buddha, den wir auf dieser Reise häufig sehen, ist Herr des westlichen Paradieses, der in tiefer Meditation auf einer Lotosblüte sitzt. Neben dem Buddha gibt es noch andere heilige Figuren, die in Seitengebäuden verehrt werden. Vor dem Tempel steht ein Eingangstor, rechts und links daneben die "himmlischen Wächter", in der Regel zornige, grimmig ausschauende Wesen, die dem Besucher Respekt einflößen sollen. Der Tempel ist zuständig für Beerdigungen, Totenfeiern und den posthumen buddhistischen Namen des Toten. Die Tempel finanzieren sich durch Spenden. In Japan wird keine Kirchensteuer erhoben.

Rote Laterne am Asakusa-Tempel
Rote Laterne am Eingang zum Asakusa-Tempel
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Die Anfänge des Asakusa-Kannon-Tempels lassen sich der Legende nach ins 7. Jh. zurückverfolgen, als sich in einem Fischernetz im Sumida-Fluss eine Kannon-Figur verfängt, der man dann eine heilige Stätte errichtete. Diese überstand zwar das große Kanto-Erdbeben von 1923, nicht aber die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs. Die Rekonstruktion aus Stahlbeton wurde 1958 eingeweiht. Die sagenumwobene Kannon-Statue ist freilich schon seit Jahrhunderten verschwunden. Der Asakusa-Kannon-Tempel bildet bis heute das geistige und bauliche Zentrum des Stadtteils Asakusa. Durch das mächtige Südtor Kaminarimon unter der gewaltigen roten Laterne hindurch gehen wir über die quirlige Ladenstraße Nakamise direkt auf den Tempelbezirk zu. Der Weihrauch, der in mächtigen Schwaden aus dem großen Kessel vor dem Tempel aufsteigt, soll gesundheitserhaltend sein. Deshalb fächeln die Gläubigen ihn mit der Hand in Richtung der Körperteile, deren Gesundheit sie erhalten bzw. steigern wollen. Ein Paar riesiger Strohsandalen am Tempel - O-Waraji - wiegen 2500 kg und sind 4,5 m hoch. Gläubige, die nach oben diese Strohsandalen berühren, erhoffen sich die Stärke von Ni-Ou und stets "goodwalkers" zu sein.

Zahlreiche Wunschkästen mit Zetteln - Omikuji - ehrenwerte Glücksbringer - sind vor dem Tempel aufgestellt.

Teehaus im Hamarikyu-Garten
Teehaus im Hamarikyu-Garten
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Nach einer kurzen Mittagspause steht eine Bootsfahrt auf dem Sumida-Fluss auf dem Programm. Sie beginnt um 13.40 Uhr und erweist sich als nicht besonders ergiebig. Das Boot ist nämlich restlos überfüllt, ein Platz auf dem oberen Deck zu bekommen ist aussichtslos. Während der gesamten Fahrt werden wir über eine Lautsprecheranlage mit Erklärungen in japanischer Sprache "berieselt". Wir sind heilfroh, als wir nach der 45-minütigen Fahrt an den Hamarikyu-Gärten aussteigen können.

Reiswein zur Vorstellung
Ein Glas Reiswein bei der gegenseitigen Vorstellung
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Der "Garten der kaiserlichen Villa Hama" an der Mündung des Sumida-Flusses ist ein typisches Beispiel für die Feudalgärten der Edo-Zeit; die Tokugawa nutzten ihn als Sommerresidenz. Internationale Aufmerksamkeit wurde ihm zuteil, als der Meiji-Kaiser hier im Teehaus Nikajima den amerikanischen Präsidenten Ulysses Grant empfing. Seit 1946 ist die gepflegte Anlage ein öffentlicher Park. Mittelpunkt ist ein See mit einer kleinen Insel, auf die drei von Glyzinien überschattete Brücken führen. Einen schönen Blick hat man von hier auf den Hafen und die Bucht von Tokyo. Der Garten eignet sich auch zur gegenseitigen Vorstellung der Reisegruppen-Mitglieder. Die Reiseleitung schenkt jedem Teilnehmer ein Glas Reiswein aus, wir stoßen auf eine schöne Reise an und nun darf jeder sich in wenigen Sätzen vorstellen. Dabei erfahren wir dann auch, dass in der Reisegruppe ein Ehepaar aus Gauting, unserer Heimatgemeinde, ist! So klein ist die Welt!

Letzter gemeinsamer Besichtigungspunkt heute ist die Fahrt in den Stadtteil Chouku, dessen bekanntester Teil die Ginza ist. Der überwiegende Teil der Reisegruppe bleibt hier und schaut sich in den Geschäften um.

Der Name "Ginza" leitet sich von der Münzstätte her, die Tokugawa Iegasu im Jahre 1612 hierher verlegte. Heute ist die Ginza das bekannteste und auch teuerste Einkaufszentrum Tokyos, hier befindet sich das größte Kaufhaus, Mitsukoshi, weiter eine Vielzahl von Restaurants, Theatern, Kaufhäusern, Ausstellungsräumen, Kunstgalerien, Nachtclubs und Hotels. Zahlreiche hochkarätige internationale Modemarken haben hier ihre Filialen. Besonders reizvoll ist die Ginza am Abend, wenn nach oben alle Leuchtreklamen eingeschaltet sind. Wir machen einige Fotoaufnahmen bei Dunkelheit und suchen uns dann ein Restaurant zum Abendessen. Anschließend fahren wir per Taxi zurück ins Hotel.