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Glover Garden - Fahrt mit dem Shinkansen


Mo, 12. April 2010

"Ohne Frauen würde es weder Tag noch Nacht!"

(Spruch des Tages)


Heute Morgen treffen wir uns um 8.30 Uhr in der Hotelhalle. Dort wird unser Handgepäck bis zur Abfahrt deponiert.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Glover Garden
Glover Garden in Nagasaki
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Wir fahren mit der Straßenbahn zum Glover Garden, der neben dem Friedenspark die größte Attraktion in Nagasaki ist.

Zur Geschichte dieser Anlage: Nach der Beendigung der 200-jährigen Isolation Japans 1859 entwickelte sich Nagasaki zu einer blühenden Hafen- und Industriestadt. Am Hang, angrenzend an die Glover Road, siedelten sich im 19. Jahrhundert die ersten ausländischen Einwohner Nagasakis an, vorwiegend Engländer. Sie waren führend in Verkehrstechnik, Schiffsbau und Brauereitechnik. Der landschaftlich wunderschön gelegene Glover Garden ist ein Freilichtmuseum. Viele Häuser aus jener Zeit sind noch im Originalzustand erhalten. Glover Mansion wurde 1863 erbaut und ist das älteste Gebäude Japans im westlichen Stil. Es war das Wohnhaus des Kaufmanns Thomas Glover, der die erste Eisenbahn Japans baute. Beim Gang durch den Park seiner Residenz wird uns bewusst, wie privilegiert die wenigen Europäer damals in Japan waren. Weitere Villen von Frederick Ringer, ein ebenfalls erfolgreicher britischer Geschäftsmann, und William Alt sind restauriert und hierher transportiert worden. Die Möbel und Gemälde kommen alle aus der Zeit und man hat durchaus das Gefühl wieder in dieser Zeit zu sein. Im Glover Garden gibt es zudem Statuen von Puccini und von Diva Miura Tamaki, jener Opernsängerin, die die Rolle der Madame Butterfly spielte. Der Hintergrund ist natürlich Puccinis Oper Madame Butterfly, in der sich der amerikanische Marineoffizier Pinkerton - stationiert in Nagasaki - in das Geisha-Mädchen Cho-Cho-San, genannt Butterfly, verliebt.

Denkmal NMadame Butterfly
Denkmal der Madame Butterfly im Glover Garden
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Von den Gärten der Villen kann man eigentlich sehr weit über den Hafen von Nagasaki blicken. Die Stadt liegt an einer fjordartigen Bucht, geschützt von vorgelagerten Inseln und sie gilt als eine der schönsten Städte des Landes. Leider regnet es bei unserem Besuch und wir können somit die wunderschöne Lage Nagasakis nur erahnen.

Nach dem Besuch im Glover Garden machen wir eine einstündige Hafenrundfahrt, die u.a. an den Mitsubishi Werften vorbeiführt. Leider hört der Regen auch hier nicht auf und zum Fotografieren ist die Sicht einfach zu schlecht. Das ist sehrnach oben schade! So fahren wir zurück zum Hotel und haben noch Zeit, uns im nahegelegenen Supermarkt Proviant für die nachmittägliche Zugfahrt zu kaufen. Um 14.30 Uhr bringt uns ein Zug nach Hakata. Dort wartet bereits der Shinkansen nach Hiroshima auf uns.

Shinkansen heißt übersetzt: "Neue Gleislinie" und bezeichnet einmal das Liniennetz der Hochgeschwindigkeitszüge als auch die Züge selbst.

Zur Geschichte des Shinkansen: Im Oktober 1964 fanden die Olympischen Sommerspiele in Japan statt. Zu diesem Ereignis wurde der erste Hochgeschwindigkeitszug der Welt in Betrieb genommen: Für den Zug mussten neue Gleise (deshalb der Name "Neue Gleislinie") gelegt werden, weil die alte Strecke viel zu kurvig war. Der Shinkansen konnte nur auf einer einigermaßen geraden Strecke seine Spitzengeschwindigkeit von damals 210 km/h erreichen. Also wurden in der hügeligen Landschaft viele Tunnels und Brücken gebaut. Ein Vorteil: Der Shinkansen hatte jetzt sein eigenes Streckennetz und musste nicht auf langsamere Züge Rücksicht nehmen. Am 1. Oktober 1964 fuhr er zum ersten Mal von Tokyo nach Osaka. Für diese 515 km lange Strecke brauchte der Zug vier Stunden. Das war absoluter Rekord! Zu erkennen war der neue Zug gleich an seiner windschnittigen "Nase".

Mittlerweile gibt es drei verschieden schnelle Varianten. Wir fahren mit dem "Nozomi" Shinkansen, der schnellsten Variante aus der 700-er Serie. Der Superexpresszug bewältigt die Strecke von Hakata bis Hiroshima (281km) in 1 Stunde 4 Minuten.

Im Shinkansen fährt man immer vorwärts. Die Sitze werden nämlich gedreht, wenn der Zug in einen Kopfbahnhof einfährt und in der umgekehrten Richtung aus einem Bahnhof herausfahren muss. Fast immer ist der Shinkansen auf die Sekunde pünktlich. Das muss auch so sein, denn die Züge fahren zu Stoßzeiten im Abstand von wenigen Minuten. In Hiroshima hat er nur 1 Minute Aufenthalt, so dass wir uns beim Aussteigen auf mehrere Ausgänge verteilen müssen, damit auch alle herauskommen! Im Inneren ist er sehr leise. Die Plätze sind sehr bequem und vor allem: Man hat Platz genug und kann auch seine Beine ausstrecken. Man sitzt nicht beengt!

Abendessen in Hiroshima
Unser Abendessen in Hiroshima
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In Hiroshima bleiben wir zwei Nächte. Unser Hotel ist das ANA Crowne Plaza, das nur wenige Gehminuten vom Friedenspark entfernt ist. Unsere Koffer stehen bereits auf dem Zimmer. Sie sind wohlbehalten mit der Spedition aus Kyoto hier angekommen. Wir haben genügend Zeit, uns zu erfrischen. Für den Abend ist ein (freiwilliges) Abendessen vorgesehen. Michiko führt uns um 19.30 Uhr zu einem Lokal in der Fußgängerzone, ca.nach oben 15 Minuten vom Hotel entfernt. Wir sitzen um eine große Herdplatte und das Essen wird vor unseren Augen zubereitet. Es schmeckt vorzüglich und wir haben sehr viel Spaß. Ein schöner Abend!