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Teezeremonie beim Teemeister Kanbayashi


Do, 08. April 2010

"Wer eine grüne Brille trägt, sieht immer grün!"

(Spruch des Tages)

"So desu ne!" - "So ist es!" (Floskel, ohne Bedeutung)

(Vokabel des Tages)

Heute Morgen geht es nach dem Frühstück per Bus nach Uji, 18km südlich von Kyoto. Es ist die Gegend, wo grüner Tee und Sake erzeugt werden.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Byodoin-Tempel in Uji
Byodoin-Tempel in Uji
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Zur Geschichte Ujis: Als 794 die Hauptstadt nach Kyoto verlegt wurde, war das landschaftlich schön gelegene Uji südlich der neuen Hauptstadt ein beliebter Aufenthaltsort für den Adel. Eine der ehemaligen Adelsvillen der Heian-Zeit ist der Byodoin-Tempel, ein Weltkulturerbe. Hier ist unser erster Stopp.

Der Byodoin-Tempel aus dem 11. Jahrhundert ist noch original erhalten. Er ist auf dem 10-Yen-Stück abgebildet. In der Phönixhalle befindet sich eine 3m hohe Buddhastatue aus vergoldetem Holz. Wir besuchen das Innere des Tempels nicht, sondern lassen seine wunderschöne Lage auf uns wirken. Die Fotografen kommen an diesem sonnigen Tag voll auf ihre Kosten!!

Teemeister Kanbayashi in Uji
Zu Besuch beim Teemeister Kanbayashi in Uji
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Erster Höhepunkt des Tages ist der Besuch beim Teemeister Kanbayashi in Uji. In der Gegend um Uji wird der berühmte Matcha-Tee angebaut. Matcha ist ein zu feinstem Pulver vermahlener Grüntee, der in der japanischen Teezeremonie verwendet wird. Er hat eine intensive, grüne Farbe, schmeckt leicht herb. In der Regel werden die Teesträucher vier Wochen vor der Ernte beschattet. Nach der Ernte werden die Teeblätter gedämpft, getrocknet und anschließend in Steinmühlen zu feinem Pulver gemahlen. Matcha wird ausschließlich in Japan produziert, und zwar vor allem um Uji. Um rund 30 Gramm Matcha-Pulver zu produzieren, benötigen die traditionellen Granitsteinmühlen eine Stunde. Matcha gilt als besonders edle Teesorte und ist entsprechend teuer. Bei der Zubereitung werden 1 bis 2 Gramm des Pulvers in eine Schale gegeben, mit 60 bis 100 ml heißem Wasser übergossen und mit einem Bambusbesen schaumig geschlagen. Je höher und fester der Schaum, umso besser ist der Tee gelungen. Jeder von uns bekommt ein Gefäß und darf den Tee mit einem Besen schaumig schlagen!

Schaumig geschlagener Tee
Schaumig geschlagener Tee
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Natürlich erfahren wir beim Besuch des Teemeisters auch etwas über die Bedeutung der Teezeremonie in Japan. Sie ist wie die Blumensteckkunst, die Gartenkunst und die Kampfkunst Teil der Meditation im Zen-Buddhismus. Eine japanische Teezeremonie läuft nach festgesetzten Regeln ab: der Vorbereitung und Reinigung der Geräte, der Zubereitung, dem Servieren des Tees und dem Aufräumen. Jede Handbewegung und jedes Geräusch hat seine eigene Bedeutung. Die viernach oben Prinzipien einer Teezeremonie lauten: Harmonie der Gäste untereinander und mit dem umgebenden Raum, Reinlichkeit, Ruhe, Bescheidenheit.

Nach dem Besuch beim Teemeister spazieren wir durch das kleine Städtchen und bewundern vor allem die Kirschblüten am Uji-Fluss, ein tolles Panorama!!

Miho-Museum
Blick durch den Tunnel auf das Miho-Museum
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Am Nachmittag des heutigen Tages besuchen wir das private, 1997 eröffnete Miho-Museum, das nordöstlich von Kyoto im Hügelland von Shigaraki liegt. Das Museum geht zurück auf Mihoko Koyama, der Erbin des Toyobo-Textil-Unternehmens, einer der reichsten Frauen Japans. Sie gründete 1970 die spirituelle Bewegung der Shinji Shumeikai, die die drei Prinzipien: Gesunde Ernährung, Sport-Therapie und Förderung der Kunst vertritt. 1991 gab sie den Auftrag, ein Museum zu bauen, an den chinesischen Stararchitekten I.M.Pei, der bereits den Eingang zum Louvre in Paris und den Erweiterungsbau des historischen Museums in Berlin plante. Das Museum liegt in einem Naturschutzgebiet. Deshalb gab es beim Bau die Auflage, dass nur 20% des Gebäudes sichtbar sein dürfen, um das Museum mit der umgebenden Natur in Einklang zu bringen. Die Baukosten sollen sich auf 215 Millionen Dollar belaufen haben.

Ausgestellt werden Mihoko Koyamas private Kollektion asiatischer und westlicher Antiquitäten, die angeblich einen Wert von bis zu einer Milliarde Dollar darstellen, darüber hinaus Kunstwerke der buddhistischen Kunst, Keramikwerke sowie Werke der Kunst des Altertums. Durch einen langen Tunnel gelangt man zum eigentlichen Ausstellungsgebäude. In den Ausstellungsräumen darf nicht fotografiert werden.

Speisekarte auf japanisch
Speisekarte auf japanisch
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Da wir genügend Zeit haben und heute kein weiteres Programm vorgesehen ist, nutzen viele Mitreisende - wir auch - das schöne Wetter, um nach dem Museumsbesuch draußen auf der Terrasse in der Sonne die mitgebrachte Brotzeit zu verzehren. Dann geht es per Bus zurück nach Kyoto. Der Abend ist frei und so können wir wieder einmal die vorzüglichenach oben japanische Küche ausprobieren! Japanisch Kenntnisse sind übrigens nicht erforderlich, da alle Speisen jeweils vor den Restaurants in Wachs auf großen Plastiktellern ausgestellt sind.