Japan - zur Zeit der Kirschblüte


Vorwort

Japan als Reiseziel stand schon lange auf unserer Wunschliste! Vom 28. März bis 16. April 2010 haben wir uns diesen Wunsch erfüllt. Reiseveranstalter war Studiosus,die Reise wurde angeboten als "Japan, die umfassende Reise". Nach Marokko und Mexiko war es die dritte Reise mit diesem Veranstalter.

Byodoin Tempel
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Während der dreiwöchigen Rundreise lernen wir den Zauber des alten Japan kennen, wir sehen prächtige Schreine, elegante Tempel und stimmungsvolle Gärten aus der Zeit der Shogune.

Was diese Reise so besonders erlebnisreich gemacht hat: Wir erleben Japan zur Zeit der Kirschblüte, einer der Höhepunkte im japanischen Jahr und symbolträchtiger Bestandteil des kulturellen Lebens! Die Kirschbäume sind so zahlreich, dass die Farben weiß rosa, weiß und rot überall im Land regieren. Dabei wird die Kirschblüte nicht nur als Symbol für das Aufbrechen der Natur und als Ausdruck ihrer Schönheit betrachtet, sie steht auch für die Vergänglichkeit des Schönen und aller Dinge!

Aber der Reihe nach. Unsere Reise beginnt am 28. März 2010 mit dem Lufthansa-Flug LH 969 von München nach Frankfurt. Von dort geht es mit einer Lufthansa Boing Flug LH710 non stopp nach Tokyo, Flugzeit ca. 11 Stunden, Zeitverschiebung 7 Std (MEZ Sommerzeit). Um 7.30 Uhr des darauffolgenden Tages (29. März 2010) landen wir pünktlich auf dem Flughafen in Tokyo Narita International Airport, wo wir nach Erledigung der üblichen Einreiseformalitäten von der Studiosus-Reiseleitung, einer promovierten Japanologin und Diplom-Übersetzerin sowie Michiko, der japanischen Begleitung, bereits erwartet werden und die anderen Reiseteilnehmer kennenlernen.

Wir sind wie die meisten Reiseteilnehmer davon ausgegangen, dass wir zuerst ins Hotel fahren. Denn in der Reisebeschreibung steht:"...Am Morgen landen wir in Japans Hauptstadt. Auf dem Weg zum Hotel...." Es wäre nicht das erste Mal, dass Studiosus Sondervereinbarungen mit Hotels abschließt, die erlauben, das Hotelzimmer schon vor 15.00 Uhr beziehen zu können. Dem ist nun nicht so. Deshalb geht es nach Verladung des Reisegepäcks in den bereitstehenden Bus auch sofort zur ersten Besichtigungstour. Es regnet, die Schirme sind natürlich noch im Koffer, die Foto- und Filmgerätschaften noch nicht so richtig "schussbereit" und es ist unerwartet kalt und windig. Und wir haben auf dem Hinflug nicht gerade die dicken Winterpullover angezogen, denn die hätte man jetzt gebraucht.

Zum weiteren Procedere so viel: Um Land und Leute besser kennenlernen und wenigstens ein paar japanische Wörter bzw. Redewendungen verstehen zu können, gibt es jeden Tag ein japanisches Sprichwort und ein paar Vokabeln! Eine sehr nette Idee, die gut in der Gruppe ankommt!!

Hier sieht man die genaue Reiseroute >>>

 

knopf knopf

Erste Impressionen in Tokyo



Mo, 29. März 2010

"Im Moment des Zusammenkommens beginnt der Abschied."

(Spruch des Tages)

"Konnichi wa - Guten Tag!"

(Vokabel des Tages)

Narita International Airport ist der internationale Flughafen und er liegt ca. 60 km nordöstlich von Tokyo, der Inlandsverkehr wird auf dem relativ innenstadtnahen alten Flughafen Haneda abgewickelt. Bis zum ersten Besichtigungspunkt, dem ultramodernen Rathaus von Tokyo sind es ungefähr 1 1/2 Stunden Busfahrt.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Rathaus in Tokyo
Rathaus der Stadt Tokyo
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Das Rathaus der Stadt Tokyo (Tokyo Metropolitan Government) ist der Sitz der Präfekturregierung. Es wurde 1981 nach drei Jahren Bauzeit für den sagenhaften Preis von 157 Mrd. Yen (über eine Mrd. Euro!) errichtet und bildet den Kern des neuen Hochhausbezirks von Shinjuku. Geplant wurde das Gebäude von Star-Architekt Kenzo Tange. Mit den beiden Türmen, jeder 202 Meter hoch, überragt es die umliegenden Hochhäuser. Mit seiner charakteristischen Architektur ist es das neue Wahrzeichen der Stadt Tokyo. Im 45. Stockwerk einer der Türme befindet sich eine Aussichtsplattform, die kostenlos besichtigt werden kann, was wir dann auch tun. Im Gebäude arbeiten ca. 13.000 Leute! Der Blick vom Rathaus auf die Stadt ist leider nicht allzu überwältigend, da der Himmel sich komplett zugezogen hat und die Sicht auf die Stadt entsprechend schlecht ist. Aber Sonnenschein lässt sich eben nicht mitbuchen. Doch im Laufe des Vormittags ändert sich das Wetter dann doch noch.

Torii am Meiji-Schrein
Torii am Meiji-Schrein
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Nächster Besichtigungspunkt ist der Meiji-Schrein. Der Meiji-Schrein ist ein Schrein und kein Tempel. Und hier werden wir gleich mit der japanischen Glaubenswelt konfrontiert, einem Gemisch aus Shintoismus und Buddhismus. Viele Japaner heiraten nach shintoistischem Ritual, lassen sich jedoch buddhistisch beerdigen, sie sind also Shintoisten und Buddhisten in einem. Zu allem Überfluss schicken sie ihre Kinder aber auch auf christliche Schulen. Rund 84% der Japaner beteiligen sich an religiösen Feiertagen, doch nur 3,3% bekennen sich offiziell als Anhänger des Shintoismus. "Shinto" bedeutet "Weg der Götter", die shintoistischen Gotteshäuser nennt man Schreine. Jeder Schrein ist einer Gottheit (kami) geweiht, das zentrale Gebäude eines Schreins (honden) enthält einen Gegenstand, der von einer Gottheit "bewohnt" wird oder die Gottheit symbolisiert. Er wird shintai, "Körper der Gottheit", genannt. Im Buddhismus spricht man von "honzon". Ein Shinto-Schrein ist also, ähnlich wie eine buddhistische Tempelhalle, in erster Linie eine Stätte der Aufbewahrung von shintai-Heiligtümern.

Die häufigsten shintai sind Spiegel oder Schwert. Nur der oberste Priester weiß letztlich, was genaunach oben in einem Schrein liegt. Im Gegensatz zu buddhistischen Heiligtümern werden sie für gewöhnlich nicht gezeigt. Allerdings werden die shintai bei großen Schreinfesten in einen tragbaren Schrein gesetzt und in einer Prozession umhergeführt.

Sake-Fässer
Sake-Fässer
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Gekennzeichnet ist der Shintoismus durch Naturverehrung und Ahnenkult. Die Ahnen werden als allzeit existent und in ihren Gemeinschaften (Familie, Klan) weiterlebend gesehen und verehrt. Ein sogenanntes Torii markiert den Eingang zu einem Shinto-Schrein. Weitere Toriis markieren Abgrenzungen verschiedener Areale, die zu den heiligen Bereichen des jeweiligen Schreins führen. Oft stehen vor dem Torii zahlreiche Sake-Fässer, die dem Schrein gespendet wurden. Im Verlaufe unsere Reise werden wir noch zahlreiche Toriis sehen!

Japanisches Brautpaar
Japanisches Brautpaar
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Jedes Torii hat zwei Querbalken: den oberen, der auf den beiden Säulen aufliegt, und den unteren, der beide Säulen schneidet und miteinander verbindet. Das Torii am Meijischrein ist 1700 Jahre alt, aus taiwanesischem Zypressenholz und es zeigt am oberen Balken eine stilisierte Chrysantheme mit 16 Blütenblättern, das Emblem des Tenno, des japanischen Kaisers, der oberster Priester im Shintoismus ist. Gewidmet ist der Schrein den Seelen des Meiji-tennō und seiner Frau Shōken-kōtaigo. Sie starben 1912 bzw. 1914. Der Schrein wurde von US-amerikanischen Bomben am 1. April 1945 zerstört, nach Kriegsende aber wieder aufgebaut, wozu sich an die 110.000 Freiwillige für die Arbeiten einfanden. Die gegenwärtigen Bauten stammen aus dem Jahr 1958. Heutzutage werden hier gerne Hochzeiten abgehalten. So hatten wir das Glück, ein Brautpaar zu sehen, das dort getraut werden wollte.

Die gesamte Anlage rund um den Meijischrein ist in sehr gepflegtem Zustand und scheint von der Bevölkerung gut besucht zu werden.  Neben der Haupthalle sehen wir Bereiche, wo auf Täfelchen aufgezeichnete Wünsche nach Glück, Gesundheit, sicher auch nach Liebe und Reichtum ihrer Erfüllung entgegen sehen.  Man nennt diese Holztäfelchen "Ema".

Takeshita-Street
Takeshita-Street im Stadtviertel Harajuku
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Mittlerweile ist es Mittag geworden, Zeit etwas zu essen. Wir fahren mit dem Bus nach Harajuku. Harajuku ist das Stadtviertel rund um den Bahnhof Harajuku und ist vor allem bei jungen Japanern beliebt und gilt mit seinen vielen Läden und Boutiquen als eines der wichtigsten Modezentren Japans. Die kleine Einkaufsstraße Takeshita-dori (Takeshita-Street) ist die wichtigste Einkaufsmeile. Hier wird vorwiegend etwas punklastige Jugendmode angeboten. Entsprechend belebt ist die Straße, hauptsächlich von jungen Leuten. Die Reiseleitung bringt uns bis zu dem Anfang der Straße, gibt noch ein paar Tipps, wo man essen kann und überlässt uns erst einmal unserem Schicksal. Wir sollen uns nach einer Stunde am Bus treffen. Da es wieder stark zu regnen anfängt, wird aus dem Bummel über die Takeshita-Street nicht allzu viel. So halten wir schnell Ausschau nach einem Restaurant. Doch einen Sitzplatz in einem Lokal zu finden, ist wegen der vielen jungen Leute und auch wegen des Andrangs zur Mittagszeit fast aussichtslos. Das hätte man eigentlich vorausschauend von Seiten der Reiseleitung wissen müssen und gerade hier irgendwo eine Reservierung vornehmen lassen. Da sind wir schon enttäuscht! Na ja, zum Schluss findet sich noch ein italienisches Restaurant. Wir verdeutlichen der Bedienung unsere Essenswünsche. Wir sitzen mitten im Durchzug, irgendwann wird unser Essen (Spaghetti mit Sauce) serviert, ein heißer Tee tut gut und gegen 14.00 Uhr geht es per Bus weiter zum Kaiserpalast.

Japanisches Brautpaar
Blick auf den Kaiserpalast in Tokyo
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Er liegt im ehemaligen Gelände der Burg Edo und ist die Residenz des Tenno. Umgeben von Wassergräben und hohen Steinwällen wirken die Palastmauern wie ein Bollwerk gegen den Trubel der Millionenstadt. Vom Palast selber ist nicht viel zu sehen, er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, Ausnahmen sind Neujahr und der Geburtstag des Tenno (der jetzige Kaiser Akihito hat am 23. Dezember Geburtstag). Japanische Kiefern vor dem Palast sollen Stärke und langes Leben symbolisieren. Hier zeigen sich auch die ersten Kirschblüten!!!

Gegen 15.30 Uhr erreichen wir unser 5-Sterne-Hotel "Prince Park Tower" und sind erst einmal froh, uns nach diesem für uns doch sehr langen Tag erfrischen zu können. Das Zimmer ist geräumig und angenehm warm, eine Überraschung im Bad ist die vorgewärmte Luxustoilette, eine japanische Besonderheit mit diversen "Einstellungsmöglichkeiten", über die später noch berichtet wird und die uns auf dieser Reise immer wieder in den Hotels begegnet.

Heute findet um 19.00 Uhr das erste gemeinsame Abendessen statt. Normalerweise ist es bei Studiosus auch die erste Gelegenheit, dass sich die Reiseteilnehmer zum besseren Kennenlernen vorstellen. Wir treffen uns alle im Foyer des Hotels und gehen zu einem nahegelegenen Restaurant. Zum Zwecke des Kennenlernens ist das Lokal aber unserer Meinung nach nicht sehr geeignet. 27 Leute (25 Reiseteilnehmer und 2 Reiseleitererinnen) sollen an einem riesigen langen Tisch sitzen, was eine akustische Verständigung zu dem ohnehin vorhandenen Lärm fast unmöglich macht. So wird das gegenseitige Vorstellen erst einmal verschoben. Wir haben Pech mit unserem Sitzplatz, denn genau über dem Platz ist an der Decke eine Art Abzugshaube oder was immer das sein mag. Jedenfalls sitzen wir mitten im Windzug. Das stört uns gewaltig und wir werden daraufhin an einen separaten Tisch gesetzt. Damit ist der Kontakt zur Gruppe eh unterbrochen. Na ja, was soll`s !? Das erste japanischnach obene Essen (mit Stäbchen) ist vorzüglich! Allzu lange dauert das Essen nicht und wir sind heilfroh, als wir wieder zurück im Hotel sind und erst einmal ausschlafen können.