Japan - andere Länder, andere Sitten


Vor unserer Reise nach Japan haben wir uns intensiv mit dem Land und seinen Bewohnern, seinen Sitten und Gebräuchen befasst. Nun waren wir also da und möchten einige unserer Erfahrungen und Eindrücke, die wir bei unserem dreiwöchigen Aufenthalt sammeln konnten, hier wiedergeben. Dabei haben wir die anschaulichen Ausführungen der Reiseleiterin, die ja immerhin in Hiroshima studiert und mehrere Jahre in Japan gewohnt hat, mitverarbeitet.

Die Japaner - wenn man das so verallgemeinern darf - begegneten uns vom Anfang unserer Reise an sehr freundlich und höflich. Im Handumdrehen lernten wir, dass bei Begrüßungen die Verbeugung üblich ist. Das galt sowohl bei Begrüßungen im Hotel, in Restaurants oder beim Einkauf in Geschäften. Selbst der Schaffner im Zug verbeugt sich beim Betreten und Verlassen des Abteils!! Japan ist auch heute noch eine hierarchisch strukturierte Gesellschaft, in der jeder seinen besonderen Platz hat. Alter, Geschlecht und gesellschaftliche Stellung bestimmen den Status. Grundsätzlich gebührt dem Ranghöheren mehr Respekt, also verbeugt sich der Rangniedrigere tiefer und länger. Für uns als Touristen wird in jedem Fall eine mittlere Verbeugung akzeptiert. Es kam sehr gut an, dass wir gleich zu Beginn der Reise die nötigen Vokabeln zur Begrüßung lernten und davon Gebrauch machen konnten. Händeschütteln bei Begrüßung und Abschied ist unüblich!

Gefühle werden in Japan im Allgemeinen verhalten und nicht in der Öffentlichkeit ausgedrückt. Japaner ziehen es vor, Gefühle in der Öffentlichkeit eher nur anzudeuten.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Reinigungsspray
Reinigungsspray
>>Schliessen<<

Japan ist ein sauberes Land! Nirgendwo findet sich Papier oder sonstiger Unrat auf den Straßen, von Graffiti-Beschmierungen ganz zu schweigen. Man hat wirklich Mühe, überhaupt einmal einen Papierkorb auf öffentlichen Wegen und Plätzen zu finden. Das ist so! Auch in den Zügen findet man saubere Plätze vor, der Vorgänger hinterlässt keinen Müll! Ist das nicht wohltuend?? In einigen großen Kaufhäusern standen am Eingang Sprayflaschen zum Reinigen der Hände bereit!

Was das Einkaufen oder das Einholen einer Auskunft unter Umständen schwierig macht, sind die mangelhaften Englisch-Sprachkenntnisse!! Man versteht die Leute einfach nicht, wenn sie Englisch sprechen bzw. sie winken in der Regel gleich ab, wenn man sie auf Englisch ansprechen will. Die Reiseleiterin begründete dieses Manko damit, dass zwar die Japaner in der Schule Englisch lernen, aber fast nie unter Zuhilfenahme von Native Speakers oder Sprachlabors. Inwieweit diese Aussagen zutreffen, können wir natürlich nicht sagen.

Ein Wort zur Kommunikation: Nicht alle Mobiltelefone aus Deutschland funktionieren in Japan. UMTS-fähige Telefone können problemlos verwendet werden. In der Regel stehen in den Hotels im Eingangsbereich Laptops mit Farbdrucker zur kostenlosen Benutzung für die Hotelgäste.

Essensimitate
Das Essen als Wachsimitat
>>Schliessen<<

Wie man im Restaurant ein Essen bestellt, also die sprachlichen Barrieren überwindet, lernten wir schnell kennen, da ja an nur 6 Abenden ein gemeinsames Abendessen vorgesehen war. In Japan stehen vor den Restaurants in der Regel Imitate des Essens aus Wachs. Hat die Speisekarte keine Bilder, zeigt man einfach auf das Wachsimitat. Recht praktisch. Reis, Meeresfrüchte und Gemüse sind so in etwa die Grundbestandteile der japanischen Küche. Immer ist man bemüht um frische und qualitativ gute Zutaten. Auffallend ist neben der bewussten Einfachheit der Einfallsreichtum für ein höchst ästhetisches Arrangement der Speisen! Die Einweg-Stäbchen zum Essen zieht man aus der Papierhülle, bricht sie auseinander und nimmt sie in die Hand. Das obere Stäbchen ist das bewegliche, während das untere unter dem Daumen eingeklemmt wird und zwischen dem ersten und zweiten Glied des Ringfingers ruht. Die Stäbchen werden nach dem Essen oder bei Pausen auf die Ablage gelegt. Alles ist für uns als Europäer etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach ein bis zwei Tagen schafft man das Essen mit Stäbchen ganznach oben locker. Alles nur eine Übungssache. Die Suppe, die - anders als bei uns - nicht unbedingt die Vorspeise ist, kann auch zwischendurch gegessen werden, wobei man die Suppenschale ruhig an den Mund heben darf.

Zum Essen gibt es stets in Cellophanpapier eingehüllte kleine weiße, bereits durchgefeuchtete Tücher. Damit kann man anschließend seine Hände abwischen.

Bezahlt wird in der Regel beim Verlassen an der Kasse am Ausgang. Trinkgelder sind absolut unüblich in Japan!!

Getränkeautomaten
Getränkeautomaten
>>Schliessen<<

Die Getränkeautomaten sind schon eine Besonderheit. Man findet sie quasi überall! Sie sind einfach zu bedienen und werden von den Japanern immer benutzt. Inwieweit sie oft das Landschaftsbild stören oder nicht, ist Geschmackssache.

Luxustoilette
Luxustoilette
>>Schliessen<<

Eine Besonderheit, die ich schon im Reisebericht erwähnt habe, sind die japanischen Toiletten. Zunächst einmal die Toiletten, die wir in unseren Hotels vorfanden: Hochmoderne, beheizbare, "computergesteuerte" Luxustoiletten; die Klobrille ist meist vorgeheizt und senkt sich leicht beim Draufsetzen. Was man nun alles "einstellen" kann, zeigt das nebenstehende Foto. Man kann sich schnell an diese Toiletten gewöhnen und vermisst sie in den ersten Tagen nach der Rückkehr zu Hause!

Toilette Japanese style
Toilette "Japanese Style"
>>Schliessen<<

Nicht allzu toll sind dann die Toiletten, die man in der Regel an Autoraststätten oder öffentlichen Plätzen findet. Hier gibt es zwar auch "normale" Toiletten wie bei uns, hauptsächlich aber diese Art "Stehklos" wie auf nebenstehendem Bild zu sehen ist. Michiko, unsere japanische Reiseleiterin, prägte den Ausdruck "toilets in japanese style". Na ja, nicht so toll und nur für "Notfälle", wenn keine anderen da sind. Aber sauber waren diese Kloschüsseln eigentlich immer.

Love Hotel
>>Schliessen<<

Eine Hotelspezialität in Japan sind die sogenannten "Love-Hotels". Sie liegen meist am Rande oder etwas außerhalb der Städte. Man erkennt sie an ihren ungewöhnlichen baulichen Formen oder bunten Fassaden: Schlösser, Burgen, Schiffe oder Gebäude aus Märchen. Love-Hotels sind Stunden-Hotels und sind in erster Linie gedacht für Ehepaare oder anderweitig liierte Paare, die der häuslichen Enge für einige Stunden entfliehen möchten. Angesichts papierner Schiebetüren und dem beengten Zusammenleben generell bleibt für Intimitäten wenig Raum in Japan. Auchnach oben junge Paare, die noch keine eigenen vier Wände haben, vergnügen sich hier. Und - so wurde uns berichtet - vergnügt man sich hier natürlich auch auf Geschäftskosten oder trifft sich mit seiner Geliebten.

Kokeshi Puppe
Kokeshi-Puppe
>>Schliessen<<

In Souvenirläden standen immer wieder kleine und große Holzpuppen, sogenannte Kokeshi-Puppen. Sie sind ein für Japan charakteristisches traditionelles, kunsthandwerklich hergestelltes Spielzeug.  Sie haben eine stark simplifizierte Form, d.h. sie haben weder Arme noch Beine, sondern nur einen Kopf und einen zylindrischen Rumpf. Sie stellen kleine Mädchen dar. Durch die unterschiedlichen Bemalungen wirkt jede Puppe anders. Die Hauptfarben sind rot und schwarz. Zum Schutz der Farben werden sie mit einem feinem Wachsüberzug versehen.   Kokeshi-Puppen stammen aus der Edo-Zeit (zwischen 1600 und 1867) und waren Souvenirs der Kurorte um Thermalquellen. 

Ursprünglich kamen die Holzpuppen aus Nordjapan, der Tohoku-Region. Heute gilt die Stadt Sendai im Norden der Insel Honshu als „Kokeshi-Hauptstadt“.