Wir besuchen die Tempelstadt My Son

Do, 22. 03. 2012

Ein Besuch in der Tempelstadt My Son gehört nicht zum regulären Reiseprogramm, sondern muss als Reisebaustein zusätzlich gebucht werden. Wir haben diesen Baustein gebucht und fahren zusammen mit 9 Reiseteilnehmern gegen 8.00 Uhr mit dem Bus nach My Son.

Die Strecke beträgt ca. 45 km und führt an vielen Reisfeldern vorbei. Wir befinden uns hier im ehemaligen Champa Reich. In dieser Gegend haben die Amerikaner im Vietnamkrieg Entlaubungsmittel wie "Agent Orange" eingesetzt. Das sind Herbizide, die bei Pflanzen zum raschen Abfallen der Blätter führen. Militärisch wurden sie zur Entlaubung von Bäumen genutzt, um dem Feind die Deckung zu nehmen. Zudem wurden Entlaubungsmittel eingesetzt, um durch die Schädigung von Pflanzen den Gegner vom Nachschub mit Nahrung abzuschneiden. Dies führte zu Umwelt- und Gesundheitsschäden in erheblichem Ausmaß. Noch heute, über 35 Jahre nach Ende des Krieges, werden in dieser Gegend viele Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen geboren!! In manchen Gebieten sind die Böden extrem mit Dioxin belastet und stellen weiterhin eine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Vermehrt werden Eukalyptusbäume gepflanzt, die den Boden reinigen sollen, so berichtet jedenfalls der Reiseleiter.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Erdnusspflanzen
Herr Huy zeigt uns Erdnusspflanzen mit Erdnuessen
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Der ist heute wie umgewandelt, nicht mehr lustlos, sondern er überschlägt sich geradezu, uns so viel Sehenswertes wie möglich schon auf der Hinfahrt zu My Son zu zeigen. Liegt das nun an der kleinen Gruppe oder hatte er gestern einfach einen schlechten Tag erwischt?? Der erste Stopp ist an einem Bauernhof. Hier wachsen Erdnüsse (!!), Drachenfrüchte, Süßkartoffeln, Sesam und Limetten. Die Bäuerin backt Reispapier mit Sesam. Wir dürfen auch einen Backversuch wagen! Später wird Gemüse und Fleisch darin eingerollt! Ein lohnenswerter Besuch!

Beim Backen von Reispapier
Beim Backen von Reispapier
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Nächster Stopp ist an einem Bauernmarkt. Hier wird es erst recht interessant, denn viele der angebotenen Früchte und Gemüsesorten - sogar Frösche und Schlangen sind im Angebot - sind uns fremd, aber Herr Huy kennt sich bestens aus!

Das Weltkulturerbe My Son (Mi Son ausgesprochen) ist eine alte Kultstätte der Chamkultur. My Son bedeutet so viel wie "schöner Berg". Die bauaktivste Phase war im 10. Jahrhundert, als Champa auf dem Höhepunkt seiner Macht stand. Danach führten viele Kriege mit den Khmer und Vietnamesen zu Plünderungen, Zerstörungen und zum Verfall. Die Anlage geriet in Vergessenheit. Erst 500 Jahre später entdeckten die Franzosen dieses Gebiet und begannen, die Ruinen vom Dschungel zu befreien, doch letztendlich stehen heute nur noch 20% aller Gebäude. Während des Vietnamkrieges versteckten sich hier Widerstandkämpfer, worauf die Amerikaner das Gebiet zur "free fire zone" erklärten und mit Napalmbomben völlig verwüsteten. Bombentrichter sind noch heute zu sehen. My Son ist seit 1998 UNESCO Weltkulturerbe. Die 2 km lange Zufahrt zu der Tempelanlage erfolgt mit Jeeps und Minibussen.

Tempelanlage My Son
Tempelanlage My Son
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Nach der Besichtigung von My Son geht es per Bus zurück nach Hoi An. Im gebuchten Reisebaustein ist noch ein Mittagessen enthalten, in einem 5-Sterne Hotel in Hoi An! Ein exzellentes Essen erwartet uns!!

Der Nachmittag steht heute zur freien Verfügung. Wir nutzen die Zeit, um noch einmal in Ruhe durch die wunderschöne Altstadt zu spazieren, zu fotografieren und die vielen kleinen Geschäfte mit ihren Auslagen zu studieren. Ein Nachmittag mit sehr viel Muße, alleine, ohne Gruppe, das tut auch mal gut! Natürlich denken die anderen Reiseteilnehmer auch so und so begegnen wir auf unserem Streifzug vielen bekannten Gesichtern! Den Abend verbringen wir im Hotel. nach obenWir genießen eine Pizza, ein Glas Rotwein und erfreuen uns an den vielen bunten Lampions im Hotelgarten. So geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende! In Hoi An hätte man einen weiteren Tag problemlos verbringen können.