Über den Wolkenpass nach Da Nang und Hoi An

Mi, 21. 03. 2012

Heute verlassen wir um 8.00 Uhr das Hotel Festival in Hue zur Fahrt über den Wolkenpass nach Da Nang und Hoi An. Wie bisher immer, sind alle Reiseteilnehmer pünktlich, so dass wir planmäßig starten können. Die Fahrtstrecke beträgt zwar nur ca. 150 km, wegen der schlechten Straßenverhältnisse und einiger Foto-Pausen müssen wir mit einer längeren Fahrtzeit rechnen und werden erst am frühen Nachmittag in Hoi An eintreffen.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Reispflanzen im Wasser
Reispflanzen im Wasser
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Bevor wir den Wolkenpass erreichen, fahren wir zunächst ein Stück an der Küste entlang. Hier werden einige Fotostopps eingelegt. Der erste ist an einem Reisfeld. Hier haben wir Gelegenheit, ein kurzes Stück durch das Reisfeld zu gehen und die Pflanzen genauer anzuschauen. Da wir noch nie in einem Reisfeld gestanden haben, finden wir diesen Stopp recht gut. Natürlich werden wir beim Aussteigen aus dem Bus direkt von einer Schar bettelnder Kinder umringt, die wahrscheinlich nicht so recht verstehen, was wir uns da anschauen wollen. Der nächste Stopp ist an einer Lagune direkt an der Passtrasse zum Wolkenpass. Hier überquert gerade ein Zug die Straße, so dass der Bus sowieso anhalten muss. Dann geht es weiter Richtung Passhöhe.

Ehemalige Bunker am Wolkenpass
Ehemalige Bunker am Wolkenpass
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Der Wolkenpass ist ca. 20 km lang, erreicht eine Höhe von 496 Meter und bildet die natürliche Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam. In Nordvietnam herrscht subtropisches Klima mit vier Jahreszeiten, Südvietnam hat tropisches Klima, hier gibt es nur zwei Jahreszeiten, Trockenzeit und Regenzeit. Im Vietnamkrieg hatte der Wolkenpass sehr hohe strategische Bedeutung und war deshalb heiß umkämpft. Auf der Passhöhe befinden sich noch Reste von Bunkern der Amerikaner und Franzosen, ebenso verläuft hier die alte Mandarin- oder Reichsstraße, die heutige Nationalstraße 1, die Nord- und Südvietnam verbindet. Von den "atemberaubenden" Blicken auf Da Nang bzw. die Da Nang Bay und das Südchinesische Meer sehen wir allerdings wenig, da es recht diesig ist.

Im Cham Museum in Da Nang
Figuren - Gottheiten der Cham im Museum in Da Nang
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Nach einer angemessenen Pause, die ausreichend Gelegenheit zum Fotografieren gibt, geht die Fahrt weiter Richtung Da Nang. Hier besichtigen wir das Cham Museum. Es ist mit seinen über 300 Exponaten das bedeutendste Museum der Cham-Kultur. Gezeigt werden gut erhaltene Figuren, Altäre, Friese, Dekorationsstücke und Gedenksteine. Auf kleinen Schildern an den Wänden kann man die Geschichte der einzelnen Ausstellungsstücke nachlesen.

Die Cham waren vor allem im Zentrum Vietnams sowie in Kambodscha angesiedelt. Ihr Königreich Champa  bestand zwischen dem 2. und 15. Jahrhundert. In ihrer Blütezeit kontrollierten sie den gesamten Gewürzhandel Südostasiens; sie besaßen eine große Seeflotte und ihre Handelsbeziehungen reichten bis nach China, Indien, Arabien und sogar Japan. Oft gerieten  sie wegen ihrer Größe und ihres Einflusses in Konflikt mit dem Volk der Khmer, welches in unmittelbarer Nachbarschaft lebte.

Da Nang diente im Vietnamkrieg den Amerikanern als wichtige Marinebasis. In jener Zeit entwickelte es sich zu einer der größten Städte in Südvietnam. Heute gilt Da Nang nach Saigon, Hanoi und Hai Phong als viertgrößte Stadt der Sozialistischen Republik Vietnam.

nach obenGegen 15.00 Uhr erreichen wir Hoi An und können sofort im Hotel Hoi An Historic einchecken. Es ist unserer Meinung nach das schönste Hotel der ganzen Reise, besonders die Außenanlagen und der riesige Swimmingpool haben es uns angetan. In den Jahren von 2000 bis 2004 wurde das Hotel von der Viet Nam Tourism Administration als “top ten”-Hotel gehandelt und in den Jahren von 2004 bis 2006 von der Viet Nam Economic Times jeweils zum besten Service-Hotel gewählt. Es liegt in unmittelbarer Nähe der Fußgängerzone.

Unser Restprogramm für den heutigen Tag sieht eine Bootsfahrt und einen Spaziergang durch den malerischen Ort vor.

Hoi An Historic Hotel
Hoi An Historic Hotel - Eingang
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Hoi An wird in fast jedem Reiseführer als "das Erlebnis", "der schönste Ort in Zentralvietnam" beschrieben. Dem können wir voll zustimmen!! Was macht also den Ort so liebenswert? Hoi An, der "friedvolle Versammlungsort" liegt ca. 30 km südlich von Da Nang an der Mündung des Song Thu Bon und war einst der größte Hafen in Südostasien und gilt als eine Station der "Seidenstraße des Meeres", über 2000 Jahre reichen ihre Ursprünge zurück. Das Städtchen hat den Vorteil, dass es im Vietnamkrieg verschont blieb! So reihen sich bis heute die lang gestreckten alten Händlerhäuser - Holzhäuser mit wunderschön verzierten Balkonen aus dem frühen 19. Jahrhundert - am Flussufer und in den malerischen Gassen, zwischen Tempeln, Pagoden und Schreinen. In vielen Häusern sind wunderschöne Lokale, Galerien und natürlich die bunten Lampion Geschäfte untergebracht. Baulich und kulturell vermischen sich vietnamesische mit japanischen und vor allem chinesischen Traditionen. Fünf chinesische Versammlungshallen reihen sich mit ihren Tempeln an der Hauptstraße. Bis heute gedenkt man hier jener Seefahrer, die aus China kamen und hier landeten! Man opfert Tien Hau, der chinesischen Schutzgöttin der Seefahrer. Die Altstadt von Hoi An wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt!

Wie wir gleich am Anfang der Besichtigung feststellen, ist Hoi An mit seinen vielen Handwerksläden und Boutiquen ein wahres Shopping-Eldorado. In zahlreichen Kleidergeschäften kann man sich ein Hemd, eine Bluse oder gleich einen Anzug maßgeschneidert anfertigen lassen. Einige Reiseteilnehmer machen auch Gebrauch davon und holen die fertigen Sachen am nächsten Tag ab.

Versammlungshalle der Chinesen aus Fujian - Hoi Quan Phuc Kien
Versammlungshalle der Chinesen aus Fujian - Hoi Quan Phuc Kien
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Die wohl wichtigste und auch bedeutendste Sehenswürdigkeit, die wir bei unserem gemeinsamen Rundgang entlang der Hauptstraße in Hoi An besuchen, ist die Versammlungshalle der Chinesen aus Fujian - Hoi Quan Phuc Kien. Sechs Familien der Ming-Dynastie flohen im 17. Jh. mit einem Boot vor den Mandschuren hierher und bauten dieses Versammlungshaus. Der Tempel ist den Ahnen und vor allem der Meeresgöttin Thien Hau aus der Region Fujian geweiht. Ihre Statue thront auf dem Hauptaltar im Hauptraum.

Japanische Brücke in Hoi An
Japanische Brücke in Hoi An
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Ein weiteres Postkartenmotiv ist die holzüberdachte, 18 m lange Japanische Brücke. Japanische Kaufleute bauten sie als Verbindung zwischen dem japanischen und dem chinesischen Viertel. Mit dem Bau wurde 1593 begonnen, im Jahr des Affen, wie die beiden Affen an der japanischen Seite der Brücke anzeigen. Zwei Jahre später, im Jahr des Hundes, war das Bauwerk fertig, wie sich an zwei steinernen Hunden auf der chinesischen Seite erkennen lässt.

Nach dem Stadtrundgang und der Bootsfahrt auf dem Song Thu Bon ist um 19.00 Uhr in nach obeneinem Restaurant in Hotelnähe ein Abendessen. Danach bummeln wir noch einmal gemütlich durch den schönen Ort Hoi An!