Banteay Srei und die schwimmenden Dörfer auf dem Tonle Sap

Mi, 04. 04. 2012

Heute ist der letzte Tag der Indochina Reise, der mit Besichtigungen ausgefüllt ist. Morgen ist Abreisetag.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Eingangsportal Banteay Srei
Eingangsportal Banteay Srei
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Wir treffen uns nach dem Frühstück um 8.00 Uhr am Hoteleingang und fahren mit dem Bus zur Tempelanlage Banteay Srei. Banteay Srei ist einer der kleinsten Tempel, gilt auf Grund seiner Ornamentik aber zugleich als einer der kunstvollsten. Er liegt etwa 30 km nordöstlich von Siem Reap. Uns hat Banteay Srei von allen Anlagen am besten gefallen. Der Tempel wurde 967 zu Ehren des Gottes Shiva errichtet. Der Name "Banteay Srei" bedeutet "Zitadelle der Frauen" und er soll von den Dorfbewohnern stammen, die von den üppigen Devatas, den Tempeltänzerinnen, in den Nischen beeindruckt waren.

Tempelwächter
Tempelwächter
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Banteay Srei misst nur 95 x 110 m, ist aber in einem sehr guten Zustand. Die eingeschossige Anlage hat drei Türme und ein reich dekoriertes Eingangsportal, über dessen Durchgang der Gott Indra auf dem dreiköpfigen Elefanten Airavata zu sehen ist. Der verwendete harte rosa Sandstein lässt eine besonders detaillierte Ornamentik zu. Fast alle Wände der Gebäude im Tempelareal sind mit einem außergewöhnlich feinen Reliefdekor verziert. In zahlreichen Nischen stehen kleine Figuren: Devatas, Apsaras und Dvarapalas (Türwächter). Diese Kunstwerke sind so fein herausgearbeitet, dass sie eher wie geschnitzt anmuten als in Stein gemeißelt. Vor den Türen kauern mythische Wächter mit Menschleibern und Affenköpfen, auf den Treppenmauern hocken Garudas, Götterboten, die den Menschen Nachrichten und Anweisungen der Götter überbringen sollen.

Ehemalige Folterstätte der Roten Khmer
Ehemalige Folterstätte der Roten Khmer
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Nach der Besichtigung der wunderschönen Tempelanlage Banteay Srei fahren wir zurück nach Siem Reap. Auf halbem Weg von Banteay Srei nach Siem Reap liegt das Kloster Wat Thmey. Hier halten wir kurz an. Neben dem Kloster ist heute eine Gedenkstätte für die zur Zeit des Pol Pot Regimes ermordeten Khmer. Das helle breite Gebäude war ehemals eine Schule, dann ein Gefängnis und zum Schluss eine Folterstätte. In einem Glaskasten sieht man die Knochen der Ermordeten.

Für den Nachmittag ist der Besuch der "schwimmenden Dörfer" vorgesehen. Hier findet jedes Jahr ein einzigartiges Naturphänomen statt: Der Tonle Sap See ist der größte See in Südostasien und eines der fischreichsten Binnengewässer weltweit. Von Siem Reap ist er mit einer Busfahrt durch eine ebene Reisfelder Landschaft in einer knappen Stunde zu erreichen. Von Norden wird der See durch mehrere Zuflüsse gespeist, im Süden tritt der nach dem See benannte Tonle Sap Fluss aus, der in den Mekong mündet. Ende April, Anfang Mai führt der Mekong auf Grund der Monsunregenfälle und durch das Schmelzwasser aus dem Himalaya bis zu viermal mehr Wasser als in den trockenen Monaten. Das Mekong-Delta kann diese riesigen Wassermassen nicht sofort aufnehmen und ins Südchinesische Meer fließen lassen. Deshalb staut der Mekong den Tonle Sap Fluss zurück. Dieser wiederum fließt zurück in den Tonle-Sap-See und vergrößert diesen um das Vierfache, außerdem ist er zu dieser Zeit bis zu fünfmal so tief (von 2–3 m auf 14 m). nach obenDer Höhepunkt der Überflutungen wird im September erreicht. Zu diesem Zeitpunkt ist knapp ein Drittel der landwirtschaftlichen Kulturfläche Kambodschas von Wasser bedeckt. Wegen der geringen Höhe über dem Meer und der flachen Topographie ist das möglich.

Stelzenhäuser am Tonle-Sap-See
Stelzenhäuser am Tonle-Sap-See
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Ende Oktober, Anfang November lässt die Regenzeit nach und der See lässt die Wassermassen wieder abfließen. Während des Hochwassers wachsen besonders viele Fische heran, da das Wasser sehr nährstoffreich ist. Die große Fischerei beginnt im Februar. Dann bietet der See auf einem Quadratkilometer bis zu 8 Tonnen Fisch!! Viele Menschen ziehen direkt an den Tonle-Sap-See und passen sich den Wasserschwankungen an. Entweder bauen sie Hütten auf hohen Stelzen oder sie entscheiden sich, in schwimmenden Häusern zu leben, d.h. in Hausbooten oder in Hütten auf Flössen. Diese werden mit Seilen aneinandergebunden und mit Motorbooten umhergezogen. So können sie den Fischgründen quasi nachfahren, denn ihre "Standorte" können sie nach Belieben wechseln, je nachdem, ob Trockenzeit oder Regenzeit ist. In den "schwimmenden Dörfern" leben so bis zu 2000 Menschen, sie haben ihre Geschäfte, ihre Kirchen und sogar auch ein Stadion und eine Fitnesshalle, alles "schwimmend".

Schwimmende Häuser auf dem Tonle-Sap-See
Schwimmende Häuser auf dem Tonle-Sap-See
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Es gibt schwimmende Schulen und Pagoden, schwimmende Gärten und auch schwimmende Schweineställe. Bis zu 1000 Häuser existieren hier. Die Leute sind weitgehend Selbstversorger auf dem Wasser. Sie führen ein sehr bescheidenes Leben, brauchen aber z. B. nicht auf einen Fernseher zu verzichten, denn den Strom beziehen sie über Autobatterien. Wir halten mit unseren Booten an einem schwimmenden Restaurant mit Souvenirladen und einer Krokodilfarm an. Entsetzt sind wir nach obenüber die hygienischen Verhältnisse, aber da darf man nicht an Europa denken. Schon allein ein Blick auf den Fluss, der eher einer Kloake gleicht, reicht! Trotzdem bereuen wir es nicht, an der dreistündigen Fahrt teilgenommen zu haben!!

Verabschiedung Reiseleiter
Verabschiedung des Reiseleiters
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Verabschiedung Reiseleiter
Verabschiedung des Reiseleiters
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Auf dem Weg zurück ins Hotel halten wir noch kurz an einem Feld mit Lotos Blüten an, aber leider fängt es gerade da an zu regnen, so dass wir uns nur kurz aufhalten. Gegen 18.00 Uhr sind wir zurück im Hotel, um 19.00 Uhr findet das letzte gemeinsame Abendessen statt. Vorher wird noch Trinkgeld für den Busfahrer und den Reiseleiter eingesammelt. Herr Chi war ein Gewinn für die Gruppe. Nicht nur seine exzellenten Erklärungen, sondern auch seine charmante, humorvolle Art haben die Gruppe begeistert. Durch die sehr lebensnahen und auch persönlichen Erzählungen hat er uns das Leben in Kambodscha ein Stück näher gebracht. Ihn wird die Gruppe sicher lange in Erinnerung behalten.

Morgen Früh werden 6 Reisende unsere Gruppe verlassen, da sie noch einen einwöchigen Badeurlaub anschließen.