Ta Prohm, Ta Keo, Angkor Thom, Bayon und Angkor Wat

Di, 03. 04. 2012

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Wurzeln der Würgefeige am To Prohm
Wurzeln der Würgefeige am Ta Prohm
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Der heutige Tag ist komplett ausgefüllt mit dem Besuch der Tempelanlagen. Bereits um 8.00 Uhr fahren wir vom Hotel ab zur ersten Besichtigung: Ta Prohm. 'Ta' heißt Großvater, Ahne; 'Prohm' heißt der Gott Brahma, der Schöpfer. Ta Prohm ist "der Tempel von Brahma dem Ahnen". Er wurde 1186 geweiht. In späterer Zeit überließ man den Tempel dem Zerfall. Die ersten Architekten, die in der Neuzeit begannen, die Tempel zu restaurieren, beschlossen, Ta Prohm in seinem Zustand zu belassen, in dem man ihn vorfand: Überwachsen mit riesigen Würgefeigen und Kapokbäumen. Schnell erhielt der Tempel den Namen "Dschungel-Tempel". Einige Mauern sind derart überwachsen, dass man den Tempel darunter kaum noch erkennt. Die Vegetation und die herabgefallenen Mauersteine wurden nur so weit entfernt und gesichert, dass es Besuchern möglich ist, die Anlage zu begehen.

Eingang Ta Prohm
Westlicher Eingang Ta Prohm
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Auf dem Tempelgelände befand sich früher eine Stadt mit ca. 80.000 Einwohnern. Die äußere Umfassungsmauer ist 1500m lang und 650 m breit. Die gewaltigen Würgefeigen, deren Wurzeln sich durch die Gebäude schlängeln, sind natürlich das Fotomotiv schlechthin! Sehenswert ist auch der westliche Eingang mit den mehrere Meter hohen Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara, des Herrschers der Welt.

Der nächste Tempel, Ta Keo, ist der "Kristall Tempel". 'Ta Keo' bedeutet so viel wie 'Altes Kristall'. Der imposante Tempelberg ist ca. 50 m hoch, es führen 5 sehr steile Treppen hinauf. Da wir Temperaturen um die 34°C mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit haben, ist der Aufstieg sehr schweißtreibend. Die fünf Türme des Ta Keo Tempels symbolisieren vermutlich die fünf Gipfels des mythischen Berges Meru. Der Hindutempel ist über 1000 Jahre alt.

Götter und Dämonen vor Angkor Thom
Straße mit Göttern und Dämonen vor Angkor Thom
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Das Herz von Angkor bilden Angkor Thom und Angkor Wat. 'Angkor' bedeutet 'Stadt', 'Thom' heißt 'Groß'. Angkor Thom ist die 'Große Hauptstadt'. Sie wurde ab Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts auf Geheiß von König Jayavarman VII. als neue Hauptstadt des Angkor Reichs errichtet und beherbergte einst mehr als eine Million Menschen. Innerhalb der Mauern lebten der Königshof, die Priesterschaft und die Staatsbeamten. Das Volk wohnte außerhalb der Befestigungsmauern. Angkor Thom wird begrenzt von einem quadratischen Mauerring von drei Kilometern Seitenlänge, der wiederum von einem 100 m breiten und 6 m tiefen Wassergraben umgeben ist. Insgesamt fünf Straßen führen über den Wassergraben, je eine Straße in jede Himmelsrichtung, die fünfte Straße führt zum Osttor, durch das wir die Anlage betreten. Die Straße führt direkt auf den Königsplatz und den ehemaligen Königspalast. Der war aus Holz und ist abgebrannt. Am Ende der Zugangsstraßen befinden sich 23 m hohe Tore, wiederum mit den Gesichtern des Bodhisattva Lokeshvara, des Herrschers der Welt. Davor säumen zwei Reihen von "Giganten" den Weg: 54 Gottheiten zur Linken und 54 Dämonen zur Rechten. Beide tragen Schlangen (Nagas) mit 7 Köpfen.

Reliefs am Bayon, Alltagsszenen
Reliefs am Bayon, Alltagsszenen
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Am äußersten Mauerring von Angkor Thom liegt der Bayon Tempel. Er galt lange als hinduistisches Bauwerk, wurde aber 1925 als buddhistisches Heiligtum anerkannt. Er ist der Tempel mit den in Stein gemeißelten Gesichtern. Zudem liegt sein Schwerpunkt nicht in der Architektur, sondern in den lebensnahen Reliefs. Sie zeigen Szenen aus dem Alltag der Khmer: Innach oben großen Kesseln werden Schweine gekocht oder über dem Feuer gebraten, Männer sehen Hahnenkämpfen zu oder trinken Branntwein auf dem Marktplatz. Prinzessinnen ziehen sich an und Edelleute spielen Schach. Daneben werden auch Kriegsszenen dargestellt. Die Khmer erkennt man an freundlichen Gesichtern und langen Ohrläppchen; die Cham haben lange Haare und böse Gesichter; die Chinesen helle Haut, die Haare geknotet und Mausohren.

Mittlerweile ist es Mittag geworden, Zeit, eine Mittagspause in einem nahegelegenen Restaurant im Tempelbezirk einzunehmen. Herr Chi hat bereits vorsorglich Tische reservieren lassen.

Angkor Wat
Angkor Wat
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Ab 14.00 Uhr steht dann der Besuch von Angkor Wat auf dem Programm, der größten und auch bekanntesten Tempelanlage überhaupt. Bevor wir uns für diese Reise interessierten, haben wir Angkor Wat immer für die Gesamt-Tempelanlage gehalten. Jetzt erfahren wir, dass es nur ein Teil des archäologischen Areals ist, allerdings der größte und eindrucksvollste! Angkor Wat wurde zwischen 1113 und 1150 von Suryavarmann II. erbaut und war "heiliger Wohnsitz von Vishnu". Mit diesem Gott identifizierte sich der König selbst.

Haupteingangstor Angkor Wat
Eines der Haupteingangstore zu Angkor Wat
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Über den eigentlichen Zweck des Bauwerks besteht bis heute keine eindeutige Klarheit. Die Herrscher der Khmer sahen sich als Sachwalter des Gottes, unter dessen Schutz sie selbst und auch das Land standen. Jeder von ihnen ließ zumindest einen großen Tempel errichten, der dieser Gottheit geweiht war. Ungewöhnlich ist die Ausrichtung nach Westen, der Himmelsrichtung Yamas, des Gottes des Todes - ganz im Gegensatz zu der für Hindu-Tempel üblichen Ostausrichtung. Manche Forscher deuten den Tempel deshalb auch als Grabstätte des Königs. Eine Grabkammer oder Hinweise darauf wurden aber noch nicht gefunden. Der Gesamtkomplex umfasst eine Fläche von zwei Quadratkilometern, 2,2 Millionen Steinblöcke wurden verbaut, 80% aus Sandstein. Die Anlage hat fünf verschiedene Eingänge, ein Eingang war nur dem König vorbehalten.

Hauptturm Angkor Wat
Einer der 5 Haupttürme in Angkor Wat
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Auf der Fahrt dorthin fahren wir an einem künstlich angelegten Wassergraben entlang, der mit 200 Metern Breite den eigentlichen Tempel Angkor Wat umgibt. Dieser Wassergraben symbolisiert das Urmeer und wird über eine Sandsteinbrücke überquert. Anschließend steht man vor dem Eingangstor von Angkor Wat. Von hier aus führt ein noch längerer Dammweg zur Tempelplattform und dem zentralen Tempelturm. Rechts und links davor befinden sich kleine angelegte Tümpel, in denen sich die fünf Türme der Anlage spiegeln. Hier entstehen die weltberühmten Angkor Wat Bilder. Das eigentliche Herz bildet ein viereckiger Tempel mit Innenhof und reich verzierten Außenwänden – den Flachreliefs. Diese Flachreliefs bedecken eine Wandfläche von ca. 700 Metern Länge. Sie sind damit die längsten zusammenhängenden Flachreliefs der Welt. Sie stellen die Heldentaten des Königs und mythische Szenen dar, ebenso geben sie einen Einblick in die damaligen Lebensgewohnheiten. Hier braucht man Zeit, um die detailreichen Darstellungen auf sich wirken zu lassen, obwohl man nach einiger Zeit nicht mehr aufnahmefähig ist. Es ist einfach überwältigend.

Reliefs in Angkor Wat
Reliefs in Angkor Wat
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Wie schon oben erwähnt, steht im Zentrum von Angkor Wat ein markanter Tempel mit fünf nach Lotusblüten geformten Türmen (Prasat). Der größte Turm ist 65 m hoch. Viele der Tempelwände sind mit steinernen Figuren dekoriert, die Tänzerinnen - Apsaras - darstellen. Jede Figur hat eigene, besondere Merkmale, so dass sie sich untereinander nicht gleichen. Insgesamt sind es 1850 Apsaras!!

Angkor Wat gilt als Höhepunkt der Khmer-Architektur und gilt als die imposanteste Tempelanlage weltweit. Angkor Wat ist auch ein herausragendes nationales Symbol, es findet sich als Abbildung auf der Nationalflagge und auf den Geldscheinen. Selbst in der Zeit des Regimes der Roten Khmer war eine goldene Silhouette des Tempels Teil der kambodschanischen Flagge.

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Nach der gemeinsamen Besichtigung wird genügend Zeit für einen individuellen Rundgang gegeben. Danach fahren wir mit dem Bus zurück ins Hotel. Um 20.00 Uhr ist noch ein gemeinsames Abendessen eingeplant.