Nach Siem Reap und Angkor - ins Herz des Khmer-Reiches

Mo, 02. 04. 2012

Die letzten Tage unserer Indochina-Reise brechen an und bringen mit der Besichtigung der Tempelanlagen von Angkor den Höhepunkt der gesamten Reise.

Heute heißt es, noch einmal sehr früh aufstehen, nämlich um 4.00 Uhr. Um 5.00 Uhr müssen die Koffer vor dem Zimmer stehen und um 5.40 Uhr ist bereits die Abfahrt zum Flughafen. Um 7.15 Uhr startet der kurze Flug nach Siem Reap. Gegen 5.00 Uhr gibt es zwar noch ein Frühstück im Hotel, aber da das Personal erst um diese Zeit mit der Arbeit anfängt, ist die Auswahl dürftig.

Am Flughafen in Siem Reap begrüßt uns Herr Chi, ein exzellent deutsch sprechender Reiseleiter, was sofort auffällt. Herr Chi gewinnt umgehend durch seine sympathische Ausstrahlung und er ist im Nachhinein gesehen der beste Reiseleiter der ganzen Reise!

Zuerst fahren wir ins Hotel. Dort können wir schon unser Gepäck ablegen und erhalten einen Begrüßungsdrink. Die Zimmer stehen allerdings - wie international üblich - erst ab 14.00 Uhr zur Verfügung.

Um die Tempelanlagen von Angkor in den nächsten drei Tagen besuchen zu können, brauchen wir für diesen Zeitraum einen Besucherpass (40$ - im Reisepreis enthalten), der bei jedem Eintritt vorzuzeigen ist. Diesen Pass erhalten wir am Eingang zur Roluos-Gruppe, die wir als erstes besuchen. Jeder wird kurz abgelichtet und erhält nach wenigen Minuten seinen Pass.

Angkor, wenige Kilometer von Siem Reap entfernt, einst das Zentrum des Khmer-Reiches, das sich hier vom 9. bis 13. Jahrhundert ausdehnte, ist heute ein riesiger archäologischer Park mit einer Fläche von ca. 300 km². Die Khmer schufen in der Ebene des Tonle Sap ein riesiges Netz aus Becken, Kanälen und Reisfeldern. Die Erträge sicherten das Überleben des Volkes und dienten zur Finanzierung der monumentalen Tempelanlagen und Paläste von Angkor. In ihnen sahen sie Abbilder des mythischen, kosmischen Berges Meru. Umgeben waren die Tempel von riesigen Wasserbecken, die als Wasserreservoir dienten, in denen die Khmer-Könige aber auch symbolisch den Ur-Ozean sahen. Die Tempel von Angkor liegen teilweise kilometerweit auseinander. Sie sind zu Fuß nicht ohne weiteres erreichbar. Angkor Wat ist eigentlich nur einer der Tempel, allerdings als bekanntester Tempel das Synonym für Angkor.

Herr Chi wird uns in den nächsten Tagen die verschiedenen Tempelanlagen erklären. Es empfiehlt sich zudem, sich unbedingt in entsprechender Literatur kundig zu machen, ansonsten würdennach oben sicher zu viele Details verloren gehen. Wir beschränken uns in unserem Bericht auf wenige allgemeine Aussagen und verzichten auf detaillierte Beschreibungen der Tempel, da wir keine Fachbücher ersetzen wollen und können.


Tempelanlagen von Angkor

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Reitstsier des Gottes Shiva
Reitstier des Gottes Shiva vor dem Tempel Preah Ko
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Tempel Preah Ko
Tempelanlage Preah Ko
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Unsere erste Besichtigung sind die Tempel der Roluos-Gruppe: Preah Ko und Bakong. Die Tempel liegen ca. 12 km südlich von Siem Reap in der Umgebung des Dorfes Roluos. Sie stammen aus dem 9. Jahrhundert. Preah hießt übersetzt 'heilig' und Ko 'Stier'. Preah Ko ist ein hinduistischer Tempel, der 'Tempel des Heiligen Stiers'. Vor den Gebäuden stehen drei Figuren, die das Reittier des Gottes Shiva darstellen, den Stier Nandi. Die Hindutempel haben nur eine offene Tür, sie dienten nur dem Gebet, in ihnen wohnten die Götter, die Menschen lebten drum herum. Die Tempel werden von einer Mauer und einem Wassergraben umgeben. Am Preah Ko gibt es kunstvolle Steinmetzarbeiten zu bewundern, z.B. männliche und weibliche Shiva-Darstellungen.

Prasat Bakong
Prasat Bakong
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In der Khmer Sprache gibt es das Wort 'Prasat'. Es bezieht sich ausschließlich auf religiöse Bauwerke und bezeichnet sowohl den Gesamtkomplex einer Tempelanlage als auch den zentralen Tempelturm. Der hat in der Regel einen quadratischen Grundriss mit mehreren aufeinander gesetzten, immer kleiner werdenden Stufen oder Stockwerken. In jedem Stockwerk wiederholt sich das Erdgeschoss mit Tor, Türsturz und Kranzgesims. Oben wird der Prasat mit einer Kugel oder einer Lotosblüte abgeschlossen. Der Prasat steht nicht direkt auf dem Boden, sondern auf einer Art Plattform mit einer oder vier Zugangstreppen.

Bakong; Relief mit Dämonen
Bakong, Relief mit Dämonen
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Die Tempelanlage Bakong, die wir als nächstes besuchen, liegt 500m hinter Preah Ko und stammt aus dem 9. Jahrhundert. Der Bakong besteht ganz aus Sandstein und er gilt als der erste große Staatstempel der Khmer. In seiner Entstehungszeit war er das größte Bauwerk des südasiatischen Festlandes.

Bakong war das Zentrum der Stadt Hariharalaya; dieser Name ist abgeleitet von 'Harihara', einer Gottheit des Hinduismus.

Nach der Besichtigung dieser beiden Tempelanlagen machen wir eine längere Mittagspause in einem Restaurant und fahren danach zurück ins Hotel. Eigentlich ist für den Nachmittag eine Fesselballonfahrt gebucht, aber wie Herr Chi uns mitteilt, fällt diese wegen zu starker Winde aus. Sie fällt auch an den beiden nachfolgenden Tagen aus denselben Gründen aus, was unverständlich ist, da es fast windstill ist. Offenbar hat der zuständige Mitarbeiter keine Lust, den Ballon hochsteigen zu lassen. Anders können wir uns dieses Verhalten nicht erklären. Na ja, GEBECO erstattet im Nachhinein anstandslos die bereits bezahlten Kosten von je 18€/Person. nach obenWir nutzen den freien Nachmittag für einen Spaziergang in Siem Reap und die Vervollständigung unseres Berichtes sowie der Sicherung der Fotos, bevor es um 18.45 Uhr zum gemeinsamen Abendessen geht.