Auf nach Phnom Penh - Kambodscha

Sa, 31. 03. 2012

Der Flug VN 921 mit Vietnam Airlines von Vientiane nach Phnom Penh ist für 11.30 Uhr terminiert. Als Abfahrt vom Hotel wird 9.30 Uhr vereinbart; es pressiert also nicht und wir können in Ruhe frühstücken und unser Gepäck bis 8.30 Uhr vor die Zimmertür stellen.

Der Flug nach Phnom Penh dauert 1h30min. Pünktlich um 13.00 Uhr landen wir auf dem Phnom Penh International Airport. Hier erfolgt das gleiche Einreiseprocedere wie in Laos, sofern man wie wir noch kein Visum hat. Ein 30 Tage Visum - "Visa on arrival" - kostet 20 US-Dollar. Außerdem wird ein Passbild benötigt.

Reiseleiter in Phnom Penh, der Hauptstadt des Landes, ist Herr Lay, der uns am Flughafen erwartet und im bereitstehenden Bus eine erste "landeskundliche Einführung" gibt. So erfahren wir, dass "Phnom" übersetzt 'Hügel' heißt und "Penh" der Name einer wohlhabenden Witwe war. Sie lebte in einem Dorf am Ufer des Tonle-Sap-Flusses. Eines Tages schwemmte dieser Fluss einen Baumstamm an, in dessen hohlem Inneren Frau Penh vier kleine Buddha Statuen aus Bronze und eine Götterstatue aus Stein entdeckte. Um den Statuen einen würdigen Platz zu geben, ließ Frau Penh einen Erdhügel aufschütten und darauf eine Pagode errichten. 1372 wurde das Heiligtum eingeweiht und hieß fortan "Wat Phnom Don Penh" - das Kloster auf dem Berg der Frau Penh.

Wappen Phnom Penh90% aller Einwohner Kambodschas sind Buddhisten, 10% Muslime und andere. Jährlich besuchen ca. 2,5 Millionen Touristen das Land, wobei die vergangene Khmer Kultur in Angkor Wat als Aushängeschild und Magnet für Touristen gilt. In Kambodscha leben ca. 14,5 Millionen Einwohner, das Land ist halb so groß wie Deutschland. 95 % der Kambodschaner sprechen Khmer, eine südasiatische Sprache. Khmer ist auch die Amtssprache in Kambodscha. Außerdem werden Vietnamesisch, Chinesisch, Cham und einige weitere Minderheitensprachen im Alltag verwendet. Der US-Dollar und Kambodschanische Riel (KHR) werden parallel verwendet. Die meisten Preise werden in US-Dollar angegeben, kleinere Einheiten als ein US-Dollar werden in Riel abgerechnet.

In den Jahren von 1975 bis 1979 brachten die Roten Khmer Leid und Elend über das Land und läuteten das dunkelste Kapitel in der Geschichte des Landes ein. Die Regierung Pol Pots forderte Millionen von Opfern und zerschlug die bestehenden Gesellschaftsstrukturen. Die Oberschicht, Mönche, Intellektuelle und führende Militärkommandanten waren für die Roten Khmer nicht mit der neuen Gesellschaftsordnung vereinbar. In vielen Vernichtungslagern wurden Menschen sinnlos gefoltert und hingerichtet. Ziel war die Errichtung eines sozialistischen Bauernstaates. Seit Juli 1991 ist diese Herrschaft endgültig zu Ende.

Das Trauma dieser Zeit prägt die Menschen bis heute. Noch immer gibt es Regionen, nach obenin denen Tausende von Landminen sowohl aus dem Indochina-Krieg als auch aus der Schreckensherrschaft der Roten Khmer liegen. Dennoch geht die Bevölkerung mit großem Engagement und Zielstrebigkeit an den Wiederaufbau des zerstörten Landes!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

In einer Apsara-Kunstschule
In einer Apsara-Kunstschule in Phnom Penh
>>Schliessen<<

Wir starten unser Besuchsprogramm mit Tanzvorführungen in einer Apsara Kunstschule.

Apsaras sind in der hinduistischen und Teilen der buddhistischen Mythologie halb menschliche, halb göttliche Frauen, die im Palast des Gottes Indra leben. Man kann sie auch als "Hofdamen" beschreiben, deren Aufgabe es ist, die Götter zu unterhalten.

Die Apsara Arts Association ist ein international gefördertes Projekt zur Reaktivierung von Kunst und Kultur in Kambodscha. Die Roten Khmer hatten während ihrer Schreckensherrschaft alles, was mit Kunst und Kultur zu tun hatte, eliminiert. So gab es keine Apsara Tänze. Glücklicherweise sind heute diese schönen Künste wiederbelebt. Wir haben in dieser Kunstschule gesehen, wie schon kleine Kinder in die Übungen und Kunstfertigkeiten dieses Tanzes eingewiesen werden, was ein hartes, regelmäßiges Training verlangt. Die Kinder kommen meist aus armen Familien oder sind Waisen. Hier erhalten sie daneben auch Unterricht und Mahlzeiten. Die Projekte sind auf Spenden angewiesen, um die wir am Ende der Vorführungen auch gebeten wurden.

Königspalast in Phnom Penh-Thronhalle
Königspalast in Phnom Penh - Thronhalle
>>Schliessen<<

Hauptsehenswürdigkeiten in Phnom Penh sind natürlich der Königspalast und die Silberpagode. Sie fehlen auch nicht auf unserem Programm!

Der Königspalast besteht nicht nur aus einem großen Gebäude, sondern aus einer Reihe von Gärten, Palais, Stupas und Pagoden mit goldenen Dächern:

Im Zentrum der Anlage steht der Thronsaal. Hier finden offizielle Empfänge statt sowie Krönungs- und Staatszeremonien.

Das Palais Khemarin ist die Residenz des Königs; sie ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Im offenen Chan-Chaya-Pavillon finden bis heute Musik- und Tanzaufführungen des königlichen Balletts statt, außerdem werden hier Paraden abgenommen.

Der Pavillon Napoleon III. : Napoleon III. hatte ihn anlässlich der Eröffnung des Suezkanals 1869 anfertigen lassen und ihn 1876 König Norodom I. geschenkt.

Silberpagode in Phnom Penh
Silberpagode in Phnom Penh
>>Schliessen<<

Die Silberpagode ist der Publikumsmagnet. Hier liegen 5329 in Frankreich gefertigte Bodenfliesen aus kambodschanischem Silber. Jede Bodenfliese wiegt 1,125 kg! In der Silberpagode steht zudem der Preah Keo, eine Buddha Figur aus dem 17. Jahrhundert, die dem Smaragd-Buddha in Bangkok nachempfunden ist. Davor steht, geschützt in einem Glasbehälter, eine Buddha Figur aus purem Gold. Ihr Gewand ist mit 2086 Diamanten besetzt. Es herrscht absolutes Fotografier Verbot - aus verständlichen Gründen.

Stupa zum Gedenken an Kantha Bopha
Stupa zum Gedenken an Kantha Bopha, Tochter von König Sihanouk
>>Schliessen<<

In unmittelbarer Nähe zur Silberpagode steht der Stupa zum Gedenken an Kantha Bopha. Sie war eine Tochter König Sihanouks und starb 1952 im Alter von 4 Jahren an Leukämie. Ihre Asche ist auf einem auf einer Lotosblüte ruhenden Miniaturstupa eingeschlossen.

Weitere Stupas enthalten die Asche König Norodoms sowie seines verstorbenen Vaters König Ang Duong.

In der Nähe des Westausgangs ist noch ein Modell von Angkor Wat zu sehen.

Wir haben nach der gemeinsamen Besichtigung genügend Zeit, uns alles noch einmal alleine anzuschauen. Eigentlich müsste man hier einen Tag später noch einmal hinkommen, es sind sehr viele Eindrücke, die man nicht so schnell verarbeiten kann. Aber das geht natürlich nicht.

Zum Abschluss der heutigen Besichtigungen steht noch ein Besuch des Central Market, des Hauptmarktes in Phnom Penh auf dem Programm. Hier bedarf es keiner Führung!

nach oben

Unser Hotel in Phnom Penh ist das Hotel Juliana, ein sehr gutes, komfortables Hotel mit Swimmingpool. Hier werden wir zwei Nächte bleiben. Gleich am ersten Abend wartet das Hotel mit einem reichhaltigen, erstklassigen Buffet auf! Ein schöner Tagesabschluss!!