Von Vang Vieng in die Hauptstadt Vientiane

Fr, 30. 03. 2012

Das Frühstück im Hotel Vansana ist recht dürftig. Da wir um 8.00 Uhr abfahren und somit gegen 7.00 Uhr frühstücken wollen, ist leider noch nicht alles im Frühstücksraum vorbereitet. Sicher ein Minuspunkt bei der Beurteilung des Hotels!

Die Nationalstraße 13 nach Vientiane ist hinter Vang Vieng eine einzige Schotter- und Staubpiste!! Der Reiseveranstalter verspricht atemberaubende Landschaften entlang fruchtbarer Ebenen des Mekong-Tieflandes. Leider sehen wir nicht allzu viel davon. Nicht nur die staubigen Streckenabschnitte, sondern auch die vielen Brandrodungen vernebeln die Aussicht. Um Anbauflächen für Reis zu gewinnen, werden riesige Waldgebiete einfach abgebrannt. Regierungsstellen scheinen nichts dagegen zu unternehmen. Überhaupt ist unser Reiseleiter auf seine Regierung nicht gut zu sprechen. Seiner Meinung nach ein korruptes System, in dem für alles und jedes bezahlt werden muss.

Auf dem Weg nach Vientiane erfahren wir einiges über die Familienstruktur in Laos. So hat eine Familie durchschnittlich 6 - 10 Kinder. Man sieht sehr gerne, wenn das erste Kind ein Mädchen ist, da die Eltern meist im Alter bei dem ersten Kind bleiben. Bei der Heirat muss der Mann für die Braut bezahlen, der Preis wird von den Eltern der Frau festgesetzt. Dieser ist anfänglich hoch, worauf die Verwandtschaft des Bräutigams bei mehreren Zusammenkünften vor der Hochzeit den Preis herunterhandeln muss, falls sie ihn nicht begleichen kann. Zur Hochzeit werden 200 - 500 Gäste eingeladen, die Kosten für die Beköstigung haben ebenfalls die Eltern des Bräutigams zu bezahlen. Nicht selten sind diese gezwungen, Kredite aufzunehmen, um alle Kosten zu decken. Als Hochzeitsgeschenk werden Briefumschläge mit Geld gegeben. Nach der Hochzeit wohnt das Paar zunächst für mindestens 1 Jahr bei den Brauteltern, ehe es in eine eigene Wohnung zieht.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Fischmarkt in Huay Mor
Fischmarkt in Huay Mor
>>Schliessen<<

Unser erster Stopp auf der Fahrt in die Hauptstadt ist der Fischmarkt in Huay Mor. Hier wird hauptsächlich getrockneter Fisch verkauft, aber der Markt bietet natürlich auch andere Spezialitäten an.

Gegen Mittag erreichen wir Vientiane, wo wir zuerst eine kleine Mittagspause einlegen. Wir gönnen uns ein Omelett mit Bacon und Ham, dazu ein lokales Bier bzw. einen Cappuccino. Gestärkt können nun die Besichtigungen anfangen.

Vientiane, die Hauptstadt von Laos, ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Offiziell hat die Stadt 350.000 Einwohner, im gesamten Ballungsraum leben aber 620.000 Menschen. Die Stadt erstreckt sich über mehrere Kilometer am Ufer des Mekong, der die Grenze zum benachbarten Thailand bildet. Vientiane liegt in der tropischen Zone und hat zwei Jahreszeiten: Trockenzeit und Regenzeit. Die Regenzeit beginnt im April und dauert ca. 7 Monate. Durchgehend heiß ist es in Vientiane, hinzu kommt eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit.

Wat Si Saket in Vientiane
Wat Si Saket in Vientiane
>>Schliessen<<
Stupas zur Aufbewahrung der sterblichen Überreste buddhistischer Gläubiger
Stupas zur Aufbewahrung der sterblichen Überreste buddhistischer Gläubiger
>>Schliessen<<

Das älteste erhaltene Heiligtum der Stadt und unsere erste Besichtigung ist Wat Si Saket, 1818 von König Anouvong gestiftet. Das Areal gliedert sich in einen Wohnbereich der Mönche und den Kultbereich. Der Sim im Zentrum des Kultbereichs ist von Säulengängen umgeben, in denen mehr als 300 Buddha Statuen stehen. Sie stammen aus dem 16. und 19. Jahrhundert und sind aus Bronze, Silber, Holz oder Stein gearbeitet. An der Rückseite desnach oben Wandelganges befinden sich mehr als 2000 in kleine Wandnischen gesetzte Miniatur-Buddhas. Entlang der äußeren Umfassungsmauer stehen mehrere kleine Stupas zur Aufbewahrung der sterblichen Überreste buddhistischer Gläubiger.

Ho Pha Keo, ehemaliger Königstempel
Ho Pha Keo, ehemaliger Königstempel
>>Schliessen<<

Der ehemalige Königstempel Ho Pha Keo liegt dem Wat Si Saket schräg gegenüber. Er diente dem Königshaus zum Besuch wichtiger buddhistischer Zeremonien. Er soll ursprünglich 1565 erbaut worden sein und beherbergte in seinem Inneren den 'Smaragd-Buddha', den die Siamesen sich 1779 zurückholten und der heute im Wat Phra Keo in Bangkok steht. Der Königstempel in Vientiane heißt nur Ho (Saal) und nicht Wat (Kloster), da hier nie Mönche residierten. Er fungiert heute als Museum, in dem umfangreiche Sammlungen kostbarer Exponate laotischer Kunst zu sehen sind.

Tempelwächter Wat Si Muang
Eine der zahlreichen Wächterfiguren im Wat Si Muang
>>Schliessen<<

Das 'Kloster der Heiligen', Wat Si Muang, ist das beliebteste Heiligtum Vientianes. Es ist Standort der 'Stadtsäule' (lak muang) und  beherbergt den Schutzgeist Vientianes. Viele Gläubige pilgern hierher, um durch Spenden Verdienste für das nächste Leben anzusammeln.

Der markante Stupa des Pha That Luang - 'Große Stupa' oder 'Heilige Königliche Reliquie' - ist unser nächstes Ziel. Er ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt, sondern des ganzen Landes und ziert als Nationalsymbol das Staatswappen von Laos. Legenden berichten, dass Abgesandte von König Ashoka etwa im Jahr 307 v. Chr. eine Reliquie des Buddha hierher brachten. Wiederum eine andere Legende behauptet, es haben hier zwei Nagas, Wesen mit magischen Fähigkeiten, residiert.

Pha That Luang
Pha That Luang
>>Schliessen<<

Der Stupa steht auf drei nach oben kleiner werdenden Plattformen, die jeweils außen von großen, stilisierten Lotos-Blütenblättern gestützt werden. Sie sollen quasi als Grenzsteine die heiligen Bezirke schützen. Durch Tore an den vier Seiten ist die jeweils nächste Stufe erreichbar. Die unterste Plattform ist 68 m x 69 m groß, die zweite Plattform ist 48 m x 48 m groß. Auf der obersten Plattform sind 30 Miniatur-Stupas aufgestellt. Der eigentliche Sockel der Stupa misst 30 m x 30 m. Die Spitze des 45 m hohen Bauwerks stellt eine stilisierte Bananenblüte dar.

Der heutige Stupa geht auf König Setthathirath zurück. Er hatte 1566 die Hauptstadt von Luang Prabang nach Vientiane verlegt und den Stupa unter dem Sanskritnamen 'Lokaculamani' (Gipfel der Welt) eingeweiht. Dieser Name weist auf die Bedeutung als Abbild des Berges Meru hin. Im dortigen höchsten Himmel lebt Gott Indra im Culamani-Palast. Reisende haben berichtet, dass die Oberfläche des Stupa damals mit 500 Kilogramm Blattgold bedeckt war. Heute sieht die Oberfläche eher renovierungsbedürftig aus. Auf dem großen Platz vor dem Stupa steht eine Statue des Königs Setthathirath.

Patuxai - Siegestor in Vientiane
Patuxai - Siegestor in Vientiane
>>Schliessen<<

Zum Abschluss der heutigen Besichtigungen fahren wir zur "Champs Elysees" von Vientiane; das ist der breite Thanon Lan Xang zwischen Präsidentenpalast und Siegestor (Patuxai) - nur die vielen Restaurants, Cafés und Läden des Pariser Vorbilds fehlen hier. Zumindest eine gewisse Ähnlichkeit des Siegestors zum Arc de Triomphe lässt sich nicht verleugnen.

nach obenDamit endet der letzte Tag in Laos. Es gibt noch ein gemeinsames Abendessen - ein großes Buffet - in unserem Hotel Mercure in Vientiane, somit ein wirklich schöner Abschluss. Morgen geht es weiter nach Kambodscha!