Von Luang Prabang zu den Höhlen von Pak Ou

Mi, 28. 03. 2012

Heute Morgen bin ich (Anita) schon um 5.30 Uhr aufgestanden, um den allmorgendlichen Almosengang der Mönche mitzuerleben. Ich habe mich mit 12 anderen Reiseteilnehmern für 6.00 Uhr am Hoteleingang verabredet. Vor dem Hotel stehen bereits zwei Tuks - das sind die laotischen Taxis-, die uns für 10.000 Kib/Person vom Hotel in die Stadt und wieder zurück bringen. Kib ist die laotische Währung, 10.000 Kib entsprechen ca. 1 €.

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Spenden
Essensspende
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Mehrere Hundert Mönche und Novizen in ihren orangefarbenen Gewändern ziehen allmorgendlich gegen 6.00 Uhr auf einer festgelegten Route durch die Straßen der Stadt. Hier warten bereits die Anwohner mit ihren vorwiegend aus Klebereis und Früchten bestehenden Gaben, um den Mönchen ihre Ehrerbietung zu erweisen. Mittlerweile ist der Almosengang zu einer Touristenattraktion geworden, denn auch Besucher können den Mönchen Speisen spenden. Kaum haben wir unser Taxi verlassen, werden wir auch schon von geschäftstüchtigen Händlern umringt, die uns für umgerechnet 2 € fertige Teller mit Speisen verkaufen wollen: Bananen und kleine Päckchen mit Klebereis, in Bananenblätter eingehüllt. Auf den Bürgersteigen liegen ausgerollt rote Teppichläufer, vor denen wir uns hinknien.

Almosengang
Almosengang der Mönche in Luang Prabang
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Die Mönche ziehen in langen Prozessionen an uns vorbei. Die Novizen gehen am Ende der Prozession, voran marschieren barfuß die alten Männer mit ihren zerfurchten Gesichtern und ermöglichen den Gläubigen, durch eine Essensspende etwas Gutes zu tun. Vor ihrem Körper tragen sie Töpfe mit Deckeln, die sie öffnen, damit wir, während wir knien, die ungeöffneten Beutel hineinlegen können. Einen Dank darf man nicht erwarten, vielmehr liegt es an uns, dankbar zu sein, den Tag mit einer guten Tat beginnen zu können, so das Verständnis. Die Mönche nehmen die Spenden zurück ins Kloster, sie sind ihr Mahl für den Tag. Sie empfangen aber nicht nur Gaben, sie spenden auch teilweise die empfangenen Gaben: bettelnde Kinder sitzen nämlich ebenso an den roten Teppichläufern und erbitten von den Mönchen eine Gabe. Es ist schon interessant, diese Almosengänge einmal miterlebt zu haben. Da lohnt das frühe Aufstehen! In Luang Prabang leben 2000 Mönche und Novizen in 30 Klöstern, erstaunlich viel für eine Stadt mit gerade mal 16.000 Einwohnern.

Almosengang
Almosengang der Mönche in Luang Prabang
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nach obenVon unserem Reiseleiter erfahren wir im Laufe unseres Aufenthaltes in Laos, dass es bei den Mönchen buddhistischer Klöster auch hierarchische Abstufungen gibt, die sich in der Kleidung widerspiegeln: Novizen bedecken mit ihrem orangefarbenen Gewand nur eine Schulter, ordinierte Mönche bedecken ihre Schultern ganz. Nach buddhistischem Verständnis sollte jeder junge Mann einmal im Leben eine Zeitlang im Kloster gelebt haben und mit den Grundregeln des Buddhismus und den Klosterregeln vertraut sein. Das Kahlscheren des Schädels gehört auch dazu. Für viele arme Familien ist das zeitlich begrenzte Leben im Kloster zugleich der einzige Weg, ihre Söhne zu versorgen und ihnen eine Ausbildung zu ermöglichen.

Klebreis muss in Tonkrügen fermentieren
Klebreis muss in Tonkrügen fermentieren
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Kinder im Dorf
Kinder im Dorf
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Pünktlich zum Frühstück ist unsere kleine Gruppe wieder zurück. Danach steht ein Bootsausflug zu den Höhlen von Pak Ou auf dem Programm. Die Fahrt flussaufwärts auf dem Mekong dauert ungefähr 2 Stunden. Genüsslich können wir dabei die Landschaft an uns vorbeiziehen lassen, während der Bootsführer sich auf das Umschiffen der zahlreichen Felsen und Sandbänke konzentrieren muss. Gelegentlich sehen wir Wasserbüffel in Ufernähe. Für einen einstündigen Zwischenstopp verlassen wir das Boot und besuchen das "Schnapsdorf" Ban Sang Hai: Hier wird Reisschnaps gebrannt: "Lao Lao macht mau!" Bevor er destilliert wird, muss der Klebereis in Tontöpfen mehrere Tage fermentieren. Nach einer Kostprobe machen wir vor der Weiterfahrt noch einen Spaziergang durch das Dorf.

Eingang zu den Pak Ou Höhlen
Schiffsanlegestelle und Eingang zu den Pak Ou Höhlen
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Die Pak Ou Höhlen liegen an den Steilklippen des Mekong-Ufers, 25 km nördlich von Luang Prabang. Der Name Pak Ou bedeutet "Mündung des Ou" und bezieht sich auf die gegenüber den Höhlen liegende Mündung des aus Nord-Laos kommenden Nam Ou in den Mekong. Die Pak Ou-Kalksteinhöhlen sind einer der bedeutendsten buddhistischen Wallfahrtsorte in Laos. Hier wurden während des Indochina-Krieges private Buddha Statuen der Bevölkerung vor Plünderungen in Sicherheit gebracht. Zeitweise sollen in den beiden Höhlentempeln über 5000 Statuen gestanden haben. Hunderte davon, in verschiedensten Größen, stehen noch heute da; sie wurden auch als Opfergaben von Pilgern hierher gebracht.

Buddhafiguren
Buddhafiguren in den Höhlen von Oak Ou
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In der unteren Höhle, Tham Loum, ist außer zahlreichen bis zu einem Meter großen Buddha Statuen aus Holz, Bronze, Eisen oder Ton eine Wasserstelle zur rituellen Reinigung der Statuen zu sehen. Zur oberen und tieferen Höhle, Tham Theung, führen weitere 224 Stufen nach oben. Auf dem Weg dorthin begegnen wir zahlreichen Einheimischen, die auf den Treppenstufen ihr mitgebrachtes Essen verzehren und sich gegen Geld gerne von den Touristen ablichten lassen. In der oberen Höhle ist es aufgrund fehlender Beleuchtung stockdunkel, weshalb man am Eingang eine Taschenlampe gegen Gebühr ausleihen kann. Zu sehen gibt es nicht viel. In dieser dunkleren der beiden Höhlen lebten zeitweise Einsiedlermönche.

Nach dem Besuch der Höhlen steigen wir wieder ins Boot und fahren zur gegenüberliegenden Seite, wo in Ufernähe auf einer kleinen Anhöhe ein Restaurant zu sehen ist, in dem wir die Mittagspause machen.

Im Elefantencamp
Im Elefantencamp
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In Laos – auch Land der 1000 Elefanten genannt – sind Elefanten nach wie vor ein bedeutender Teil der Kultur. Mahuts - das sind Elefantenführer; sie reiten auf dem Nacken der Elefanten und dirigieren die Tiere - nutzen Elefanten seit Jahrhunderten als Arbeiter im Wald. In freier Wildbahn leben nur noch knapp 1000 Tiere, ihr Bestand ist gefährdet. Da wir zwei Elefanten am Ufer sehen, kommt der Wunsch auf, ein Elefantencamp zu besuchen. Tatsächlich gibt es auch eines in der Nähe, allerdings sind nur zwei Elefanten da, angekettet an Baumstämme. Sie stampfen unaufhaltsam hin und her und machen einen verstörten Eindruck. Ein kleiner Junge verkauft ein paar Bananen zum Verfüttern. Na ja, das ist jetzt nicht so toll. Wir hatten da andere Vorstellungen von einem Elefantencamp. Pech gehabt!

Vat That Luang
Vat That Luang
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Die Rückfahrt auf dem Mekong nach Luang Prabang verkürzt sich auf eine Stunde, da wir stromabwärts fahren. In Luang Prabang soll noch der Vat That Luang besucht werden. Dieser wurde im Jahre 1818 auf einer Anhöhe von König Manthatourath erbaut. Bis 1975 war Vat That Luang die Krematoriums Stätte der Könige. Es gibt zwei große Stupas auf dem Gelände. Der Goldene Stupa enthält die Asche des beliebten und letzten laotischen Königs, Sisavang Vong (1904 - 1959). Der Große Stupa stammt aus dem Jahre 1818 und soll Reliquien Buddhas enthalten. Eine Reihe kleinerer Stupas enthält die Asche von Mitgliedern der königlichen Familie und anderer hoher Würdenträger.

Ein Stupa ist ursprünglich ein Grabhügel von Königen. Seit dem frühen Buddhismus nach obenwerden in einem Stupa Reliquien des Buddha und später von herausragenden Mönchen aufbewahrt. Der Stupa wird von Buddhisten rituell im Uhrzeigersinn umkreist.

Ein gemeinsames Abendessen mit Tanzvorführungen rundet diesen Tag ab.