Laos: Luang Prabang - Märkte, Mönche und unzählige Tempel

Mo, 26. 03. 2012

Wie schon erwähnt, heißt es heute: Früh aufstehen. Um 4.30 Uhr klingelt der Wecker, um 5.30 Uhr gibt es Frühstück und um 6.15 Uhr fahren wir vom Hotel ab Richtung Flughafen. Der Bus braucht 45 Minuten bis zum Noi Bai International Airport Hanoi. Der Weiterflug nach Luang Prabang/Laos geht zwar erst um 9.35 Uhr, aber da wir Vietnam verlassen, dauern das Einchecken und die diversen Kontrollen etwas länger als üblich. So haben wir noch genügend Zeit, uns einen Kaffee und einen Cappuccino nebst einem Croissant am Gate 6 zu genehmigen. Das Frühstück im Hotel war noch halbwegs im "Aufbau", deshalb kommt uns die kleine Erfrischung hier sehr gelegen. Die Maschine - eine Propellermaschine russischer Herkunft, Flug VN 931 - hebt mit halbstündiger Verspätung ab und landet nach eineinhalb Stunden auf dem International Airport Luang Prabang.

Wir haben - wie die meisten Mitreisenden - noch kein Visum für Laos. Dieses kann man bei der Einreise beantragen - "Visa on arrival", gültig für 30 Tage. Diese Absicht haben wir allerdings nicht allein, sondern 90% aller Ankommenden. Das bedeutet lange Wartezeit, Anstellen in drei verschiedenen Warteschlangen: Zuerst muss der Visumsantrag ausgefüllt werden. Diesen gibt man zusammen mit seinem Reisepass und einem Passbild am ersten Schalter ab, danach begibt man sich zum zweiten Schalter. Hier wird bezahlt: 30 Dollar plus 1 Dollar Bearbeitungsgebühr. Es werden nur Dollar akzeptiert! Schließlich bekommt man am dritten Schalter seinen Reisepass mit einem eingeklebten schönen, bunten, ganzseitigen Visum zurück. Die ganze Prozedur dauert ca. 90 Minuten. Aber dann dürfen wir auch Laos betreten!!

Wie nicht anders zu erwarten, steht der neue Reiseleiter auch schon am Ankunftsgate. 3 Kleinbusse für je 8 Personen stehen zur Abfahrt bereit und sollen uns zunächst ins Hotel bringen. Da Luang Prabang eine Weltkulturstätte ist, dürfen keine großen Busse in der Stadt verkehren! Unser Gepäck wird gesondert transportiert, ebenfalls in so einem Kleinbus. Beim Beladen würde man am liebsten wegsehen, denn die Koffer werden in den Transporter "hineingequetscht"! Wenn schon die Koffer bei den vielen Flügen extrem "leiden", dann kriegen sie hier bestimmt die meisten Kratzer und Dellen. Schade um die teuren Koffer!!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Hotelanlage in Luang Prabang
Hotelanlage in Luang Prabang
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Unser Hotel ist das 3-Sterne Hotel Ban Lao in Luang Prabang, die Bewertungen für dieses Hotel im Internet sind recht unterschiedlich, jedenfalls entspricht der Standard nicht europäischen Maßstäben. Das Hotel liegt in mitten schöner, gepflegter Gärten, wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt in einer ruhigen Seitenstraße. Wir bekommen Haus D3 zugeteilt. Probleme gibt es sofort mit dem Zimmerschloss, das sich nur mit viel Trickserei öffnen lässt. Das Zimmer ist nicht allzu groß, das angrenzende Bad dürftig eingerichtet. Aber wir waren schon im Vorhinein auf eine eher bescheidene Unterkunft eingestellt.

nach obenLuang Prabang, die alte königliche und religiöse Hauptstadt von Laos, ist die "Stadt der goldenen Buddhas", die Stadt der "Wats" oder "Vats", was übersetzt "Tempel" bedeutet. Sie liegt in einem von Bergen umgebenen Becken zwischen dem Mekong und seinem Nebenfluss Nam Khan auf 300 m Höhe. 1995 wurde die Stadt von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 32 buddhistische Klöster sowie die gesamte französische Kolonialarchitektur in der Stadt wurden unter Denkmalschutz gestellt und werden seitdem restauriert.

Ehemaliger Königspalast in Luang Prabang
Ehemaliger Königspalast in Luang Prabang
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Unser erster Besuchspunkt am heutigen Tag ist der ehemalige Königspalast - Ho Kham - mit dem Thron der Herrscher der Lan Xang-Periode. Seit 1975 - nach Auflösung der Monarchie - ist der Königspalast Nationalmuseum. Der Palast liegt in einem Park; von der Straße her verläuft der Zugangsweg, eine Palmenallee, vorbei an einer Bronzestatue König Sisavang Vong.

Königlicher Tempel Ho Pha Bang
Königlicher Tempel Ho Pha Bang in Luang Prabang
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Die Eingangshalle des Palastes diente früher Empfängen und religiösen Zeremonien. Der erhöhte Stuhl in der Mitte des Raumes war für den vorsitzenden Mönch reserviert. Rechts befindet sich der Audienzraum des Königs. Wandmalereien zeigen Szenen aus dem laotischen Alltag. Linker Hand zum Eingang befindet sich das ehemalige Sekretariat. Hier werden die zahlreichen Staatsgeschenke ausgestellt. Gäste warteten hier, bevor sie zum König vorgelassen wurden. Der schönste und größte Raum des Palastes ist die Thronhalle mit dem Thronsessel. Die Wände sind rot getüncht und mit Glasmosaiken verziert. Die Privatgemächer des Königs gruppieren sich um einen Innenhof. Im gesamten Palast befinden sich antike Kunstschätze. Leider herrscht Fotografier Verbot. Zu erwähnen ist noch der Blickfang am Eingang der Anlage auf der rechten Seite: der königliche Tempel, Ho Pha Bang.

Friedensstupa  Santi Chedi
Friedensstupa Santi Chedi
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Nächster Besuchspunkt ist eine Friedensstupa: Wat Phra Phome Phao Santi Chedi. Es ist ein Waldtempel auf einem Hügel am Rand Luang Prabangs. Errichtet wurde er 1959 - 1988. Er verfügt über geschnitzte Türen, innen ziehen sich rund um die Wände Fresken mit Darstellungen aus Buddhas Leben und Bilder mit Malereien von den buddhistischen Himmel und Höllen. Meditationen werden hier abgehalten. Bei unserem Besuch erhielt die Anlage gerade einen neuen Anstrich.

Der Aufstieg auf den Phou Si, den "Erhabenen Berg" der Stadt, gehört zu den touristischen Ritualen eines Besuches in Luang Prabang. Die einstigen Könige von Laos sahen in dem Berg ein Abbild des kosmischen Berges Meru, Wohnsitz von Göttern und Schutz-Gottheiten und ließen daher mehrere Tempel errichten. Beim laotischen Neujahrsfest zieht eine Lichterprozession den Berg hinauf zu Ehren einer in ihm wohnenden Naga-Schlange. Zum Aufstieg wählen wir die Treppe gegenüber vom Königspalast: Genau 328 unregelmäßig behauene, Schweiß treibende Steinstufen sind zu bewältigen.

Buddhafiguren auf dem Berg Phou Si
Buddhafiguren auf dem Berg Phou Si
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Auf dem Weg zum Gipfel - der Berg ist nur 158 m hoch!- passieren wir zahlreiche Buddha Statuen; sogar Buddhas Fußspuren sind für die Verehrung konserviert. Von oben genießen wir einen Panoramablick auf den Mekong, den Nam Khan und die Stadt. Sogar der Wat Phra Phome Phao Santi Chedi ist gut zu erkennen. Auf der Bergspitze thront der 24 m hohe Wat Chom Si.
Beim Abstieg in Richtung Nam Khan kommen wir wiederum an mehreren Tempeln vorbei, ehe wir schließlich die Uferstraße des Nam Khan erreichen und uns mitten im Marktgeschehen befinden. Eine Vielzahl von Handarbeiten, insbesondere Stoffarbeiten mit charakteristischen Applikationen werden hier angeboten. Wir kaufen eine Schürze und einen kleinen Stoffelefanten.

Bei der Rückkehr ins Hotel erleben wir eine böse Überraschung: Unser Duschwasser ist eiskalt! (Bei anderen Gästen funktioniert die Wasserspülung der Toilette nicht). Wir sprechen umgehend an der Rezeption vor. Man vertröstet uns auf morgen. Das wollen wir aber nicht so ohne weiteres hinnehmen und machen entsprechend Druck. Eine Stunde später ist der Schaden behoben, nach weiteren zwei Stunden ist auch warmes Duschwasser da. Mittlerweile konnten wir bei unseren Zimmernachbarn duschen.

Das gemeinsame Abendessen findet im Hotel auf einer riesigen überdachten Terrasse statt. nach obenDas Essen ist recht schmackhaft, alle sind zufrieden. Die Probleme mit dem Zimmerschloss sind aber noch immer da. Es ist reine Glückssache, unser Zimmer zu öffnen bzw. zu schließen. Na ja, morgen früh wird man sicher bei der Abfahrt merken, ob wir das Zimmer verlassen konnten oder nicht. Im Zimmer ist kein Telefon.