Fort Myers und die Erfindung der Glühbirne

Mi, 23.02.2011

Die kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Statue von Thomas Edison unter dem Banyanbaum
Statue von Thomas Alva Edison unter dem Banyanbaum
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Fort Myers liegt an der Mündung des Caloosahatchee River und ist berühmt geworden durch den Erfinder Thomas Alva Edison (1847 -1931), der hier einstmals seine Winterresidenz aufschlug. Die "Seminole Lodge" am McGregorBoulevard 2350 ist die Hauptsehenswürdigkeit von Fort Myers. Die sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, denn die 20$/Person Eintritt sind den Besuch in jedem Fall wert!! So fahren wir auch direkt nach dem Frühstück - das "continental breakfast" ist recht ordentlich: Es gibt Toast, Marmelade, Cornflakes und süße Backwaren. Waffeln kann man sich ebenfalls backen und der Kaffee schmeckt auch - zu den Edison und Ford Winter Estates. Dank des frühen Eintreffens kurz vor Öffnung um 9.00 Uhr finden wir auf Anhieb einen (kostenlosen) Parkplatz. An der Kasse leihen wir uns einen Audio-Guide für 7$ aus. Der ist in Deutsch und erweist sich als sehr gut. Alle zu besichtigenden Gebäude und auch Pflanzen sind mit kleinen Nummern versehen, die man einfach in das Gerät tippt und sofort den entsprechenden Kommentar erhält.

Semonole Lodge von Thomas Alva Edison in Fort Myers
Seminole Lodge von Thomas Alva Edison in Fort Myers
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Thomas Edison kaufte 1885 das Grundstück für sein künftiges Landgut. Ärzte hatten ihm geraten, in einer wärmeren Region - Florida - zu überwintern. Ein Architekt verwirklichte das nach Edisons Plänen entworfene Haus. Das Bauholz wurde im Staate Main vorgezimmert, per Boot nach Fort Myers transportiert und von hiesigen Arbeitern zusammengezimmert. Somit gilt sein Domizil als erstes Fertighaus Amerikas. Ein weiteres Novum ist der Swimmingpool im Garten, der erste im Süden der USA! Die Wände sind aus "Bambusbeton", aus Zement, in den Bambusstäbe eingegossen wurden. Der Erfinder: natürlich Edison! Das Becken ist bis heute dicht!

Mondscheingarten im Winterquartier von Edison in Fort Myers
Mondscheingarten im Garten des Edison Hauses in Fort Myers
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Edison siedelte 1886 mit seiner zweiten Frau Mina Miller hier an. Die Familie genoss ihre Aufenthalte bis zum Jahre 1947, als Mina die Lodge der Stadt Fort Myers für einen Dollar vermachte. Das Haus ist wie zu Lebzeiten des Erfinders eingerichtet. Es leuchten elektrische Glühbirnen, so wie Edison sie 1912 hergestellt hat. Durch einen offenen Gang ist das Haupthaus mit dem Gästehaus verbunden. Unter den Gästen befanden sich Henry Ford, Harvey Firestone und Präsident Herbert Hoover.

Gleich neben der Seminole Lodge steht das Winterhaus "Mangoes" der Familie des Autobauers Henry Ford. Ford, der als erster Autos in Serie herstellen ließ, erwarb das Anwesen 1916. Es wurde anhand von Fotos "mit originalem Mobiliar rekonstruiert". Die Familien Edison und Ford waren befreundet und verbrachten zahlreiche Winter gemeinsam in Fort Myers. Sie vertrieben sich die Zeit mit Angeln, Bootfahren und Forschen.  In der Garage ist ein Model T-Ford Baujahr 1914 zu sehen.

Blick auf den Caloosahatchee River
Blick auf den Caloosahatchee River
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Das gesamte Anwesen von Edison und Ford besticht durch seine tropische Vegetation. 13 verschiedene Bambusarten sowie hunderte von exotischen Pflanzen wachsen im großen Garten. Der in der Region wachsende Bambus war unter anderem der Grund, warum Edison das Grundstück kaufte. Bambusfasern waren eines der Materialien, welche Edison als Glühfäden für seine Glühbirnenforschung benötigte. Die Lilienteichanlage entstand 1929. Hier wachsen Iris, Wasserlilien und Papyrus. Sehr schön ist der "Mondscheingarten". Mina Edison ließ ihn 1928 anlegen. Eine berühmte Landschaftsarchitektin entwarf den Garten. Der Pool und die hellen Blumen sollten den Mondschein reflektieren. Eine Doppelreihe von Mangobäumen wurde entlang der Zaungrenze nach obenam McGregor Boulevard gepflanzt. Später ließ Edison die ersten 2.5 km des McGregor Boulevards mit Königspalmen aus Kuba bepflanzen. Damit wollte er die an seinem Anwesen vorbeiführende Straße verschönern. Heute erstreckt sich die Allee über elf Kilometer. So hat Fort Myers auch den Beinamen "Stadt der Palmen".

Königspalmen im Garten der Seminole Lodge
Königspalmen im Garten der Seminole Lodge
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Thomas Edison, Henry Ford und Harvey Firestone gründeten 1927 gemeinsam die "Edison Botanic Research Company". Das Labor auf der anderen Straßenseite wurde im Jahre 1928 in Betrieb genommen. Die Forschung konzentrierte sich auf ein Verfahren zur Herstellung natürlichen Gummis, um den wachsenden Bedarf zu decken. Der Banyanbaum direkt daneben ist ein Geschenk von Harvey Firestone. Damals war der Baum 1,2m hoch. Heute "belegt" er eine Fläche von 4000 m² und ist der größte auf dem US-Festland!! Der "ficus benghalenis" - so der lateinische Name - produziert einen milchigen Saft, aus dem man Gummi herstellen kann. Eine Statue von Edison in Lebensgröße steht vor dem Banyanbaum.

Alter Leuchtturm auf Sanibel
Alter Leuchtturm auf Sanibel
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Nach dem ausgedehnten Besuch in den "Edison und Ford Winter Estates" beschließen wir, von hier aus auf die beiden Inseln Sanibel und Captiva Islands zu fahren, die über den Sanibel Causeway und die Sanibel-Captiva Road zu erreichen sind. Die Inseln werden in jedem Reiseführer als Ausflug empfohlen. Schnell erweist sich, dass wir nicht die einzigen sind, die diese Idee haben! Wir stehen in einem endlosen Stau und selbst als wir auf Sanibel sind, geht es nur im Stopp-and-Go weiter. An den Strand zu kommen, ist schier unmöglich, die Insel ist zum Platzen voll! Wir fahren weiter bis Captiva Island, aber auch hier dasselbe Bild: Auto an Auto!! Am Ende der Straße auf Captiva Island finden wir ein kleines Restaurant (mit Parkplatz!), wo wir uns ein Sandwich und Getränke bestellen. Die Lust, an den Strand zu kommen, ist uns vergangen. Deshalb machen wir uns auf den Rückweg.

Muscheln am Strand von Sanibel
Muscheln am Strand von Sanibel
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Am alten Leuchtturm auf Sanibel gelingt es uns, eine Parklücke zu finden (1,50$/Stunde) und eine kleine Runde zu drehen. Das Zauberwort auf Sanibel heißt: Muscheln sammeln (Shelling). Hier soll es Muscheln in allen Formen und Farben geben. Leere Muschelschalen darf man ohne Einschränkung sammeln und die beste Zeit sollen die Monate Februar und März sein. Doch zur späten Nachmittagsstunde sind wohl die schönsten Muscheln schon alle aufgesammelt!! Einige Strand-Spaziergänger haben ihre mitgebrachten Behälter jedenfalls voll. Na ja, Pech gehabt!

An der Rezeption unseres Hotels erkundigen wir uns nach einem empfehlenswerten Restaurant und erhalten den Tipp: "Fort Myers Ale House" ganz in der Nähe. Das Restaurant scheint sehr bekannt zu sein, denn bei der Ankunft gegen 19.00 Uhr erhalten wir nicht auf Anhieb einen Platz, sondern müssen uns mit 30 Minuten Wartezeit begnügen. Wir erhalten ein kleines Gerät, das wie eine Fernbedienung aussieht und nehmen erst einmal draußen vor dem Lokal zusammen mit anderen wartenden Gästen auf den Bänken Platz. Nach ca. 25 Minuten gibt das Gerät Klingeltöne von sich und wir können ins nach obenLokal gehen, bekommen sofort einen Tisch zugewiesen und lassen es uns im weiteren Verlauf des Abends bei einem leckeren Essen gut gehen. Ein schöner Tagesausklang!!