Von Key West nach Florida City und in die Everglades

Sa, 19.02.2011

Nach dem Auschecken und einem Frühstück im nahe gelegenen Denny's fahren wir noch einmal zur Whitehead Street, um im dortigen Postamt Briefmarken für die bereits geschriebenen Ansichtskarten zu kaufen. Dann geht es gegen 10.00 Uhr wieder auf den Overseas Highway Richtung Florida City. Wir lassen uns sehr viel Zeit, unterbrechen mehrmals unsere Fahrt und genießen immer wieder die schönen Ausblicke auf die Florida Keys. In Islamorada machen wir einen längeren Stopp zum Besuch des "Theatre of the Sea". Der Zutritt zum Park und zu den Delfin- und Seelöwenshows kostet 25 $/Person. Wer darüber hinaus mit Delfinen schwimmen will, muss 140 $ bezahlen und sollte in jedem Fall vorher angemeldet sein. Ein privater Strand bietet die Möglichkeit zum Schwimmen und Schnorcheln. Im Park erhalten wir bei einem geführten Rundgang zahlreiche Informationen über Schildkröten, Delfine, Barrakudas, Rochen und Haie. Alles in allem aber gefällt es uns nicht besonders und wir würden uns im Nachhinein die Kosten sparen.

Am späten Nachmittag treffen wir in unserem Hotel ein. Es ist ein Motel der Travelodge Kette: Travelodge Florida City, 409 S.E.1st Ave/Us Highway 1, FL33034. Von hier sind es nur wenige Meilen zum Haupteingang des Everglades Nationalparks. Wir bekommen ein geräumiges Zimmer mit Bad und können direkt vor dem Zimmer parken. Wir kaufen noch Getränke ein und suchen uns ein Restaurant zum Abendessen. Dann ist für heute Schluss mit weiteren Aktivitäten.

So, 20.02.2011

Bevor wir nun ausführlicher über unseren ersten Tag in den Everglades berichten, ein paar Sätze zur Travelodge. Auch hier ist im Preis ein "Continental breakfast" eingeschlossen. Das ist sehr reichhaltig: Cerealien, Toast, Käse, Wurst, Waffeln, Pancakes, Orangensaft, Milch, Tee, Kaffee und sogar Bananen! Wir können das Frühstück wahlweise drinnen oder auf einer kleinen Terrasse einnehmen. Alles in allem ist dieses Motel - vor allem was den gesamten Service angeht - empfehlenswert!!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Alligator
Wir sehen den ersten Alligator im Wasser
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Mangrovenwälder
Mangrovenwälder
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Unsere Planung für den Everglades Nationalpark sieht folgendermaßen aus: Am ersten Besuchstag wollen wir vom Haupteingang am Ernest Coe Visitor Center nahe Homestead bis nach Flamingo fahren - es ist die einzige Autostraße durch den Park - und unterwegs die ausgeschilderten Trails gehen. Die Strecke beträgt ca. 80 km. Am zweiten Tag wollen wir von Everglades City (60 km südlich von Naples) eine Bootstour in die Mangrovenwälder unternehmen. Für diese Tour haben wir uns vor 3 Tagen telefonisch angemeldet.

Bereits um 9.00 Uhr sind wir am Haupteingang zum Park, dem Ernest Coe Visitor Center. Der Eintritt kostet 10$/Person und gilt für einen weiteren Besuch in den nachfolgenden sieben Tagen. nach obenBeim freundlichen Parkranger im Visitor Center bekommen wir eine kostenlose Landkarte zum Park und eine sehr gute Beschreibung der einzelnen Trails. Die Karte enthält auch einige grundlegende Informationen zum Park, der seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Everglades-Fluss aus Gras
Die Everglades-"Fluss aus Gras"
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Der Name "Everglades" stammt mal wieder von den Indianern. "Pa-hay-okee" nannten sie dieses riesige Feuchtgebiet, was so viel bedeutet wie "Fluss aus Gras". Und genau genommen sind die Everglades kein riesiges Sumpfgebiet, sondern ein Fluss, der so langsam, fließt, dass man seine Strömung gar nicht wahrnimmt: Ein Liter Wasser braucht etwas mehr als einen Monat, um in dem 80 km breiten, aber nur knietiefen "Fluss" Süd-Florida zu durchqueren.  Auf dem kalkhaltigen, schlammigen Grund dieser endlos scheinenden Wasserflächen wächst hohes Riedgras (saw grass). Die wenigen inselartigen Erhebungen sind dicht bewachsen mit tropischen Harthölzern (hammocks). In der Mischzone von Süß- und Salzwasser entlang der Meeresküste zieht sich ein 10 bis 20 km breiter, undurchdringlicher Mangrovenwaldstreifen hin. 

Holzstege
Gehen auf befestigten Holzstegen
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In den Everglades gibt es nur zwei Jahreszeiten: Trockenzeit und Regenzeit. Der Niederschlag fällt zu 80 Prozent im Sommer. Die trockene Wintersaison dauert von November bis April, die beste Zeit für einen Besuch. Dann kann man auch am besten die Tiere - Landtiere und Zugvögel aus dem Norden - beobachten, da sie sich zu dieser Zeit an den Gewässern versammeln. In den regenreichen Sommermonaten dagegen stehen viele Teile des Parks unter Wasser, die Zugvögel sind weg und es gibt jede Menge Moskitos! Hinzu kommt, dass im September die Hurrikan-Zeit beginnt.

Anhinga
Ein Anhinga trocknet sein Gefieder
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Anzeigetafeln
Anzeigetafeln für die verschiedenen Trails
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Der erste Trail, den wir vom Parkplatz "Royal Palm" ansteuern, ist der Anhinga-Trail. Es ist ein ca. 800 m langer Rundweg, er führt durch eine von Riedgras bedeckte Marsch und bietet - wie sich im Nachhinein herausstellt - die beste Gelegenheit, Alligatoren, Schildkröten, Ottern, Anhingas und diverse Kranicharten aus nächster Nähe zu sehen, und zwar jede Menge davon!! Der Trail ist benannt nach dem Vogel namens "Anhinga", wegen seines langen Halses auch als "Schlangenhalsvogel" bekannt. Verwandt ist er mit der Familie der Kormorane. Er wird bis zu 90 cm groß. Anhingas sind ausgezeichnete Taucher, sie „schleichen“ sich unter Wasser an die Beute heran und erdolchen sie, indem durch eine blitzschnelle Streckung des Halses der spitze Schnabel nach vorne schnellt.  Um das Gefieder zu trocknen, ruhen sie mit ausgebreiteten Flügeln, wie auf nebenstehendem Foto sehr schön zu erkennen ist.

Alligator
Amerikanischer Alligator
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Die Tiere, die uns am meisten auf dem Trail "begeistern", sind die Alligatoren. Und hier gibt es jede Menge davon. Gott sei Dank sind wir auf sicheren Holzstegen!! Im Visitor Center haben wir uns vorher ein bebildertes Faltblatt ("Everglades Wildlife") für 5 $ gekauft, in der Hoffnung, einigen uns unbekannten Tieren die korrekten Namen zuordnen zu können. Jedenfalls werden wir die Alligatoren (american alligator) nicht mehr mit den Krokodilen (american crocodile) verwechseln, die vermehrt in den Gewässern um Flamingo vorkommen. Die beiden Tiere zu unterscheiden ist eigentlich ganz einfach: Alligatoren kommen im Süßwasser vor, haben eine breite Schnauze und eine schwarz-braun-graue Farbe; sie werden bis 6m lang. Krokodile nach obenleben im Salzwasser, haben eine längere schmale Schnauze, eine grau-grüne Farbe und bei geschlossenem Rachen sind die Zahnreihen im Unterkiefer zu sehen. Sie erreichen eine Körperlänge von 4,5m. Gefährlich sind beide, wobei die Alligatoren als die aggressiveren gelten.

Auf dem Gumbo Limbo Trail
Auf dem Gumbo Limbo Trail
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Der Gumbo Limbo Trail schlängelt sich durch ein Dickicht aus Königspalmen und Gumbo Limbo-Bäumen. Der Weg ist geteert und gut begehbar. Die Aussicht beschränkt sich natürlich auf die umgebenden Bäume (Hammocks, Gumbo Limbos), Farne und Palmen. Er ist ein Kontrast zum sonnigen, tierreichen Anhinga Trail. Bei den weiteren Trails ist der Pa-hay-okee Overlook Trail zu erwähnen, der an einer Aussichtsplattform über dem "River of Grass" endet. Ca. 32 km nach Parkeingang beginnt der Mahagony Hammock Trail, ein Steg durch einen Dschungel aus Mahagoni-Bäumen. Am Ende der Straße liegt Flamingo mit dem Flamingo Visitor Center, das nach einem Hurrikan wieder neu aufgebaut ist. Hier gibt es auch ein Restaurant, wo wir eine Pause einlegen.

Auf dem Rückweg am späten Nachmittag machen wir noch einen Stopp am Eco Pond Trail, bevor wir gegen 17.00 Uhr wieder unser Hotel erreichen. Direkt gegenüber der Travelodge auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Fischlokal, das eine Empfehlung wert ist! Bei einem wirklich äußerst schmackhaften Fischessen beenden wir diesen ereignisreichen Tag!