Miami - City Tour mit Bay Bootsfahrt

Mi, 16.02.2011

Wir haben gut geschlafen und fühlen uns ausgeruht. Wir stehen rechtzeitig auf, damit wir uns vor dem Frühstück noch um den Parkplatz für unseren Mietwagen kümmern können. Zum Glück findet sich einer direkt neben dem Hotel in einer Seitenstraße. Hier kann man für 10 $ von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr parken, danach ist das Parken wieder bis zum anderen Morgen 8.00 Uhr frei. Von unseren Zimmernachbarn, einem schwedischen Paar, die uns gestern Abend nach unserer Rückkehr vom Supermarkt angesprochen hatten, erfuhren wir, dass man hier mit Abschleppen nicht gerade zimperlich ist. Die Sorge sind wir nun für heute los.

Nach dem korrekten Parken suchen wir vergebens nach einem Coffee-Shop. Der, den wir anvisiert haben, öffnet erst um 8.00 Uhr. Das ist uns zu spät, da wir bereits um 9.00 Uhr per Bus vom Hotel zur gebuchten City-Tour abgeholt werden sollen und vorher noch Hotel und Umgebung filmen wollen. So "begnügen" wir uns mit dem im Preis eingeschlossenen "Continental Breakfast", das wie erwartet nicht so ganz nach unserem Geschmack ist, da ausschließlich kleine süße Backwaren angeboten werden, keine Cerealien, kein Toast. Der Kaffee ist auch nicht überwältigend. Dafür sind die Wetterprognosen umso besser! Die Sonne scheint, wir haben blauen, wolkenlosen Himmel und die Temperaturen liegen so um die 24°. Was will man mehr? Pünktlich um 9.00 Uhr erscheint der Bus, der uns zu einer Stadtbesichtigung und einer Bootstour abholt. Wir hatten alle Touren (Miami, Disneyworld und Kennedy Space Center) im Vorhinein bei attractiontickets gebucht und können diesen Anbieter uneingeschränkt weiter empfehlen! Der Bus fährt noch zwei weitere Stationen ab, um Leute abzuholen. Zuletzt sind wir 10 Personen.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Autokennzeichen Florida
Autokennzeichen von Florida
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Zunächst ein paar Infos: Florida ist der südlichste Bundesstaat der USA. Von Key West sind es nur noch 140 km bis Kuba. Der Spitzname ist "Sunshine State", der Sonnenschein-Staat. Die Statistik spricht von 11 Millionen Besuchern jährlich. Die günstigsten Reisemonate liegen im Winter, die Temperaturen sind hier meist um 25°C warm. So erleben wir es auch während unserer dreiwöchigen Rundreise. In den Monaten Juni bis September kann es oft zu heftigen tropischen Stürmen, den Hurrikans, kommen. Florida ist eine Halbinsel. An der Ostküste, an der auch Miami liegt, befindet sich der Atlantische Ozean, im Westen liegt der Golf von Mexiko. Miami ist sicher neben Orlando die bekannteste Stadt in Florida. Miami ist allerdings nicht Hauptstadt des Bundesstaates. Das ist Tallahassee im Norden Floridas.

Skyline Miami
Die Skyline von Miami
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Miami, das in der Sprache der indianischen Seminolen so viel wie "großes Wasser" bedeutet, ist eine typisch amerikanische "Boomtown" mit einer modernen Wolkenkratzer-Skyline. Die Stadt ist einfach riesig, das Autogewimmel enorm. Das vorgelagerte Miami Beach ist Amerikas Riviera. Miami ist keine Stadt, die man ohne weiteres zu Fuß erkunden kann. Das ist auch der Grund, weshalb wir uns schon im Vorhinein entschieden haben, das Auto stehen zu lassen und eine "Miami City-Tour" zu buchen. Die 2-stündige Fahrt geht zunächst zur  South Beach mit der farbenfrohen, wunderschön restaurierten ArtDeco Architektur. Es ist das Viertel mit tollen Läden, Cafés und unzähligen Restaurants. Der Ocean Drive ist die Flaniermeile schlechthin. Einziges Manko: Parkplätze sind knapp und teuer.

Weiter geht's zu Coconut Grove und den millionenschweren Villen von Coral Gables. Coconut Grove war ursprünglich selbständig, wurde aber 1925 in die Stadt Miami eingemeindet. „The Grove“ ist bekannt für seine Einwanderer aus der Karibik und deren Kultur. In Coral Gables, dem "Millionärsviertel", geht die Bustour durch die “Mittelklasse”-Bereiche. Die wirklich teuren sind für Bustouren verboten. Aber selbst die "Mittelklasse" ist schon beeindruckend, denn nach obendie Immobilienpreise bewegen sich hier im 6- bis 7-stelligen Bereich, die teuren Viertel liegen eher im 8- bis 9-stelligen Segment, meint jedenfalls der Busfahrer. Demzufolge gehört das Anwesen von Silvester Stallone, vor dem ein kurzer Stopp eingeplant ist, wohl noch zum "Mittelklasse"-Bereich.

Bayside Marketplace Miami
Geschäfte am Bayside Marketplace in Miami
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Nach einem Abstecher zum Hafen geht die Tour weiter nach  Little Havanna, jenem Stadtviertel, in dem besonders viele Exilkubaner wohnen. Spanisch ist hier Umgangssprache. Eine kleine Pause von 30 Minuten reicht gerade, um beim McDonald einen Hamburger zu essen. Am Bayside Marketplace an der Miamarina endet die Tour. Wir haben Zeit, die über 100 Shops und Boutiquen dieses bunten Einkaufszentrums im Freien zu erkunden. Grundsätzlich hat uns die Tour gefallen, schade nur, dass wir nie zum Fotografieren aussteigen konnten. "Gelernt" haben wir folgendes: In Miami scheint es klar zu sein, wo man wohnt, wenn man irgendwer ist. Als Kubaner lebt man in Little Havanna, kommt man von den Bahamas, dann in Little Bahama. Ist man jung und zudem attraktiv, dann Miami Beach. Alle Reichen sind in Coral Gables beheimatet, alle Superreichen ebenfalls dort, nur eben da, wo keine Busfahrten hinführen. Und für alle, die jung, attraktiv, reich und auch noch ein (Film)Star sind, für die ist eine der Miami Star Islands, Palm Island oder Hibiscus Island die richtige Adresse. Na ja, ob das jetzt alles so stimmt wie es der Busfahrer tagtäglich brav erzählt, können wir nicht eruieren. Ist uns aber auch egal!

Biscayne Bay Millionaire´s Row
Biscayne Bay Millionaire's Row, die Villen der Reichen
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Pirates Adventures
Pirate Adventures Bootsfahrt
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Die nachmittägliche Bootsfahrt (13.30 - 14.45 Uhr) umfasst den Hafen von Miami, die exklusive Star Island, Biscayne Bay sowie "Millionaire's Row" mit den Villen der "Reichen und Schönen". Der recht eloquente, junge Kapitän des Bootes "Pirate Adventures & Sightseeing Tour", der auf seiner Facebook Seite als Hobby "Frauen" angibt, weiß bestens Bescheid, wer wo seine Villa hat: Namen wie Shakira, George Clooney, Elizabeth Taylor - sie soll ihr Anwesen von Michael Jackson geschenkt bekommen haben! -, Antonio Banderaz, Nicolas Cage, Julio Iglesias etc. und viele Namen amerikanischer Fernsehgrößen, die wir gar nicht kennen, flattern uns nur so um die Ohren. Aber nirgendwo sind in den tropischen Villengärten Personen zu sehen. Alles wirkt wie in einer Filmkulisse. Der echte (Geld)Adel wird wohl da seinen Besitz haben, wo die Bootsfahrt nicht hinkommt. Interessant, das mal gesehen zu haben. Aber das war's auch schon!

Wir werden gegen 16.00 Uhr wieder am Hotel abgesetzt. Nach einer kleinen Pause spazieren wir nach obendann auf einer schönen Uferpromenade direkt am Strand entlang bis zum Ocean Drive. Hier erwischen wir per Zufall in einem Straßenrestaurant einen schönen Platz, bestellen uns eine Riesenpizza und einen Rotwein, beobachten beim Essen die Leute, die vorbei flanieren und genießen das ArtDeco-Ambiente. Zu Fuß geht es über die Collins Avenue zum Hotel zurück. Das war Miami! Morgen geht es nach Key West!