St. Augustine, älteste Stadt Nordamerikas

Di, 01.03.2011

Bisher haben wir riesiges Glück mit dem Wetter gehabt: Fast immer Sonnenschein und tiefblauer Himmel, dazu sehr warme Temperaturen um die 23° - 26°! Was für ein Glück! Doch gestern Abend hat sich der Himmel zugezogen und laut Wetterbericht soll heute eine Nassfront über Orlando hinweg ziehen. Und tatsächlich hören wir bereits beim Aufwachen, dass es draußen heftig regnet. Es wird der einzige Regentag dieser Reise sein. Wir lassen uns Zeit mit dem Auschecken. Auf das Continental Breakfast im Hotel sind wir eh nicht scharf. Nachdem alle Reisesachen im Auto verstaut sind und der Zimmerschlüssel abgegeben ist, fahren wir zuerst zum nahen Denny's zum ausgiebigen Frühstück. Gegen 10.30 Uhr verlassen wir Orlando Richtung St. Augustine. Die Entfernung beträgt 170 km, dazu gibt Google Maps eine Zeit von 2 Stunden 16 Minuten an. Rund um die Orlando-Gegend regnet es stark und die Highways sind sehr voll! Es geht nur mühsam voran. Heute wäre nichts mit einem Besuch von Disneyworld oder Kennedy Space Center. Das Wetter ist zu schlecht! Doch je weiter wir nach Norden kommen, desto besser wird das Wetter. Zeitweise scheint sogar die Sonne! Wir machen keine Pause und sind gegen 13.00 Uhr bereits in St. Augustine.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Blick in den Innenhof des Fort Castillo de San Marcos
Blick in den Innenhof des Fort Castillo de San Marcos
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Hier werden wir für eine Nacht im Hotel Holiday Inn Historic Downtown, 1302 Ponce de Leon Boulevard, St. Augustine bleiben. Die Dame an der Rezeption ist die freundlichste der ganzen Reise, wir bekommen unaufgefordert einen kleinen Stadtplan von St. Augustine und können sofort ein sehr großes Zimmer beziehen. Parkplatz ist reichlich vorhanden. Das Hotel liegt so günstig am Beginn der Altstadt, dem "historic district", dass wir alle Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß erreichen können. Das ist super!! So halten wir uns auch nicht lange mit Auspacken auf, sondern machen uns direkt auf den Weg in die Altstadt. Das Wetter ist mittlerweile deutlich besser geworden, allerdings ist es merklich kühler als in Orlando. Unser erstes Ziel ist das vor mehr als 300 Jahren erbaute spanische Fort Castillo de San Marcos (Eintritt: 6$/Person). Auf dem Weg dorthin genehmigen wir uns noch einen Cheeseburger und eine Tasse Kaffee in einem kleinen Restaurant.

Zeitweise Gefängnis für Indianer
Zeitweise war das Fort auch Gefängnis für Indianer
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St. Augustine wirbt damit, die älteste von Europäern besiedelte Stadt Nordamerikas zu sein. Nach der Stadtgründung im Jahre 1565 durch die Spanier wurden nacheinander neun Befestigungsanlagen errichtet. Da sie aus Holz gebaut waren, waren sie nicht dauerhaft und fielen entweder dem Feuer oder dem feuchten Klima zum Opfer. Die Spanier waren nicht die einzigen, die den nordamerikanischen Kontinent besiedeln wollten. Die Engländer verfolgten ähnliche Ziele in Südkarolina. Die Spanier fühlten sich dadurch bedroht und hielten es für notwendig, ein Bollwerk zu bauen, das die Besetzung von Florida durch eine andere Macht verhindern sollte. Außerdem brauchten sie einen Flottenstützpunkt, um die Seeverbindung zwischen Spanien und den karibischen Besitzungen zu sichern. So wurde 1672 der Grundstein für das Fort gelegt. Fertiggestellt wurde es erst 1695. nach obenDie verhältnismäßig lange Bauzeit war durch Geldmangel bedingt! Im Verlauf seiner wechselvollen Geschichte wurde das Fort mehrfach angegriffen, aber nie erobert! Das massive, vierzackige Fort ist von einem Wallgraben umgeben und mit einigen Dutzend Kanonen bewehrt.

Lehrerin im Schulhaus
Lehrerin im Schulhaus
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Vom Fort Castillo de San Marcos sind es nur wenige Schritte bis zur Altstadt. Durch ein rekonstruiertes Stadttor betreten wir das historische Viertel. Die "Old Town" ist wunderschön herausgeputzt und lädt zum Bummeln ein! An der St. George Street, der alten "Calle Real" liegen nicht nur unzählige Souvenirshops und Boutiquen, sondern auch die ältesten Gebäude von St. Augustine. Die Straße reicht vom nördlichen Stadttor bis zur Plaza de la Constitución. Gleich hinter dem Stadttor liegt das "Oldest Wooden Schoolhouse in the USA". Es wurde aus Zypressen- und Rotzedernholz errichtet. Die Figuren von Schülern und einem Lehrer sowie Schulbücher, Fleißkärtchen (das gab es da auch schon!!) und alte Karten in dem engen Klassenzimmer geben einen guten Einblick in frühere Lernbedingungen. Unter dem Dach wohnte die Lehrerfamilie, die Lehrerin schaut auf nebenstehendem Foto gerade aus dem Fenster!!

Bridge of Lions in St. Augustine
Bridge of Lions in St. Augustine
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Wir genießen den ganzen Nachmittag in der Altstadt, machen Fotoaufnahmen und gönnen uns auch einen Kaffee. Wir spazieren bis zur King Street und von dort bis zur "Bridge of Lions", sehen allerdings beim besten Willen nicht die steinernen Löwen wie sie auf Ansichtskarten abgebildet sind. Von der Brücke spazieren wir am Matanzas River entlang bis zum Fort und von dort über die San Marcos Avenue zurück zum Hotel. St. Augustine gefällt uns sehr gut und wir werden morgen bis in den Nachmittag hier bleiben und nochmals eine ausführliche Stadtbesichtigung machen.

Im Holiday Inn ist ein Restaurant, wo wir zu Abend essen und den Tag ausklingen lassen.


Mi, 02.03.2011

Das Holiday Inn Hotel ist das einzige Hotel auf der Reise, welches im Zimmerpreis ein "American Breakfast" eingeschlossen hat. Es wird nicht serviert, sondern man kann sich nach Belieben und Geschmack am Buffet bedienen, wovon wir dann auch Gebrauch machen.

Gonzales-Alvarez-Haus
Gonzales-Alvarez-Haus, das älteste Haus in St. Augustine
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Für den Vormittag steht nochmals die Altstadt von St. Augustine auf dem Programm. Nach dem Auschecken fahren wir bis zum alten Fort. Vor dem Fort gibt es einen großen Parkplatz, wo wir gegen Bezahlung unser Auto stehen lassen können. Zuerst gehen wir nochmals bis zur Bridge of Lions, in der Hoffnung, heute die steinernen Löwen zu entdecken; aber entweder sind wir blind oder die Löwen sind nicht mehr da. Direkt neben der Brücke ist die "City Marina", der Yachthafen von St. Augustine. Vom Pier bieten sich die Brücke und die Stadt als Fotomotiv an. Wir folgen der Avenida Menendez nach obenund gelangen so zur Francis Street. Hier steht das älteste, mehrfach erweiterte Gebäude von St. Augustine, das Gonzales-Alvarez House von 1702, in dem heute ein kleines Museum zur Stadtgeschichte untergebracht ist. Die vier Flaggen, die draußen am Haus hängen, haben in den letzten 400 Jahren über der Stadt geweht.

Statue des Henry Flagler
Statue des Henry Flagler vor dem Flagler College
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Flagler College
Das Flagler College in St. Augustine
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An der Cordova Street residiert seit 1948 das Lightner Museum mit einer Sammlung von Kunst und Kunstgewerbe aus viktorianischer Zeit. Das prächtigste Gebäude aber, das St. Augustine zu bieten hat, ist das Flagler College an der King Street. Henry Flagler ist uns ja schon auf den Keys "begegnet", er ist der Erbauer der Bahnlinie an Floridas Ostküste (Florida East Coast Railway). In St. Augustine ließ er das luxuriöse "Ponce de Leon Hotel" bauen, einst eine Nobelherberge für Präsidenten und andere Eliten der Nation, heute das stilvolle Flagler College, ein privates, geisteswissenschaftliches College. Es ist im spanischen Renaissance-Stil erbaut. Vor dem Eingangsportal blickt die Statue seines Gründers auf uns herab. Das Tor steht offen und so können wir uns im Innenhof und im Eingangsbereich des College umsehen. Auf einer Info-Tafel erfahren wir, dass das Flagler College mit den ganz großen wie Harvard oder Stanford mithalten kann. Es wurde unter anderem von den US News & World Report zu einem der besten geisteswissenschaftlichen Colleges gewählt. Die Studiengebühren pro Semester liegen bei stolzen 12.000 $ !!

Leuchttiurm von St. Augustine
Der Leuchtturm von St. Augustine
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Nach einem kurzen Besuch im "Oldest Drug Store" in der Cordova Street gehen wir zum Parkplatz zurück und fahren zum Leuchtturm von St. Augustine - St. Augustine Lighthouse. Der Leuchtturm wurde 1874 errichtet und hat einen spiralförmig schwarz-weiß gestrichenen Turm. Bis zur 50m hohen Aussichtsplattform müssen wir 219 Stufen bewältigen. Der Ausblick auf die Stadt lohnt in jedem Fall!

Bevor wir unsere heutige Etappe nach Titusville in Angriff nehmen, geht es nochmal zurück zum Parkplatz am Fort und von dort in die George Street. Hier gibt es jede Menge Gartenlokale, die Sandwiches und diverse Salate anbieten. Wir finden einen schönen Platz unter einem riesigen Baum, an dem ein Blechschild "Paulaner München" angebracht ist. Auf Nachfrage kann der Kellner aber weder etwas mit "Paulaner" noch mit "München" anfangen. Aber das Schild findet er schön!

Am Nachmittag verlassen wir St. Augustine. Auf der Fahrt nach Titusville, unserem nächsten Ziel, müssen wir wegen starker Waldbrände den Interstate Highway 95 (I-95) verlassen und auf die US1 ausweichen, mit der Folge, dass wir in einen Verkehrsstau geraten. Unser Navigationsgerät spielt verrückt, da esnach oben uns immer wieder auf den Interstate Highway 95 (I-95) lotsen will. Da hilft nur noch Ausschalten. Am Abend erreichen wir dann doch noch unser Hotel "Ramada Inn and Suites, 3500 Cheney Highway, Titusville". Gott sei Dank ist ein Denny's direkt nebenan, denn Titusville gibt nicht viel her.