Zu den Kreidefelsen und nach Stralsund

Fr, 10.12. 2010 

Ursprünglich hatten wir für Stralsund einen ganzen Tag eingeplant, u.a. deshalb, weil wir in Stralsund das Ozeaneum besuchen wollten. Doch da wir gestern die Kreideküste wegen des heftigen Schneetreibens nicht sehen konnten, haben wir unseren Plan geändert, denn die Kreidefelsen am Königstuhl wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. So beginnt das Frühstücksbuffet für uns heute schon um 7.45Uhr. Um 9.00 Uhr sind wir startklar. Die Fahrt geht vorbei an Sassnitz zum Parkplatz in Hagen. Dort erwischen wir um 9.51 Uhr den Bus zum Königstuhl (Fahrzeit: 7 Minuten, 3€/Person für Hin- und Rückfahrt). Das sonnige Wetter lockt bereits einige Besucher an, gute Sicht ist zu erwarten.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Besucherzentrum Königstuhl
Eingang Nationalpark Jasmund, Besucherzentrum Königstuhl
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Der Königstuhl mit seinem berühmten Kreidefelsen ist Teil des Nationalparks Jasmund, der außer den berühmten Kreidefelsen samt naher Ostseeküste auch noch große Flächen naturbelassenen Rotbuchenwaldes, Moore und Wiesen umfasst. Direkt am Eingang (6€/Person an Eintritt) befindet sich ein großes Besucherzentrum. Hier erhalten wir zahlreiche kostenlose Broschüren mit detaillierten Informationen über den Nationalpark. Eine Erlebnisausstellung, ein Multivisionskino und weitere Angebote sind im Eintrittspreis enthalten.

Königstuhl, Feuerregenfelsen
Königstuhl: Der Feuerregenfelsen
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Der etwa 118m hohe vorgeschobene Kreidefelsen, der Königstuhl, ist über einen schmalen Zugang zu erreichen, an dessen Ende eine Plattform errichtet ist, die gute Sicht auf den Kreidefelsen bietet. Es ist der Feuerregenfelsen. Zu seinem Namen kam er im 19. Jahrhundert. Zur Unterhaltung der Urlaubsgäste, die sich am Strand unterhalb des Königstuhls befanden, wurde nach Eintritt der Dunkelheit brennendes Reisig von dem Felsen geworfen. Vor der hellen Kreide spielte sich so ein imposanter Feuerregen ab.

Darüber, warum der Königstuhl Königstuhl heißt, gibt es mehr als nur eine Geschichte. Diese erzählt davon, dass die alten Rüganer ihre Könige auf eine ganz besondere Art wählten: Sie bildeten einen Halbkreis um den mächtigen Kreidefelsen und starrten gebannt auf die jungen Männer, die diesen von der Seeseite aus erklommen. Tod und Verderben säumten dabei in Form nassglatter Kreide ihren Weg. Doch am Ende wartete der Königstuhl auf einen von ihnen!

Die beste Sicht auf den Königstuhl haben wir von der Balustrade der Victoriasicht, die wir nach einem Fußweg von ca. 600m erreichen. Der Fußweg ist gut ausgeschildert.

Nach einer guten Stunde Aufenthalt fahren wir mit dem Bus zurück zum Parkplatz in Hagen, wo unser Auto steht. Schnell wird unser Navigationsgerät auf "Parkplatz Altstadt Stralsund" programmiert (56km) und wir fahren sofort los, um nicht allzu viel Zeit zu verlieren, denn -wie schon mehrfach erwähnt - setzt die Dämmerung bereits um 16.00 Uhr ein und wir wollen spätestens um 17.00 Uhr zurück im Hotel sein. Die Zeit reicht also gerade für einen Bummel durch die Altstadt. Aus dem anvisierten Parkplatz in der Altstadt wird allerdings nichts, denn wegen zahlreicher Baustellen,nach oben Straßensperrungen und offensichtlich kurzfristig eingerichteter Einbahnstraßen "landen" wir plötzlich auf dem Parkplatz vor dem Ozeaneum. Wir belassen es dabei und erreichen von hier in gut 10 Minuten das Rathaus und damit das Zentrum der Altstadt.

Rathaus und Nikolaikirche in Stralsund
Rathaus und Nikolaikirche (links) in Stralsund
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Rathaus und Nikolaikirche liegen am Alten Markt. Das Rathaus, Wahrzeichen der Hansestadt Stralsund, ist berühmt für seine große Schaufassade im Stil der norddeutschen Backsteingotik und ein echtes Postkartenmotiv. Die St.-Nikolai-Kirche direkt daneben ist die älteste der drei großen Pfarrkirchen Stralsunds. Sie wurde im Jahr 1276 erstmals urkundlich erwähnt. Ihren Namen erhielt die Kirche am Alten Markt nach Nikolaus von Myra, dem Schutzheiligen der Seefahrer. Dem Rathaus gegenüber steht das Wulflamhaus, eines der schönsten erhaltenen Bürgerhäuser der Stadt. Bertram Wulflam war ein reicher und mächtiger Bürgermeister der Stadt. Er ließ das Backsteingebäude vor 1338 errichten. Daneben, in der Mühlenstr. 1, findet sich das Giebelhaus, das Ende des 13. Jahrhunderts erbaut wurde und zu den ältesten Zeugnissen der Backsteingotik in der Stralsunder Altstadt zählt. Das Gebäude wurde 2002/03 umfassend saniert. In ihm befindet sich u.a. ein kleines schwedisches Café mit einem Backofen aus dem 17. Jahrhundert. Hier legen wir eine Pause ein! Danach bummeln wir durch das Geschäftsviertel der Altstadt bis zum Kütertor und anschließend Richtung Alter Markt zurück bis zum Kniepertor am Olaf-Palme-Platz. Wer im Mittelalter ins Zentrum von Stralsund wollte, musste eines dieser Tore in der Stadtmauer passieren, die abends verschlossen wurden.

Kütertor in Stralsund
Das Kütertor in Stralsund
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Damit endet unser "Kurztripp" durch Stralsund. Einen Kaffee gönnen wir uns noch, bevor es wieder zurück auf die Insel nach Binz geht. Für den Abend haben wir nach dem abendlichen Buffet nichts mehr vor. Die Reisenotizen werden noch vervollständigt und im Fernsehen der Wetterbericht genauestens verfolgt. Denn morgen steht die Heimreise an und da hoffen wir wieder auf eis- und schneefreie Straßen!

 

Sa, 11.12. 2010 

Heute gibt es nicht mehr viel zu berichten. Wir stehen früh auf, erledigen bereits vor dem Frühstück die Formalitäten an der Rezeption und bringen unser Gepäck ins Auto. Dann haben wir genügend Zeit für ein letztes ausgiebiges Frühstück. Um 8.45 Uhr verlassen wir das Hotel Rugard und machen uns auf den Weg nach Hause. Eine schöne, erlebnisreiche Woche Rügen geht zu Ende. Rügen ist auch im Winter schön und die frische Ostseeluft tut gut. Das Hotel war Spitze, wir fühlten uns dort rundherum wohl und können es uneingeschränkt weiter empfehlen. Unsere erste Begegnungnach oben mit unseren Internet-Freunden Elke und Achim aus Berlin war überaus erfreulich und verlief sehr harmonisch. Alles in allem eine erlebnisreiche, schöne Woche.

Um 18.00 Uhr waren wir wieder wohlbehalten zu Hause, ohne Stau und Autopanne! Gott sei Dank!!