Kap Arkona, das Nordkap Deutschlands

Do, 09.12. 2010 


Unser heutiges Ziel ist der nördlichste Punkt der Insel Rügen, das Kap Arkona auf der Halbinsel Wittow. Kap Arkona gehört neben dem Fischerdorf Vitt zur Gemeinde Putgarten und ist vor allem im Sommer eines der beliebtesten Ausflugsziele auf Rügen. Hier waren wir auch 1991 mit unseren Kindern. Die Entfernung von Binz zum Kap Arkona beträgt ca. 47 km. Der Weg führt über Sagard, Glowe, Altenkirchen nach Putgarten. Wegen des stets großen Besucherandrangs vor allem im Sommer ist das Kap für den privaten Pkw- und Bus-Verkehr gesperrt. Wer nicht die 2km bis zum Kap zu Fuß laufen will, kann die Kap-Arkona-Bahn benutzen, die im Winter allerdings sehr eingeschränkt fährt. Am Südrand von Putgarten befindet sich ein großer Parkplatz, von dem aus wir in einem halbstündigen Spaziergang das Kap erreichen. Es ist sehr kalt und es pfeift ein eisiger Wind, den man vor allem dann spürt, wenn die Straße nicht durch Hecken oder Sträucher geschützt ist. Aber da unsere Kleidung der Jahreszeit angepasst ist, bereitet der Weg keine Probleme. Letztlich freuen wir uns sogar über die frische, gesunde Meeresluft, die wir hier einatmen können. Am Kap ist es ziemlich menschenleer. Wir treffen nur auf vereinzelte Besucher.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Am Kap Arkona
Am Kap Arkona: Die beiden Leuchttürme - Schinkelturm(links), neuer Leuchtturm(rechts)
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Als im Jahre 1815 die Insel Rügen von Schweden an Preußen übergeben wurde, schlugen pommersche Kaufleute der preußischen Regierung die Errichtung von Leuchtfeuern an verschiedenen Punkten der Ostseeküste vor. Wegen der gefährlichen Untiefen am Kap Arkona wurde in den Jahren 1826/27 an Stelle einer früheren Leuchtbarke einer der heute ältesten Leuchttürme an der Ostseeküste nach Entwürfen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut. Das Leuchtfeuer auf dem 19m hohen Turm ermöglichte eine Sichtweite von 8 Seemeilen, also ca. 14km. Die Räume in dem dreigeschossigen Turm wurden als Dienst- und Lagerräume genutzt.

Nach 75 Jahren Betriebsdauer entsprach das alte Leuchtfeuer nicht mehr den Anforderungen. Es wurde ein neuer Leuchtturm gebaut! Der Schinkelturm wurde nach dem zweiten Weltkrieg bis 1990 zur Überwachung der Seegrenze genutzt. Nach aufwendiger Restaurierung steht er seit 1993 als Aussichts- und Ausstellungsgebäude der Öffentlichkeit zur Verfügung und ist Mecklenburg-Vorpommerns nördlichstes Standesamt! Im Erdgeschoss geben sich die Brautpaare das Jawort.

Der neu errichtete Leuchtturm ist seit 1902 in Betrieb. Der 35m hohe Ziegelbau ruht auf einem achteckigen Granitsockel. Die Leuchteinrichtung besteht aus zwei Spezialglühlampen von jenach oben 75/1000W, deren Licht durch Spiegel und Speziallinsen noch in einer Entfernung von 22 Seemeilen ( ca. 40km) sichtbar ist. Der gesamte Apparat wird durch ein Drehwerk bewegt, das alle 17,1 Sekunden drei Blitze als international festgelegtes Orientierungslicht aussendet. Die Höhe des Feuers über dem Meeresspiegel beträgt 75m.

Es gibt noch einen etwas abseits stehenden dritten Turm, den ehemaligen Marinepeilturm, der früher als Seefunkfeuer diente.

Alte Königstreppe am Kap Arkona
Alte Königstreppe am Kap Arkona
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Die alte Königstreppe am Kap Arkona hat eine Höhe von 42m und entspricht damit der Treppe in einem 14-geschossigen Hochhaus. Sie wurde 1995 durch Rügener Firmen an historischer Stelle fertiggestellt. Im Krieg mit Russland 1741 - 1743 ließ der schwedische König Frederik I. in der Nähe der heutigen Treppe einen Feuerturm errichten. Durch ihn sollte eine befürchtete Landung von Kriegsschiffen des Zaren rechtzeitig für die Verteidigung der Aufstiegstrassen am Kap durch bewaffnete Wittower signalisiert werden können.

Wir schauen uns trotz Kälte ziemlich lange hier oben um und nehmen dann wieder den Fußweg zurück nach Putgarten. Wir wollen noch zum Königstuhl auf der Halbinsel Jasmund fahren. Doch als wir in Hagen am Parkplatz ankommen, setzt ein starkes Schneetreiben ein, dass jegliche Sicht verhindert. Vom Parkplatz müssten wir noch ca. 3km durch den Wald bis zum Königstuhl laufen. Alternativ kann man vom Parkplatz den Bus nehmen, der halbstündlich verkehrt. Wir gönnen uns zuerst eine Pause im kleinen Restaurant am Parkplatz, lassen dann aber unseren Plan wegen des schlechten Wetters fallen und werden es morgen noch einmal versuchen.

Möwen an der Seepromenade in Sassnitz
Möwen an der Seepromenade in Sassnitz
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Unser Rückweg nach Binz führt uns über Sassnitz. Es ist die nördlichste Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und die zweitgrößte Stadt Rügens. Wir waren schon 1991 hier. Wir parken auf dem Altstadt-Parkplatz und gehen von dort durch die Altstadt zur Seepromenade. Auch hier stellen wir fest, dass enorm viel in all den Jahren restauriert wurde. Am Hafen entdecken wir einen kleinen Pavillon mit Café. Hier genehmigen wir uns ein Stück Apfeltorte und einen leckeren Capuccino. Für heute ist unser Programm beendet. Auf der Heimfahrt kaufen wir im Supermarkt noch ein paar Sachen ein und erreichen gegen 16.30 Uhr unser Hotel. Bis zum Abendessen ist genügend Zeit, dienach oben Reisenotizen zu vervollständigen und unsere Tageszeitung, die wir an der Rezeption kaufen können, zu lesen.