Zu Besuch in Heidelberg


Do, 22. Juli 2010

Schwetzingen, die Stadt mit der besonderen Note: Es gibt tausend Gründe nach Schwetzingen zu kommen, sein berühmter Spargel ist nur einer davon!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Schloss Schwetzingen
Eingang zum Schloss Schwetzingen
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So wirbt die Stadt Schwetzingen für sich! Schwetzingen liegt nur ca. 10 km von Heidelberg entfernt, wurde im Jahr 766 erstmals urkundlich erwähnt, erlebte ab 1742 sein goldenes Zeitalter, als Kurfürst Carl Theodor das Schloss zu seiner Sommerresidenz ausbauen ließ. Hier trafen sich Staatsmänner, Künstler und Gelehrte höchsten Ranges, um Opernaufführungen und das prächtige höfische Leben zu genießen. Hier konzertierte Wolfgang Amadeus Mozart und hier war Voltaire zu Gast. Und auch die Romantiker Friedrich Hölderlin und Freiherr von Eichendorff wurden von Schwetzingen angezogen. Mit dem Schlossgarten wurde eine der schönsten europäischen Parkanlagen angelegt, natürlich nach dem Vorbild von Versailles!

Das Schwetzinger Schloss war eines der Reiseziele von Anitas Abiturientenschlussfahrt im Jahre 1962! Heute werden also Erinnerungen aufgefrischt!

So fahren wir alle zusammen nach dem Frühstück nach Schwetzingen. Das Wetter ist zwar nicht mehr so sonnig wie in den vergangenen Tagen, es ist schwül und Gewitter kündigen sich an. Es bleibt aber bis in den frühen Nachmittag trocken, so dass wir einen ausgedehnten Spaziergang durch den wunderschönen Schlossgarten machen können. Er wurde übrigens als Bestandteil des Weltkulturerbes der UNESCO vorgeschlagen. Die Verhandlungen laufen noch.

Die Spargelfrau
Denkmal für die Spargelfrau in Schwetzingen
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Bevor wir den Schlossgarten besuchen, schauen wir uns noch das Denkmal für die "Spargelfrau" an. Vor dem Schloss hat man nämlich auf dem Marktplatz der Spargelfrau ein Denkmal gesetzt. Die Statue aus Bronze zeigt eine Spargelbäuerin beim Verkauf von Spargeln und ein kleines Mädchen mit Korb und Hund beim Einkauf.

Der Schlossgarten besteht eigentlich aus zwei Gärten: einem symmetrisch angelegten französischen Barockgarten, den wir zunächst betreten und einem englischen Landschaftsgarten, der geprägt ist durch viele Kanäle und Brücken und dem Großen Weiher. Angelegt wurde der Garten von den Baumeistern und Gartenarchitekten Nicolas de Pigage und Friedrich Ludwig Sckell. Zahlreiche Skulpturen aus der antiken Mythologie und Tempel sind in den Garten eingebunden. Die vielen Blumenarrangements sind ausgezeichnete Fotomotive.

Hirschgruppe
Hirschgruppe im Schlossgarten in Schwetzingen
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Dass Schwetzingen ursprünglich ein Jagdschloss war, daran erinnert die "Hirschgruppe", ein Bassin, an dessen Seiten zwei kolossale wasserspeiende Hirsche sitzen, die gerade von Hunden attackiert werden. Das Becken liegt auf der Hauptgeraden zwischen Schloss und Weiher. Der "Weiher" am Ende der Hauptgeraden ist ein kleiner See, in dem Enten,nach oben Wasserhühner, Fische und Schwäne leben; er bildet den nordwestlichen Rahmen des Schlossgartens. Von dem Weiher gehen Kanäle aus, die inselähnliche Areale mit Brücken bilden.

Das Badehaus des Kurfürsten im Schlossgarten war wohl ein privater Rückzugsort mit allen Annehmlichkeiten, die der Kurfürst auch für einen längeren Aufenthalt benötigte: In der unmittelbaren Nachbarschaft befindet sich die kleine Badehaus-Küche sowie ein Freiluft-Theater für künstlerische Darbietungen und Zerstreuung.

Eine Attraktion des Badehausgartens ist das Rondell der wasserspeienden Vögel. Im mittleren Bassin sitzt ein Uhu aus Eisenblech, der in seinen Fängen einen toten Fasan hält. Oben auf der Einfassung aus Lattenwerk, das die Anlage umgibt, sitzen andere Vögel, die den Uhu (mit Wasser) bespucken. Das Thema des Brunnens geht auf eine Fabel von Äsop zurück, die vom Zorn der guten Vögel über den bösen Uhu handelt.

Apollotempel
Apollotempel im Schlossgarten in Schwetzingen
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Der Apollotempel steht auf einem künstlich angelegten Hügel. Man sieht Apollo als schönen Jüngling mit einer Lyra im linken Arm. Rund um den Tempel ist eine große Terrasse mit schmiedeeisernen Gittern, in die stilisierte goldene Sonnen eingelassen sind - Erinnerungen an den Sonnenkönig in Paris. Die Anlage um den Apollotempel wurde zu Carl Theodors Zeiten als Naturtheater genutzt.

Moschee
Die Moschee im Schlossgarten in Schwetzingen
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In den Jahren 1778-91 wurde die Moschee von Nicolas de Pigage unter Verwendung von Stilelementen des Christentums und des Islam errichtet. Sie gilt als das größte und aufwendigste Bauwerk seiner Art in einer europäischen Gartenanlage. Die Anlage besteht aus einem Kuppelbau mit hohem Tambour, flankiert von zwei schlanken Minaretten. Ein vorgelagerter Säulenportikus führt ins Innere. In den Feldern zwischen den Tambourfenstern sind Schriftfelder mit orientalischen Weisheiten auf arabisch und deutsch angebracht. Die arabische Inschrift über dem Hauptportal "Es ist nur ein einziger wahrer Gott" weist auf die gemeinsame Grundlage des Judentums, des Christentums und des Islam hin.

Nach dem Rundgang durch den Schlossgarten ist es Zeit, eine Mittagspause einzulegen. Direkt am Marktplatz finden wir ein schönes Restaurant, wo wir unter großen Sonnenschirmen sitzen können, die auch gleichzeitig vor Regen schützen.

Fachwerkhäuser in Ladenburg
Fachwerkhäuser in Ladenburg
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Mittlerweile hat sich leider das Wetter verschlechtert und es regnet. Das macht uns aber nichts aus und wir folgen gerne dem Vorschlag, noch nach Ladenburg zu fahren, einem kleinen, uns bis dahin unbekannten Städtchen. Schade, dass das Wetter nicht mitspielt, denn Ladenburg ist in jedem Fall einen Besuch wert, wie wir schnell feststellen! Ladenburg, ca. 14km von Heidelberg und 20km von Schwetzingen entfernt, blickt auf eine über 1900jährige Stadtgeschichte zurück - keine deutsche Stadt rechts des Rheins ist älter! Kaiser Trajan verlieh einer Ansiedlung namens "Lopodunum" im Jahre 98 n.Chr. die Stadtrechte. Der Stadtkern ist noch nahezu vollständig erhalten. Bei dem einstündigen Rundgang kommen wir durch kleine Gassen, sehen die Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer und viele liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser.

Carl Benz Denkmal
Carl Benz Denkmal in Ladenburg
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Bekannt ist Ladenburg aber auch durch das "Automuseum Dr. Carl Benz". Der Autoerfinder Carl Benz wohnte nämlich von 1903 bis 1929 in Ladenburg. Er gründete 1906 hier eine Firma, in der Gasmotoren für die Industrie produziert werden sollten, doch bereits 1908 begann man mit dem Automobilbau. Bis in die 20er Jahre wurden etwa 300 Fahrzeuge hergestellt. Automuseum und Benzhaus sind nur samstags und sonntags geöffnet.

Operngala
Schlosskonzert Shakespeares Welt
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Am Spätnachmittag sind wir wieder zurück in Heidelberg. Für den Abend sind wir im Rahmen der Heidelberger Schlossfestspiele zum "3. Schlosskonzert" eingeladen, der Höhepunkt unseres Aufenthaltes. Es sollte ein Open Air Konzert sein, wird aber wegen der ungünstigen Wetterbedingungen in den Königssaal des Schlosses verlegt. Das "3. Schlosskonzert" steht unter dem Namen "Operngala Shakespeares Welt". Es werden Werke von Mendelssohn Bartholdy, Verdi, Nicolai, Bellini, Rossini und Gounod aufgeführt, alle mit Bezug zu Shakespeare-Stoffen. Krönender Abschluss sind 3 Zugaben aus der West Side Story: Maria, Tonight, I feel pretty. Es spielt das Philharmonische Orchester Heidelberg,nach oben Solisten sind Ania Vegry (Sopran) und Marco Jentzsch (Tenor). Sicher wird dieser schöne Abend noch sehr lange in unserer Erinnerung bleiben. Auch an dieser Stelle ein herzliches Danke an unsere Gastgeberinnen für ihre Einladung!!

 

Fr, 23. Juli 2010

Heute gibt es nicht mehr viel zu berichten. Wir frühstücken gemütlich und machen noch ein paar Vorschläge für eine Gegeneinladung. Dann packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Heimweg. Wir kommen zwar in keinen Stau, aber die vielen Baustellen auf den Autobahnen sind doch ärgerlich.

Unterwegs lassen wir noch einmal alle Erlebnisse Revue passieren! Es waren sehr schöne Tage in Heidelberg!!