In das Hochland über Nuwara Eliya nach Bandarawela

Sa, 25. 03. 2017

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Nach einem morgendlichen Stadtbummel durch Kandy verlassen wir heute die Stadt und fahren in die beeindruckende Bergwelt des Hochlandes. Schon recht bald fangen die Teeplantagen an, die dem Hochland das so typische Aussehen geben. Die Berghänge sind übersät mit niedrigen, dunkelgrünen Teesträuchern.

Die Geschichte des Ceylon Tees beginnt eigentlich mit Kaffee. Seit 1815 war die gesamte Insel Ceylon unter britischer Herrschaft und ab 1825 wurde Kaffe im großen Stil angebaut. Für die Arbeit warb man hinduistische Tamilen aus Südindien an. Eine Rostpilzseuche vernichtete bereits nach wenigen Jahrzehnten einen Großteil der Plantagen.

1867 gründete der Schotte James Taylor die erste Teeplantage südlich von Kandy. 6 Jahre später konnte Taylor bereits den ersten Tee nach England exportieren und bald wurde die britische Kronkolonie zum wichtigsten Tee-Exporteur der Welt. 1948 wurde die britische Kolonie unabhängig. Die Plantagen kamen in die Hände Einheimischer. !972 wurde Ceylon in Sri Lanka umbenannt, doch der Tee behielt seinen Namen und wird bis heute weiter unter dem Namen Ceylon Tee verkauft.

Teeplantagen
Teeplantagen im Hochland
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Wir besuchen die Teefabrik Glenloch, wo wir etwas über den Anbau und die Verarbeitung erfahren.

Teesträucher können eine Höhe von mehreren Metern und ein Alter von rund 100 Jahren erreichen. Es sind immergrüne Pflanzen. In den Plantagen werden sie regelmäßig beschnitten. So verzweigen sie sich bereits in Bodennähe und bilden viele der begehrten zartgrünen Triebe. Diese werden von Hand gepflückt und zu Tee verarbeitet. Alle 5 Jahre müssen die Sträucher radikal zurückgeschnitten werden. Gegen Erosion werden ziwschen die Teesträucher australische Silbereichen gepflanzt.

Ceylon Tee LogoZum Gedeihen brauchen die Sträucher Niederschläge von über 1000 mm pro Jahr und sehr hohe Luftfeuchtigkeit, so dass nur Gebiete in der feuchten Zone, in der Zentralprovinz Sri Lankas in Frage kommen. Hochlandtees wachsen in Höhenlagen über 1.200 m, die Plantagen liegen meist in steilen Hanglagen. Zu den Hochlandtees gehört auch die Plantage in der Umgebung von Glenloch. Mittlere Lagen sind Höhen zwischen 600 m bis 1200 m, Tieflandtees wachsen bis 600 m Höhenlage. Aber nicht nur die Höhenlage, sondern auch die Art des Pflückens bestimmen die Qualität des Tees: die obersten zwei Blätter mit der Knospe, das sogenannte »Broken Orange Pekoe«, ergeben die beste Qualität.

In Sri Lanka wird überwiegend schwarzer Tee erzeugt. Die Verarbeitung erfolgt im Wesenlichen in drei Schritten: Trocknen der Blätter, Rollen und Fermentieren, Sortieren nach Größe und Farbe. Beim Rundgang durch die Fabrik werden uns drei Sorten vorgestellt: OP (Orange Pekoe): Er wird aus Erntegut mit einem hohen Anteil an größeren Blättern gewonnen. BOP: bedeutet Broken Orange Pekoe, gewonnen aus den jungen Trieben mit kleinen Blättern und Blattknospen; BOPF Gold: hier steht das F für Flowery, gemeint sind die Blütenknospen an den Enden der Triebe. Diese Sortenbezeichnung steht für die höchste Qualitätsstufe. Von dieser Qualitätsstufe dürfen wir eine Tasse probieren. Alle Teesorten können natürlich im angeschlossenen Laden gekauft werden.

Postamt in Nuwara Eliya
Postamt in Nuwara Eliya
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Wollsachen in Nuwara Eliya
Hier werden Wollsachen verkauft
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Nach soviel Wissen über Tee und Teesorten und einer Mittagspause im betriebseigenen Restaurant geht unsere Fahrt weiter nach Nuwara Eliya, der "Stadt über den Wolken" oder auch "Little England" genannt, wo wir einen kleinen Spaziergang unternehmen. Die Stadt liegt 1900 m hoch und ist landschaftlich reizvoll von Bergen eingerahmt. In Nuwara Eliya ist es angenehm kühl (20°) und schon die Briten hielten sich hier zur Kur auf. Hier findet man Villen, Gartenanlagen und Rasenflächen sowie Golfplätze im britischen Landhausstil. Alles very british! Die Geschäfte haben sich den kühleren Temperaturen angepasst und verkaufen Wollsachen!

Gemüseterrassen
Gemüseterrassen in der Region Nuwara Eliya
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Aufgrund des kühleren Klimas ist Nuwara Eliya die einzige Region, wo Früchte und Gemüsesorten der gemäßigten Breiten wie z.B. Äpfel gedeihen! Riesige Gemüseterrassen dominieren das Landschaftsbild.

Heute übernachten wir im Orient Hotel in Bandarawela. Wir erhalten ein schlicht ausgestattetes Zimmer mit Bad, Kaffee- und Teekocher und freiem, schnellen WLAN. Zum Abendessen gibt es ein Buffet. An den dargebotenen Gerichten ist grundsätzlich nichts auszusetzen, allerdings erleben wir hier - wie so oft - dass die Speisen nur lauwarm sind.

Unser Hotel:

Orient Hotel - No. 12 Dharmapala Mawatha - Bandarawela