Kandy, letzte Königsstadt Sri Lankas

Fr, 24. 03. 2017

Hochzeitsgesellschaft
Hochzeit auf Sri Lanka
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Musiker - Hochzeit auf Sri Lanka
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Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Auf dem Weg zum Frühstück sehen wir heute Morgen per Zufall eine Hochzeitsgesellschaft, von der gerade Fotoaufnahmen gemacht werden: das Brautpaar in prunkvollen, goldbestickten Gewändern und schwerem Goldschmuck, Verwandte, Trauzeugen (?) und die kleinen Blumenkinder ebenfalls in prächtigen Gewändern, alles farblich aufeinander abgestimmt. Musiker formieren sich und ihr Trommelwirbel kündigt den Beginn der Hochzeitsfeierlichkeiten an. Wie Jan später im Bus zu berichten weiß, bestimmen Astrologen nicht nur die passenden Ehepartner, sondern auch den astrologisch günstigsten Hochzeitstermin. Man sollte nicht nur einer Kaste angehören und materiell vergleichbar gestellt sein, sondern die Horoskope und der Hochzeitstermin sollten aus astrologischer Sicht passen. Hoffen wir, dass bei diesem Paar alles aufeinander abgestimmt ist!

Zahntempel
Zahntempel - Sri Dalada Maligawa
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Zugang zum Goldenen Schrein
Zugang zum Goldenen Schrein
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Nach dieser kurzen Showeinlage und einem guten Frühstück steht heute die Stadt Kandy auf dem Besuchsprogramm. Sie war die letzte Königsstadt Sri Lankas. Mit ihrer Eroberung durch die Briten im Jahr 1815 wurde das 2000 Jahre alte singhalesische Königtum ausgelöscht. Heute ist Kandy die drittgrößte Stadt des Landes und das religiöses Zentrum des Buddhismus. Im Zahntempel - Sri Dalada Maligawa - wird gemäß der Überlieferung der linke Eckzahn Buddhas als Reliquie aufbewahrt. Der Zahntempel ist einer der heiligsten Orte, nicht nur für die Buddhisten in Sri Lanka, sondern für alle Buddhisten auf der Erde. Bevor wir dieses heilige Gelände betreten, müssen wir unsere Schuhe bzw. Sandalen abgeben - in der Hoffnung, sie bei der Menschenansammlung nach Ende der Besichtigung auch wieder zurück zu bekommen. Zum Glück haben wir noch Socken dabei und müssen uns nicht barfuß auf Tour begeben, trotzdem eine wirklich unästhetische Angelegenheit. Der Menschenmasse folgend, kommen wir in die obere Etage des Hauptgebäudes. Sie beherbergt den Goldenen Schrein, vor dem sich die Pilger versammeln, die den heiligen Zahn verehren. Die Zahnreliquie befindet sich in der Kammer Vadahitina Maligawa. Sie wird in sieben ineinander verschachtelten Goldschatullen, die mit Edelsteinen besetzt sind, aufbewahrt. Die Tür zu diese Kammer ist mit Gold, Silber und Elfenbein geschmückt.

Musiker kündigen den obersten Mönche an
Musiker kündigen den obersten Mönch an
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Wir kommen gerade zu dem Zeitpunkt, wo ein ohrenbetäubender Lärm zu hören ist. Dreimal am Tag kündigen nämlich Musiker mit Trommeln und Schalmei an, dass der oberste Mönch auf dem Weg ist, vor dem Schrein zu beten. Das ist natürlich der Anziehungspunkt nicht nur für Gläubige!

Einmal im Jahr findet die Esala Perahera statt, eine Prozession, bei der festlich geschmückte Elefanten den Zahn durch die Stadt tragen, wobei fraglich ist, ob wirklich der Originalzahn oder aus Sicherheitsgründen eine Kopie durch die Straßen getragen wird. Bei dieser Prozession wird für Regen und eine gute Ernte gebetet. Im Zahntempel befinden sich noch mehrere Schreine und eine Bibliothek. Von außen wirkt der Zahntempel nicht allzu pompös.

Nach dem Rundgang bekommen wir unsere Schuhe wieder zurück. Was für ein Wunder! Bei dem Gewühle, was dort herrschte, hatten wir unsere Bedenken.

Hefte aus Elefantendung
Hefte aus Elefantendung
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Elefantendung
Elefantendung
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Aus einer Mücke einen Elefanten machen, kann wohl jeder; aber aus Elefantendung Papier herstellen, das zeigen uns Arbeiter in Kegalle, einem kleinen Ort nahe Kandy. Hefte, Notizblöcke, Papiertragetaschen - aus Elefantendung lässt sich geschickt einiges herstellen. In Sri Lanka leben knapp 4.000 Elefanten in freier Wildbahn. Die Lieblingskost der Dickhäuter ist Gras. Ein ausgewachsenes Tier frisst täglich bis zu 380 kg und scheidet davon rund 250 kg wieder aus. Was der Elefant nach dem Verzehr tut, ist, die Nahrung mit seinen eigenen Körpersäften zu verdauen. Die Faser kommt zerkleinert im Dung zurück. Der wird eingesammelt und mit einem natürlichen Desinfektionsmittel gekocht, um alle Keime zu vernichten, anschließend zerdrückt, eingefärbt und getrocknet. Stabilität entsteht in Kombination mit Altpapier. Die Endprodukte können wir in einem angeschlossenen Shop bewundern und bei Bedarf auch kaufen!

Pinnawela Elefantenwaisenhaus
Pinnawela Elefantenwaisenhaus
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Auf dem Rückweg nach Kandy bietet Jan auf Wunsch einiger Teilnehmer einen Besuch des Pinnawela Elefanten Waisenhauses an, Pinnawela Elephant Orphanage. Der Besuch ist freiwillig und mit 2500 LKR/Person (ca. 15€ /Person) nicht gerade billig. Seit 1975 gibt es dieses tierische Waisenhaus. Es wurde auf einem 9 ha großen Gelände einer ehemaligen Kokosnussplantage errichtet. Hier leben um die 70 Elefanten, die zumeist Opfer eines Konfliktes mit Menschen wurden. Elefantenherden verwüsten oft Felder und Häuser der Einheimischen, eine Folge des immer enger werdenden Lebensraumes der Dickhäuter. Bis zu 200 Tiere kommen jährlich ums Leben. Die Überlebenden, auch junge Elefanten, werden hier wieder aufgepäppelt. Gerade um die Mittagszeit ist Fütterung der Elefantenbabys mit der Flasche. Leider kommen wir etwas zu spät, denn riesige Menschenansammlungen drängeln sich bereits vor der Absperrung, so dass die besten Fotoplätze schon vergeben sind. Dafür haben wir dann bei der sogenannten Elefantenparade etwas mehr Glück: Kurz nach Mittag bringen die Pfleger die Herde zum etwa 400 Meter entfernt gelegenen Fluss Maha Oya. Hier dürfen die Tiere ein ausgiebiges Bad nehmen, werden abgespritzt und sauber gebürstet. Die Tiere genießen das sichtlich und wir, die Besucher, haben einen wunderbaren Platz zum Beobachten auf der Terrasse des Gasthauses am See.

Kandy Tänzer
Kandy Tänzer
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Zurück in Kandy steht nach einem kleinen Spaziergang am See noch ein Besuch des "Kandyan Cultural Centre" auf dem Programm. Hier findet eine Vorführung der weit über die Stadt hinaus bekannten Kandy Tänze statt. Ihre Wurzeln haben sie in den Ritualen aus der Zeit, als Kandy noch ein Königreich war. Wir sehen Tänzer in traditioneller Kleidung, die, begleitet hauptsächlich von Trommeln, Flöten und Zimbeln, einen Einblick in die Tanzkunst des Landes geben. Ein Erntetanz, vorgeführt von jungen Mädchen, zeigt die Abfolge vom Mähen bis zum Einfahren des Getreides. Ein Feuertanz symbolisiert die Kraft des Zaubers über das Feuer als auch über bösartige Teufel. Ein weiterer Tanz stellt die Bewegungen eines Vogels dar, in diesem Fall eines Pfaues. Dieser Vogel befördert den südceylonesischen Gott Skanda, einen Sohn Shivas, der gleichermaßen bei Buddhisten und Hinduisten angebetet wird.

Kandy Tänzer
Kandy Tänzer
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Die Tänze, vielfach artistische Hochleistungen, sind stark auf das touristische Publikum zugeschnitten, dennoch lohnenswert, anzuschauen. Krönender Abschluss ist der Feuerlauf: Brennende Fackeln werden über den Körper geführt und in den Mund genommen, dabei laufen die Tänzer barfuß über glühende Kohlen, bleiben natürlich unverletzt.

Mit der Vorführung bei den Kandy Tänzern geht ein erlebnisreicher Tag zu Ende. Wir fahren gegen 18.30 Uhr ins Hotel zurück. Um 19.00 Uhr wartet ein umfangreiches, schmackhaftes Buffet auf uns. Danach, gegen 21.00 Uhr, ist für uns Bettruhe angesagt.

Unser Hotel:

Hotel Thilanka - No. 03, Sangamitta Mawatha - Kandy