Gipfelsturm auf den Löwenfelsen

Di, 21. 03. 2017

Heute steht ein Highlight der Reise an: der Besuch des Löwenfelsens Sigiriya. Dabei handelt es sich um einen Monolith, auf dem sich die Ruinen einer historischen Felsenfestung befinden. Der Name leitet sich von 'Singha Giri' ab, was Löwenfelsen bedeutet. 1982 wurde Sigiriya von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Löwenfelsen - Sigiriya
Löwenfelsen - Sigiriya
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Die Felsenfestung, die sich schon von weitem sichtbar aus der Ebene erhebt, bietet nicht nur fantastische Ausblicke, sondern auch interessante Einblicke in einen Krimi, der sich hier vor über 1500 Jahren ereignete. Von 455 bis 473 n. Chr. regierte in Sri Lanka König Dhatusena von der antiken Hauptstadt Anuradhapura aus. Er wurde brutal ermordet von Kassapa, einem Sohn seiner Nebenfrau, der sich damit die Thronrechte sichern wollte. Rechtmäßiger Thronfolger wäre nämlich sein Halbbruder Moggallana gewesen. Dieser floh nach Süden, aus Angst, ebenfalls ermordet zu werden. Kassapa regierte von 473 bis 491 und ließ aus Angst vor der Rache seines Halbbruders eine Festung auf dem Sigiriya Felsen errichten. Damit wähnte er sich in einer besseren Verteidigungsposition. Doch geholfen hat ihm das nicht, denn in einer Schlacht von 491 wurde er von seinem Halbbruder besiegt, worauf er sich das Leben nahm. Moggallana nutzte die Felsenfestung nie, sondern gab sie zurück an buddhistische Mönche, die das Areal bis ins 14. Jahrhundert als Meditationszentrum genutzt haben.

Lustgarten - pleasure Garden
Lustgarten - Pleasure Garden
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Sgiriya war eine rechteckig angelegte Königsmetropole mit einer Größe von 130 ha. Ein symmetrisch angelegter Pleasure Garden, ein Lustgarten, rund um den Felsen sorgte mit Wasserspielen, Teichen und Pavillons für Abwechslung. Daran schließt sich der Boulder Garden (Felsengarten) an mit riesigen Felsblöcken. Der eigentliche Aufstieg auf den Felsen erfolgt über Steinstufen und eine enge Wendeltreppe. Wieviel Stufen nun zu erklimmen sind, darüber herrscht Uneinigkeit. Jan, der Reiseleiter, spricht von 670 Stufen. Das scheint mir aber untertrieben zu sein. Offensichtlich wollte er die Gruppe motivieren, da viele schon von einem "beschwerlichen" Aufstieg gelesen hatten. Unsere jüngsten Reiseteilnehmer, Anfang 20, haben dann unabhängig voneinander die Stufen gezählt und kamen auf ca.1020. Wie dem auch sei, bei Beginn des Aufstiegs bieten junge Singhalesen gegen Bezahlung Hilfe an. Ich (Anita) habe mich nicht geschämt, eine solche Hilfe in Anspruch zu nehmen, da ich Angst vor Schwindelattacken hatte, denn die Treppe führt außen an der sehr steilen Felswand vorbei und man sieht nur noch Abgrund. Mein junger Helfer hielt meinen Arm oder meine Hand und half mir so, den Aufstieg mühelos zu schaffen.

Etwa auf halber Höhe führt eine eiserne Wendeltreppe zu den berühmten Cloud Maidens, Wolkenmädchen, barbusige Schönheiten, reich geschmückt, voller Anmut, Eleganz und erotischer Ausstrahlung. Ursprünglich sollen 500 solcher Felsmalereien den Besucher verzaubert haben, heute sind es nur noch 18 Schönheiten aus dem 5. Jahrhundert und inzwischen restauriert. Seit kurzem gilt ein strenges Film- und Fotografier Verbot, woran sich leider viele Besucher nicht hielten.

Löwenprankenterrasse
Löwenprankenterrasse
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Nach der Besichtigung der Wolkenmädchen gelangen wir zur sogenannten Spiegelmauer, einer über 2 m hohen Mauer, die den Weg nach außen abgrenzt. Jene Menschen, die Sigiriya früher besucht haben, haben Texte und Gedichte auf der Mauer notiert. In den Texten wird beispielsweise die Schönheit der Fresken gerühmt. Weiter geht es steil bergauf, teilweise über Rampen, bis wir schließlich zur Löwenprankenterrasse, Lion's Paw Terrace, kommen mit zwei kolossalen Löwenpranken aus Ziegelstein. Sie sind die Überreste eines gewaltigen Hauptaufgangs, der die Form eines aufgerichteten Löwen hatte. Von hier aus führen in den Felsen geschlagene Treppen und Eisensteigen auf die oberste Ebene des Palastkomplexes und setzen absolute Schwindelfreiheit voraus. Es ist bei der tropischen Hitze dann auch der schweißtreibendste Teil des gesamten Aufstieges und ich bin froh, meinen Helfer zur Seite zu haben, der mir die Angst etwas nimmt. Endlich ganz oben angekommen, sind ein Wasserbecken, ein "Felsenthron" aus Granit und einige Mauerreste als die letzten Zeugen dieser Königsherrschaft zu bewundern – und eine Aussicht über Reisfelder, Stauseen, Dschungel und viele Bergketten, die alle Mühen des Aufstiegs vergessen lässt.

Markt in Dambulla
Obst- und Gemüsemarkt in Dambulla
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Nach dem Gipfelsturm auf den Löwenfelsen geht unsere Fahrt weiter Richtung Matale. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher nach Dambulla. Die Stadt ist Verkehrsknotenpunkt - hier treffen die A9 und die A6 aufeinander - und Umschlagplatz für Gemüse und Obst. Wir besuchen den Markt und danach den "Goldenen Tempel von Dambulla", seit 1991 Weltkulturerbe der UNESCO.

Golden Temple of Dambulla
Golden Temple of Dambulla
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Die Besichtigung des Tempels und der buddhistischen Höhlentempel stehen nicht auf unserem Programm. Deshalb begnügen wir uns mit einem kurzen Rundgang durch die Anlage. Die riesige Buddhastatue aus dem Jahre 2000 ist ein Geschenk Japans an Sri Lanka und wohl die größte Statue der Welt. Hier wird Buddha in der seltenen Dharmachakkra-Pose dargestellt, die Geste " des ‚Ingangsetzens des Rades der Lehre‘ (dharmachakramudra)".

Kräutergarten Luckyland
Kräutergarten Luckyland Spice Garden in Matale
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Auf der Weiterfahrt Richtung Süden nach Matale wird die Vegetation zunehmend üppiger, die Gegend hügeliger. Wir kommen in ein bedeutendes Plantagengebiet, in dem Kautschuk, Zimt, Pfeffer, Reis, Tee, Chilis und Gemüse angebaut werden. Dank des tropischen Klimas mit sehr warmen Temperaturen und reichlich Niederschlägen gedeihen hier zahlreiche tropische Nutzpflanzen wie Vanille, Ingwer, Kardamon, Kakao, Muskatnuss, Safran, Nelken, weshalb sich an der Straße Spice Gardens, Gewürzgärten, angesiedelt haben. Mit fachkundiger Führung besuchen wir einen dieser schön gestalteten Gewürzgärten, Luckyland Ayurveda Zentrum und Kräuterfarm. Neben Gewürzen und Heilkräutern wird hier auch Ayurveda Naturheilkunde - Kräutermedizin und pflanzliche Kosmetikprodukte - angeboten. Und der Gartenführer ist von dieser Art Behandlung und auch von sich als Ayurveda-Fachmann reichlich überzeugt, stellt uns Düfte und Pflanzen mit heilender Wirkung vor, so z.B. eine Kräutercreme (Sheersodara) gegen Kopfschmerzen, Wettermüdigkeit und Erkältungen, weiter Rotöl mit Kräuterbalsam (Wathahareni), eine ölige Mischung, die angeblich sechzehn rheumatische Erkrankungen heilt. Ein rein pflanzliches Potenzmittel ist auch auf seiner Liste. Einige aus unserer Gruppe kommen sogar in den Genuss von ein paar kurzen Ayurveda Massage Behandlungen. Alle vorgestellten Gewürze und Heilmittel finden sich im angeschlossenen Laden. Dass dazu die Zeit nicht mehr reicht, macht unseren Ayurveda-Fachmann doch irgendwie sauer. Die Verabschiedung fällt dann weniger freundlich aus.

Hindutempel in Matale
Hindutempel in Matale
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Nun stehen uns noch zwei Stunden Busfahrt bevor. Ziel ist das auf 900m Höhe gelegene Hunas Falls Hotel am Rande der Knuckles Mountain Range. Es soll sich als das unserer Meinung nach schönste und schönst gelegene Hotel der ganzen Reise herausstellen. Bevor wir auf wirklich abenteurlichen, engen und holprigen Straßen in die Bergregion fahren, machen wir noch einen kurzen Stopp am 300 Jahre alten hinduistischen Tempel Sri Muthumariamman Thevastaman, dessen farbenprächtiger, reicher Figurenschmuck überaus sehenswert ist.

Hotel Hunas Falls
Hunas Falls
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Wie schon erwähnt: die Fahrt zum Hotel Elkaduva Hunas Falls am Rande der Knuckles Mountain Range ist für uns einfach abenteuerlich. Ich sitze ganz vorne im Bus und bekomme hautnah mit, wie sich der Bus um die engen Kurven quält und wie man bei Gegenverkehr doch irgendwie aneinander vorbeikommt. Ich bewundere unseren Busfahrer! Ich bin fest überzeugt: in Deutschland wäre das Befahren dieser Straße mit einem Bus nicht erlaubt. Wir kommen heil an, Gott sei Dank und das Hotel entschädigt für die Ängste bei der Anfahrt! Das Hotel liegt inmitten einer natürlichen Landschaft, bietet einen sehr gepflegten tropischen Garten, einen Außenpool, einen 6-Loch-Golfplatz und ein Restaurant mit Terrasse. Unser Zimmer verfügt über zwei große Betten, eine Sitzecke, Balkon, einen Safe, einen Schreibtisch sowie Kaffee- und Teezubehör. Das Bad mit großer Regenwalddusche kann sich auch sehen lassen. Nachdem wir heute im Kräutergarten schon sehr viel über Ayurveda-Behandlungen gehört haben und dieses Hotel diverse Behandlungen anbietet, melde ich mich auch gleich für morgen Nachmittag für eine Ayurveda-Ganzkörpermassage (Full Body Massage) an. Dauer 1 Stunde, Preis 3000 LKR, knapp 20€.

Mit dem Abendessen und einer Flasche Rotwein lassen wir diesen erlebnisreichen Tag ausklingen. Gute Nacht!

Unser Hotel:

Hunas Falls Hotel - Elkaduwa - Kandy/Sri Lanka