Polonnaruwa: aktiv unterwegs im UNESCO-Welterbe

Mo, 20. 03. 2017

Unseren Wecker um 6.00 Uhr haben wir nicht gehört. Dieter wird zum Glück um 6.30 Uhr wach. Da ertönt aber auch der telefonische Weckruf durch das Hotel. Die halbe Stunde bis zum Frühstück reicht noch, uns frisch zu machen. Kofferpacken entfällt heute, da wir hier zwei Nächte bleiben. Das Frühstück ist sehr reichhaltig. Neben den üblichen Eierwünschen (Omelett, sunny side-up etc) gibt es Wurst und Käse, verschiedene Brotsorten, Süßwaren und reichlich frisches Obst. Natürlich für Einheimische und solche, die gerne scharfe Sachen essen, auch warme Speisen. Und als Getränk den wundervollen Tee! Man gewöhnt sich schnell daran!

Die Busfahrt startet um 8.00 Uhr. Neben Jan, dem Reiseleiter und dem Busfahrer ist noch der Beifahrer zu erwähnen, der uns die ganze Reise über begleitet, für Sauberkeit im Bus sorgt und stets in einer großen Kühlbox für ausreichend Flaschen mit abgefülltem Wasser sorgt. Pro Flasche werden 40 Rupien bezahlt (ca.25 Cent). Der Wasservorrat im Bus ist wichtig, denn wir haben nicht nur mit hohen Temperaturen zu tun - das Thermometer klettert im Laufe des Tages schnell auf über 30° - sondern auch mit hoher Luftfeuchtigkeit. Und das treibt die Schweißperlen auf die Stirn!

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Feigenbaum
Feigenbaum im Minneriya Nationalpark
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Auf dem Weg zur ehemaligen Königsstadt Polonnaruwa gibt es einige Zwischenstopps. Der erste Zwischenstopp ist am Minneriya Nationalpark. Dieser Park liegt etwa 9 km östlich von Habarana an der A11 nach Polonnaruwa. Er erstreckt sich um einen großen Stausee und ist für seine Elefantenpopulation bekannt. Besonders während der Trockenzeit in den Monaten zwischen Juni und September sollen sich hier Hunderte von Wildelefanten beobachten lassen. Jan macht uns auf einen großen Feigenbaum sowie einige Wasservögel aufmerksam.

Vor einem Ayurveda-Krankenhaus entdecken wir am Eingang ein großes Hakenkreuz. Svastikas - so nennt man sie - sind häufig in Sri Lanka anzutreffen, da sie als traditionelles Symbol für Glück und positive Kräfte gelten. Man findet sie auf kommerziellen Werbetafeln, Gräbern, Privathäusern und Eingangstoren und als Dekoration religiöser Tempel. Sogar Gott Ganesha wird mit Hakenkreuz in der Hand dargestellt.

Die ersten Königsstädte Sri Lankas, Anuradhapura und Polonnaruwa, liegen in der Trockenzone. Sie sind umgeben von wasserspendenden Stauseen, die zur Versorgung der Klöster und Bevölkerung schon sehr früh angelegt worden sind. Tausende von Stauseen spielen bis heute eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Mensch und Tier. Einer dieser Stauseen ist der Giritale Stausee, an dessen Ufer eine überdimensionale Buddha Statue steht. Grundsätzlich sollte man sich nie mit dem Rücken zur Buddha Statue fotografieren lassen, da dies als Beleidigung gewertet wird.

ehemaliger Königspalast
ehemaliger siebenstöckiger Königspalast namens Vijayanta Prasada
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Gegen 10.00 Uhr erreichen wir die alte Königsstadt Polonnaruwa. In ihr wurde einst die allerheiligste Zahnreliquie Buddhas aufbewahrt. Unser Ziel ist der archäologische Park. Von 1017 - 1235 n. Chr. nach dem Niedergang des alten Königreichs von Anuradhapura wurde Polonnaruwa die zweite Hauptstadt von Sri Lanka. König Vijayabahu I. regierte hier 40 Jahre lang. Aber unter einem anderen König, König Parakramabahu 1., erlangte die Stadt Polonnaruwa ihre Blütezeit. Er ließ einen 2.500 Hektar großen Stausee erbauen, den Parakrama Samudra, der die Stadt und ihre Umgebung ausreichend mit Wasser versorgte. Er sorgte auch für den Bau des großen Königspalastes und die heiligen Orte. Mittelpunkt der alten Königsstadt war die Zitadelle, der Königspalast und die große Ratshalle, von denen heute noch die Ruinen zu sehen sind. Die einzelnen Ruinen liegen sehr weit auseinander. Deshalb erkunden wir die Sehenswürdigkeiten per Fahrrad.

Affen in Polonnaruwa
Affen in Polonnaruwa
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Buddha von Gal Vihara
Buddha von Gal Vihara
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Die Fahrradtour ist schweißtreibend, aber unterhaltsam und informativ. Denn wir treffen nicht nur auf imposante Stupas und Buddhas, sondern auch auf tobende Affen und zwitschernde Vögel.

Highlight unserer Tour durch den Park ist der Felsentempel Gal Vihara. Hier wurden schon im 12. Jahrhundert vier Buddha-Statuen in den Fels gehauen. Sie sind Teil eines heute fast verschwundenen Klosterkomplexes. Ein mittelgroßes Sitzbildnis eines Buddha findet sich in der Mitte der Gal Vihara Gruppe innerhalb einer künstlichen Höhle. Der Buddha ist auf einem Sockel unter einem Baldachin platziert.   Die anderen drei aus dem Fels gehauenen Buddhas sind Kolossalstatuen, ein sitzender, ein stehender und ein liegender Buddha. Sie alle befanden sich einst in Innenräumen von Schreinen und werden heute durch moderne Dächer geschützt, um Schäden durch sauren Regen zu vermeiden.

Nach einer verspäteten Mittagspause geht es zurück nach Habarana, wo wir uns nach einer Erfrischung eine Tasse Tee aufgießen und anschließend etwas Ruhe am Swimmingpool gönnen. Das Abendessen um 19.30 im offenen Hotelrestaurant mit beleuchtetem Hotelgarten trägt mal wieder zu der sehr positiven Stimmung bei. Wir lassen den Abend nicht allzu lange werden, denn morgen sind Frühstück für 7.00 Uhr und Abfahrt für 8.00 Uhr terminiert. Außerdem müssen die Koffer bis 7.30 Uhr abholbereit vor der Zimmertür stehen.

Unser Hotel:

Habarana Chaaya Village PO Box 2 - Habarana