Caltagirone - Piazza Armerina

Di, 12.05. 2015

Unser heutiges Programm:

Genießen Sie in Caltagirone den wunderschönen Garten mit Blick auf den Ätna und die Scale Monumentale, die hinauf zur Santa Maria del Monte führt. Anschließend erreichen Sie Piazza Armerina. Zahlreiche Fußbodenmosaike zeigen dort Szenen aus dem höfischen und alltäglichen Leben der Vergangenheit. Nachdem Sie in Morgantina die Ausgrabungen gesehen haben, erreichen Sie Ihre ländliche Unterkunft bei Piazza Armerina.

Übernachtung in Caltagirone, Agriturismo Colle San Mauro

Heute Morgen soll die Abfahrt um 8.30 Uhr sein. Wer nicht da ist, ist der Busfahrer. Die Koffer sind natürlich auch noch nicht im Bus! Und zu allem Übel muss anschließend die erste Tankstelle angefahren werden, da der Sprit zuneige geht. Das ist schon ein Trauerspiel.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Die Scale Monumentale in Caltagirone
Die Scale Monumentale in Caltagirone
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Unser erstes Ziel ist Caltagirone. Caltagirone, die "Città della Ceramica", gilt als die Keramikhauptstadt Siziliens. "Qal'at Ghiram", Berg der Vasen, nannten es bereits die Araber wegen der reichen Tonvorkommen. Die mittelalterliche Altstadt wurde 1693 bei einem großen Erdbeben zerstört und im Barock neu aufgebaut. In der Stadt gibt es heute noch über 80 Keramikwerkstätten. Die Ergebnisse des Keramikhandwerks lassen sich selbstverständlich in zahllosen Souvenirgeschäften käuflich erwerben.

Hauptattraktion der Stadt ist sicher die Scale Monumentale. Das ist eine lange Treppe, die an der Piazza Municipio beginnt und in 142 Stufen hinauf zur Kirche Santa Maria del Monte führt. Die einzelnen Stufen sind mit bunten Kacheln verkleidet, jede in unterschiedlichem Design. Zu Ehren der Maria Santissima di Conadomini wird die Treppe jedes Jahr vom 22. Mai bis 30. Juni mit Blumen geschmückt. Zum Fest des heiligen Giacomo ( La festa di San Giacomo Apostolo- Fest des heiligen Jakob vom 24. - 25. Juli) leuchtet sie im Wiederschein von etwa 4000 kleinen Papierlaternen.

Rechts und links der einzelnen Treppenabsätze finden sich neben Souvenirgeschäften auch vornehme Ateliers, wo man Keramiken jeder Art kaufen kann.

Mosaiken in der Villa Casale
Mosaiken in der Villa Casale
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Nach einer Mittagspause in Piazza Armerina besuchen wir die spätantike römische Villa Casale, 6 km von Piazza Armerina entfernt. Es ist ein Baukomplex besonderer archäologischer Bedeutung, da die Mosaikböden zu den schönsten der römischen Kultur überhaupt gehören. Die Villa geht auf das 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus zurück und diente als Land- und Jagdsitz. Die Anlage erstreckt sich auf einem Hügel und besteht aus einem Eingang, dem Thermalbereich, dem Zentrum mit einem rechteckigen Hof, der auf allen Seiten von durchgehenden Säulenhallen (Kolonnaden) umgeben ist, der Basilika, privaten Räumen, dem Speiseraum mit einemPfeil durch einen Bogengang begrenzten Hof mit Brunnen, von wo aus man die Mosaike anderer Räume sieht. Da wir eine ausgezeichnete deutschsprachige Führerin haben, ist der Besuch der Anlage ein Genuss.

Mosaiken in der Villa Casale
Mosaiken in der Villa Casale
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So sehen wir im "Wandelgang der großen Jagd" Szenen der Jagd nach wilden Tieren, im Raum der Gymnastinnen, auch "Saal der 10 Mädchen" genannt, junge, turnende Frauen, die Badekleidung tragen, die unserem Bikini ähnlich ist. In einem danebenliegenden Raum mit einem Brunnen in der Mitte ist Orpheus dargestellt. Andere Räume und Säle sind mit mythologischen Themen verziert. Mit großer Liebe zum Detail werden Geschichten aus der römischen und griechischen Sagenwelt erzählt, Spiele und Feste illustriert. Über den Bauherrn der Villa weiß man nicht allzu viel. Angesichts des unglaublichen Reichtums vor allem der Ausgestaltung mit Mosaiken wurde das Haus einem römischen Kaiser zugesprochen, heute geht man eher davon aus, dass es der Sommersitz eines gut betuchten römischen Adligen gewesen sei. In jedem Fall muss die Geldbörse des Bauherrn gut gefüllt gewesen sein, so dass man es sich leisten konnte, die einzelnen Räume der Villa mit großflächigen und thematisch passenden Mosaiken zu dekorieren, die heute noch bestens erhalten sind. 

Die Unesco erklärte die Anlage 1997 zum Weltkulturerbe mit der Begründung, „...dass die Villa del Casale bei Piazza Armerina das hervorragendste Beispiel einer römischen Luxusvilla ist, das bildlich die vorherrschende soziale und ökonomische Struktur ihrer Zeit veranschaulicht. Die Mosaiken, mit denen sie dekoriert ist, sind außergewöhnlich in ihrer künstlerischen Qualität und ihrem Erfindungsreichtum sowie in ihrer Menge.“

Ausgrabungen in Morgantina
Ausgrabungen in Morgantina
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Zum Abschluss des Tages besuchen wir die 15 km westlich von Piazza Armerina gelegene antike Stadt Morgantina. Es ist eine ehemalige Sikulerstadt. Neben Kultstätten und öffentlichen Gebäuden gibt es auch ein kleines Theater, von dessen Sitzreihen man bis zum Ätna sieht. Die Ausgrabungen werden von einem amerikanischen Team der Universität Princeton betrieben. Die Ausgrabungen begannen 1955 und dauern bis heute an.

Unser heutiges Hotel liegt weitab der nächsten Orte mitten in der Einsamkeit.Pfeil Unser Zimmer ist etwas spartanisch eingerichtet. Das Abendessen wird in einem großen Glaskuppelbau serviert und lässt wirklich keine Wünsche offen!