Palermo

Mi, 20.05. 2015

Unser heutiges Programm:

Sie besuchen die ehemalige Jagdvilla der Normannenkönige »La Zisa« sowie den Normannenpalast. Erleben Sie auch die einmalige Cappella Palatina mit ihren bekannten Mosaiken im Altarraum. Vorbei geht es am Teatro Massimo, einem der größten Opernhäuser Europas, zum Archäologischen Museum. Dort finden Sie weltberühmte Ausgrabungsstücke und eine der bedeutendsten italienischen Sammlungen der Antike.

Heute werden große Teile des Montagsprogramms nachgeholt. Wir treffen wieder den örtlichen Reiseführer, der uns bereits gestern mit bekannten Sehenswürdigkeiten des antiken Palermo vertraut gemacht hat.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Mercato di Capo
Mercato di Capo
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Unser Rundgang beginnt am Markt Mercato di Capo, dem zweitgrößten Markt von Palermo. Die Marktreihen dehnen sich aus entlang einiger altertümlicher Straßen wie der Via Volturno, der Via Beati Paoli und der Via Porta Carini. Die Porta Carini, durch die wir den Markt betreten, ist ein Tor, das früher ein Teil der Festungsmauer war. Auf dem Markt werden Fleisch, eine Auswahl an saisonalem Obst sowie vor allem frischer Fisch angeboten. Zum Gerichtsgebäude Tribunale di Palermo sind es nur 2 Minuten.

Im Herzen des Capo-Viertels liegt die Kirche Chiesa di San Agostino, die im 14. Jahrhundert von Adelsfamilien gestiftet wurde. Der Innenraum der Kirche steht ganz im Zeichen von Giacomo Serpotta, des Meisters der Stuckdekoration.

Quattro Canti
Quattro Canti
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Als nächstes kommen wir zur Kreuzung "Quattro Canti". Hier kreuzen sich die beiden Hauptstraßen Palermos, die Via Vittorio Emanuele und die Via Maqueda. An den Ecken dieses Platzes erheben sich die vier Fassaden der Paläste aus dem 17. Jahrhundert, die den Stil der vier Brunnen von Rom nachahmen. Die Fassaden sind auf drei Ebenen angeordnet. In den unteren Mulden befinden sich die vier Brunnen mit den Statuen der vier Jahreszeiten. In den oberen Bereichen befinden sich die Statuen der spanischen Monarchen, während ganz oben die Statuen der Schutzheiligen von Palermo untergebracht sind: Cristina, Ninfa, Oliva und Agatha, die später von der Heiligen Rosalia abgelöst wird.

Fontana di Pretoria
Fontana di Pretoria
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An der Via Maqueda, nur wenige Minuten von den Quattro Canti entfernt, liegt die Piazza Pretoria. Den größten Teil des Platzes nimmt ein riesiger Brunnen ein, die Fontana di Pretoria. Sein Umfang beträgt 130m. Der Brunnen war ursprünglich in Auftrag gegeben, um eine toskanische Villa zu schmücken, wurde jedoch später von der Stadt Palermo erworben. Der Brunnen ist eine Pracht aus heidnischen Gottheiten, Nymphen, Putten, Seeungeheuern und Tieren. Ceres, die Schutzgöttin Siziliens, trägt ein Füllhorn und Ähren in der Hand. Aufgrund der Nacktheit der Figuren wurde und wird bis heute die Piazza Pretoria auch Platz der Schande (Piazza della Vergogna) genannt. 1858 wurde ein Gitterzaun um den Brunnen errichtet, da man den männlichen Götterfiguren außer ihren Nasen und Ohren auch andere edle Körperteile abgeschlagen hatte.

Im Süden der Piazza Pretoria steht das 1463 erbaute Rathaus Palazzo del Municipio: Pfeileinige der Säle können wir besuchen, es ist allerdings Fotografier Verbot!

Nur wenige Meter vom Rathaus entfernt, an der Piazza Bellini, liegen zwei, kunsthistorisch sehr bedeutsame Kirchen nebeneinander: La Martorana und San Cataldo.

Kuppel der Kirche La Martorana
Kuppel der Kirche La Martorana
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Die Kirche La Martorana gilt als wunderbares Beispiel normannischer Architektur. Sie wird 1143 auf Wunsch von Giorgio Antichoia, einem Admiral im Dienste Roger II erbaut und 2 Jahrhunderte später, 1433, dem von Eloisa Martorana gegründeten Benediktinerorden übergeben, dem sie ihren heutigen Namen verdankt. Das Innere der dreischiffigen Kirche ist eine Mixtur normannischer Mosaike und barocker Gemälde. Die Schiffe sind durch Rundbögen voneinander getrennt, die auf Säulen mit korinthischen Kapitellen ruhen. In der Mitte des Hauptschiffes sticht in der Kuppel das Bild des segnenden Pantokrator-Christus hervor, der von vier Erzengeln umgeben auf einem Thron sitzt.

Kirche San Cataldo
Kirche San Cataldo
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Direkt neben La Martorana befindet sich die Kirche San Cataldo, die im arabisch-normannischen Stil erbaut wurde. Sie wirkt wie ein rechteckiger Klotz. Auffallend an ihrem Äußeren sind die umlaufenden, fein gezackten Zinnenkränze und die drei halbrunden roten Kuppeln, die durch kleine Fenster geöffnet werden können. Das Kircheninnere ist, abgesehen vom Mosaikfußboden, recht schmucklos.

Kuppel des Doms von Palermo
Kuppel des Doms von Palermo
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Zu den "Must-See" von Palermo gehört auch der Besuch der Kathedrale Maria Santissima Assunta (übersetzt: heiligste in den Himmel aufgenommene Maria). Der jetzige Bau wurde 1184/1185 im normannisch-arabischen Stil errichtet und erfuhr im Lauf der Jahrhunderte mehrere Umbauten. Aufgrund ihrer ersten Bauperiode wird die Kathedrale auch als Normannendom bezeichnet. Die Kirche ist durch Pfeiler in drei Schiffe unterteilt. In den ersten beiden Kapellen des rechten Kirchenschiffs befinden sich die berühmten Kaiser- und Königsgräber: Friedrich II, sein Vater Heinrich VI, Konstanze, Friedrichs Mutter und Roger II. Die silberne Urne der Stadtpatronin Rosalia wird ebenfalls in der Kathedrale aufbewahrt.

Vor dem Hochaltar kann man auf dem Boden eine moderne Sonnenuhr aus vielfarbigem Marmor mit den Abbildungen der Sternzeichen bewundern. Sehenswert für uns waren auch die Räume, in denen der Schatz der Kathedrale aufbewahrt wird: wunderbare Werke feiner Goldschmiedekunst, heilige Paramenten und eine wertvolle Tiara, die mit Edelsteinen und Perlen besetzt ist und Konstanze von Aragon gehörte.

Mondello
Mondello
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Nach dieser großen Besichtigungstour durch Palermo tritt ein gewisser Müdigkeitseffekt ein, die Aufmerksamkeit lässt merklich nach. So beginnt das Kontrastprogramm: Wir fahren mit dem Bus nach Mondello, das Seebad der Palermitaner. Das einstige Fischerdorf liegt etwa 12km nördlich des Zentrums. Hier legen wir eine größere Pause ein, die jeder nach Pfeil seinem eigenen Geschmack gestalten kann. Wir brauchen zuerst eine kleine Stärkung, bevor wir uns den Ort ansehen und an der Uferpromenade entlang bummeln.

Mosaiken und Bogenverflechtungen, Muqarnas
Mosaiken und Bogenverflechtungen, Muqarnas
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Für den späteren Nachmittag steht noch der Besuch von La Zisa an, ein Schloss im Westen Palermos, das den normannischen Königen als Sommerresidenz diente. Hier konnten sie Ruhe ohne Hast und Hektik genießen. Die beeindruckendste Halle ist in La Zisa die Springbrunnenhalle, die in der ersten Etage gelegen ist. Hier befindet sich ein wunderschöner Brunnen, und die Wände sind mit malerischen Mosaiken und zierlichen Bogenverflechtungen, sogenannten Muqarnas, geschmückt. In der zweiten Etage von La Zisa gibt eine große Anzahl von Zimmern, in denen verschiedene Gegenstände der arabischen Kunst ausgestellt werden.

Mit dem Besuch des Schlosses endet der offizielle Teil des Palermo-Besuches. Der Abend steht zur freien Verfügung. Wir besuchen nochmals das Zentrum und suchen uns anschließend ein schönes Restaurant zum Abendessen. Danach heißt es wieder Kofferpacken, denn Morgen geht es um 8.45 Uhr nach Catania und zum letzten Hotel in Acireale, wo wir noch zwei Nächte verbringen werden.