Über Ibra, Jabrin und Bahla nach Nizwa

Sonntag, 01.12. 2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Heute Morgen sind wir wie fast immer früh auf den Beinen. Auf dem Weg vom unserem Beduinenzelt zum Frühstücksraum begegnet uns schon der erste Kamelbesitzer, der sich gerne mit einem Kamelritt ein paar OMR verdienen möchte. Leider hat er bei uns keinen Erfolg.

Kamel vor dem Wüstencamp
Geduldiges Kamel vor dem Wüstencamp
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Die ersten freilaufenden Kamele sehen wir nach dem Frühstück kurz vor der Abfahrt außerhalb des Camps. Und natürlich stürzen sich alle mit ihren Fotoapparaten auf die Tiere, um sie im Bild festzuhalten. Ist schon lustig!! Zum Glück ist das Kamel recht geduldig und bleibt brav stehen! Hier kurz zusammengefasst ein paar Infos zum Thema Kamele:

Kamele vor dem Wüstencamp
Kamele vor dem Wüstencamp
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Die im Oman vorkommenden Dromedare oder auch Einhöckrige oder Arabische Kamele stammen aus der Gattung der Altweltkamele. (Zu den vor allem in Amerika lebenden Neuweltkamelen zählen Guanako, Lama, und Alpaka.) An ihrem einzelnen Höcker sind sie sofort von den Trampeltieren, den zweihöckrigen Kamelen, unterscheidbar. Sie haben ein Gewicht von 300 bis 700 Kilogramm und eine Schulterhöhe von bis zu 2,3 m. Der Schwanz ist relativ kurz, das Fell meist sandfarben, Scheitel, Nacken, Hals und Rumpf sind mit längerem Haar bedeckt. Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet "laufend". Die Tiere können tagelang, maximal bis zu 14 Tagen, ohne Wasser auskommen. Andererseits können sie bis zu 200 l Wasser auf einmal saufen. Bis zu 25% ihres Körpergewichts können sie an Flüssigkeit verlieren, der Mensch übrigens maximal 10%. Der Rückenhöcker enthält Fettvorräte, die das Tier bei Futtermangel verbrennen kann, um Energie zu gewinnen. Die Kamele erreichen ein Alter von 40 - 50 Jahren. Die Geschlechtsreife tritt bei Weibchen mit drei Jahren, bei Männchen bei vier bis sechs Jahren ein. Die Paarung erfolgt im Winter. Die Tragezeit beträgt 330 bis 440 Tage. Rund ein bis zwei Jahre kümmert sich die Mutter um ihren Nachwuchs. Alle freilaufenden Kamele im Oman haben immer einen Besitzer. Sie werden vornehmlich als Rennkamele gezüchtet. Vor allem im Süd-Oman gibt es große Herden von 6000 bis 7000 Kamelen.

Nach der Kamel-Foto-Session kann unsere Weiterfahrt um 9.00 Uhr beginnen. Bis Nizwa über Ibra werden es rund 350 km sein. Unterwegs wird eine Toilettenpause eingelegt und für ein Picknick eingekauft. Gegen 13.00 Uhr treffen wir am Schloss von Jabrin (Jabreen Castle) ein und machen vor der Besichtigung zuerst die obligatorische Mittagspause, wieder lecker zubereitet von den omanischen Fahrern und der Reiseleitung.

Deckenmalerei im Schloss Jabrin
Deckenmalerei im Schloss Jabrin
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Das Schloss von Jabrin wurde 1670 von Imam Bil'Arub, Sultan aus der Yaruba-Dynastie, als Sommerresidenz inmitten einer Palmenoase errichtet. 1980 wurde es in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen und 1984 aufwendig restauriert. Bil'Arub starb 1692 in Jabrin und wurde auch innerhalb des Schlosses bestattet, was für islamische Verhältnisse sehr außergewöhnlich ist. Der Palast zeigt das hohe handwerkliche nach obenKönnen der damaligen Baumeister: Prachtvoll bemalte Holzdecken, Stuckdecken und kalligrafische Wanddekorationen gehören zur Innenausstattung. Teilweise sind die Räume mit zeitgenössischem Mobiliar ausgestattet.

Palmenhaine in Bahla
Palmenhaine in Bahla
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Nur wenige Kilometer von Schloss Jabrin entfernt, liegt Bahla, eine der ältesten Königsstädte des Oman. Dank eines ausgezeichneten Bewässerungssystems, Falaj oder auch Faladsch, das eine ganzjährige Wasserversorgung ermöglicht, besitzt es Wasser und fruchtbare Böden, üppige Palmenhaine und Obst-und Gemüsegärten gedeihen hier bestens. Das Wasser wird über Kanäle, die oft mehrere Kilometer lang sind, unter Ausnutzung des Gefälles von den Quellen zu den Dörfern und Städten geleitet und dort verteilt. Heute sind insgesamt noch etwa 3000–4500 solcher Bewässerungssysteme mit einer Gesamtlänge von weit über 1000 Kilometern in Gebrauch. Dieses System ist einzigartig in den arabischen Staaten und gehört seit 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Festung Hisn Tamah in Bahla
Festung Hisn Tamah in Bahla
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Inmitten seiner aus Lehmziegel errichteten Stadtmauer, die noch teilweise erhalten ist, liegt die Festung Hisn Tamah, die seit 1987 ebenfalls zum Weltkulturerbe gezählt wird. Im bewohnbaren Teil der Festung residiert der Gouverneur der Region. Die Festung  besitzt insgesamt 15 Tore und 132 Wehrtürme. Rechter Hand zu Füßen der Festung erstreckt sich das alte Bahla mit seinen verfallenen braunen Lehmhäusern. Das neue Bahla mit weißen Wohnhäusern breitet sich hinter der Festung aus.

Rund 42 km sind es noch bis Nizwa, wo wir im Hotel Falaj Daris für die nächsten zwei Tage übernachten werden. Das Falaj Daris gefällt uns sehr gut. Es ist kein großer Hotelkasten, sondern nur ein einstöckiges Gebäude. Abends sitzen wir am beleuchteten Pool und erfreuen nach obenuns am reichhaltigen Buffet. Unser Zimmer ist groß und angenehm, das Frühstück gut und reichhaltig und das Personal freundlich und hilfreich. Was will man mehr!