Der Himmel über der Wüste - Wahiba Sands

Samstag, 30.11.2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Das Hotel Plaza in Sur verwöhnt uns heute Morgen mit einem reichhaltigen Frühstücksbuffet und starkem Kaffee bzw. Tee. Das tut gut!

Die Koffer sind während des Frühstücks bereits am Zimmer abgeholt worden und stehen vor dem Hotel, um in die bereitstehenden Jeeps geladen zu werden. Pünktlich um 8.30 Uhr starten wir zu unserer heutigen Tour, die uns zunächst zum Dhau-Museum und dann zur Dhau-Werft in der Lagune von Sur führt.

Fatah-al-Khair im Dhaumuseum
Fatah-al-Khair vor dem Dhaumuseum in Sur
>>Schliessen<<

Eine lebendige Vorstellung von traditionellen Großseglern bekommen wir beim Anblick der 300 Tonnen schweren Fatah-Al-Khair, die vor dem Museum aufgedockt wurde. Die fast 100 Jahre alte Ghanja - Ghanjas waren schlanker und länger gebaut als andere Dhautypen - hat eine Länge von 20m. Sie wurde 1920 gebaut und ist eine der letzten hochseetauglichen Dhaus. Lange Zeit im Jemen im Einsatz, entdeckte sie 1993 ein omanischer Kapitän und brachte sie in ihren Heimathafen zurück. Kleinere Dhaus, die hauptsächlich zum Fischen und Transportieren von Gütern gebraucht wurden, befinden sich ebenfalls vor dem Museum.

Auf der Dhauwerft
Auf der Dhauwerft in Sur
>>Schliessen<<

Auf der benachbarten Werft arbeiten zur Zeit unseres Besuches 12 indische Fachkräfte unter Leitung eines Bauingenieurs, der ebenfalls Inder ist. Wie er berichtet, liegen Aufträge aus dem Oman und den Emiraten vor. Die Bauzeit für eine Dhau beträgt je nach Ausstattungswunsch ca. 8 Monate. Für den Bau gibt es keine vorliegenden Baupläne, sondern man ist ausschließlich auf die Erfahrung des Baumeisters angewiesen. Die Kosten belaufen sich je nach Ausstattung auf 130.000 bis 150.000 OMR. Das Holz kommt überwiegend aus Indien und Myanmar und ist Teakholz. Handarbeit ist vorherrschend.

Picknickplatz auf dem Weg zum Wadi Bani Khalid
Picknickplatz auf dem Weg zum Wadi Bani Khalid
>>Schliessen<<
Das gekaufte Picknick
Das gekaufte Picknick
>>Schliessen<<

Unsere Reise geht weiter Richtung Wadi Bani Khalid. Doch bevor wir dieses Wadi erreichen, wird wieder für das mittägliche Picknick eingekauft. Auf der Weiterfahrt finden wir einen schattigen Picknickplatz, wo wir die Mittagspause einlegen und uns an den gekauften Leckereien erfreuen können. Was für ein Service!!


Wadi Bani Khalid
Wadi Bani Khalid
>>Schliessen<<

Wadi Bani Khalid ist das größte, bekannteste und auch schönste Wadi der Region Sharqiyah. Wasser gibt es während des ganzen Jahres. Die als Pools bezeichneten Becken beziehen ihr kristallklares Wasser von unterirdischen Quellen und Bächen, die im Laufe der Zeit Höhlen und verzweigte Kanalsysteme in den Fels eingruben. Von einem Parkplatz aus spazieren wir auf einer befestigten, teilweise betonierten Piste entlang der Bewässerungskanäle in das Wadi hinein. Die Piste ist an einigen Stellen überschwemmt, weil es in den vergangenen Tagen stark geregnet hat. Am Ende des Wadis steht ein kleines Restaurant, umgeben von Palmen und anderen Schattenspendern. Viele Ausflügler kommen in dieses wild-romantische Wadi. Der überfüllte Parkplatz ließ nach obenschon die große Anzahl Besucher erahnen. Unter den Palmen haben es sich omanische, aber auch indische Familien gemütlich gemacht. Picknicken ist angesagt. Junge Männer singen und trommeln, was das Zeug hält. Hier herrscht Jubel, Trubel, Heiterkeit!

Wahiba Sands
Wahiba Sands - etwas grün nach regenreichen Tagen
>>Schliessen<<

Gegen 16.00 Uhr erreichen wir nach dem Verlassen der Teerstraße und der Durchquerung eines ausgetrockneten Flussbettes die Wahiba Sands, eine 10.000 km² große und bis zu 100 km breite Sandwüste. Die rotbraunen Sanddünen erreichen eine Höhe von bis zu 150m. Bei den Arabern heißt die Wüste Ramlat Al Wahiba. Aufgrund der sehr starken Regenfälle der letzten Tage sehen wir sogar kleine Sträucher und Gräser aus dem Sandboden sprießen. Sie werden aber schon nach wenigen Tagen wieder vertrocknen.

Wahiba Sands
Wahiba Sands - die rote Sandwüste
>>Schliessen<<

Die Wüste gilt als eine der am besten erforschten Wüsten der Erde. Mit finanzieller Unterstützung von Sultan Qaboos entdeckten Wissenschaftler der British Royal Geographic Society 1985 hier in der Wüste über 150 verschiedene Pflanzenarten, die mit ihren langen Wurzeln tief ins Erdreich bis zum Grundwasserspiegel wachsen und oft nur nach Regenfällen ans Tageslicht kommen. Unter den 200 verschiedenen Tierarten fanden die Wissenschaftler Skorpione, Mungos und Wüstenfüchse. Doch tagsüber flüchten alle Tiere vor der heißen Sonne in ihre Bauten und kommen erst nachts wieder zum Vorschein.

Wahiba Sands Desert Nights Camp
Wahiba Sands Desert Nights Camp
>>Schliessen<<

Unser Ziel ist das Wahiba Sands Desert Nights Camp, laut Reisebeschreibung ein 5-Sterne Luxuscamp mit luxuriösen Beduinenzelten inmitten der Dünen. Ob der Luxus jetzt wirklich 5 Sterne wert ist, darüber kann man sicher streiten. Wir würden allenfalls 3 Sterne vergeben. Unser zugewiesenes Beduinenzelt ist sauber und aufgeräumt, die Beleuchtung lässt allerdings zu wünschen übrig, ebenfalls das Waschbecken im Bad, das seine besten Tage schon hinter sich hat. Der Wasserhahn wackelt. Die Batterien der Taschenlampe, die wir auf dem Weg zum Restaurant benutzen sollen, sind leer. Der kleine Speiseraum, die Drängelei beim Abendessen und das Nichtnachfüllen am Buffet passen uns auch nicht. Oder haben wir ganz einfach einen schlechten Tag erwischt? Einige Reiseteilnehmer sind ganz hin und weg von der Anlage, oder sind dienach oben noch nie vorher in einem echten Luxuscamp gewesen?? Jedenfalls ist die Fahrt mit einem Jeep auf die Dünen ein tolles Erlebnis, der von hier oben zu beobachtende Sonnenuntergang dagegen unserer Meinung nach nicht das Non plus Ultra. Wir haben schon schönere erlebt. Sorry!