Zwischen Bergen und Meer nach Sur

Freitag, 29.11.2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Unsere Geländewagen
Die Geländewagen
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Unser Fahrer Abdul Rhman
Unser Fahrer Abdul Rhman
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Unsere Reisegruppe besteht aus 25 Personen plus Reiseleitung. Heute Morgen stehen 7 Toyota Landcruiser V6 bzw. V8 vor dem Hotel. Sie sind beschildert mit "Studiosus1", "Studiosus2" usw. Wir werden nun gebeten, uns auf die einzelnen Jeeps zu verteilen. Wir wählen Wagen Nr. 2 (Wagen Nr. 1 ist für die Reiseleitung reserviert), vor dem wir gerade stehen und laden unsere Koffer ein. Eine allein reisende Dame schließt sich uns an, so dass wir zu Dritt einen Jeep haben. Das ist sehr vorteilhaft für uns, denn wir haben Platz genug und mit unserer "Begleitung" eine sehr sympathische Dame, wie sich schnell herausstellt. Wir bleiben die ganze Reise über zusammen. Unser Fahrer ist noch sehr jung, Mitte 20 und Vater zweier Töchter und er heißt Abdul Rhman. In Wagen Nr. 1 sitzt als Fahrer der "Boss" der Truppe, er achtet streng darauf, dass auch beim Fahren die Reihenfolge der Wägen eingehalten wird. Überholen ist untersagt. Alles muss seine Ordnung haben!

Stopp in einem Wadi
Unser erster Stopp in einem Wadi
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Um 8.30 Uhr verlassen wir Maskat und fahren nach Süden, Richtung Sur, allerdings nicht auf der Hauptverkehrsstraße Nr. 17, sondern es geht offroad durch das Hadschargebirge auf unbefestigten Straßen. Vorher wird allerdings noch im Supermarkt "Lulu" ein Picknick eingekauft!

Das Hadschargebirge erstreckt sich über 450 km von der Halbinsel Musandam bis an den Indischen Ozean. Es gliedert sich in einen westlichen sowie einen östlichen Gebirgszug. Die höchste Erhebung ist der Dschabal Schams (es gibt auch die Schreibweise "Jabal Shams") im Westen des Hadschar-Gebirges mit 3.075m. Die zerklüftete, fast vegetationslose Bergregion durchziehen tiefe Wadis, die für Oman so typischen meist ausgetrockneten Flussläufe, die sich durchs karge Gebirge fressen und oft spektakuläre Schluchten bilden und von Bäumen, Sträuchern und Blumen gesäumt werden.

Unsere omanischen Fahrer
Unsere omanischen Fahrer
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An solch einem Wadi ist dann auch unser erster Stopp. Die omanischen Fahrer sind recht lustig, sprechen Englisch und stellen sich der Reihe nach vor. Sie lassen sich sehr gerne fotografieren, mit und ohne Reisegruppe. Ins Auge fällt sofort die saubere, frisch gestärkte und gebügelte Kleidung. Sie tragen traditionsgemäß sog. "dishdashas", das sind diese langen Gewänder ohne Kragen und Manschette. Vom runden Ausschnitt baumelt eine Quaste, die parfümiert werden kann und an der sie uns gerne riechen lassen. Omanis lieben Düfte!! Unsere Fahrer sind sehr modisch, denn sie tragen ihre Dishdashas auch in Pastelltönen und unterscheiden sich nach obendamit von den männlichen Bewohnern der arabischen Nachbarländer, in denen die weiße Dishdasha vorherrscht. An jedem Tag unserer Reise wird eine andere Dishdasha getragen.

Kumma
Hier wird eine Kumma getragen
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Massar
Einer der Fahrer trägt einen Massar
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Passend im Farbton dazu ist die Kopfbedeckung, die aus einer runden Kappe - kumma -, einem Kaschmirtuch - massar - oder einer Kombination aus beidem besteht, wobei der massar über der kumma gewickelt wird. Dass die Kumma an die Kopfform des zukünftigen Trägers angepasst wird, versteht sich von selbst. Kein Mann im Oman geht ohne Kopfbedeckung! Zu festlichen Anlässen legen viele Omanis ihren Krummdolch an, den khanjar.

Hadschargebirge
Hadschargebirge
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Nach dem ersten Fotostopp werden weitere Fotostopps bei der Fahrt durch das Hadschargebirge eingelegt. Die Flanken des Gebirges sind ziemlich steil und schroff, Vegetation sehen wir kaum. Über weite Strecken nur Fels, Steine, Geröll und Staub, zwischen denen sich nur hier und da ein Büschel Gras oder eine Akazie behaupten kann. Das Gebirge ist nur spärlich besiedelt. Kurz vor Mittag erreichen wir Quriyat, die älteste Hafenstadt Omans. Heute zählt sie ungefähr 65.000 Einwohner. Von hier aus erreichten omanische Seeleute einst Afrika, Indien und China. Quriyat, ca. 80 km südlich von Maskat, gehört zum Bereich der Capital Area. Mitten in der Stadt steht die alte Festung aus Lehmziegeln. Sie hat wenig Fenster, eine Galerie diente einst dem Beobachten der Umgebung.

Picknick
Unser Picknick
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Gegen 12.30 Uhr ist Picknick-Time! Und die gestaltet sich ab jetzt jeden Tag zu einem wahren Erlebnis! Frau Overkamp, die Reiseleiterin, kauft morgens omanische Spezialitäten und Getränke im Supermarkt ein. Die werden in Kühlboxen im Kofferraum der Jeeps gelagert. Sobald ein geeigneter Platz gefunden ist, werden die Lebensmittel ausgepackt, vorbereitet und "präsentiert" und wir können uns an den Köstlichkeiten erfreuen! Das ist ein ganz toller Service, der bestens bei der Reisegruppe ankommt und das Oman-Erlebnis nachhaltig verstärkt! Ein herzliches "Danke" an dieser Stelle!! Natürlich "picknicken" unsere omanischen Fahrer mit uns, warten allerdings immer sehr höflich, bis die Gruppe "gesättigt" ist! Der ganze Abfall wird anschließend eingesammelt und entsorgt! Heute picknicken wir unmittelbar am Meer.

Blick in das Wadi Ash Shab
Blick in das Wadi Ash Shab
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Danach geht die Fahrt weiter bis zum nächsten Stopp, dem Wadi Ash Shab, dem ältesten Wadi überhaupt. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel, ca. 140 km südlich von Maskat an der Küstenstraße zwischen Quriyat und Sur. An seiner Mündung treffen Wasserfälle auf salziges Meereswasser und bilden so ein einzigartiges Naturerlebnis, das dieses Wadi von den anderen Wadis des Sultanats unterscheidet.

Leuchtturm in Sur
Leuchtturm in Sur
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Gegen 17.00 Uhr erreichen die alte Hafenstadt Sur am Golf von Oman, 150 km von Quriyat entfernt. Die Stadt war bereits im 6. Jahrhundert ein bedeutendes Handelszentrum für den Handel mit Ostafrika und Indien, zudem war sie das Zentrum des Schiffbaus für große, ozeantaugliche Dhaus. Nahezu die gesamte männliche Bevölkerung fuhr zur See. Bis 1890 lagen 150 große Dhaus im Hafen von Sur, jede mit 30 Mann Besatzung. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. 1970 sollen es noch 86 Dhaus gewesen sein und 1977 waren nur noch 3 Dhaus als Handelsschiffe registriert. Auch im Fischereigewerbe ersetzen immer mehr Glasfiberboote die hölzernen Dhaus.

Alte Dhau im Hafen von Sur
Alte Dhau im Hafen von Sur
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Dennoch besitzt Sur bis heute die größte Dhauwerft am Golf, was auf die Einflussnahme des jetzigen Sultans zurückgeht, der es als Schande empfunden hätte, wenn die Kenntnisse über den Bau einer Dhau verloren gegangen wären. Deshalb hat man in Sur zunächst einen Modellbau eingerichtet. Mit dem aufkommenden Tourismus in dieser Region ist die Nachfrage nach Dhaus wieder so groß, dass die Werft in Sur voll ausgelastet ist. Es liegen Aufträge aus den Emiraten und auch aus Katar vor. Seit 2009 sind immer 2 - 3 Schiffe im Bau.

Gebetsteppich
Gebetsteppich im Hotel Plaza in Sur
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Die Dhau Werft werden wir morgen besichtigen. Heute machen wir einen Bummel am Hafen von Sur, danach geht es ins Hotel Sur Plaza,nach oben wo wir gegen 17.00 Uhr eintreffen. Abendessen ist für 18.30 Uhr angesetzt. Unser Zimmer sowie das angrenzende Bad sind wieder zu unserer vollen Zufriedenheit.

Wegweiser nach Mekka
Wegweiser nach Mekka
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In jedem unserer Hotelzimmer finden wir das nebenstehende Wapperl, entweder an der Decke, an einer Wand oder auf dem Schreibtisch. Es soll dem Gläubigen die Richtung der Kaaba in Mekka anzeigen, zu der er beim Beten sein Gesicht wenden muss. Der Gebetsteppich findet sich in der Regel in einer Schrankschublade oder einem offenen Ablagefach.