Maskat: Qaboos-Moschee, Opernhaus und Volkskundemuseum

Donnerstag, 28.11.2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Heute heißt es, früher aufstehen (5.30 Uhr - kein Problem für uns als Frühaufsteher), denn es soll bereits um 8.00 Uhr losgehen: Erster Besichtigungspunkt ist die Sultan Qaboos Moschee im Stadtteil Gubrah, ein unbedingtes "Muss" für jeden Oman-Besucher.

Sultan Qaboos Moschee
Sultan Qaboos Moschee in Maskat
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Die Moschee gilt als eine der größten Moscheen weltweit. Die Errichtung der Anlage wurde 1992 von Sultan Qaboos beschlossen, 1995 wurde mit den Bauarbeiten begonnen, die 2001 mit der feierlichen Eröffnung abgeschlossen werden konnten. Sie trägt seitdem den Namen des Erbauers.

Die Ausmaße sind gigantisch: das Gesamtareal ist ca. 40.000m² groß, die Moschee bietet Platz für 20.000 Gläubige, von denen 6000 in der Moschee und 14.000 im Hof beten können. Über dem Gebäude erhebt sich eine große Kuppel und ein 90 m hohes Minarett sowie vier weitere Minarette. Alle fünf Minarette symbolisieren die 5 Säulen des Islam: das Gebet ( fünfmal täglich), das Bekenntnis (Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet), das Almosen, das Fasten und die Pilgerreise (Hadsch, Reise nach Mekka, mindestens einmal im Leben).

Kronleuchter in der Sultan Qaboos Moschee
Kronleuchter in der Sultan Qaboos Moschee in Maskat
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Im Innern der Moschee dominieren die Farben Blau, Grün und Gold. Die Holzdecke ist reich mit Kaligraphien und Arabesken verziert. Blickfang ist zum einen eine 50 m hohe Kuppel, in deren Mitte einer der größten Kronleuchter  der Welt hängt - 15 m hoch und 8 m breit! Seine Grundkonstruktion besteht aus vergoldetem Metall. Er trägt 1.122 Lampen, ist reich mit Swarovski-Kristallen behängt und wiegt 8 Tonnen. Gefertigt wurde der Kronleuchter von der Firma Faustig aus Gauting, Ortsteil Stockdorf. Zur weiteren Beleuchtung sind daneben 11 weitere Kristalllüster aufgehängt worden.

Gebetsteppich in der Sultan Qaboos Moschee
Gebetsteppich in der Sultan Qaboos Moschee in Maskat
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Zum anderen fällt ein 4000m² großer Teppich ins Auge, der zu den größten der Welt zählt. Für diese Größe existieren keine Knüpfstühle. Daher musste der Teppich in mehreren, musterkonformen Einzelteilen gefertigt werden. Sechshundert Knüpferinnen aus dem Iran waren drei Jahre lang in jeweils zwei Schichten mit der Herstellung der Einzelteile beschäftigt. Dabei wurden insgesamt 1,7 Milliarden Knoten um die Baumwollkette geschlungen. Anschließend wurden die Einzelteile nach Maskat transportiert und vor Ort zusammengenäht. Dies nahm vier weitere Monate in Anspruch. Insgesamt wiegt der nach obenTeppich 22 Tonnen. Der Teppich darf nur von Muslimen betreten werden. Daher – und zur Schonung des kostbaren Gewebes – ist während der Besichtigungszeiten auf dem Teppich ein blauer Läufer verlegt, den man nicht verlassen darf.

Inneres der Sultan Qaboos Moschee
Inneres der Sultan Qaboos Moschee in Maskat
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In der Moschee dürfen nur Männer beten. Für die Frauen gibt es einen eigenen Gebetsraum, der hinter der Hauptmoschee liegt und wesentlich bescheidener ausfällt. Während des Gebetes dürfen Männer nicht in der Moschee der Frauen anwesend sein. Die Predigt des Imam zum Freitagsgebet wird via TV in den Gebetsraum der Frauen übertragen.

Minarett und Garten der Sultan Qaboos Moschee
Minarett und Garten der Sultan Qaboos Moschee in Maskat
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Zur Moschee gehören noch eine Bibliothek und ein Informationszentrum sowie ein wundervoll angelegter Garten.

Der Eintritt in das Moschee-Areal ist frei. Allerdings werden wir am Eingang darauf hingewiesen, welche Regeln für einen respektvollen Besuch einzuhalten sind: Essen und Trinken sind verboten, Frauen müssen ihr Haar mit einem Kopftuch bedecken, Männer und Frauen sollten keine Shorts oder ärmellose T-Shirts tragen, Kinder unter 10 Jahren dürfen nicht in die Moschee, in der Moschee müssen die Schuhe ausgezogen werden, Fotografieren und Filmen ist erlaubt.

Der Islam ist Staatsreligion im Oman. Er ist allerdings anders ausgeprägt als in anderen arabischen Staaten, wie uns die Reisleiterin bei unserer weiteren Busfahrt erläutert. Mit dem Wort Islam wird nämlich oft Gewaltbereitschaft und Radikalität in Verbindung gebracht. "Gewalt und Intoleranz entsprechen nicht dem Wesen des Islam!" Diese Einstellung ist nicht nur die persönliche Einstellung des Sultans, sondern die der Ibadhis, jener besonderen Glaubensrichtung des Islam, der ein Großteil der omanischen Bevölkerung angehört. Die Mehrheit der Omanis bekennt sich zur Ibadiyah. Diese Rechtsschule aus dem Jahr 700 ist in ihren Grundzügen demokratisch und von großer Friedfertigkeit geprägt. Ein weiteres Merkmal des Islam im Oman ist das Bekenntnis zu Offenheit und Toleranz gegenüber den anderen Religionen. So gibt es im Oman auch christliche und protestantische Kirchen sowie Tempel für Hindus und Buddhisten.

Royal Opera House Muscat
Opernhaus in Maskat
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Zurück zu unserer weiteren Besichtigung: das Opernhaus, Royal Opera House Muscat, das wir allerdings nur von außen sehen. Auf der Fahrt zum Opernhaus über die Sultan Qaboos Allee kommen wir an sämtlichen Ministerien und ausländischen Botschaften vorbei. Alle Gebäude weisen arabische und moderne Elemente auf. Je näher wir zum Meer kommen, umso vornehmer wird das diplomatische Viertel. Das Opernhaus wurde Anfang September 2011 mit der Oper "Rigoletto" von Verdi eröffnet. Die große Konzertorgel wurde von der Orgelbaufirma Klais (Bonn) gebaut und zählt zu den größten Orgeln des Orients.

Bait Al Zubair - Volkskundemuseum
Bait Al Zubair - Volkskundemuseum
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Letzter Besichtigungspunkt für heute ist das Bait Al Zubair Museum (Volkskundemuseum), das in einem rekonstruierten Altstadthaus im Zentrum der Altstadt Maskats untergebracht ist. Es handelt sich um eine private Sammlung, die das kulturelle Erbe Omans hochhalten möchte. Ausstellungsstücke sind Schmuckstücke, Waffen, Kunsthandwerk, traditionelle Gewänder, aber auch historische Dokumente.

Gegen 14.00 Uhr sind wir wieder zurück im Hotel. Bis zum Abendessen ist Freizeit angesagt. Wir gönnen uns im hoteleigenen Restaurant eine Tomatensuppe und einen Caesar's Salad, dazu ein Wasser und ein Bier. Dann haben wir Zeit, unseren Lieben zu Hause eine Email zu schicken und alle Fotos zu sichern. Am späten Nachmittag trinken wir noch einen Cappucino auf der Hotelterrasse, bevor wir alle uns wieder um 18.30 Uhr am Hoteleingang treffen. Eigentlich ist für heute kein gemeinsames Abendessen vorgesehen. Die Reiseleiterin hat allerdings nach obennach Rücksprache mit der Reisegruppe einen kleinen Bus organisiert und in einem 20km von Maskat entfernten arabischen Restaurant ein Abendessen bestellt. Die Kosten müssen wir natürlich übernehmen: je 2,50 OMR/Pers. für die Fahrt und 12 OMR/Pers. für das Essen.

Die Bedienung
Die Bedienung
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Wir erleben einen sehr schönen Abend in einem Gartenrestaurant mit Kerzenlicht und das Essen schmeckt vorzüglich. Dieses Mal habe ich mir die Speisenfolge aufgeschrieben:

Begrüßungsdrink ist ein Sorbet: Saft mit Minze und Limone - Vorspeisen: Kichererbsenmus, (Mutabbal) Aubergine, Quark, Sesampaste, (Falafel) frittierte Bällchen, Humusringe in Öl, Salat und Avocado, gebackenes Brot mit Feta, Oliven, Tomaten und Zatar - Hauptgericht: gegrilltes, mariniertes Fleisch vom Lamm, Hähnchen und Gehacktes - Nachtisch: frischer Obstsalat (Salata fawaki).

Mehr bleibt über diesen Tag nicht zu berichten. Wir werden noch darauf hingewiesen, dass morgen in der Früh die Koffer um 7.45 Uhr vor dem Zimmer zum Abholen bereit stehen müssen, denn morgen klettern wir in Geländewagen, unsere motorisierten Kamele für die nächsten Tage, und fahren an der Küste entlang in die alte Hafenstadt Sur.