Erste Schnuppertour durch Maskat

Dienstag, 26.11.2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Pünktlich um 14.00 Uhr steht der Reisebus vor dem Hotel Al-Falaj. Alle Reiseteilnehmer finden sich ein und eine rund zweistündige Stadtrundfahrt kann beginnen, wobei wir erste Infos über den Oman und seine Hauptstadt erhalten.

So erstreckt sich der Oman auf etwas über 300 000km², das meiste davon unwirtliche Wüste und bizarre, felsige Berge. Die etwa 2 1/2 Millionen Einwohner leben vorwiegend in Städten, über 800.000 in der Region Maskat, allerdings sind nur drei Viertel "echte" Omanis, der Rest sind Gastarbeiter, hauptsächlich vom indischen Subkontinent. Maskat - die englische Schreibweise ist Muscat, oft sieht man auch die eingedeutschte Schreibweise Muskat - besteht aus vielen Stadtteilen, die sich längs der Küste von Seeb bis Barr al-Jissah auf insgesamt fast 60 km erstrecken. Man spricht auch von der Capital Area. Die modernen Stadtteile wie Seeb, Qurum, al-Khuwayr und Ruwi (in Ruwi liegt auch das Hotel Al-Falaj) liegen im Westen. Sie sind erst nach der Machtübernahme durch Sultan Qaboos (1970) entstanden. Hier schlägt auch der Lebensnerv der Stadt: Banken, Geschäfte, Botschaften, Hotels, die Universität. Der Name "Maskat" hat übrigens nichts mit Muskat zu tun, sondern er kommt aus dem Arabischen und bedeutet soviel wie "herunterfallen". Zum einen sind die Berge gemeint, die hier bis zum Meer "herunterfallen", zum anderen bedeutet es aber auch "den Anker werfen".

Alte Dhau Sohar
Alte Dhau "Sohar", nachgebaut von Timothy Severin
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Unser erster Stopp liegt im Stadtteil Mutrah. Hier befindet sich ein Verkehrskreisel, in dessen Mitte das von dem Iren Timothy Severin gebaute Holzschiff „Sohar“ steht, eine so genannte Dhau. Mit Schiffen dieses Typs sollen omanische Seeleute bereits vor 1000 Jahren bis nach China gesegelt sein. Ohne jegliche Pläne, lediglich nach überlieferten Schiffsbaukenntnissen und ausschliesslich mit Materialien, die Seefahrern vor 1000 Jahren zur Verfügung standen, baute Severin ein solches Schiff nach und brach 1981 zusammen mit 30 omanischen Seeleuten zu einer Fahrt nach Fernost auf, ausgestattet mit Kokosnüssen, Limonen und Datteln. Das Schiff besteht nur aus Naturmaterial, vorwiegend indischem Holz, es ist mit angeblich 640.000 m Kokosfäden vernäht und hat keinerlei Nägel. Severin erreichte nach sechseinhalb Monaten die südchinesische Küste. Der Nachweis, dass es tatsächlich möglich war, dass omanische Seefahrer bereits im 9. Jh. Kanton erreichen konnten, wie es alte Quellen behaupteten, war damit erbracht. Finanziert wurde die nach obenReise durch den Sultan von Oman, Qaboos ibn Said. Das Schiff wurde getauft auf den Namen "Sohar". Im Oman ist man davon überzeugt, dass Sohar die Geburtsstadt von Sindbad dem Seefahrer aus dem Märchen aus 1001 Nacht ist.

Luxushotel Al-Bustan
Luxushotel Al-Bustan
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An der schönen Bucht in Mutrah, in unmittelbarer Nähe der Verkehrsinsel, liegt auch das Luxushotel Al-Bustan, ein Hotel der Superlative für die omanische High Society und betuchte Touristen. Das Gebirge reicht hier fast bis zum Meer.

Al-Alam-Palast
Al-Alam-Palast in Maskat
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Unser nächster Stopp ist "Old Muscat", wo sich das Regierungsviertel befindet, in dessen Zentrum der königliche Palast, der Al-Alam-Palast, steht. Ein breiter Prachtboulevard mit schweren dreiarmigen Kandelabern, gesäumt von gepflegten Blumenbeeten führt direkt zum Eingang des Palastes. Er ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich und dient vornehmlich repräsentativen Zwecken, wie z.B. dem Empfang ausländischer Staatsgäste. Wenn sich der Sultan in Maskat aufhält, bewohnt er seinen nahegelegenen Wohnpalast Bait al-Barakah in Sib. Sultan Qaboos ließ 1972 den alten Lehmpalast seines Vaters, der an dieser Stelle stand, abreißen und diesen neuen Palast im islamischen Stil mit blauen und goldenen Säulen errichten. Dazu beauftragte er einen indischen Architekten. Im Zentralbau befindet sich der Empfangs- und Thronsaal, rechts ist der Gästetrakt, links der Frauentrakt. Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, dass der Palast nicht groß genug war. So baute man in den letzten fünf Jahren weitere repräsentative Palastgebäude hinzu, die auch nur bei Regierungsanlässen genutzt werden.

Sultan Qaboos Al Said
Sultan Qaboos Al Said
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Oman ist eine absolute Monarchie, ein mitbestimmendes Parlament oder Parteien gibt es nicht. Oberster Herrscher ist Sultan Qaboos ibn Said, der achte direkte Nachfahre der seit 1744 regierenden Al Bu Said-Dynastie. Er wurde 1940 in Salalah, der Heimat seiner Mutter, geboren. In England besuchte er eine Privatschule, trat als Kadett 1962 in die Militärakademie Sandhurst ein und wurde zur britischen Rheinarmee abkommandiert. Nach dem Ende seiner Dienstzeit und einer Weltreise widmete er sich dem Studium des Islam. 1970 stürzte er seinen Vater, der das Land in tiefstem Mittelalter hielt. Innerhalb von nur 40 Jahren gelang es ihm, das Land aus der "Steinzeit" in einen modernen Staat zu verwandeln. Dabei geht es ihm vor allem darum, gewohnte Lebensweisen und Traditionen mit einer zeitgemäßen, wettbewerbsfähigen Wirtschaft in Einklang zu bringen. Naturschutz und Ökologie stehen im Vordergrund. Zu seinen ersten Maßnahmen nach der Machtübernahme gehörte die Abschaffung der Sklaverei, die Aufhebung der Ausgangs- und Ausreisebeschränkungen und die Gleichstellung von Mann und Frau im öffentlichen Leben. Er führte ein vorbildliches und kostenloses Bildungssystem ein, das auch Frauen offen steht. Analphabetismus gehört weitgehend der Vergangenheit an. Das Gesundheitswesennach oben wurde ausgebaut, es gibt jetzt in allen größeren Orten moderne Spitäler, die für alle Omanis kostenlos sind. Auch Steuern brauchen sie nicht zu bezahlen. Einmal im Jahr begibt sich der Sultan auf die "Meet the people" Tour in eine der Provinzen seines Landes, um sich dabei die Sorgen und Wünsche der Bewohner anzuhören.

Am Nationalfeiertag
Am Nationalfeiertag
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Bei unserem Besuch herrscht auf dem Prachtboulevard Volksfeststimmung. Man feiert den Nationalfeiertag, der eigentlich auf den 18. November fällt, aber wegen des Ferienbeginns nachgeholt wird. Die Buben auf dem nebenstehenden Bild sind sehr ausgelassen und beschenken uns spontan mit omanischen Fähnchen.

Wir machen einen Spaziergang durch das Regierungsviertel. Es ist in den 70-er und 80-er Jahren im einstigen Alt-Maskat entstanden. Hier lebten zuvor reiche Händler und Großfamilien. Der jetzige Sultan baute das Viertel im angepassten repräsentativen Stil aus und ließ dabei auch alte Handelshäuser renovieren bzw. rekonstruieren.

Alt Maskat
Blick auf Alt-Maskat mit den beiden Forts Al Mirani und Al Jalali
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Im weiteren Verlauf unserer Stadtrundfahrt hält der Bus an einer Stelle einer alten Passstraße, von der aus wir einen sehr schönen Blick auf das historische Maskat, nämlich das Regierungsviertel und die beiden Forts Al Mirani und Al Jalali haben. Diese beiden Festungen wurden im 16. Jahrhundert von den Portugiesen direkt am Eingang der Bucht von Maskat erbaut und wurden als Aussichtsplattform und zur Verteidigung der Küste genutzt.

Über die schön bepflanzte Uferstraße, die Corniche, führt unser Weg zurück zum Hotel. Morgen werden wir diese Gegend näher kennenlernen. Für heute ist erstmal Schluss mit der Schnuppertour durch Maskat. Es ist 17.00 Uhr, als wir wieder am Hotel ankommen. Für den Abend ist ein Umtrunk vorgesehen, bei dem sich die Reiseteilnehmer vorstellen. Dann findet auf der Hotelterrasse das erste gemeinsame Abendessen, ein Buffet, statt. Hierzu kann bei Bedarf Rot-/Weißwein oder Bier bestellt werden. Außerhalb des Hotels sind alkoholische Getränke verboten und in den Geschäften werden nach obensie auch nicht angeboten.

Für uns endet der Abend gegen 21.30 Uhr. Wir sind hundemüde und sehnen das Bett herbei. Unser Zimmer liegt absolut ruhig, die beste Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf!! Gute Nacht!