Im Weihrauchland

Donnerstag, 05.12. 2013

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Weihrauchbaum

Weihrauchbaum

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Mit den Geländewagen geht es heute Morgen nach dem Frühstück hinaus in die Natur: Den Anfang machen die Weihrauchbäume im Wadi Doka. Im Gegensatz zu vielen anderen Orten im Oman riecht es hier allerdings nicht nach Weihrauch. Die Gegend wirkt etwas einsam, die Pisten sind staubig und steinig. Die knorrigen Bäume stehen weit auseinander. Sie können nur unter ganz bestimmten klimatischen Bedingungen in einer Höhe von 300 m bis 800 m gedeihen und können bis heute nicht kultiviert werden. Nahezu der gesamte Weihrauch stammt von wildwachsenden Bäumen, kaum vorstellbar! Die einzelnen Bäume, die verstreut in der Landschaft stehen, gehören verschiedenen omanischen Stämmen, die befugt sind, den Weihrauch zu ernten. Genau genommen gehören die Weihrauchbäume den Männern der Stämme, nicht den Frauen. Das Ernterecht wird nämlich von Generation zu Generation weitergegeben und bleibt im Stamm.

Harz
weiße, milchige Flüssigkeit tritt nach dem Einschneiden aus
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Weihrauch ist getrockneter Harz, der im Frühjahr durch Einschnitte in die Baumrinde gewonnen wird. Ein Baum muss allerdings zunächst ungestört acht bis zehn Jahre wachsen, bevor er erstmals angezapft wird. Beim Einschnitt tritt eine weiße, milchige Flüssigkeit aus, die man ca. 14 Tage trocknen lässt. Dann kann man die ersten Tropfen - man bezeichnet sie oft auch als Tränen - ernten. Der erste Schnitt liefert allerdings die schlechteste Qualität, erst mit dem zweiten und weiteren Schnitten wird der Weihrauch immer besser und besser. Er ist nicht mehr weiß, sondern nimmt eine gelbgoldene Farbe an. Grundsätzlich gilt: je heller das Harz, desto besser die Qualität, denn dann sind fast keine Verunreinigungen mehr enthalten. Ein Durchschnittsbaum gibt sieben bis zehn Kilo Weihrauch pro Saison. Bis in den Oktober hinein werden die Tropfen geerntet, die die alten Ägypter den "Schweiß der Götter" nannten. Hojari, der Silberweihrauch, gilt als Non Plus Ultra. Alle sieben Jahre gönnt man den Bäumen eine mehrjährige Regenerationspause,  sodass sie mehrere Jahrzehnte hindurch angezapft werden können.

Das Harz des Weihrauchbaumes wird für alles Mögliche benutzt – zum Reinigen der Raumluft, zum Ausräuchern von Kleidern, in der Medizin - er soll gut für die Verdauung sein und für eine gesunde Haut sorgen - und als Glücksbringer.

Im Wadi Darbat
Mittagspause im Wadi Darbat
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In der Antike brachte der Weihrauchhandel dem Land unermesslichen Reichtum und den Beinamen "Arabia Felix". Weihrauch war teurer als Gold. Hauptabnehmer waren die Griechen und Römer. Zu Zeiten des römischen Kaisers Nero wurde Weihrauch tatsächlich mit Gold aufgewogen.nach oben Die Ruinenstadt Sumhuram, die wir am Nachmittag besuchen werden, war ein Hafen für den Weihrauchexport.

Wadi Darbat
Wadi Darbat mit Süßwassersee
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Unser nächstes Ziel ist das östlich von Salalah gelegene Wadi Darbat, eine Oase mit einem Süßwassersee, der von Wasserfällen aus den Bergen gespeist wird. Unter einem zweihundert Jahre alten Tamarindenbaum halten wir Mittagspause.

Ca. 50 km östlich von Salalah, hinter dem Ort Taqah, liegt die antike Ausgrabungsstätte Sumhuram, eine ehemalige Hafenstadt, die wir nach der Mittagspause besuchen. Sie wirkt wie eine Festung, von allen Seiten durch Wasser und Berge geschützt und von dicken Mauern umgeben, ein Indiz dafür, dass hier etwas Kostbares gelagert und umgeschlagen wurde, nämlich Weihrauch. Seit 2000 steht Sumhuram auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

Sumhuram
Antike Ausgrabungsstätte Sumhuram
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Lagune von Khor Rouri
Lagune von Khor Rouri
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Die Stadt wird seit 1953 Stück für Stück ausgegraben. Die Gründung des Weihrauchhafens soll auf vorislamische Zeit zurückgehen. Von den Ruinen der Stadt haben wir einen schönen Blick auf die Lagune von Khor Rouri, eine weite Bucht, in der zahlreiche Vögel wie Pelikane, Flamingos und Störche leben. Da die Bucht sehr flach ist, war sie für Piratenboote nicht tief genug! Von hier fand das Harz seinen Weg über den Indischen Ozean in den fernen Osten. Der größere Teil des Weihrauchs aber wurde jahrhundertelang über Land transportiert – über die Weihrauchstraße, die älteste bekannte Handelsroute der Welt - von Südarabien bis zum Mittelmeer.

Mit der Besichtigung dieser antiken Stätte endet auch die Studienreise. Am letzten Abend findet gegen 19.00 Uhr ein Abschiedsessen (Buffet) im Crowne Plaza statt. Es werden vereinzelt Adressen und Telefonnummern ausgetauscht und Frau Overkamp-al-Hamwi wird mit einem stattlichen Trinkgeld für ihre perfekte Reiseleitung bedacht. Großes Lob auch noch einmal an dieser Stelle!!

 

Freitag, 06.12. 2013

Heute ist Abreisetag. Es bleibt Zeit, noch einmal ein ausgiebiges Frühstück zu genießen. Nach dem Frühstück werden wir per Bus am Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Der Flug WY 0904 startet um 10.50 Uhr in Salalah und landet nach einer Stunde in Maskat. Da der Weiterflug via München erst um 15.30 Uhr stattfindet, ist hinreichend Zeit, die letzten OMR auszugeben. Wer noch keinen Weihrauch oder Myrrhe gekauft hat, kann es hier noch tun. Ich (Anita) entscheide mich im Duty Free Shop für eine Swatch-Uhr im "oriental look". Dieter ist wunschlos glücklich.

Der Rückflug WY 0121 verläuft ohne Probleme und Turbulenzen und wir landen pünktlich um 19.45 Uhr Ortszeit in München. Eigentlich hätte es jetzt schnell gehen müssen, doch das Gepäckband im Münchner Flughafen streikt aus unerklärlichen Gründen und lässt uns 45 Minuten auf unser Gepäck warten. Letztendlich kommen wir dann aber doch noch gut zu Hause an!

Das Résumé der gesamten Reise: Oman hat uns bestens gefallen, vor allem auchnach oben seine liebenswerten Bewohner. Die Organisation durch Studiosus war perfekt; wir würden diesen Veranstalter wieder wählen und können daher eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen!