Tropischer Dhofar

Mittwoch, 04.12. 2013

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Heute lassen wir es ruhig angehen - ausschlafen (das bedeutet für uns bis 7.00 Uhr) - in größter Ruhe auf der Hotelterrasse frühstücken, einen Foto-Rundgang machen, um das Luxus-Ambiente des Hotels festzuhalten, einen Spaziergang durch die wunderbaren Außenanlagen und den tropischen Garten unternehmen, zuletzt noch ein paar Runden im Pool drehen und es sich auf den Liegen bequem machen. Dann ist es auch schon fast Mittag. Im Pool-Restaurant genehmigen wir uns eine kleine Pizza und einen Drink und danach ist es Zeit, zum vereinbarten Treffpunkt in der Hotellobby zu gehen.

Der Verwaltungsbezirk Dhofar ist das südlichste Gebiet des Oman und rund 1000 km bzw. eine gute Flugstunde von der Hauptstadt Maskat entfernt. Er umfasst ungefähr ein Drittel der Gesamtfläche des Sultanats Oman. Dank ausreichender Monsunregen wachsen an den nördlichen Ausläufern des Dhofar-Gebirges die berühmten Weihrauchbäume. In der Antike gehörte der Dhofar zum Königreich Hadramauts. "Arabia felix" nannten es die Römer; ein Wunderland, in dem es Bäume gab, aus deren Rinde Gold tropfte, Gold in Form eines kostbaren Harzes, Weihrauch.

Die Hauptstadt des Dhofar ist Salalah.  Die Stadt ist das moderne Verwaltungszentrum des Südens; hier befinden sich der Flughafen, fast alle Hotels und – im Westen – der neue, große Containerhafen Mina Raysut. Zwischen der Stadt und der Küste erstrecken sich ausgedehnte Plantagen. Kokospalmen ragen in den Himmel, in ihrem Schatten gedeihen dicht an dicht Bananen und Papayas. Am Straßenrand werden in kleinen Buden Obst und Kokosnüsse angeboten.

Wir haben neue Fahrer und neue Jeeps! Sie stehen mit ihren Autos schön aufgereiht vor dem Hotel!

Als erstes besuchen wir eine Plantage. Es ist eine 100 Jahre alte Plantage, die älteste in der Region, in der Früchte, Gemüse und Palmen gezüchtet werden. Vor einem Rundgang durch die Plantage, bei dem wir detaillierte Erklärungen zu den einzelnen Früchten erhalten, gibt es noch einen Kokosmilch-Drink.

Auf der Plantage wachsen Kokosnüsse, Papayas, Baby Bananen, Granatäpfel, Zuchini, Chili, Jackfruit (Jackfrucht oder Jakobsbaumfrucht), bittere Gurken, Stangenbohnen, Auberginen, Maniok, Okra nach oben(eine Gemüsepflanze aus der Familie der Malvengewächse), Bitter Gourd (eine Art Bittermelone) und Limonen.

Unser nächstes Ziel liegt nördlich der Stadt, in rund 30 km Entfernung, im Jabal al-Qara Gebirge. Es ist das Hiobsgrab, Grab und Mausoleum des Propheten Hiob, eine Pilgerstätte für Muslime (Nabi Ayoub Mausoleum).

Hiobsgrab
Hiobsgrab
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Zur Geschichte: Hiob war ein gottesfürchtiger, wohlhabender, angesehener Mann. Der Satan wollte seine Frömmigkeit auf die Probe stellen, und Gott ging darauf ein. Nacheinander empfing Hiob nun unglaublich schlimme Nachrichten: Sein Land war verwüstet, seine Knechte erschlagen, sein Vieh geraubt worden. Schließlich starben sogar seine Kinder. Hiob ertrug alles mit großer Geduld und erhielt sich dennoch seinen Gottesglauben. Sein Unglück wurde sprichwörtlich.  

Vor der Grabstätte ist der Fußabdruck des Propheten Hiob zu sehen; er weist eine stattliche, ja riesige Größe auf und entsprechend groß ist auch das Grab im Innern. Es hat schätzungsweise eine Länge von 4 m. Hiob muss demnach ein sehr großer Mann gewesen sein. Das Grab ist mit grünen Leinentüchern bedeckt.

Weihrauchbrenner
Weihrauchbrenner
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Nach dem Besuch des Hiobsgrabes wenden wir uns wieder weltlichen Dingen zu und fahren zurück nach Salalah, um dem Weihrauchsouk einen Besuch abzustatten. Schließlich ist der Dhofar das Weihrauchland schlechthin. Auf den Besuch dieses Souks freuen wir uns besonders, denn hier wollen wir auch kräftig einkaufen.

Weihrauch, Myrrhe
Weihrauch (links), Myrrhe, Kohletablette
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Der Duft des Weihrauchharzes ist allgegenwärtig in den Dörfern und Städten Omans, der Alltag ohne ihn undenkbar. Die Frauen Dhofars sind berühmt für ihre exquisiten Räuchermischungen aus Weihrauch, Myrrhe, Sandelholz und Blütenessenzen. Die Menschen parfümieren ihre Kleidung damit und Weihrauch ist Bestandteil zahlreicher Parfüme. Je heller das Harz, desto besser die Qualität. Weihrauch aus der Dhofar-Region gilt als der beste der Welt.

Weihrauchverkäuferin in Salalah
Weihrauchverkäuferin in Salalah
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Unsere Reiseleiterin empfiehlt uns eine mehrfach ausgezeichnete Weihrauchverkäuferin, die ausschließlich al-Hojari Weihrauch - Silberweihrauch, den besten Weihrauch überhaupt - und Myrrhe arabica verkauft, außerdem ihre eigenen sehr wohlriechenden Räuchermischungen. Zudem bietet sie passende Weihrauchbrenner in allen Größen sowie Weihrauch-Räucherkapseln an.

Seine Majestät, Sultan Qaboos Bin Said, beauftragte 1983 den Pariser Parfümeur Guy Robert, der bereits für Häuser wie Hermès, Dior und Gucci gearbeitet hatte, mit der Herstellung eines neuen Duftes, denn er war der Meinung, sein Land brauche einen eigenen Duft. Dieser Duft sollte einfach alles vereinen, was das arabische Land ausmacht: Rosenwasser, Myrrhe - und natürlich auch Weihrauch. Es entstand Amouage, der teuerste Duft der Welt, das Chanel des Morgenlandes.  Amouage ist das einzige nicht amerikanische, europäische oder japanische Produkt, das jemals den prestigeträchtigen Titel „Star-Produkt des Jahres“ gewonnen hat. Diese Auszeichnung, die jährlich in Cannes verliehen wird, ist sozusagen der „Oscar“ nach obender Luxusgüterindustrie. Über 120 natürliche Zutaten wie Weihrauch, Myrrhe, Rosenwasser, Sandelholz etc. werden für diese Kreation verwendet. Der Preis ist entsprechend hoch: 50ml kosten um die 250 €.

Weihrauchsouk in Salalah
Weihrauchsouk in Salalah
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Nachdem wir uns reichlich mit Weihrauch, Myrrhe und unterschiedlich großen Weihrauchbrennern sowie Kohlekapseln eingedeckt haben (auch für unsere Lieben zuhause), schlendern wir noch über den Weihrauchsouk und schauen uns die anderen Läden an. Hauptsächlich wird natürlich Weihrauch verkauft; daneben aber auch Hüte (kummas) und Pashmina-Schals in Hülle und Fülle. Allerdings überzeugt uns hier die Qualität nicht.

Um 18.00 Uhr treffen wir uns wieder am Bus und fahren zurück ins Hotel. Der Abend steht zur freien Verfügung, ab 19.00 Uhr ist im Strandrestaurant - Dolphin Beach Restaurant - ein Buffet aufgebaut.