Köcherbaumwald - Keetmanshoop - Canyon Village Lodge

Di, 10.11.2015

Heute Morgen gibt es zum Frühstück leckere Semmel - man fühlt sich fast wie zu Hause - verschiedene Marmeladensorten, Wurst, Käse und Cerealien. Dazu einen starken Kaffee. Gut verköstigt, starten wir zu unserer Tour, die lang sein wird: 440 km liegen vor uns.

Auf unserem Weg nach Südnamibia machen wir heute einen Abstecher zum Köcherbaumwald in der Nähe von Keetmanshoop. Auf diesem Weg durchfahren wir das Gebiet der Nama. In Namibia leben Völker verschiedenster Kulturen friedlich nebeneinander. Neben den schwarzen Stämmen wie Herero, Ovamba, Damara und Himba haben auch die Ureinwohner, die San, überlebt. Es gibt außerdem Coloured People wie die Nama und die schon erwähnten Baster. Die Nama kamen im 19. Jahrhundert aus der Kapkolonoie und sprachen Afrikaans. Kennzeichnend für ihre Sprache sind Klick- und Schnalzlaute. Traditionell sind die Nama halbnomadische Hirten. Die meisten von ihnen haben heute einen eher westlichen Lebensstil angenommen und arbeiten auf Farmen, besonders als Hirten von Karakul Schafherden.

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Köcherbaum
Köcherbaum
>>Schliessen<<

Nordöstlich von Keetmanshoop liegt der Köcherbaumwald, Kokerboomwoud. Hier stehen ca. 250 -300 Köcherbäume, die über die letzten 200 Jahre gewachsen sind. Der Köcherbaum ist kein Baum, sondern eine Aloen-Art, die nur in Namibia und im Nordwesten Südafrikas vorkommt. Er gehört zu den Wolfsmilchgewächsen, sein milchiger Saft ist hochgiftig! Der Köcherbaum kann bis zu 5 m hoch werden und kommt eher einzelstehend vor. Das gehäufte Auftreten in dieser Region ist daher eine Seltenheit. Zwischen den Bäumen stapeln sich riesige Felsklötze, weshalb man diese Gegend auch Spielplatz der Riesen nennt. Die ersten Blüten erreichen sie mit 20 - 30 Jahren. Blütezeit sind die Monate Juni und Juli.

Köcherbaum
Köcherbaum
>>Schliessen<<

Ihren Namen haben die "Bäume" von den San, die aus der Rinde früher die Köcher für ihre Pfeile fertigten. Auf der Klimakonferenz in Kopenhagen im Jahre 2010 wurde der Köcherbaum auf die "Rote Liste" der besonders gefährdeten Pflanzenarten gesetzt. Hauptverursacher soll der Klimawandel sein, ein Thema, was gerade jetzt wieder hochaktuell ist (Weltklimakonferenz in Paris im Dez. 2015).

Karakul Denkmal
Karakul Denkmal in Keetmanshoop
>>Schliessen<<

In Keetmanshoop, unserem nächsten Ziel, reicht die Zeit lediglich für einen kurzen Einkauf im Supermarkt und der Besichtigung eines alten Planwagens, mit dem Siedler aus der Kapregion nach Namibia umsiedelten. Die halbwüstenartige Landschaft um Keetmanshoop wird vorwiegend zur Karakulschafzucht genutzt, das Karakul Denkmal repräsentiert die Karakulindustrie und würdigt das Karakulschaf und die Hirten.

Keetmanshoop war einst eine Siedlung der Nama. Der deutsche Kaufmann Johann Keetman gründete hier 1866 eine Missionsstation, um den Nama "zum rechten Glauben" zu verhelfen. Aufgrund erheblicher finanzieller Zuwendungen dankte man ihm, in dem man den Ort nach ihm benannte.

Gegen 16.00 Uhr erreichen wir unser heutiges Tagesziel, die Canyon Village Lodge. Zum Glück haben wir im Bus immer genügend (kostenlose) Wasservorräte, denn die Temperaturen sind stets weit über 30°!

Die Canyon Village Lodge (wie auch die Kalahari Anib Lodge) gehört ebenfalls zur Gruppe der Gondwana Collection.

Canyon Village Lodge
Canyon Village Lodge
>>Schliessen<<

In der Canyon Village Lodge, die von hohen Felsen umgeben ist, sind wir im Bungalow 33 untergebracht. Die Bungalows sind im großen Bogen um das Hauptgebäude angeordnet, so dass man sich nicht verlaufen kann. Lediglich die Beleuchtung der Wege ist recht dürftig. Unser Zimmer ist geräumig, das große Bett mit Moskitonetz steht mitten im Raum, zwei Springbockfelle dienen als Bettvorleger. Im Bad erfreut uns wieder das schnelle warme Wasser.

Oryx Antilope
Oryx Antilope
>>Schliessen<<

Nach einer kurzen Erfrischung haben wir uns gleich auf der Hotelterrasse nieder gelassen, einen doppelten Campari und ein Bier bestellt und den Garten der Anlage genossen. Allerdings weniger um die Vegetation zu bewundern - die gibt es nicht - sondern eine Oryx Antilope zu beobachten, die quasi als Haustier gehalten wird.

Canyon Village Lodge
Canyon Village Lodge - die Tische für das Abendessen sind gedeckt
>>Schliessen<<

Das Abendessen um 19.30 Uhr wird auf der großen Terrasse eingenommen. Es gibt ein Buffet, wobei Vorspeise und Nachtisch serviert werden. Das Buffet bietet Lamm, Rindfleisch, gebratenes Wild und Gemüse. Was will man mehr! Da es bereits dunkel ist, lässt sich der südafrikanische Sternenhimmel gut beobachten.