Weites Land Namibia - Zu den roten Dünen der Kalahari

Mo, 09.11.2015

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Start Rundreise
Die Koffer in den Bus und die Rundreise kann beginnen
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Die erste Nacht in Namibia war erholsam. Wir haben tief und fest geschlafen, gut gefrühstückt und nun kann die eigentliche Reise beginnen!

Von Windhoek geht es nach Süden auf geteerten Straßen ins 85 km entfernte Rehoboth, wo ein Tankstopp eingelegt wird.

Häuserzeile in Rehoboth
Häuserzeile in Rehoboth
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Rehoboth ist das Zentrum der Volksgruppe der Baster, die sich hier um 1870 ansiedelten. Die Baster sind Nachfahren von weißen südafrikanischen Farmern und Nama-Frauen. Die Nama wiederum gehören ethnisch zu den Khoisan sprachenden Völkern. Sie stellen etwa 5% der Gesamtbevölkerung Namibias. Während der Kolonialzeit wurden sie von der weißen Minderheit abfällig als Hottentotten bezeichnet. Sie selber nennen sich Khoikhoi, was so viel wie "Männer aller Männer" bedeutet.

dünn besiedeltes Farmland
weites dünn besiedeltes Farmland
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Nachdem der Bus vollgetankt ist, geht die Fahrt weiter durch weites, flaches, dünn besiedeltes Farmland. (Aufnahme aus dem Bus heraus fotografiert). In Kalkrand verlassen wir die Teerstraße und fahren auf Schotterpisten Richtung Hoanchas. In diesem Dorf ist eine Begegnung mit Angehörigen des Volkes der Nama vorgesehen. Doch dazu kommt es nicht.

Kurz hinter Kalkrand gibt es plötzlich einen Knall, ein Keilriemen fliegt durch die Luft und die Klimaanlage gibt ihren Geist auf und mit ihr der Klimakompressor, der dafür sorgt, dass das Kältemittel unter dem nötigen Druck durch den Kältemittelkreislauf befördert wird. So jedenfalls erklären es kundige Reiseteilnehmer. Na ja, das Malheur bedeutet nicht das Ende der Reise. Wir haben ja einen Reiseleiter, der sowieso mehr Mechaniker als Reiseleiter ist und der sich zu helfen weiß. Es gelingt ihm, den Bus auch ohne funktionierende Klimaanlage wieder in Gang zu bringen, so dass wir weiter fahren können. Die schon jetzt stattlichen Temperaturen von über 32° müssen wir aushalten. Ersatzteile sollen angeblich spätestens in Swakopmund vorrätig sein. Weshalb nun wegen dieser Panne der Besuch in dem kleinen Ort Hoanchas ausfallen muss, ist nicht zu erkennen. Es wird auch nicht herumdiskutiert, sondern der Reiseleiter bestimmt, dass wir sofort bis zur Kalahari Anib Lodge, unserem Tagesziel, weiterfahren.

Gondwana Collection
Die Kalahari Anib Lodge gehört zur Gondwana Collection
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Die Kalahari Anib Lodge ist eine kleine Oase inmitten der roten Dünen der Kalahari. Sie liegt ca. 34 km nordöstlich von Mariental an der C20. Sie gehört zur Gruppe der Gondwana Collection. Wir werden im Laufe der Reise noch weitere Lodges dieser Gruppe kennenlernen. Die Gondwana Collection versteht sich nicht als Hotelkette, denn jede Lodge hat ihren eigenen Charakter. Jede liegt in unmittelbarer Nähe einer spektakulären Sehenswürdigkeit. Es handelt sich um ein Unternehmen der Nature Investments (Pty) Ltd. mit Sitz in Windhoek. Das Unternehmen wurde 1995 als Naturschutz- und Unterkunftsbetrieb gegründet. Es gilt als größter namibischer Betreiber von Unterkünften. (www.gondwana-collection.com)

Kalahari Anib Lodge
Bungalows in der Kalahari Anib Lodge
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Kalahari Anib Lodge
Gartenanlage in der Kalahari Anib Lodge
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Hier kommen wir natürlich viel zu früh an, die Zimmer sind noch nicht fertig. Trotzdem fällt die Begrüßung durch das Personal sehr freundlich aus, wir bekommen einen Willkommensdrink und können ein kleines Mittagessen bestellen (Toast mit Schinken/Käse), was schnell zubereitet wird. Danach sind alle Zimmer hergerichtet und wir können uns einrichten und erfrischen. Zimmer sind es eigentlich nicht, sondern kleine Bungalows aus Backstein. Restaurant und Bungalows gruppieren sich um einen Innenhof mit Pool. Der Boden der Bungalows ist aus Stein, zwei Springbockfelle liegen vor den Betten, über die ein riesiges Moskitonetz gespannt ist. Die Dusche ist geräumig, warmes Wasser kommt erstaunlich schnell aus der Leitung. Lediglich die Beleuchtung hätte etwas heller sein können. Vom Staub und Sand der Kalahari merkt man nichts, alles ist sehr sauber und gepflegt. Auf einer kleinen Terrasse stehen zwei Sessel. Von den Bungalows sieht man direkt in den schön angelegten Garten. Hier lassen sich sehr gut die Webervögel beobachten, die in den Bäumen ihr Nest gebaut haben.

Am späteren Nachmittag starten wir zu einer Geländewagenfahrt - Gamedrive - durch die Kalahari mit anschließendem Sundowner.

Die Kalahari ist eine Dornenstrauchsavanne, die aber auch wegen des roten Sandes als Wüste bezeichnet wird. Sie erstreckt sich von der südafrikanischen Provinz Nordkap durch Namibia und Botswana bis nach Angola und Sambia hinein. Große Teile sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Auf unserer Fahrt erleben wir einen ersten Kontakt mit Springböcken, Gnus, Kudus und Oryxen. Daneben sehen wir große Ansammlungen von Webervögeln, den sog. Siedelwebern. Diese Gemeinschaftsnester haben wir bisher auf unseren Reisen noch nicht gesehen und wir sind begeistert.

Siedelweber
Siedelweber
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"...Wenn eine neue Kolonie gegründet wird, sammeln sich bis zu 100 Brutpaare und errichten zunächst gemeinsam in einem Baum (neuerdings auch an Telegrafenmasten) ein kuppelförmiges Dach aus breiten Grashalmen, die sie in den Trockengebieten finden; ebenso dient Reisig als Baumaterial. Die eigentliche Nestkammer legt dann jedes Paar für sich darunter an und verteidigt es gegenüber anderen Brutpaaren. Unter einem einzigen solchen Dach kann man bis zu 100 solcher Nestkammern finden; der Durchschnitt liegt aber bei 20-30. Die Gemeinschaftsnester sind oft jahrelang in Betrieb. Dabei wird auch das Dach immer wieder verstärkt, so dass manche Nester im Laufe der Zeit auf einen Durchmesser von 5 m angewachsen sind. Man kann sich leicht vorstellen, was mit einem Baum passiert, wenn er mehrere Nistkolonien gleichzeitig tragen muss: Oft ist er völlig zugedeckt und bricht irgendwann unter der Last zusammen, so dass eine neue Kolonie gegründet werden muss. Fragt man sich nach dem Sinn solch einer Anlage, bringt sie natürlich in gewissem Sinne eine Einsparung von Nistmaterial mit sich, im Vordergrund steht aber der wirksame Schutz gegen Feinde und Witterungseinflüsse. Gegenüber Feinden hält die ganze Kolonie zusammen und verteidigt ihre Anlage gemeinsam. Interessanterweise stört es die Siedelweber nicht, wenn andere Vogelarten in freigewordene Nistkammern einziehen...."

Quelle:http://www.world-of-animals.de/Tierlexikon/Tierart_Siedelweber.html

Oryxantilopen
Oryxantilopen
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Oryxantilopen (auch Spießböcke genannt) begegnen uns auf der gesamten Reise, hier zum ersten Mal. Sie sind in trockenen Gebieten (Wüsten, Halbwüsten) beheimatet, kommen aber auch in der Savanne vor. Das Verbreitungsgebiet umfasst vor allem Namibia und Botswana. Die Oryxantilope ist das Wappentier Namibias.

Sundowner
Sundowner
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Nach einem mehr als zweistündigen Gamedrive, bei dem immer wieder angehalten und fotografiert wird, kommen wir zum Schluss mitten in den roten Dünen an, zelebrieren unseren Sundowner und genießen den ersten Sonnenuntergang. Ein wirklich schöner Abschluss!!

Bei Dunkelheit kommen wir zurück zur Lodge. Hier erwartet uns dann noch ein Abendessen: Springbock und Impala! Das bekommt man ja zu Hause nicht ohne Weiteres.