Über Tsumeb und Okahandja nach Süden

Mo, 23.11.2015

Die nachfolgenden kleinen Bilder vergrößern sich beim Anklicken!

Termitenhügel
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Termitenhügel
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Unsere Namibia Reise nähert sich allmählich dem Ende. Auf der Fahrt nach Okahandja halten wir an einem Termitenhügel an. Es gibt viele in dieser Gegend. Manche sehen aus wie plumpe Erdhaufen. Andere gleichen eleganten Stalagmiten. Etwa 3-4 Meter sind sie hoch und an der Basis 7-8 Meter breit. An einem solchen Hügel steigen wir aus, denn hier haben die "Bewohner" bereits ein altes Auto mit in ihren Bau übernommen. Die "Bewohner", die Termiten, bekommt man nie zu Gesicht, denn sie sind lichtscheu. Das Zentrum eines solchen kegelförmigen Termitenhügels bildet die Kammer mit der Termitenkönigin, dem zumeist einzigen fruchtbaren Weibchen, das sämtliche Eier des Insektenvolkes produziert. Um die Kammer der Königin herum erstreckt sich der konzentrisch angelegte Bau. Nicht alle Termitenhügel sind weiß, viele auch rot. Tritt man mal mit dem Fuß dagegen, so sacken die Hügel keineswegs direkt in sich zusamnmen, sondern sie haben eine harte Hülle.

Gegen 9.30 Uhr kommen wir im Minenstädtchen Tsumeb an, mit knapp 45000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Namibias. Sie lebte lange vom Mineralreichtum ihrer Umgebung (Kupfer, Blei, Zink, Silber und Kadmium). Bevor die ersten Europäer ins Land kamen, hatten bereits die Damara in primitiven Öfen Kupfer geschmolzen.

Tsumeb Museum
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Wir besuchen das Stadtmuseum. Untergebracht ist das Museum in der früheren "Deutschen Privat Schule", die im Jahre 1915 erbaut wurde und heute unter Denkmalschutz steht. Der Museumsrundgang fängt mit der Ethnologischen Abteilung an. Diese zeigt viele alte Bilder und Gegenstände und gibt einen Einblick in das Leben und die Kultur der Ovambo, Herero, San und Himba. Im "Khorab Raum" sehen wir Gegenstände und Bilder der Schutztruppe und Unionstruppen aus dem 1. Weltkrieg. Hauptblickfang bilden die Kanonen und Munitionskarren. Im Minenraum kann man anhand von Bildern den Bau der Otavi-Bahn von Tsumeb nach Swakopmund  (um 1900)  verfolgen. Der Bau dieser Eisenbahnstrecke war unabwendbar, musste man doch vorher jede Ladung  Erz auf Ochsenwagen nach Swakopmund bringen, damit sie von dort mit der Woermann Linie nach Europa gebracht werden konnte. Für den Bau der Eisenbahnlinie wurden Herero und Ovambo zwangsverpflichtet, was dann wiederum einer der Gründe für den 1904 in Okahandja beginnenden Herereo Aufstand war. Am Boden des Otjikoto-Sees liegen noch heute zahlreiche Geschütze, die die Deutschen im ersten Weltkrieg hier versenkt hatten.

Anziehungspunkt sind jedoch die Tsumeber Mineralien. Insgesamt konnten mehr als 200 Halbedelsteine nachgewiesen werden, zehn davon kommen sonst nirgendwo auf der Welt vor. Im Hof des Museums steht eine Schmalspur-Dampflokomotive, die Erz, Passagiere und Fracht zwischen Tsumeb und Swakopmund transportierte.

Herero Friedhof
Herero Friedhof
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Der kleine Ort Okahandja - unser nächster Stopp - hat für die Herero geschichtliche und kulturelle Bedeutung. Wie bereits oben erwähnt, begann hier 1904 der Aufstand gegen die deutsche Kolonialmacht. Auf dem Friedhof in der Nähe der Missionskirche liegen ihre Häuptlinge Tjamuaha, Maharero, Samuel Maharero und Hosea Kutako begraben. Auch das Grab des 1978 ermordeten Herero-Führers Clemens Kapuuo findet man hier. Zum Gedenken an die Schlacht am Waterberg, bei der die Herero den deutschen Truppen unterlagen und an die in Okahandja bestatteten Herero-Häuptlinge wird alljährlich im August der sogenannte Herero Tag begangen.

Gegen 17.00 Uhr kommen wir an unserer letzten Station, dem Hotel Midgard Country Estate, einem luxuriösen Landsitz an, wo wir die beiden letzten Tage verbringen. Damit schließt sich auch der Kreis der Rundreise.